Warum dein Kontostand nicht zeigt, was du ausgeben kannst
Im Online-Banking stehen meist zwei Beträge untereinander, der Kontostand und der verfügbare Betrag. Der eine zählt oft nur, was schon gebucht ist, der andere enthält häufig den Dispo, also Geld, das dir die Bank leiht. Was du bis zum nächsten Gehalt wirklich ausgeben kannst, zeigt keiner von beiden. An einem Monat, Tag für Tag nachgerechnet, siehst du, woraus sich die Zahlen zusammensetzen und wie du die dritte selbst ausrechnest.
Grundlage
Was bedeutet verfügbarer Betrag, und was zeigt der Kontostand?
Der verfügbare Betrag ist das, worüber du in diesem Moment noch verfügen kannst, ohne den vereinbarten Rahmen zu überschreiten, also der Kontostand minus vorgemerkte Kartenzahlungen und, je nach Bank, plus dein eingeräumter Dispo. Der Kontostand ist die Summe aller Umsätze, die deine Bank schon gebucht hat. Zwei Dinge ziehen die beiden in entgegengesetzte Richtungen auseinander. Kartenzahlungen, die schon reserviert, aber noch nicht gebucht sind, machen den verfügbaren Betrag kleiner. Ein eingeräumter Dispo macht ihn größer.
Den zweiten Teil rechnet die Commerzbank in ihrem Dispo-Ratgeber an einem Beispiel vor. Wer 1.000 Euro auf dem Konto hat und einen Dispo von 1.500 Euro, kann über insgesamt 2.500 Euro verfügen. Die Rechnung stimmt, nur gehören 1.500 dieser 2.500 Euro der Bank. Sie leiht dir das Geld, sobald eine Abbuchung dein Guthaben übersteigt, ohne dass du etwas beantragen musst, und berechnet Zinsen für jeden Tag im Minus.
Beide Zahlen zeigen nicht die, nach der die meisten eigentlich fragen. Wie viel kannst du bis zum nächsten Gehalt ausgeben, ohne dass am Monatsende ein Minus steht oder die Kreditkarte einen Teil des nächsten Gehalts verbraucht? Diese Zahl kann keine Bank vollständig anzeigen. Manche zeigen zwar eine Vorschau mit anstehenden Lastschriften und Daueraufträgen. Eine Lastschrift, die der Zahlungsempfänger noch nicht eingereicht hat, kennt aber auch diese Vorschau nicht, und Käufe mit einer Kreditkarte von einer anderen Bank tauchen dort gar nicht auf. Die Zahl heißt hier „wirklich frei“, und du rechnest sie mit vier Angaben selbst aus.
Was in welcher der drei Zahlen steckt, für ein Girokonto mit eingeräumtem Dispo.
| Kontostand | Verfügbarer Betrag | Wirklich frei | |
|---|---|---|---|
| Gebuchte Umsätze | enthalten | enthalten | enthalten |
| Vorgemerkte Kartenzahlungen | je nach Bank abgezogen | abgezogen | abgezogen |
| Eingeräumter Dispo | nicht enthalten | je nach Bank dazugerechnet | nicht enthalten |
| Noch fällige Lastschriften und Daueraufträge | nicht abgezogen | nicht abgezogen | abgezogen |
| Offene Umsätze der Kreditkarte | nicht abgezogen | nicht abgezogen | abgezogen |
| Wer die Zahl ausrechnet | die Bank | die Bank | du |
Online-Banking-Limit
Was bedeutet „online verfügbarer Betrag“?
Der online verfügbare Betrag zeigt, wie viel du gerade noch per Online-Banking überweisen kannst, und das ist etwas anderes als dein Guthaben. Die Bank „meine Volksbank Raiffeisenbank“ schreibt in ihrer Hilfe zum Online-Banking, dieser Betrag stehe über der Überweisungsvorlage und zeige, wie viel du maximal überweisen kannst. Die Grenze ist meistens das Überweisungslimit, ein Höchstbetrag meist pro Tag, den du mit deiner Bank festlegst. Die GLS Bank nennt es Online-Verfügungsrahmen, eine Sicherheitsgrenze, die auch Tippfehler abfängt.
Mit 5.000 Euro Guthaben und einem Tageslimit von 2.000 Euro kannst du heute online höchstens 2.000 Euro überweisen. Umgekehrt hilft ein hohes Limit nichts, wenn das Konto leer und der Dispo ausgeschöpft ist. Für Kartenzahlungen gelten eigene Kartenlimits, und Lastschriften zählen nach Angaben der GLS Bank nicht zum Online-Limit, terminierte Überweisungen schon.
Steht „Inland“ dahinter, gilt die Zahl für die gewöhnliche Überweisung. Für Auslandsaufträge und bei manchen Banken auch für Euro-Überweisungen ins EU-Ausland gibt es eigene Limits, oft niedrigere. Die Sparda-Bank Hannover stellt als Standard 5.000 Euro für Online-Überweisungen ein und je 1.000 Euro für Euro-Überweisungen und Auslandsaufträge.
Dein Limit änderst du meist selbst im Online-Banking. Bei der Volksbank Mittelhessen liegt die Funktion unter „Service & Mehrwerte“, reicht bis 50.000 Euro und gilt sofort, bei der Sparda-Bank Hannover kommst du auch über „Limit ändern“ unten links in der Überweisungsmaske hin. Die Sparda-Bank Südwest rät, es so niedrig wie möglich zu halten und nur bei Bedarf zu erhöhen.
Zeigt er 0,00 Euro oder lehnt die Bank eine Überweisung ab, liegt es meist an einem dieser Punkte:
- Dein Limit ist für heute aufgebraucht, auch eine terminierte Überweisung zählt mit.
- Die Überweisungsart ist nicht freigeschaltet. Bei der Volksbank Mittelhessen aktivierst du den Auslandsauftrag erst im Online-Banking.
- Dein Konto ist nicht gedeckt, der Dispo ausgeschöpft oder das Konto gesperrt. Auch diese Gründe nennt die Bank „meine Volksbank Raiffeisenbank“.
Vorgemerkte Umsätze
Sind vorgemerkte Umsätze schon abgezogen?
Vom verfügbaren Betrag ist eine vorgemerkte Kartenzahlung schon abgezogen, vom Kontostand oft noch nicht, denn viele Banken zählen dort nur gebuchte Umsätze. Es gibt Ausnahmen. Die ING rechnet vorgemerkte Umsätze laut ihrer Hilfe schon in den Kontostand ein. Und eine vorgemerkte Lastschrift, die vor ihrem Fälligkeitstag im Online-Banking steht, ändert den verfügbaren Betrag nach Angaben der Sparkasse Witten noch nicht. Sie soll dir nur zeigen, was ansteht, damit du rechtzeitig für Deckung sorgen kannst. Bei jeder Kartenzahlung fragt das Terminal bei deiner Bank an, ob das Konto gedeckt ist. Die ING nennt das eine Dispositionsanfrage. Ist genug da, reserviert die Bank den Betrag für den Händler, und im Online-Banking erscheint er als vorgemerkter Umsatz. Abgebucht ist er damit noch nicht, im verfügbaren Betrag fehlt er aber schon. Die Vormerkung verschwindet, sobald der Umsatz gebucht ist. Bei der ING geschieht das sonst nach vier bis sieben Tagen oder zu einem Termin, den der Händler festlegt, etwa beim Mietwagen.
Am deutlichsten wird die Reservierung, wenn der Endbetrag beim Bezahlen noch offen ist. Für solche Sperren regelt § 675t Absatz 4 BGB, dass die Bank bei einer Kartenzahlung einen Betrag auf deinem Konto nur sperren darf, wenn du der genauen Höhe der Sperre zugestimmt hast. Freigeben muss sie ihn unverzüglich, sobald ihr der genaue Zahlungsbetrag mitgeteilt ist oder der Zahlungsauftrag vorliegt. Genau das passiert am Tankautomaten. Die ING beschreibt den Fall mit 90 Euro, die vor dem Tanken reserviert werden, während die Füllung am Ende 50 Euro kostet. Gebucht werden die 50 Euro, die übrigen 40 Euro sind danach wieder verfügbar.
Größer werden die Beträge bei Kautionen. Hotels und Autovermieter lassen sich eine Kaution über die Karte hinterlegen, beim Mietwagen wird der Betrag für die Mietdauer geblockt, nach Angaben der Verbraucherzentrale je nach Vermieter zwischen 250 und 3.000 Euro. Hinterlegst du die Kaution mit einer Debitkarte, also der Karte, die direkt am Girokonto hängt, ist der Betrag nach Auskunft der ING auf dem Girokonto geblockt und für andere Zahlungen nicht mehr verfügbar. Bei einer Kreditkarte mit eigenem Verfügungsrahmen trifft die Sperre diesen Rahmen.
Die Vormerkung ist also ein Zwischenstand. Der gebuchte Betrag kann davon abweichen, am Tankautomaten nach unten, bei fremder Währung wegen der Umrechnung. Und eine Vormerkung, die ohne Buchung verschwindet, ist nicht zwingend erledigt, die ING rät, danach nachzusehen, ob doch noch abgebucht wurde.
Wertstellung
Buchungstag und Wertstellung, zwei Daten für denselben Umsatz
Zu jedem Umsatz gehören zwei Daten. Der Buchungstag ist der Tag, an dem die Bank den Umsatz in dein Konto einträgt. Die Wertstellung, auch Valuta genannt, ist nach § 675t BGB der Zeitpunkt, den die Bank der Berechnung der Zinsen zugrunde legt. Für die Frage, ob und wie lange du im Dispo warst, zählt deshalb die Wertstellung und nicht der Buchungstag.
§ 675t BGB legt außerdem fest, in welche Richtung die beiden Daten höchstens auseinanderliegen dürfen, und beide Grenzen schützen dich. Ein Zahlungseingang wie dein Gehalt muss spätestens mit dem Geschäftstag wertgestellt werden, an dem das Geld bei deiner Bank eingeht, auch wenn die Gutschrift erst später erfolgt, und die Bank muss es dir unverzüglich verfügbar machen. Eine Abbuchung darf frühestens mit dem Tag wertgestellt werden, an dem dein Konto tatsächlich belastet wird. Für die Dispozinsen heißt das, ein Minus gilt ab dem Tag als ausgeglichen, an dem das Gehalt wertgestellt ist, sofern es das Minus deckt. Diese Regeln gelten für Zahlungen in Euro und in anderen Währungen des Europäischen Wirtschaftsraums.
Wichtig wird der Zeitpunkt, wenn du Geld vom Tagesgeld aufs Girokonto schiebst, um eine Abbuchung zu decken. Eine gewöhnliche Online-Überweisung muss nach § 675s BGB spätestens am Ende des folgenden Geschäftstags bei der Empfängerbank sein, eine Überweisung auf Papier darf einen Geschäftstag länger brauchen. Eine Lastschrift wird dagegen an ihrem Fälligkeitstag verrechnet. Eine Echtzeitüberweisung ist nach Angaben der Bundesbank in der Regel in höchstens zehn Sekunden da, auch am Wochenende. Seit dem 9. Oktober 2025 müssen alle Banken im Euroraum, die Überweisungen in Euro anbieten, sie auch zum Senden anbieten, und sie darf nicht mehr kosten als eine vergleichbare normale Überweisung.
Dispo
Der Dispo im verfügbaren Betrag ist ein Kredit mit Tageszins
Der Dispo heißt im Gesetz eingeräumte Überziehungsmöglichkeit, und er ist ein Kredit. Die ING schreibt es bei ihrem Girokonto offen dazu, sie leihe dir Geld und prüfe deshalb deine Kreditwürdigkeit. Du nimmst den Dispo automatisch in Anspruch, sobald eine Abbuchung dein Guthaben übersteigt, und jeder Zahlungseingang wird mit dem Minus verrechnet. Zinsen fallen nur für den Betrag und die Tage an, um die das Konto im Minus steht.
Wie teuer das im Schnitt ist, zeigt die Zinsstatistik der Bundesbank. Für Überziehungskredite und ähnliche Kreditlinien an private Haushalte, eingeräumte Dispos und geduldete Überziehungen zusammen, lag der durchschnittliche Zins im Juli 2026 bei 9,40 Prozent im Jahr, einem vorläufigen Wert. Ein Minus von 1.000 Euro kostet damit rund 94 Euro, wenn es ein ganzes Jahr stehen bleibt. Geht eine Abbuchung über den vereinbarten Rahmen hinaus, spricht man von geduldeter Überziehung, und dafür verlangt zum Beispiel die Commerzbank nach eigenen Angaben noch höhere Zinsen als für den Dispo.
Reicht auch der Rahmen nicht, kann die Bank eine Lastschrift ablehnen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale darf sie dir für die Rückbuchung seit dem 13. Januar 2018 ein Entgelt berechnen, das sich an ihren tatsächlichen Kosten orientieren muss. Die Forderung des Stromanbieters oder Vermieters bleibt dabei bestehen, denn die Lastschrift war nur der Weg, auf dem er sein Geld holen wollte.
Für den Dauerfall gibt es eine eigene Regel. Nutzt du deinen Dispo sechs Monate ohne Unterbrechung und im Schnitt zu mehr als 75 Prozent des vereinbarten Rahmens, muss dir die Bank nach § 504a BGB eine Beratung anbieten, in Textform und auf dem Weg, auf dem sie sonst mit dir in Kontakt ist. Darin geht es um günstigere Alternativen zum Dispo und um die Folgen, wenn es so weitergeht. Für eine geduldete Überziehung ohne eingeräumten Dispo gilt nach § 505 BGB eine ähnliche Pflicht mit anderen Schwellen. Der Zweck ist, dass ein Kredit, der für ein paar Tage gedacht ist, nicht unbemerkt zum Dauerkredit zum Dispozins wird.
Kreditkarte
Mit der Kreditkarte ist das Geld weg, bevor das Girokonto es merkt
Bei einer klassischen Kreditkarte mit monatlicher Abrechnung werden die Zahlungen nach der Beschreibung der Verbraucherzentrale zeitversetzt und gesammelt am Monatsende vom Girokonto abgebucht. Die Bundesbank nennt diese Phase in ihrer Zinsstatistik eine Stundung. Die Kartenbank sammelt deine Käufe über die Abrechnungsperiode, du zahlst sie am Stück zum Abrechnungstermin, und für die Zeit dazwischen fallen üblicherweise keine Zinsen an. Den genauen Abrechnungs- und Einzugstag legt die Kartenbank fest.
Für die Frage, was frei ist, zählt deshalb der Tag des Kaufs. Wer am 12. Oktober für 120 Euro online bestellt, hat die 120 Euro an diesem Tag ausgegeben, auch wenn das Girokonto sie erst im November sieht. Die Abbuchung der Septemberrechnung im Oktober begleicht dagegen nur, was im September schon ausgegeben war. Warum dieselbe Sammelabbuchung im Haushaltsbuch nicht ein zweites Mal als Ausgabe zählen darf, steht im Artikel über doppelt gezählte Umbuchungen.
Die zinsfreie Stundung gibt es nur bei der Karte mit monatlicher Abrechnung. Eine Debitkarte belastet das Girokonto nach Angaben der Verbraucherzentrale sofort. Das gilt auch für Debitkarten mit Visa-Logo, der Kauf erscheint sofort als Vormerkung. Teuer wird es bei Karten, bei denen du die Abrechnung nicht vollständig begleichen musst. Bleibt nach dem Termin ein Rest auf dem Kartenkonto stehen, wird aus der Stundung nach der Definition der Bundesbank ein echter Kreditkartenkredit mit Sollzins, häufig mit einer Mindestrate im Monat. Der lag im Juli 2026 im Schnitt bei 17,38 Prozent im Jahr, ebenfalls ein vorläufiger Wert, und damit fast doppelt so hoch wie der Zins für den Dispo.
Praxisbeispiel
Thomas’ Geldfluss im Oktober, Tag für Tag nachgerechnet
Thomas verdient 2.800 Euro netto, das Gehalt kommt am Monatsersten. Sein Girokonto hat einen Dispo von 1.000 Euro. Dazu hat er eine Kreditkarte, deren Abrechnungszeitraum am Monatsende endet. Die Kartenbank zieht die Summe am 5. des Folgemonats vom Girokonto ein. Ende September stehen 140 Euro auf dem Konto, und auf der Kreditkarte sind aus dem September 310 Euro offen.
Im Oktober sind sechs feste Abbuchungen fällig. Am Ersten gehen per Dauerauftrag 850 Euro Miete und 200 Euro Sparrate aufs Tagesgeld ab. Am 10. zieht der Stromanbieter 95 Euro ein. Am 15. folgen die Versicherungen mit 120 Euro und der Vertrag für Handy und Internet mit 45 Euro. Am 20. kommt der Jahresbeitrag der Kfz-Versicherung über 420 Euro, eine Abbuchung, die es nur einmal im Jahr gibt.
Die Tabelle zeigt sechs Werte an elf Tagen. Kontostand, Vormerkungen und verfügbaren Betrag sieht Thomas im Online-Banking. Die übrigen drei Spalten führt er selbst, und die letzte ergibt sich aus dem Kontostand minus Vormerkungen, minus noch fällige Abbuchungen, minus offene Kreditkarte. Kleinere Kartenzahlungen zwischen den Zeilen sind in den Kontoständen enthalten, stehen aber nicht einzeln da.
Am Ersten zeigt das Konto 1.890 Euro und die Bank 2.890 Euro verfügbar, wirklich frei sind 900 Euro für den ganzen Monat. Am 5. fällt der Kontostand an einem Tag um 372,40 Euro, weil der Wocheneinkauf gebucht und die Septemberrechnung der Kreditkarte eingezogen wird. Frei ist danach genau so viel wie vorher, denn beides war schon ausgegeben. Am 12. ändert der Online-Kauf mit der Kreditkarte am Kontostand nichts und nimmt trotzdem 120 Euro vom freien Betrag. Dass die letzte Spalte an diesem Tag nur um 88 Euro sinkt, liegt am Tankautomaten, dessen Reservierung von 90 Euro durch die echte Füllung für 58 Euro ersetzt wird.
Am 20. zieht die Kfz-Versicherung 420 Euro ab. Thomas hat sie seit dem Ersten eingerechnet, deshalb sinkt die letzte Spalte seit dem 15. nur um die 118 Euro für kleine Einkäufe. Am 27. geht die Waschmaschine kaputt, die neue kostet 449 Euro. Nach dem Kauf zeigt das Online-Banking noch 838 Euro verfügbar, und der Kontostand steht bis zur Buchung am nächsten Tag sogar bei 287 Euro. Wirklich frei sind in diesem Moment minus 371 Euro.
Ab dem 28. steht das Konto im Minus, am Monatsende bei 220 Euro. Die Zinsen dafür sind klein, denn das Novembergehalt ist am Ersten wertgestellt und gleicht das Minus ab diesem Tag aus. Mit dem Durchschnittszins von 9,40 Prozent kosten die vier Tage zusammen rund 18 Cent. Das Risiko liegt woanders. Thomas beginnt den November mit 220 Euro weniger, und am 5. kommen die 209 Euro der Kreditkarte aus dem Oktober dazu, bevor er irgendetwas gekauft hat. Ohne die Waschmaschine wäre der Oktober mit 20 Euro Rest aufgegangen. Und hätte Thomas am 27. die 200 Euro Sparrate per Echtzeitüberweisung vom Tagesgeld zurückgeholt, wäre das Girokonto erst am Monatsletzten und nur um 20 Euro ins Minus gerutscht. Wiederholt sich so ein Monat ohne Gegenmaßnahme, rutscht er jedes Mal früher in den Dispo.
Alle Beträge in Euro, Stand am Ende des jeweiligen Tages. Verfügbar laut Bank ist Kontostand minus Vormerkung plus 1.000 Euro Dispo. Wirklich frei ist Kontostand minus Vormerkung minus noch fällige Abbuchungen im Oktober minus offene Kreditkarte.
| Tag und Ereignis | Kontostand | vorgemerkt | verfügbar laut Bank | noch fällig | Kreditkarte offen | wirklich frei |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.10. Gehalt, Miete, Sparrate | 1.890,00 | 0,00 | 2.890,00 | 680,00 | 310,00 | 900,00 |
| 03.10. Wocheneinkauf mit Debitkarte, 62,40 | 1.890,00 | 62,40 | 2.827,60 | 680,00 | 310,00 | 837,60 |
| 05.10. Einkauf gebucht, Kreditkarte September eingezogen | 1.517,60 | 0,00 | 2.517,60 | 680,00 | 0,00 | 837,60 |
| 10.10. Strom, Tankautomat reserviert 90 | 1.275,00 | 90,00 | 2.185,00 | 585,00 | 0,00 | 600,00 |
| 12.10. Tankfüllung 58 gebucht, Online-Kauf mit Kreditkarte 120 | 1.217,00 | 0,00 | 2.217,00 | 585,00 | 120,00 | 512,00 |
| 15.10. Versicherungen, Handy und Internet | 956,00 | 0,00 | 1.956,00 | 420,00 | 120,00 | 416,00 |
| 20.10. Kfz-Versicherung, Jahresbeitrag 420 | 418,00 | 0,00 | 1.418,00 | 0,00 | 120,00 | 298,00 |
| 22.10. Zugtickets mit Kreditkarte, 89 | 418,00 | 0,00 | 1.418,00 | 0,00 | 209,00 | 209,00 |
| 27.10. Waschmaschine mit Debitkarte, 449 | 287,00 | 449,00 | 838,00 | 0,00 | 209,00 | -371,00 |
| 28.10. Waschmaschine gebucht | -162,00 | 0,00 | 838,00 | 0,00 | 209,00 | -371,00 |
| 31.10. Monatsende | -220,00 | 0,00 | 780,00 | 0,00 | 209,00 | -429,00 |
Quelle: Eigene Beispielrechnung, Beträge ausgedacht
Häufige Fehler
Fünf Fehler, die aus dem Kontostand eine falsche Zahl machen
Die Zahlen im Online-Banking stimmen. Schief wird es, wenn man sie für eine Frage benutzt, die sie nicht beantworten, und jede dieser Verwechslungen hat einen Preis.
Die fünf Verwechslungen:
- Den verfügbaren Betrag für eigenes Geld halten. Bei eingeräumtem Dispo steckt je nach Bank der ganze Rahmen darin. Wer danach einkauft, merkt den Kredit erst an der nächsten Zinsabrechnung.
- Eine große Vormerkung für die endgültige Abbuchung halten. Am Tankautomaten und bei Kautionen wird oft mehr reserviert, als am Ende gebucht wird. Beanstanden kannst du eine Vormerkung ohnehin nicht, nach Auskunft der ING geht das erst, wenn der Umsatz gebucht ist.
- Die Kreditkarte im Monat der Abbuchung einrechnen. Dann wirkt der Kontostand in den Tagen vor dem Einzug freier, als er ist, und der Monat mit dem Einzug schlechter, als er war.
- Jahreszahlungen vergessen. Kfz-Versicherung, Jahresbeiträge und Jahreslizenzen stehen nur in einem Monat auf dem Konto. Wer sie nicht zu den noch fälligen Abbuchungen schreibt, hält im Monat davor zu viel für frei. Dabei muss der Zahlungsempfänger jede SEPA-Lastschrift vorher mit Fälligkeitsdatum und genauem Betrag ankündigen, nach den Erläuterungen der Bundesbank mindestens 14 Kalendertage vor Fälligkeit, sofern nichts anderes vereinbart ist. Oft steckt diese Ankündigung schon in der Rechnung, der Police oder dem Vertrag.
- Das Tagesgeld zu spät anzapfen. Eine normale Überweisung darf bis zum Ende des folgenden Geschäftstags unterwegs sein, die Lastschrift wird am Fälligkeitstag verrechnet. Wer am Fälligkeitstag überweist, riskiert eine abgelehnte Lastschrift oder einen Tag im Dispo, es sei denn, die Echtzeitüberweisung ist möglich.
Entscheidungshilfe
Welche Zahl du für welche Frage nimmst
Jede der drei Zahlen beantwortet eine andere Frage. Wer die eigene Frage kennt, weiß, welche Zahl er ansehen muss und wann er selbst rechnen sollte.
Die eigene Rechnung braucht nur eine kurze Liste, die sich selten ändert, Thomas kam mit sechs Zeilen aus. Wie du so eine Liste mit Betrag und Abbuchungstag aufbaust, zeigt die Anleitung zum Auflisten der monatlichen Kosten. Wer die Rechnung gar nicht erst braucht, lässt die festen Kosten am Gehaltstag per Dauerauftrag auf ein eigenes Konto wandern, wie im Mehrkontenmodell. Dann kommt der Kontostand des Alltagskontos der Zahl „wirklich frei“ schon sehr nahe, nur die Kreditkarte musst du weiter selbst abziehen.
Zwei Grenzen hat die Rechnung. Sie ist nur so gut wie deine Liste, eine vergessene Jahreszahlung fehlt auch im Ergebnis. Und sie sagt dir, wie viel frei ist. Wie viel davon du im Monat ausgeben willst, ist die Frage eines Budgets. Wer seit Monaten dauerhaft im Dispo steht, dem hilft keine genauere Übersicht mehr, sondern ein Gespräch mit der Bank über das Beratungsangebot nach § 504a BGB oder mit einer anerkannten Schuldnerberatung.
So ordnest du die Zahlen zu:
- Geht diese Kartenzahlung gerade durch? Dann zählt der verfügbare Betrag, denn danach entscheidet die Bank, wenn das Terminal anfragt. Dazu kann ein Limit kommen, das für die Karte selbst gilt.
- Fallen gerade Dispozinsen an? Dann zählt der Kontostand nach Wertstellung. Steht er im Minus, zahlst du für jeden Tag.
- Was kannst du bis zum nächsten Gehalt ausgeben? Dann rechnest du selbst, Kontostand minus Vormerkungen minus noch fällige Abbuchungen minus offene Kreditkarte.
- Liegt diese letzte Zahl regelmäßig kurz vor dem Gehalt unter null? Dann ist der Ablauf das Problem. Trenne die festen Kosten auf ein eigenes Konto oder verschiebe Abbuchungstermine näher an den Gehaltstag, wo der Vertrag das zulässt.
- Stehst du seit Monaten im Dispo? Dann nimm das Beratungsangebot der Bank ernst, es geht laut Gesetz um günstigere Alternativen zum Dispo.
Häufige Fragen
- Was bedeutet „online verfügbarer Betrag (Inland)“?
- Er zeigt, wie viel du gerade noch per Online-Banking überweisen kannst. Begrenzt wird er meistens vom Überweisungslimit, einem Höchstbetrag meist pro Tag, den du im Online-Banking ändern kannst, und daneben von der Deckung deines Kontos. Der Zusatz „Inland“ heißt, dass die Zahl für die gewöhnliche Überweisung gilt. Für Auslandsaufträge gelten eigene Limits.
- Warum ist mein verfügbarer Betrag höher als der Kontostand?
- Weil deine Bank den eingeräumten Dispo dazurechnet, sofern du einen hast. Bei einem Kontostand von 1.000 Euro und einem Dispo von 1.500 Euro stehen dann 2.500 Euro als verfügbar da, so rechnet es die Commerzbank vor. Der Unterschied ist Geld, das dir die Bank leiht, mit Zinsen für jeden Tag im Minus.
- Warum ist mein verfügbarer Betrag niedriger als der Kontostand?
- Meist wegen vorgemerkter Kartenzahlungen. Die Bank hat den Betrag für den Händler reserviert, aber noch nicht gebucht. Am Tankautomaten oder bei einer Kaution ist die Reservierung oft höher als der spätere Betrag. Nach § 675t BGB muss die Bank den Rest unverzüglich freigeben, sobald ihr der genaue Betrag mitgeteilt ist.
- Was ist der Unterschied zwischen Buchungstag und Wertstellung?
- Der Buchungstag ist der Tag, an dem die Bank den Umsatz einträgt. Die Wertstellung ist der Zeitpunkt, ab dem Zinsen gerechnet werden. Nach § 675t BGB muss ein Zahlungseingang spätestens am Geschäftstag des Eingangs bei deiner Bank wertgestellt werden, eine Abbuchung frühestens am Tag der Belastung. Für Dispozinsen zählt die Wertstellung.
- Wie lange bleibt ein Umsatz vorgemerkt?
- Bis der Umsatz gebucht ist. Die ING löscht eine Vormerkung laut ihrer Hilfe sonst nach vier bis sieben Tagen oder zu einem Termin, den der Händler festlegt, etwa beim Mietwagen. Andere Banken können andere Fristen haben.
- Kann ich eine Lastschrift zurückholen, wenn mein Konto knapp ist?
- Eine SEPA-Basislastschrift kannst du nach § 675x BGB innerhalb von acht Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen zurückholen. Deine Schuld beim Zahlungsempfänger bleibt davon unberührt, er kann das Geld auf anderem Weg fordern, und bei einer berechtigten Abbuchung kann das nach Auskunft der ING teuer werden. Gegen ein knappes Konto hilft die Rückgabe deshalb nicht.
- Wie teuer ist der Dispo?
- Im Durchschnitt aller Banken lag der Zins für Überziehungskredite an private Haushalte im Juli 2026 bei 9,40 Prozent im Jahr, einem vorläufigen Wert der Bundesbank. Ein Minus von 500 Euro kostet damit knapp 4 Euro im Monat. Den Zins für dein Konto legt deine Bank selbst fest, er steht in ihren Konditionen und kann sich ändern.
Quellen & weiterführende Links
- Gesetze im Internet, § 675t BGB, Wertstellungsdatum und Verfügbarkeit von Geldbeträgen, Sperrung eines verfügbaren Geldbetrags
- Gesetze im Internet, § 675s BGB, Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge
- Gesetze im Internet, § 675x BGB, Erstattungsanspruch bei Lastschriften
- Gesetze im Internet, § 504a BGB, Beratungspflicht bei Inanspruchnahme der Überziehungsmöglichkeit
- Gesetze im Internet, § 505 BGB, Geduldete Überziehung
- Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik, Revolvierende Kredite und Überziehungskredite (SUD112) sowie echte Kreditkartenkredite (SUD132) an private Haushalte
- Deutsche Bundesbank, Fragen und Antworten zu Echtzeitüberweisungen
- Deutsche Bundesbank, SEPA, Was ist unter Vorabinformation zu verstehen?
- Verbraucherzentrale, Kreditkarte oder Debitkarte, das sind die Unterschiede
- Verbraucherzentrale, Auslandsurlaub mit dem Mietwagen
- Verbraucherzentrale, Bankgebühren, nicht alle Gebühren beim Girokonto sind zulässig
- ING, Hilfe rund um Buchungen und Umsätze
- ING, Vorgemerkte Umsätze verstehen
- ING, Fragen und Antworten zum Girokonto
- Commerzbank, Der Dispo, die wichtigsten Fakten
- meine Volksbank Raiffeisenbank, Hilfe-Center OnlineBanking, Fragen und Antworten
- Volksbank Mittelhessen, FAQ OnlineBanking, Überweisungslimit ändern
- GLS Bank, Was heißt Online-Verfügungsrahmen?
- Sparda-Bank Hannover, FAQ Online- und Mobile-Banking, Überweisungslimit
- Sparda-Bank Südwest, Überweisungslimits im Online-Banking
- Sparkasse Witten, SEPA, Vormerkungen für Lastschriften
Zur Entstehung dieses Artikels
Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Quellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft.
Nächster Schritt
Dispo-Rahmen und Kontostand im Cockpit getrennt lesen
Im Portora Cockpit trägst du beim Girokonto oder bei der Kreditkarte den Dispo-Rahmen selbst ein. Die Kontoansicht zeigt ihn getrennt vom Kontostand, mit dem Betrag, der noch frei ist, der Reichweite und den geschätzten Kosten, gerechnet mit dem Zinssatz, den du angibst. Der Dispo-Verlauf über zwölf Monate zeigt, ob aus ein paar Tagen im Minus ein Dauerzustand wird. Im Dashboard steht unter „Vermögen“ die Summe deiner Kontostände.
Konten ansehenVom Wissen in die Anwendung
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