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Was ein Haushalt laut Destatis im Monat ausgibt, und was in den 3.257 Euro fehlt

Das Statistische Bundesamt misst Jahr für Jahr, wofür private Haushalte ihr Geld ausgeben, und kommt für 2024 auf 3.257 Euro Konsum im Monat. Die Zahl ist sorgfältig erhoben, sie zählt nur weniger, als von einem Girokonto abgeht. Hier stehen die Werte nach Haushaltsgröße, dazu das, was die Statistik bewusst weglässt, und wie groß dieser Rest ist.

Portora Redaktion12 Min LesezeitAktualisiert

Die Zahl

3.257 Euro im Monat, woher der Durchschnitt kommt

Ein privater Haushalt in Deutschland hat 2024 im Schnitt 3.257 Euro im Monat für seinen Konsum ausgegeben. Die Zahl stammt aus den Laufenden Wirtschaftsrechnungen des Statistischen Bundesamts, kurz LWR, und ist der neueste veröffentlichte Stand, der Bericht dazu erschien am 17. August 2026. Konsum heißt in dieser Statistik alles, was ein Haushalt am Markt kauft, von der Miete über den Wocheneinkauf bis zur Pauschalreise. Gut ein Drittel davon geht ins Wohnen samt Energie und Instandhaltung, 36,3 Prozent. Danach folgen Nahrungsmittel mit 14,0 Prozent und Verkehr mit 13,8 Prozent.

Für die LWR 2024 haben 12.415 Haushalte einen Monat lang ihre Einnahmen und Ausgaben aufgeschrieben, Destatis rechnet daraus auf rund 38,7 Millionen Haushalte hoch. Größere Anschaffungen wie ein Auto, Möbel oder eine Waschmaschine fragt das Amt zusätzlich für die vergangenen zwölf Monate ab. So fließen auch Käufe ein, die nicht zufällig in den einen Berichtsmonat fallen. Nicht dabei sind Haushalte von Selbstständigen, Menschen ohne festen Wohnsitz und Menschen in Gemeinschaftsunterkünften und Anstalten.

Häufig zitiert wird noch eine zweite Zahl, 3.032 Euro. Sie stammt aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023, kurz EVS, der großen Erhebung, die Destatis alle fünf Jahre durchführt. Beide Werte stehen in der Destatis-Tabelle zu den Konsumausgaben nach Haushaltsgröße untereinander. Den Abstand von 225 Euro solltest du nicht als Anstieg innerhalb eines Jahres lesen. Es sind zwei Erhebungen mit verschiedenem Verfahren, und für die LWR selbst schreibt Destatis, dass die Ergebnisse ab 2024 mit denen bis 2022 nur eingeschränkt vergleichbar sind. Unter anderem schreiben die Haushalte seitdem einen Monat lang an, bis 2022 waren es drei Monate.

Nach Haushaltsgröße

Was Haushalte mit einer bis fünf Personen im Monat ausgeben

Mit jeder Person im Haushalt steigt die Summe, aber nicht im gleichen Schritt. Der Einpersonenhaushalt gibt im Schnitt 2.042 Euro im Monat aus, der Zweipersonenhaushalt 3.721 Euro, also deutlich weniger als das Doppelte. Am stärksten zeigt sich das beim Wohnen. Für Miete, Energie und Instandhaltung zahlt ein Alleinlebender 853 Euro, ein Haushalt zu zweit 1.312 Euro. Beim Alleinlebenden geht damit 41,8 Prozent des Konsums ins Wohnen, zu zweit sind es 35,3 Prozent.

Pro Kopf gerechnet kommt der Vierpersonenhaushalt auf rund 1.267 Euro, der Alleinlebende auf 2.042 Euro. Warum man für einen fairen Vergleich trotzdem nicht einfach durch die Kopfzahl teilt, steht im Artikel über das Vergleichen von Haushaltsausgaben. Und weil die Miete der größte Block ist, liegen gleich große Haushalte je nach Wohnort weit auseinander, das regionale Preisniveau trägt der Artikel über Lebenshaltungskosten.

Eine Haushaltsgröße ist noch kein Haushaltstyp. Zwei Personen können ein Paar ohne Kind sein oder ein Elternteil mit Kind, und Destatis weist beides getrennt aus. Laut der Pressemitteilung vom 17. August 2026 kamen Paare ohne Kind 2024 auf 3.885 Euro Konsum im Monat, Alleinerziehende auf 2.790 Euro. In deren Haushalten leben im Schnitt 2,5 Personen.

Private Konsumausgaben je Haushalt und Monat in Euro, Deutschland, 2024.

Alle Haushalte1 Person2 Personen3 Personen4 Personen5 und mehr
Konsumausgaben insgesamt3.2572.0423.7214.4675.0675.231
Wohnen, Energie, Instandhaltung1.1818531.3121.4831.6661.740
darunter Miete und Ähnliches9446851.0341.1961.3511.402
darunter Energie209157237259267286
Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren457270505653759896
Verkehr448231519697777791
Freizeit, Sport und Kultur309170370445515483
Gastronomie und Übernachtung215116267321326326
Innenausstattung und Haushaltsgeräte14883181209240199
Information und Kommunikation140102150188202191
Bekleidung und Schuhe11460121167225236
Gesundheit11077149112116120
Bildung, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen, Sonstiges13679147193242250
Die Zeilen mit „darunter“ sind Teil des Wohnblocks und nicht zusätzlich. Die letzte Zeile fasst drei kleine Bereiche zusammen (eigene Addition). Wegen Rundung weicht die Summe der Bereiche um bis zu einen Euro von der ersten Zeile ab.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Laufende Wirtschaftsrechnungen 2024, Statistischer Bericht vom 17.08.2026, Tabelle 63111-01

Was fehlt

Was Destatis nicht zum Konsum zählt

Die 3.257 Euro sind nicht alles, was ein Haushalt im Monat bezahlt. Im Glossar zu den privaten Konsumausgaben zählt Destatis auf, was ausdrücklich nicht dazugehört. Keine direkten Steuern, keine Versicherungen, kein Geld, das an andere Haushalte oder an Organisationen geht, und weder Tilgung noch Zinsen von Krediten. Ebenfalls draußen sind der Kauf von Grundstücken und Gebäuden und alles, was ein Haushalt als Geldvermögen zurücklegt, also auch die Sparrate.

Die Abgrenzung folgt dem Zweck der LWR. Mit ihnen legt Destatis unter anderem fest, wie stark Brot, Miete und Benzin im Warenkorb der Verbraucherpreise gewichtet werden, und sie liefern Daten für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Gezählt wird deshalb, was ein Haushalt am Markt kauft, und nicht, was von seinem Konto abgeht. Eine Sparrate kauft nichts, sie verschiebt Geld vom Girokonto ins Depot.

Umgekehrt steht im Konsum einiges, das du auf keinem Kontoauszug in dieser Form findest. Zweipersonenhaushalte gaben 2024 im Schnitt 220 Euro im Monat für Personenkraftwagen aus, Kauf und Leasing zusammen. Das ist ein Durchschnitt über alle Haushalte, auch über die vielen, die in dem Jahr weder ein Auto gekauft noch geleast haben. Ähnlich ist es mit den 140 Euro für Pauschalreisen. Und eine Zeile mit dem Namen Versicherungs- und Finanzdienstleistungen gibt es im Konsum zwar, sie lag 2024 aber bei 6 Euro im Monat. Die Beiträge für Kfz-, Hausrat- oder Zusatzversicherungen führt Destatis an anderer Stelle.

Eigentum

Warum im Durchschnitt eine Miete steckt, die Eigentümer nie überweisen

Für Haushalte im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung setzt Destatis eine gedachte Miete an, den Mietwert für Eigentum. Er soll der Miete einer vergleichbaren Wohnung nach Größe und Ausstattung entsprechen, abzüglich der laufenden Kosten für ihren Erhalt. Dieser Wert steht im Konsum bei den Ausgaben für Miete, und auf der Einnahmenseite zählt er zum Einkommen aus Vermögen. Ohne ihn sähe ein Haushalt im abbezahlten Eigenheim so aus, als wohne er umsonst.

Für den Vergleich mit dem eigenen Konto hat das zwei Folgen. Die Rate für den Immobilienkredit taucht im Konsum gar nicht auf, weder der Zins noch die Tilgung, beides gehört zu den anderen Ausgaben. Und die 944 Euro für Miete und Ähnliches im Durchschnitt enthalten für rund 16 Millionen Eigentümer-Haushalte einen Betrag, den niemand überwiesen hat. Wer als Eigentümer seine Kreditrate neben diese Zeile legt, vergleicht zwei verschiedene Dinge.

Wie groß der Unterschied ausfällt, zeigen die LWR 2022, die Mieter und Eigentümer getrennt ausweisen. Eigentümer-Haushalte hatten 3.687 Euro Konsum und 3.520 Euro andere Ausgaben im Monat. Bei Mieter-Haushalten, zu denen Destatis auch mietfreie Haushalte zählt, waren es 2.096 Euro Konsum und 1.508 Euro andere Ausgaben. Eigentümer hatten allerdings auch mehr Geld zur Verfügung, 5.458 Euro netto im Monat gegen 2.808 Euro, ein Teil des Abstands kommt also vom Einkommen und nicht vom Wohnen.

Ausgaben insgesamt

Wie groß der Rest ist, Konsum gegen Gesamtausgaben

Wie viel neben dem Konsum abgeht, rechnet Destatis in den LWR ebenfalls aus, zuletzt veröffentlicht für 2022 im Statistischen Bericht zu Einkommen, Einnahmen und Ausgaben. Der Bericht zu 2024 enthält bisher nur die Konsumausgaben. Die Tabelle unten stammt deshalb aus 2022, und ihre Konsumwerte liegen unter denen von 2024 weiter oben.

Ein Haushalt hatte 2022 im Schnitt ein Haushaltsbruttoeinkommen von 5.296 Euro im Monat, darin stecken Lohn, Renten, Sozialleistungen und Vermögenseinkünfte. Davon gingen 1.290 Euro an Steuern und Abgaben, also an Einkommensteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung. Zu diesen Pflichtbeiträgen zählt Destatis seit 2009 auch die Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Hinzu kamen 49 Euro Zuschüsse von Arbeitgebern und Rentenversicherung zu einer freiwilligen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung. So ergaben sich 4.056 Euro Haushaltsnettoeinkommen, und davon flossen 2.846 Euro in den Konsum.

Daneben stehen 2.456 Euro andere Ausgaben. Darunter fasst Destatis sonstige Steuern wie die Hundesteuer, freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung, Versicherungsbeiträge etwa für das Auto oder eine Zusatzkrankenversicherung, Spenden und Mitgliedsbeiträge sowie Kreditzinsen. Dazu kommen die Tilgung von Krediten und alles, was ein Haushalt als Geld- oder Sachvermögen anlegt. Wie sich die 2.456 Euro auf diese Posten verteilen, weist der Bericht nicht aus.

Konsum, andere Ausgaben sowie Steuern und Abgaben ergeben zusammen die Gesamtausgaben, 2022 waren das 6.591 Euro im Monat und damit mehr als das Doppelte des Konsums. Verbraucht hat ein Haushalt diese Summe aber nicht. Ein Teil ist Umschichtung, auf der Einnahmenseite stehen dafür 1.362 Euro aus aufgelöstem Vermögen und neu aufgenommenen Krediten. Wer Geld vom Tagesgeld in einen Fonds schiebt, löst auf der einen Seite Vermögen auf und bildet auf der anderen neues, ohne dass ein Euro den Haushalt verlässt.

Noch ein Hinweis zur Lesart. Der Durchschnitt liegt beim Konsum über dem Median, also dem Wert, bei dem die eine Hälfte der Haushalte darunter und die andere darüber liegt. Für 2022 nennt Destatis 2.846 Euro als Durchschnitt und 2.376 Euro als Median. Was daraus für den eigenen Vergleich folgt, gehört zur Methode und steht im Vergleichsartikel.

Einkommen, Einnahmen und Ausgaben je Haushalt und Monat in Euro, Deutschland, 2022.

Alle Haushalte1 Person2 Personen3 Personen4 Personen5 und mehr
Haushaltsbruttoeinkommen5.2963.1645.9307.4388.8479.051
Steuern und Abgaben1.2907511.3581.9392.3942.227
Zuschüsse zur freiwilligen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung49264969116(104)
Haushaltsnettoeinkommen4.0562.4394.6215.5696.5696.928
Private Konsumausgaben2.8461.8333.2393.7604.3224.632
Andere Ausgaben2.4561.4702.8533.0624.3543.769
Gesamtausgaben6.5914.0547.4508.76111.07110.628
Zum Vergleich, Einnahmen aus aufgelöstem Vermögen und Krediten1.3629141.4961.5002.658(1.746)
Haushaltsnettoeinkommen ist brutto minus Steuern und Abgaben plus Zuschüsse, also die Zuschüsse der Arbeitgeber und der Rentenversicherung zusammen. Bei drei und vier Personen weist Destatis den Zuschuss der Rentenversicherung wegen zu weniger Fälle nicht aus. Die Gesamtausgaben sind Konsum, andere Ausgaben sowie Steuern und Abgaben zusammen. Wegen Rundung weichen einzelne Spalten um bis zu einen Euro ab. Werte in Klammern beruhen auf 25 bis unter 100 Haushalten und sind statistisch unsicher.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Laufende Wirtschaftsrechnungen 2022, Statistischer Bericht vom 28.11.2023, Tabelle 63121-02

Praxisbeispiel

Nina und Ole, 4.283 Euro auf dem Auszug und trotzdem unter dem Schnitt

Nina und Ole, beide 34, wohnen zur Miete in einer Großstadt, haben keine Kinder und bekommen zusammen 4.400 Euro netto im Monat. Im Mai gehen von ihren Girokonten 4.283 Euro ab. Ole hat die 3.721 Euro aus der Destatis-Tabelle gesehen und schließt daraus, dass die beiden 562 Euro mehr ausgeben als ein durchschnittlicher Zweipersonenhaushalt.

Sortiert man die Abbuchungen nach der Abgrenzung von Destatis, kippt das Bild. Konsum im Sinne der Statistik sind 2.880 Euro, das sind 841 Euro weniger als der Durchschnitt. Die übrigen 1.403 Euro zählt Destatis zu den anderen Ausgaben. Davon bleiben 1.085 Euro bei den beiden, als Sparplan, als Tagesgeld oder als Tilgung, die ihre Schulden senkt. Weg sind nur 318 Euro, nämlich die Versicherungen, die Kreditzinsen und die Spende.

Dass ihr Konsum unter dem Schnitt liegt, hat noch einen zweiten Grund. Im Mai haben die beiden weder ein Auto gekauft noch eine Reise gebucht, im Durchschnitt der Zweipersonenhaushalte stecken dafür aber 220 Euro für Autos und 140 Euro für Pauschalreisen im Monat. Bei Nina und Ole gehört eigentlich der Gebrauchtwagen dazu, den sie vor zwei Jahren mit dem Kredit bezahlt haben. Nach der Logik der Statistik war er Konsum, als sie ihn gekauft haben, die Raten danach sind es nicht mehr.

Steuern und Sozialabgaben tauchen auf ihrem Auszug gar nicht auf, weil der Arbeitgeber sie abzieht, bevor das Gehalt kommt. Wäre einer von beiden privat krankenversichert und zahlte den Beitrag selbst vom Konto, stünde dieser Betrag auf dem Auszug, bei Destatis aber unter Steuern und Abgaben und nicht im Konsum.

Die Abbuchungen eines Monats, sortiert nach der Abgrenzung der Laufenden Wirtschaftsrechnungen.

Abbuchung im MaiEuroBei Destatis
Warmmiete mit Nebenkostenvorauszahlung1.180Konsum, Wohnen und Energie
Strom85Konsum, Wohnen und Energie
Supermarkt und Drogerie610Konsum
Tanken und Parken165Konsum, Verkehr
Handy und Internet75Konsum, Information und Kommunikation
Restaurants, Kino, Hobbys480Konsum
Kleidung, Haushalt, Sonstiges285Konsum
Konsum zusammen2.880vergleichbar mit 3.721 Euro
Kfz-, Haftpflicht- und Hausratversicherung85andere Ausgaben, Versicherung
Berufsunfähigkeitsversicherung, zwei Verträge148andere Ausgaben, Versicherung
Autokredit, Zinsanteil der Rate55andere Ausgaben, Kreditzinsen
Autokredit, Tilgungsanteil der Rate285andere Ausgaben, Tilgung
ETF-Sparpläne400andere Ausgaben, Geldvermögen
Dauerauftrag aufs Tagesgeld400andere Ausgaben, Geldvermögen
Spenden30andere Ausgaben, Übertragung
Alle Abbuchungen zusammen4.283davon 1.403 außerhalb des Konsums

Quelle: Eigene Beispielrechnung, Beträge ausgedacht. Zuordnung nach dem Destatis-Glossar zu den privaten Konsumausgaben und dem Glossar des Statistischen Berichts LWR 2022.

Häufige Fehler

Fünf Fehler beim Vergleich mit dem Durchschnitt

Der Durchschnitt von Destatis ist eine saubere Zahl. Schief wird es, wenn man ihn neben den eigenen Kontoauszug legt, ohne beide vorher auf dieselbe Abgrenzung zu bringen. Jeder dieser Fehler führt zu einer falschen Entscheidung, meistens zum Sparen an der falschen Stelle.

Die häufigsten Verwechslungen:

  • Alle Abbuchungen für Konsum halten. Sparraten, Tilgung und Versicherungen stehen bei Destatis in einer anderen Spalte. Wer sie mitzählt, hält seinen Alltag für teurer, als er ist, und kürzt womöglich ausgerechnet die Sparrate.
  • Durchläufe doppelt zählen. Die Sammelabbuchung der Kreditkarte oder die PayPal-Lastschrift sehen auf dem Auszug wie eigene Ausgaben aus, obwohl die Käufe dahinter schon gezählt sind. Wie du solche Fälle erkennst, steht im Artikel über doppelt gezählte Umbuchungen.
  • Einen einzelnen Monat gegen den Durchschnitt halten. Im Durchschnitt stecken Anteile für Autokauf, Pauschalreisen und Möbel, die bei dir in einem Monat auf einmal oder gar nicht anfallen. Ein ruhiger Monat lässt dich zu günstig aussehen, der Monat mit der Nebenkostennachzahlung zu teuer.
  • Als Eigentümer die Kreditrate mit der Mietzeile vergleichen. Im Durchschnitt steckt für Eigentümer eine gedachte Miete, die Rate selbst gehört zu den anderen Ausgaben.
  • Den Durchschnitt für eine Zielmarke halten. 3.721 Euro für zwei Personen sind weder ein Budget noch eine Obergrenze. Der Wert beschreibt, was Haushalte ausgeben, und in ihm stecken Haushalte mit ganz anderem Einkommen als deinem.
Erst sortieren, dann vergleichen. Ein Kontoauszug und eine Konsumstatistik zählen verschiedene Dinge.

Entscheidungshilfe

Welche Zahl du neben welche Frage legst

Bevor du deine Ausgaben neben eine Statistik legst, sortiere die Abbuchungen eines Monats in drei Gruppen. In die erste kommt der Konsum, also alles, was du kaufst und verbrauchst. In die zweite die Kosten außerhalb des Konsums, also Versicherungen, Kreditzinsen und Spenden. In die dritte das Geld, das bei dir bleibt, also Sparraten, Überträge aufs Tagesgeld und Tilgung. Nur die erste Gruppe gehört neben die Destatis-Tabelle.

Für eine schnelle Schätzung, was dein Alltag nach Haushaltstyp und Region etwa kostet, gibt es den Lebenshaltungskosten-Rechner. Er ersetzt den Blick in die eigenen Buchungen nicht, er gibt dir eine Spanne, gegen die du sie halten kannst.

Zwei Grenzen hat jeder Vergleich mit dieser Statistik. Haushalte von Selbstständigen fehlen in den LWR, wer selbstständig ist, findet sich in keiner Zeile wieder. Und die Zahlen zeigen, was Haushalte im Schnitt ausgeben, nicht, was angemessen wäre. Ob ein Versicherungstarif zu teuer ist oder ein Kredit umgeschuldet werden sollte, beantwortet keine Statistik, dafür brauchst du einen Vergleich der Angebote oder eine unabhängige Beratung, etwa bei der Verbraucherzentrale.

So ordnest du dein Ergebnis ein:

  • Liegt deine erste Gruppe über mehrere Monate deutlich über der Zeile deiner Haushaltsgröße, sieh zuerst beim Wohnen und beim Verkehr nach. Diese beiden Blöcke machen zusammen rund die Hälfte des Durchschnitts aus.
  • Ist die zweite Gruppe groß, ist das eine Frage an deine Verträge und nicht an deinen Alltag. Prüfe Tarife und Kreditzinsen, bevor du beim Einkauf sparst.
  • Ist die dritte Gruppe groß, hast du kein Ausgabenproblem, diese Euro bleiben dir. Fehlt trotzdem am Monatsende Geld, lege die Sparrate als festen Betrag fest und plane den Alltag mit dem, was danach übrig ist. Wo du im Alltag ansetzen kannst, steht unter Ausgaben reduzieren.
  • Reichen die Einnahmen über Monate nicht für Konsum, Raten und Versicherungen zusammen, wende dich an eine anerkannte Schuldnerberatung, bevor eine Rate platzt.

Häufige Fragen

Wie viel gibt ein Haushalt in Deutschland im Monat aus?
Für den Konsum im Schnitt 3.257 Euro im Monat, so die Laufenden Wirtschaftsrechnungen 2024 des Statistischen Bundesamts. Darin fehlen Steuern, Sozialabgaben, Versicherungsbeiträge, Kreditraten und Sparraten. Mit allem zusammen kam ein Haushalt 2022, dem letzten Jahr mit vollständiger Rechnung, auf Gesamtausgaben von 6.591 Euro im Monat. Ein Teil davon ist allerdings nur umgeschichtetes Vermögen.
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten für 2 Personen?
Ein Zweipersonenhaushalt gab 2024 im Schnitt 3.721 Euro im Monat für Konsum aus, ein Paar ohne Kind 3.885 Euro. Der größte Block ist das Wohnen mit Energie und Instandhaltung, bei zwei Personen 1.312 Euro. Versicherungen, Kreditraten und Sparraten kommen auf dem Kontoauszug noch dazu.
Zählen Versicherungen zu den Konsumausgaben?
Nein. Beiträge etwa für das Auto, die Haftpflicht oder eine Zusatzkrankenversicherung führt Destatis unter den anderen Ausgaben. Die Pflichtbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, seit 2009 auch die zur privaten, zählen zu den Steuern und Abgaben. Im Konsum steht nur eine kleine Zeile für Versicherungs- und Finanzdienstleistungen, 2024 im Schnitt 6 Euro im Monat.
Warum zeigt mein Kontoauszug mehr als der Durchschnitt?
Weil auf dem Auszug alles abgeht, auch Sparraten, Überträge aufs Tagesgeld, die Tilgung von Krediten und Versicherungsbeiträge. Destatis zählt nichts davon zum Konsum. Erst wenn du diese Posten heraussortierst, vergleichst du dasselbe wie die Statistik.
Wie aktuell sind die Destatis-Zahlen?
Die Konsumausgaben nach Haushaltsgröße stammen aus den Laufenden Wirtschaftsrechnungen 2024, veröffentlicht am 17. August 2026. Die Gegenüberstellung mit Einkommen, Steuern und anderen Ausgaben stammt aus den Laufenden Wirtschaftsrechnungen 2022. Alle Werte sind Euro des jeweiligen Erhebungsjahres.

Quellen & weiterführende Links

  1. Statistisches Bundesamt, Konsumausgaben privater Haushalte nach Haushaltsgröße 2024 (LWR)
  2. Statistisches Bundesamt, Private Konsumausgaben nach der Haushaltsgröße (LWR 2024 und EVS 2023)
  3. Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Laufende Wirtschaftsrechnungen 2024 (Tabellen 63111-01, 63111-04, 63111-b01)
  4. Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Laufende Wirtschaftsrechnungen, Einkommen, Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte 2022 (Tabellen 63121-02, 63121-07, 63121-09, Glossar)
  5. Statistisches Bundesamt, Glossar, Private Konsumausgaben
  6. Statistisches Bundesamt, Laufende Wirtschaftsrechnungen, Methode
  7. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 290 vom 17. August 2026

Zur Entstehung dieses Artikels

Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Quellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft.

Nächster Schritt

Konsum und andere Ausgaben in eigenen Kategorien trennen

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