VersicherungPortora Redaktion8 Min. Lesezeit

Versicherungen prüfen: Welche Policen du wirklich brauchst und wo du zu viel zahlst

Privathaftpflicht, Hausrat, Zahnzusatz, Handyversicherung -- im Laufe der Jahre sammeln sich Policen an, die irgendwann einmal sinnvoll erschienen. Laut <a href="https://www.gdv.de/gdv/themen/wirtschaft/fakten-zur-versicherungswirtschaft-2025-192940" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)</a> entfallen auf einen durchschnittlichen deutschen Haushalt rund 1.600 Euro Versicherungsbeiträge pro Jahr -- etwa 133 Euro im Monat. Doch nicht jede Police schützt vor einem echten Risiko. Wer seine Versicherungen einmal systematisch durchgeht, findet fast immer Policen, die überflüssig sind, und solche, bei denen ein besserer Tarif möglich wäre.

Das Wichtigste in Kürze

  • Versichere existenzielle Risiken zuerst -- kleine Schäden kannst du aus eigener Tasche tragen.
  • Pflichtversicherungen und sehr empfohlene Policen bilden den Kern; alles darüber hinaus ist situationsabhängig.
  • Ein typischer Haushalt kann durch gezielte Prüfung 50 bis 80 Euro im Monat bei Versicherungen einsparen.
  • Vor einer Kündigung solltest du Fristen, Leistungen und das Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen kennen.

Das Grundprinzip

Existenzielle Risiken versichern, Kleinschäden selbst tragen

Versicherungen prüfen bedeutet, für jeden laufenden Vertrag bewusst zu entscheiden, ob das abgesicherte Risiko weiterhin existenzbedrohend ist oder inzwischen aus eigenen Rücklagen getragen werden könnte. Zum unverzichtbaren Kern gehören nur Policen, die finanzielle Lücken abdecken, die ein Haushalt nicht selbst schließen kann -- etwa Haftung in Millionenhöhe oder den Verlust der Arbeitskraft. Alle übrigen Versicherungen sind Kür und gehören nach Beitrag, Leistung und Alternativen systematisch einsortiert. Wer seine privaten Finanzen grundsätzlich ordnet, behandelt diese Prüfung nicht als separate Einmal-Aktion, sondern als festen Bestandteil der laufenden Struktur.

Versicherungen existieren also, um dich vor finanziellen Schäden zu schützen, die du aus eigener Kraft nicht bewältigen könntest. Ein Haftpflichtschaden in Millionenhöhe, eine dauerhafte Berufsunfähigkeit, ein schwerer Krankheitsfall -- das sind Risiken, die eine Existenz bedrohen können. Genau für solche Fälle ist Versicherungsschutz gedacht und sinnvoll.

Das Problem: Viele Versicherungen decken keine existenziellen Risiken ab, sondern kleine, überschaubare Schäden. Eine Handyversicherung für 8 Euro im Monat schützt vor einem Schaden von vielleicht 300 Euro. Eine Reisegepäckversicherung deckt einen Koffer ab, dessen Verlust ärgerlich, aber finanziell tragbar ist. In solchen Fällen zahlst du über die Jahre mehr an Beiträgen, als der Schutz im Ernstfall wert wäre. Ob ein Schaden wirklich aus eigener Tasche tragbar wäre, lässt sich im Notgroschen-Rechner an deinem individuellen Rücklagenziel abmessen.

Bevor du eine einzelne Police prüfst, hilft deshalb eine einfache Grundfrage: Könnte mich dieser Schaden finanziell ruinieren? Wenn ja, ist Versicherungsschutz sinnvoll. Wenn nein, lohnt es sich zu rechnen, ob der Beitrag in einem vernünftigen Verhältnis zum Risiko steht. Wer parallel einen belastbaren Notgroschen aufbaut, kann mehr Kleinrisiken selbst tragen und dadurch auch den Versicherungsgürtel enger schnallen. Diese Unterscheidung sortiert die meisten Versicherungsfragen schneller als jeder Tarifvergleich.

Die vier Kategorien

Pflicht, empfohlen, situationsabhängig, oft unnötig

Nicht jede Versicherung ist gleich wichtig. Es hilft, alle Policen in vier Kategorien einzuteilen. Die erste Kategorie sind Pflichtversicherungen: Krankenversicherung und Kfz-Haftpflicht (für Fahrzeughalter) sind gesetzlich vorgeschrieben. Bei der Krankenversicherung stellt sich darüber hinaus die langfristige Weichenfrage zwischen gesetzlicher und privater Absicherung -- eine eigene Entscheidung, die wir im Wissensartikel PKV oder GKV ausführlich beleuchten. Ob der aktuelle Tarif oder die aktuelle Kasse noch passt, lässt sich davon unabhängig einmal im Jahr überprüfen.

Die zweite Kategorie umfasst Versicherungen, die sehr empfohlen sind: Privathaftpflicht und Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Privathaftpflicht kostet wenige Euro im Monat und deckt Schäden ab, die schnell sechsstellig werden können. Die Verbraucherzentrale stuft sie als absolutes Muss ein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dein Einkommen ab, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst -- ein Risiko, das laut Deutscher Rentenversicherung etwa jeden vierten Erwerbstätigen im Lauf des Berufslebens trifft. Gerade zum Berufseinstieg ist der Abschluss oft besonders günstig, weil Gesundheit und Beruf noch keine Risikozuschläge auslösen -- im Leitfaden zu Finanzen als Berufseinsteiger ordnet sich die BU als eine der ersten grundlegenden Absicherungen ein.

Die dritte Kategorie sind situationsabhängige Versicherungen: Hausratversicherung, Rechtsschutzversicherung, Zahnzusatzversicherung, Auslandskrankenversicherung. Ob diese sinnvoll sind, hängt von deiner Lebenssituation ab. Wer zur Miete wohnt und wenig Wertgegenstände besitzt, braucht möglicherweise keine Hausratversicherung. Wer häufig reist, profitiert von einer Auslandskrankenversicherung.

Die vierte Kategorie sind Versicherungen, die oft unnötig sind: Handyversicherung, Reisegepäckversicherung, Brillenversicherung, Garantieverlängerungen. Diese Policen decken Schäden ab, die finanziell überschaubar sind. Die Beiträge stehen in der Regel in keinem sinnvollen Verhältnis zur Leistung. Die Stiftung Warentest rät bei diesen Produkten regelmäßig davon ab. Wer wissen möchte, wie viel Budget in einem klassischen Haushalt überhaupt für Versicherungen und andere Grundkosten vorgesehen ist, findet in der 50-30-20-Regel einen einfachen Orientierungsrahmen.

Kurzübersicht der vier Kategorien:

  • Pflicht: Krankenversicherung, Kfz-Haftpflicht (für Fahrzeughalter).
  • Sehr empfohlen: Privathaftpflicht, Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Situationsabhängig: Hausrat, Rechtsschutz, Zahnzusatz, Auslandskranken.
  • Oft unnötig: Handyversicherung, Reisegepäck, Brillenversicherung, Garantieverlängerungen.

Konkret durchgerechnet

Praxisbeispiel: Thomas und Julia auf Versicherungsdiät

Nehmen wir Thomas (34) und Julia (32), ein Doppelverdiener-Paar mit zusammen 4.800 Euro netto und einem gemeinsamen Auto. Ihre aktuellen Versicherungskosten im Überblick: Krankenversicherung (gesetzlich, Arbeitnehmeranteile beider) 380 Euro, Kfz-Versicherung (Haftpflicht + Teilkasko) 85 Euro, Privathaftpflicht 6 Euro, Berufsunfähigkeitsversicherung 55 Euro, Hausratversicherung 18 Euro, Zahnzusatzversicherung (beide) 42 Euro, Rechtsschutzversicherung 28 Euro, Handyversicherung 8 Euro, Reisegepäckversicherung 5 Euro, Brillenversicherung 10 Euro. Gesamte Versicherungskosten: 637 Euro im Monat -- rund 13 Prozent ihres Nettoeinkommens, ein Wert, den sie im Haushaltsrechner sofort gegen ihr Gesamtbudget stellen können.

Nach einer systematischen Prüfung: Die Handyversicherung wird gekündigt (Ersparnis 8 Euro). Die Reisegepäckversicherung wird gekündigt (Ersparnis 5 Euro). Die Brillenversicherung wird gekündigt (Ersparnis 10 Euro). Die Kfz-Versicherung wird bei gleichem Schutz gewechselt (neu: 62 Euro, Ersparnis 23 Euro). Die Rechtsschutzversicherung wird auf den tatsächlichen Bedarf angepasst (neu: 19 Euro, Ersparnis 9 Euro). Die Zahnzusatzversicherung wird nach Leistungsvergleich gewechselt (neu: 34 Euro, Ersparnis 8 Euro). Gesamte Ersparnis: 63 Euro im Monat, also 756 Euro im Jahr. Fließen diese 63 Euro stattdessen in einen ETF-Sparplan, zeigt der Sparplan-Rechner bei moderater Rendite einen Zuwachs im niedrigen fünfstelligen Bereich über zehn Jahre -- ein spürbarer Hebel auf die eigene Sparquote, ohne dass Thomas und Julia ihre Lebenshaltung ändern.

Die Krankenversicherung, die Privathaftpflicht und die Berufsunfähigkeitsversicherung bleiben unverändert. Der Kern des Versicherungsschutzes ist intakt. Gespart wurde ausschließlich bei Policen, die entweder überflüssig waren oder bei denen ein besserer Tarif verfügbar ist. Genau das unterscheidet sinnvolles Prüfen von blindem Streichen.

Systematisch vorgehen

So prüfst du deine Versicherungen in vier Schritten

Der erste Schritt ist eine vollständige Bestandsaufnahme. Sammle alle laufenden Policen, notiere den monatlichen Beitrag, die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist. Viele vergessen dabei Versicherungen, die jährlich abgebucht werden oder über den Arbeitgeber laufen. Wer seine Fixkosten vollständig auflistet, findet dabei oft auch vergessene Versicherungsbeiträge. Die Transaktionsansicht im Portora Cockpit filtert wiederkehrende Abbuchungen über die letzten zwölf Monate heraus -- schneller als jedes manuelle Durchkämmen von Kontoauszügen.

Der zweite Schritt ist die Kategorisierung. Ordne jede Police einer der vier Kategorien zu: Pflicht, sehr empfohlen, situationsabhängig, oft unnötig. Alles in der Kategorie "oft unnötig" ist ein Kandidat für eine sofortige Kündigung. Bei "situationsabhängig" prüfst du, ob die Police zu deiner aktuellen Lebenssituation passt. Methodisch funktioniert der Schritt identisch zum Vorgehen bei Abos und Verträgen; als neutrales Gegengewicht zu Stiftung Warentest bietet der Bund der Versicherten eine unabhängige Einordnung nach tatsächlichem Bedarf. Anschließend hilft der Fixkostenquote-Rechner, den Gesamtbeitrag ins Verhältnis zum Nettoeinkommen zu setzen.

Der dritte Schritt ist der Tarifvergleich für die Policen, die du behältst. Gerade bei Kfz-Versicherung, Hausrat und Rechtsschutz verändern sich Tarife und Leistungen regelmäßig. Ein Vergleich einmal im Jahr -- idealerweise vor der Hauptwechselsaison im Herbst -- zeigt, ob dein aktueller Tarif noch marktgerecht ist.

Der vierte Schritt ist die Umsetzung: Kündigungen fristgerecht verschicken, bei Wechseln den nahtlosen Übergang sicherstellen und die neuen Beiträge in deine Fixkostenberechnung übernehmen. Damit wird die Einsparung nicht nur einmalig sichtbar, sondern dauerhaft in deinem Budget verankert.

Checkliste für die Versicherungsprüfung:

  • Alle Policen mit Beitrag, Laufzeit und Kündigungsfrist auflisten.
  • Jede Police in die vier Kategorien einordnen.
  • Für behaltene Policen einen aktuellen Tarifvergleich durchführen.
  • Kündigungen fristgerecht und nachweisbar versenden.

Kündigen oder wechseln

Wann sich ein Wechsel lohnt und wann eine Kündigung reicht

Kündigen und Wechseln sind zwei verschiedene Entscheidungen. Kündigen bedeutet, auf den Schutz komplett zu verzichten. Das ist bei überflüssigen Policen wie Handyversicherung oder Reisegepäck die richtige Wahl. Wechseln bedeutet, den gleichen oder besseren Schutz bei einem anderen Anbieter günstiger zu bekommen. Das ist bei Kfz-Versicherung, Hausrat und Rechtsschutz oft möglich.

Beim Wechsel ist Timing wichtig. Die meisten Versicherungsverträge haben eine Kündigungsfrist von einem bis drei Monaten zum Vertragsende. Wer die Frist verpasst, zahlt ein weiteres Jahr. Ein besonderes Werkzeug ist das Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung: Wenn dein Versicherer den Beitrag erhöht, ohne die Leistung zu verbessern, kannst du nach § 40 VVG innerhalb eines Monats nach Erhalt der Mitteilung kündigen -- unabhängig von der regulären Vertragslaufzeit (siehe auch die BaFin-Übersicht zum Kündigen von Versicherungsverträgen). Die eigentliche Hürde in der Praxis: die Mitteilung überhaupt rechtzeitig zu bemerken -- im Dashboard für Auffälligkeiten meldet dir Portora einen Abschlags-Sprung, bevor die Monatsfrist abläuft.

Bevor du wechselst, prüfe nicht nur den Preis, sondern auch die Leistung. Ein günstigerer Tarif mit niedrigerer Deckungssumme oder mehr Ausschlüssen ist kein besserer Tarif. Gerade bei der Privathaftpflicht und der Berufsunfähigkeitsversicherung, wo es im Ernstfall um existenzielle Beträge geht, ist die Leistung wichtiger als der Preis. Bei laufenden Kosten senken gilt dasselbe Prinzip: Das Gesamtpaket muss stimmen, nicht nur die Zahl.

Bei einer Beitragserhöhung ohne Leistungsverbesserung hast du ein Sonderkündigungsrecht -- nutze es als Anlass für eine Gesamtprüfung.

Typische Fehler

Fünf Denkfehler beim Versicherungscheck

Der erste Fehler: Versicherungen abschließen und nie wieder prüfen. Was vor fünf Jahren sinnvoll war, kann heute überflüssig sein. Die Hausratversicherung aus der Studentenwohnung passt nicht zur Familienwohnung. Die Zahnzusatzversicherung, die man mit 25 abgeschlossen hat, hat vielleicht inzwischen bessere Alternativen. Eine jährliche Prüfung dauert ein bis zwei Stunden und spart oft hunderte Euro.

Der zweite Fehler: Nur auf den Preis schauen. Wer bei der Berufsunfähigkeitsversicherung 15 Euro im Monat spart, aber dafür eine abstrakte Verweisung akzeptiert, hat im Ernstfall keinen wirksamen Schutz. Der dritte Fehler: Versicherungen aus Angst behalten, obwohl das versicherte Risiko finanziell tragbar wäre. Die Frage ist nicht, ob ein Schaden eintreten könnte, sondern ob er dich finanziell ruinieren würde.

Der vierte Fehler: Wiederkehrende Kosten nicht als Ganzes betrachten. Versicherungen sind ein Teil deiner laufenden Fixkosten pro Monat. Wer sie isoliert prüft, verpasst das Gesamtbild. Erst im Kontext aller Lebenshaltungskosten zeigt sich, welchen Anteil Versicherungen an deinem Monat haben und ob dieser Anteil angemessen ist. In der Kategorien-Ansicht im Cockpit lässt sich Versicherung als eigener Block gegen alle anderen Fixkosten stellen, statt sie als lose Posten in der Gesamtsumme zu verstecken. Der fünfte Fehler: Doppelversicherungen übersehen. Manche Risiken sind bereits über andere Policen abgedeckt -- etwa Auslandsschutz über die Kreditkarte oder Rechtsschutz über den Mieterverein.

Langfristig am Ball bleiben

Versicherungen als Teil der jährlichen Finanzroutine

Eine einmalige Prüfung bringt die größte Ersparnis. Aber Versicherungsbedarf verändert sich mit der Lebenssituation: ein Umzug, ein neuer Job, ein Kind, ein abbezahltes Auto -- jede Veränderung kann bedeuten, dass eine Police überflüssig wird oder eine neue sinnvoll ist. Deshalb gehört die Versicherungsprüfung fest in deine jährliche Finanzplanung und damit in dein laufendes Budget, nicht in eine separate Einmal-Aktion.

Ein guter Zeitpunkt ist der Herbst: Die Kfz-Versicherung hat ihren Stichtag meist am 30. November, und viele andere Verträge laufen zum Jahresende. Wer im Oktober seine Policen durchgeht, hat genug Zeit für Vergleiche und fristgerechte Kündigungen. Wer seine Ausgaben regelmäßig reduziert, behandelt Versicherungen dabei nicht als einmaligen Posten, sondern als wiederkehrenden Prüfpunkt.

Am Ende geht es nicht darum, möglichst wenig für Versicherungen auszugeben. Es geht darum, für die richtigen Risiken den passenden Schutz zu haben -- und für alles andere kein Geld auszugeben. Wer dieses Prinzip einmal verinnerlicht hat, trifft Versicherungsentscheidungen deutlich klarer und kann die frei werdenden Beträge konsequent in die eigenen finanziellen Ziele umleiten -- vom Notgroschen bis zur Altersvorsorge. Für eine redaktionell unabhängige Zweitmeinung ohne Provisionsinteresse ist der Finanztip-Versicherungs-Ratgeber eine sinnvolle Ergänzung -- werbefrei und mit konkreten Tarif-Kriterien pro Versicherungsart.

Häufige Fragen

Welche Versicherungen brauche ich wirklich?
Pflicht sind Krankenversicherung und Kfz-Haftpflicht (für Fahrzeughalter). Sehr empfohlen sind Privathaftpflicht und Berufsunfähigkeitsversicherung. Alles darüber hinaus hängt von deiner Lebenssituation ab. Die Grundregel: Versichere Risiken, die dich finanziell ruinieren könnten.
Wie viel kann ich bei Versicherungen sparen?
Ein typischer Haushalt kann durch Kündigung überflüssiger Policen und Tarifwechsel bei bestehenden Versicherungen 50 bis 80 Euro im Monat einsparen. Die größten Hebel liegen meist bei der Kfz-Versicherung, überflüssigen Zusatzversicherungen und veralteten Tarifen.
Was ist das Sonderkündigungsrecht bei Versicherungen?
Nach § 40 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) hast du ein Sonderkündigungsrecht, wenn dein Versicherer den Beitrag erhöht, ohne die Leistung entsprechend zu verbessern. Du kannst innerhalb eines Monats nach Erhalt der Mitteilung kündigen, unabhängig von der regulären Vertragslaufzeit. Dasselbe Recht greift bei Leistungskürzungen und wird in der BaFin-Übersicht zum Kündigen von Versicherungsverträgen ausführlich erläutert.
Wann sollte ich meine Versicherungen überprüfen?
Mindestens einmal im Jahr, idealerweise im Herbst vor der Kfz-Wechselsaison. Zusätzlich bei jeder größeren Veränderung der Lebenssituation: Umzug, Jobwechsel, Familienzuwachs oder größere Anschaffungen. Jede Veränderung kann bedeuten, dass eine Police überflüssig wird oder eine neue sinnvoll ist.
Sollte ich eine Versicherung kündigen oder wechseln?
Das hängt von der Police ab. Überflüssige Versicherungen wie Handy-, Reisegepäck- oder Brillenversicherung solltest du kündigen. Bei Versicherungen, die du brauchst, lohnt sich ein Tarifvergleich: Oft gibt es bei gleichem oder besserem Schutz günstigere Anbieter. Achte beim Wechsel auf nahtlosen Übergang und vergleiche Leistungen, nicht nur Preise.
Was unterscheidet PKV und GKV bei der Versicherungsprüfung?
Die gesetzliche Krankenversicherung ist Pflicht für die meisten Erwerbstätigen -- hier prüfst du primär, ob der Zusatzbeitrag deiner Kasse wettbewerbsfähig ist. Die private Krankenversicherung ist dagegen nur für Angestellte über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, Selbstständige und Beamte möglich und eine langfristige Weichenentscheidung mit jahrzehntelanger Tragweite. Eine strukturierte Entscheidungslogik findest du im Wissensartikel PKV oder GKV.
Welche Deckungssumme sollte die Privathaftpflicht haben?
Stiftung Warentest und Verbraucherzentrale empfehlen bei der Privathaftpflicht eine Deckungssumme von mindestens 10 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden, idealerweise 50 Millionen. Ein Fahrradunfall mit bleibenden Gesundheitsfolgen oder ein Hausbrand in einem Mehrfamilienhaus kann Summen in dieser Größenordnung nach sich ziehen. Der Beitragsunterschied zwischen 3 und 50 Millionen Euro ist in der Praxis minimal -- hier zu knausern lohnt sich nicht.

Quellen & weiterführende Links

Vom Bestand zur Liste

Abo-Audit-Rechner: Versicherungen und andere wiederkehrende Beiträge zusammenrechnen

Der Abo-Audit-Rechner sammelt Versicherungsbeiträge zusammen mit allen anderen wiederkehrenden Posten in einer Liste, normalisiert monatliche und jährliche Beiträge und zeigt die teuersten Posten zuerst -- inklusive Anteil am Nettoeinkommen.

Zum Abo-Audit-Rechner

Passende Rechner

Rechner

Abo-Audit-Rechner

Liste alle laufenden Abos auf — Streaming, Mobilfunk, Fitnessstudio, Cloud, Software, Versicherungen. Der Rechner zeigt Monats- und Jahressumme, Anteil am Nettoeinkommen und die teuersten Posten zuerst.Zum Rechner

Verwandte Beiträge

Nebenkosten

Nebenkosten berechnen: So ordnest du deine Wohnkosten realistisch ein

7 Min. LesezeitArtikel lesen

Fixkosten

Fixkosten-Liste: Was wirklich draufgehört und warum das wichtig ist

7 Min. LesezeitArtikel lesen

Überblick

Haushaltskosten im Blick behalten: Wie aus vielen Posten ein klares Bild wird

7 Min. LesezeitArtikel lesen

Vom Wissen in die Anwendung

Wenn du die Einordnung nicht nur lesen, sondern auf deine eigene Lage anwenden willst, findest du in Portora den direkten Einstieg.

Wissen schafft Orientierung. Der nächste Schritt bleibt die Registrierung oder der Blick in die passende Produktseite.