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Aktien & BörseTeil 17 von 17

Was ein Wertpapiergeschäft kostet, Ordergebühr und Spanne

Wer Anbieter vergleicht, schaut fast immer auf die Ordergebühr. Sie ist die Zahl, die ausgewiesen wird, und bei kleinen Ordern ist sie auch die größere von beiden. Bei großen Ordern kehrt sich das um, und der teurere Block taucht auf keiner Abrechnung auf.

Portora Redaktion15 Min LesezeitAktualisiert

Das Bild dazu

Die Anfahrtspauschale und der Aufschlag aufs Material

Ein Handwerker, der dir einen Wasserhahn wechselt, schreibt zwei Posten auf die Rechnung. Eine Anfahrtspauschale, die gleich hoch ausfällt, ob er nun zehn Minuten bleibt oder drei Stunden. Und einen Stundensatz, der mit der Dauer wächst. Beim kurzen Einsatz ist die Pauschale der größere Posten, beim langen der Stundensatz.

Den dritten Posten schreibt er nicht auf. Er hat den Wasserhahn selbst eingekauft und gibt ihn dir mit einem Aufschlag weiter. Auf der Rechnung steht ein Preis für das Teil, nicht sein Einkaufspreis und daneben seine Marge. Der Aufschlag ist trotzdem da, du zahlst ihn, und er hat keine eigene Zeile.

Ein Wertpapiergeschäft ist genauso gebaut. Es gibt einen Posten, den jemand berechnet und ausweist, und einen, der im Preis steckt. Der erste heißt Ordergebühr. Der zweite ist der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs, den der Teil zu Bid, Ask, Spread und Markttiefe auseinandernimmt. Wer nur den ersten vergleicht, vergleicht die Hälfte.

Die Rechtslage

Was auf der Abrechnung steht und was nicht

Die Gebührenseite ist gut geregelt. Dein Broker muss dir rechtzeitig vor dem Geschäft sagen, was es kostet, und danach mindestens einmal jährlich, solange du das Papier hältst. Das steht in Paragraf 63 Absatz 7 des Wertpapierhandelsgesetzes, und die BaFin fasst es für Anleger zusammen, nämlich alle Kosten und Nebenkosten beim Kauf und Verkauf, auf einem dauerhaften Datenträger.

Der Grund für die doppelte Pflicht ist der Unterschied zwischen den beiden Zeitpunkten. Vorher siehst du eine Schätzung, oft als Prozentzahl, und eine Prozentzahl sieht klein aus. Die jährliche Aufstellung nennt dagegen den Betrag, der wirklich von deinem Konto gegangen ist. Sie ist die einzige Stelle, an der ein ganzes Jahr Handeln in Euro dasteht, und die meisten Anleger öffnen sie nie.

Der zweite Block läuft anders. Handelst du an einer Börse gegen die Aufträge anderer Anleger, stellt dir die Spanne niemand in Rechnung. Sie ist der Preis, zu dem die Gegenseite bereit ist. Stellt dagegen ein Market Maker den Kurs selbst, wie es die Plätze mit den langen Handelszeiten tun, steckt seine Vergütung im Kurs, den du bezahlst. Wer davon lebt und wovon genau, steht im Teil zu Market Maker und Designated Sponsor.

In beiden Fällen gilt dasselbe für dich. Der Betrag verlässt dein Konto, aber er hat keine eigene Zeile, weil er kein Entgelt ist, sondern ein Kursunterschied.

Die Mechanik

Warum die Gebühr ein Betrag ist und die Spanne ein Anteil

Ordergebühren gibt es in zwei Bauarten. Entweder ein fester Betrag je Ausführung, oder ein Grundentgelt plus ein Prozentsatz vom Ordervolumen, meist mit einem Mindest- und oft mit einem Höchstbetrag. Beide Grenzen haben einen Zweck. Der Mindestbetrag deckt den Aufwand, der je Order gleich bleibt, egal wie klein sie ist. Der Höchstbetrag verhindert, dass eine große Order eine Gebühr auslöst, für die der Anbieter keine Gegenleistung mehr erbringt.

Für dich heißt das, dass eine prozentuale Gebühr unterhalb ihrer Mindestschwelle wie ein fester Betrag wirkt und erst darüber wie ein Prozentsatz. Bei den Beträgen, mit denen die meisten Privatanleger arbeiten, verhält sich fast jede Gebühr wie ein fester Betrag.

Die Spanne kennt keine solche Schwelle nach oben. Sie ist ein Anteil dessen, was du bewegst, und wächst mit dem Volumen mit. Bei einem viel gehandelten Wert sind das ein bis zwei Zehntel Prozent, außerhalb der Kernzeit ein Mehrfaches davon.

Nach unten gibt es allerdings sehr wohl eine Grenze, und die wird selten erwähnt. Kurse dürfen sich nur in festgelegten Schritten bewegen, und enger als ein solcher Schritt kann die Spanne nicht werden. Bei einer Aktie zu 40 Euro und einem Schritt von 2 Cent sind das mindestens 0,05 Prozent. Bei einer Aktie zu 4 Euro wäre derselbe Schritt bereits 0,5 Prozent. Ein niedriger Stückpreis hat deshalb fast zwangsläufig eine prozentual weitere Spanne, und das ist keine Eigenschaft des Unternehmens.

Zwei Größen, von denen die eine gleich bleibt und die andere mitwächst, schneiden sich an genau einem Punkt. Vorher noch eine Unterscheidung, die oft durcheinandergeht. Kaufst du und verkaufst später wieder, zahlst du die Gebühr zweimal und die Spanne einmal, weil du oben kaufst und unten verkaufst. Betrachtest du nur den Kauf, ist es die Gebühr einmal und gegenüber der Mitte zwischen beiden Kursen die halbe Spanne. Beide Rechnungen sind richtig, sie beantworten verschiedene Fragen, und in der folgenden Tabelle steht die Runde, gerechnet mit einer beim Verkauf ähnlich weiten Spanne.

Eine Einschränkung gehört zu diesem ganzen Abschnitt dazu, und sie ist die wichtigste. Die Spanne zahlt nur, wer sofort handeln will. Wer stattdessen mit einer Preisgrenze im Buch wartet und darauf, dass jemand anderes zugreift, zahlt die halbe Spanne nicht, sondern bekommt sie. Dafür trägt er das Risiko, gar nicht oder nur teilweise zum Zug zu kommen. Genau das ist der Tausch hinter Market-Order und Limit-Order, und er ist der einzige Weg in diesem Artikel, bei dem der zweite Kostenblock das Vorzeichen wechseln kann.

Kosten einer vollen Runde, also Kauf und späterer Verkauf, bei einem Wert mit 40 Euro Kurs.

500 Euro5.000 Euro20.000 Euro
Gebühr 1 Euro je Ausführung, zweimal2,00 Euro2,00 Euro2,00 Euro
Gebühr 10 Euro je Ausführung, zweimal20,00 Euro20,00 Euro20,00 Euro
Spanne 0,10 Prozent, einmal je Runde0,50 Euro5,00 Euro20,00 Euro
Spanne 0,30 Prozent am Abend, einmal je Runde1,50 Euro15,00 Euro60,00 Euro
Größerer Block bei 10 Euro Gebühr und 0,10 Prozentdie Gebühr, vierzigfachdie Gebühr, vierfachbeide gleich groß
Ohne Fremdspesen und ohne den Aufschlag, den eine Order ohne Preisgrenze in einem dünnen Buch zusätzlich auslöst.

Quelle: Schematisches Beispiel, fiktive Aktie Kavaro Interactive AG. Kein realer Kurs.

Zwei Gebühren von 10 Euro und eine Spanne von 0,10 Prozent sind bei 20.000 Euro exakt gleich groß. Darunter überwiegt die Gebühr, darüber die Spanne.

Praxisbeispiel

Wie Jonas zweimal dasselbe kauft und verschieden viel zahlt

Jonas, 34, legt 2.000 Euro in die Kavaro Interactive AG, ein erfundenes Unternehmen aus dieser Reihe. Seine Order kostet bei ihm 1 Euro, unabhängig vom Handelsplatz. Er klickt abends um 20:40 Uhr, weil er dann Zeit hat, und seine Ordermaske schlägt ihm den Platz vor, der um diese Uhrzeit offen ist.

Dort stehen 39,94 und 40,06 Euro, die Spanne beträgt 12 Cent oder 0,30 Prozent. Gegenüber der Mitte zahlt er die Hälfte davon, also 3 Euro. Zusammen mit der Gebühr kostet ihn der Kauf 4 Euro.

Am nächsten Vormittag um 11:20 Uhr stünden an Xetra 39,98 und 40,02 Euro, eine Spanne von 4 Cent oder 0,10 Prozent. Die halbe Spanne wären dann 1 Euro, zusammen mit der Gebühr also 2 Euro. Dieselbe Aktie, dieselbe Stückzahl, derselbe Broker, dieselbe Gebühr, und trotzdem der doppelte Betrag. Woher der Unterschied zwischen den Plätzen kommt, zeigt der Teil zu den deutschen Handelsplätzen.

Rechnet man die volle Runde, verkauft Jonas also irgendwann wieder, kommt er am Abendplatz auf 2 Euro Gebühr plus 6 Euro Spanne, zusammen 8 Euro. An Xetra in der Kernzeit wären es 2 Euro plus 2 Euro, zusammen 4 Euro. In einem Gebührenvergleich sind beide Wege identisch, denn dort steht zweimal die 1.

Auf 2.000 Euro sind 4 Euro Unterschied wenig, das ist ehrlich gesagt kein Drama. Der Punkt ist nicht die Höhe, sondern dass die Zahl an keiner Stelle auftaucht, an der Jonas sie vergleichen würde. Bei 20.000 Euro und einem dünn gehandelten Nebenwert steht dieselbe Mechanik mit anderen Vorzeichen da.

Der Zusammenhang

Warum die kostenlose Order nie kostenlos war

Die beiden Blöcke sind nicht unabhängig voneinander, und genau darin liegt der interessanteste Teil dieses Themas. Jahrelang konnten Broker Ordern für null oder fast null anbieten, ohne Verlust zu machen. Das Geld kam von der anderen Seite.

Die Verbraucherzentrale beschreibt den Mechanismus in einem Satz, der die ganze Konstruktion trägt. Handelsplätze konnten Provisionen an Broker zahlen, weil sie Wertpapiere etwas teurer verkaufen als sie sie ankaufen. Die Größenordnung lag bei rund 3 Euro je Kundenorder.

Die Gebühr war also nicht verschwunden. Sie hatte den Platz gewechselt, von der Abrechnung in den Kurs. Für den Anleger sah das nach null aus, und rechnerisch war es das auch, solange die Spanne an diesem Platz eng genug blieb. Bei einem großen Wert in der Kernzeit ging die Rechnung meistens auf, außerhalb davon deutlich seltener.

Diese Konstruktion hat seit Kurzem ein Ende. Das Entgegennehmen solcher Zahlungen ist EU-weit verboten, und Deutschland war der einzige Mitgliedstaat, der die Übergangsfrist genutzt hat. Sie lief am 30. Juni 2026 aus, wie die Liste der ESMA festhält, auf der Deutschland als einziger Eintrag steht.

Womit die Anbieter das ersetzen, ist noch nicht ausgemacht, und dieser Artikel wäre der falsche Ort für eine Prognose. Für dich ändert das an der Rechnung wenig. Der Grund, beide Blöcke selbst nebeneinanderzulegen statt einer Null zu vertrauen, ist eher größer geworden. Wie diese Vergütung im Einzelnen funktioniert hat, ist das Thema des nächsten Teils dieser Reihe.

Eine Null bei der Ordergebühr ist eine Aussage über eine Zeile, nicht über den Preis.

Häufige Fehler

Was beim Kostenvergleich regelmäßig schiefgeht

Die meisten Fehleinschätzungen entstehen daraus, dass nur einer der beiden Blöcke eine Zahl hat, die sich leicht vergleichen lässt. Der andere wird deshalb nicht falsch eingeschätzt, sondern gar nicht.

Fünf davon tauchen immer wieder auf, und der teuerste ist der letzte.

Diese Annahmen kosten am ehesten Geld:

  • Anbieter allein nach der Ordergebühr sortieren. Das ist bei kleinen Ordern richtig und bei großen falsch, und die Grenze liegt je nach Wert und Uhrzeit im vierstelligen bis fünfstelligen Bereich.
  • Die halbe Spanne mit der ganzen verwechseln. Ein einzelner Kauf kostet gegenüber der Mitte die Hälfte, erst Kauf und Verkauf zusammen kosten die volle Spanne.
  • Vergessen, dass die Gebühr zweimal anfällt. Wer nur den Kauf rechnet, unterschätzt die Runde um genau eine Ordergebühr.
  • Eine Teilausführung nicht bedenken. Wird deine Order über mehrere Tage in Stücken ausgeführt, kann je Ausführung eine Gebühr anfallen. Ob dein Anbieter so abrechnet, steht in seinem Preisverzeichnis, und die BaFin nennt genau diese Frage als eine der häufigsten.
  • Abends oder früh morgens ohne Preisgrenze ordern. Dann treffen die weiteste Spanne des Tages und eine Order ohne Limit aufeinander, und das ist die einzige Kombination in dieser Liste, bei der beide Kostenblöcke gleichzeitig ihr Maximum erreichen.
Der Gebührenvergleich beantwortet die Frage nach dem billigsten Anbieter. Er beantwortet nicht die Frage nach dem billigsten Geschäft.

Der Rest der Rechnung

Was außer diesen beiden noch dazukommt

Zwei Blöcke sind der Kern, aber sie sind nicht alles. Drei weitere Entgelte tauchen je nach Order auf, dazu ein vierter Posten, der gar kein Entgelt ist. Ein Sonderfall ist keiner davon.

Der erste ist das Entgelt des Handelsplatzes. Eine Börse berechnet ihre Ausführung nicht dir, sondern deinem Broker, der als Handelsteilnehmer zugelassen ist. Ob er es an dich weitergibt, meist unter Bezeichnungen wie Fremdspesen oder fremde Kosten, oder ob er es in seiner eigenen Gebühr einkalkuliert, entscheidet sein Preisverzeichnis. Deshalb kostet dieselbe Order bei manchen Anbietern je nach Platz verschieden viel und bei anderen überall gleich.

Der zweite betrifft alles, was nicht in Euro notiert. Wird für dein Geschäft eine Währung umgerechnet, geschieht das zu einem Kurs, der vom Mittelkurs abweicht, und diese Abweichung ist die Vergütung. Die Landesbank Hessen-Thüringen weist in ihrem veröffentlichten Kostenausweis dafür bis zu 0,10 Prozent bei den großen Währungen und bis zu 0,20 Prozent bei den übrigen aus. Das ist ein Satz für professionelle Kunden, im Privatkundengeschäft steht der eigene Satz im Preisverzeichnis des Brokers.

Der dritte ist die Ausführung eines Sparplans. Sie folgt oft einem eigenen Modell, häufig einem Prozentsatz der Rate statt eines festen Betrags, und das dreht die Rechnung dieses Artikels um. Bei 25 Euro Rate wäre ein fester Euro bereits 4 Prozent, ein Prozentsatz dagegen bleibt bei jeder Ratenhöhe gleich schwer. Wie eine Sparplanrate überhaupt zu Bruchstücken einer Aktie wird, steht im Teil zu Sparplan und Teilaktien.

Dazu kommt ein vierter Posten, der keine Gebühr ist und trotzdem echtes Geld kostet. Eine Order ohne Preisgrenze, die größer ist als die Stückzahl auf der besten Preisstufe, räumt mehrere Stufen ab und wird dadurch im Schnitt teurer als der angezeigte Kurs. Das ist Slippage. Ob sie dich trifft, entscheidet das Verhältnis deiner Order zur Tiefe des Buches. Dieselben 10.000 Euro gehen in einem viel gehandelten Wert spurlos durch und räumen in einem dünnen Nebenwert mehrere Preisstufen ab.

Abgrenzung

Was gar keine Kosten des Geschäfts sind

Drei Posten werden regelmäßig in dieselbe Rechnung geworfen und gehören nicht hinein. Sie sind nicht harmlos, sie beantworten nur eine andere Frage.

Die Depotgebühr fällt für die Verwahrung an, nicht für den Handel. Sie läuft weiter, auch wenn du ein Jahr lang keine einzige Order aufgibst. Dasselbe gilt für die laufenden Kosten eines Fonds oder ETF, die direkt aus dem Fondsvermögen abgezogen werden und dich damit jedes Jahr erreichen, unabhängig davon, ob du in diesem Jahr gehandelt hast.

Die Abgeltungsteuer schließlich ist überhaupt keine Kostengröße des Geschäfts. Sie fällt auf Erträge an, also auf Gewinne und Ausschüttungen, und nicht auf den Vorgang des Kaufens. Ein Kauf, der nie einen Gewinn abwirft, löst auch keine Steuer aus. Wie sie an der Quelle einbehalten wird, ist ein eigenes Thema und gehört in einen späteren Teil dieser Reihe.

Die brauchbare Trennlinie ist die Frage, wodurch der Posten ausgelöst wird. Kosten des Geschäfts entstehen durch den Klick und fallen je Order an. Laufende Kosten entstehen durch das Halten und fallen je Jahr an. Wer beide in einer Prozentzahl zusammenrührt, bekommt eine Zahl, die auf keine der beiden Fragen antwortet.

Eine Ebene tiefer

Drei Spannen, von denen du nur eine siehst

Dieser Abschnitt liegt bewusst über dem Rest des Artikels und ist für den Grundgedanken nicht nötig. Er beantwortet die Frage, warum die angezeigte Spanne und der Betrag, den du am Ende trägst, regelmäßig auseinanderfallen.

Die Spanne, die in deiner Ordermaske steht, ist die quotierte Spanne, also der Abstand zwischen bestem Geld- und Brieflimit in diesem Moment. Sie ist eine Anzeige, keine Abrechnung. Was du tatsächlich getragen hast, misst die effektive Spanne, nämlich der doppelte Abstand zwischen deinem Ausführungspreis und der Mitte zwischen beiden Kursen zum Zeitpunkt deines Auftrags.

Diese beiden fallen in zwei Richtungen auseinander. Wird deine Order innerhalb der Quotes ausgeführt, was in elektronischen Märkten häufig vorkommt, liegt die effektive Spanne unter der quotierten, und du hast eine Preisverbesserung bekommen. Läuft deine Order dagegen über mehrere Preisstufen, liegt sie darüber.

Die dritte Größe erklärt, warum die Spanne überhaupt in dieser Höhe steht. Die realisierte Spanne misst denselben Abstand nicht zur Mitte bei Ordereingang, sondern zur Mitte einige Minuten nach dem Abschluss. Sie zeigt, was dem Quotesteller nach der Kursbewegung tatsächlich bleibt. Die Differenz zwischen effektiver und realisierter Spanne ist der Teil, den er an besser informierte Gegenparteien verliert.

Daraus folgt der Satz, der die Spanne richtig einordnet. Sie ist keine Marge, die jemand nach Belieben ansetzt, sondern der Preis für ein Risiko, und ein Teil davon bleibt dem Quotesteller nie. Genau deshalb wird sie weiter, wenn der Auftragsfluss einseitig wird, und genau das ist der Zusammenhang, den der Teil zum Market Maker als Stolperstein ausführt.

Entscheidungshilfe

Wie du deinen eigenen Betrag vor der Order ausrechnest

Die Rechnung dauert weniger als eine Minute und braucht nichts, was nicht ohnehin in der Ordermaske steht. Zwei Zahlen, eine Multiplikation, fertig.

Nimm den Abstand zwischen Geld- und Briefkurs, teile ihn durch den Kurs, und multipliziere das Ergebnis mit deinem Ordervolumen. Das ist die Spanne in Euro für die volle Runde. Vergleiche sie mit der doppelten Ordergebühr. Welche der beiden Zahlen größer ist, sagt dir, woran du in deinem Fall sparen kannst.

Was daraus folgt:

  • Wenn die Gebühr klar größer ist, meist bei kleinen Ordern in großen Werten, lohnt der Anbietervergleich. Der Handelsplatz ist dann fast egal.
  • Wenn die Spanne klar größer ist, meist bei großen Ordern oder in dünn gehandelten Werten, lohnt der Anbietervergleich kaum noch. Dann entscheiden Platz, Uhrzeit und eine Preisgrenze.
  • Wenn beide ähnlich groß sind, du also in der Nähe des Kreuzungspunkts liegst, ist die Ordergröße der Hebel. Eine Order statt zwei halbierten spart eine Gebühr, mehrere kleine Ordern sparen dagegen nichts an der Spanne.
  • Wenn du außerhalb von 9:00 bis 17:30 Uhr handeln willst, rechne die Spanne am dann geöffneten Platz aus, bevor du klickst. Das ist der einzige Kostenblock in diesem Artikel, den du durch reines Abwarten senkst.
  • Wenn du regelmäßig kleine Beträge anlegst, schau dir nicht die Ordergebühr an, sondern das Modell für Sparplanausführungen. Bei einer Rate von 25 Euro entscheidet allein, ob dort ein fester Betrag oder ein Prozentsatz steht.

Was bleibt

Ein Betrag und ein Anteil

Du kennst jetzt beide Kostenblöcke eines Wertpapiergeschäfts und den Grund, warum sich ihr Verhältnis mit der Ordergröße dreht. Die Gebühr ist ein Betrag und ändert sich nicht, die Spanne ist ein Anteil und wächst mit. Wo genau sie sich kreuzen, hängt an deinem Anbieter und am gehandelten Papier, dass sie sich kreuzen, steht fest.

Für den Sparplan und das jahrelange Halten ist das Ergebnis unspektakulär, und das gehört dazugesagt. Wer einmal kauft und zehn Jahre liegen lässt, zahlt beide Blöcke genau einmal, und gegenüber der Wertentwicklung über diesen Zeitraum fallen sie kaum ins Gewicht. Was in diesem Fall wirklich zählt, sind die laufenden Kosten, und die stehen im vorigen Abschnitt ausdrücklich außerhalb dieser Rechnung.

Teuer wird es an der anderen Stelle, nämlich bei häufigem Handeln, bei großen Einzelordern und in dünnen Papieren. Dort summiert sich der Block, der auf keiner Abrechnung steht, schneller als der, den alle vergleichen.

Der nächste Teil dieser Reihe nimmt sich die Vergütung vor, die in diesem Artikel nur als Grund für die kostenlose Order vorkam, und zeigt, wie ein Broker an einer weitergeleiteten Order verdient hat.

Häufige Fragen

Zahle ich die Spanne beim Kauf oder beim Verkauf?
Bei beidem, jeweils zur Hälfte. Du kaufst zum höheren Briefkurs und verkaufst zum niedrigeren Geldkurs, gemessen an der Mitte zwischen beiden zahlst du also jedes Mal die halbe Spanne. Kauf und Verkauf zusammen ergeben eine volle Spanne. Deshalb steht eine frisch gekaufte Position rechnerisch sofort leicht im Minus, ohne dass sich am Markt etwas bewegt hat.
Wo finde ich, was mich der Handel im letzten Jahr wirklich gekostet hat?
In der jährlichen Kostenaufstellung, die dein Broker dir nach Paragraf 63 Absatz 7 Wertpapierhandelsgesetz zusenden muss, in der Regel im ersten Quartal für das Vorjahr. Sie liegt bei den meisten Anbietern in der Dokumentenbox im Depot. Sie nennt Beträge in Euro statt Prozentsätze und ist die einzige Stelle, an der ein ganzes Jahr zusammen dasteht.
Ist ein Broker ohne Ordergebühr wirklich billiger?
Bei kleinen Ordern häufig ja, bei großen nicht zwangsläufig. Solange die Ausführung an einem Platz mit enger Spanne läuft, ist die Ersparnis echt. Läuft sie an einem Platz mit weiterer Spanne, verschiebt sich der Betrag nur von der Abrechnung in den Kurs. Die Rechnung dafür steht oben, sie besteht aus einer Multiplikation.
Lohnt es sich, eine große Order in mehrere kleine zu teilen?
Für die Gebühr nie, denn jede Teilorder löst sie erneut aus. Für die Spanne kann es sich lohnen, wenn deine Order größer ist als die Stückzahl auf der besten Preisstufe, weil du dann nicht alle Stufen auf einmal abräumst. Beides gegeneinander zu rechnen ist die eigentliche Frage, und bei den Größenordnungen der meisten Privatanleger gewinnt die Gebühr das Argument.

Quellen & weiterführende Links

  1. Wertpapierhandelsgesetz, Paragraf 63 (Allgemeine Verhaltensregeln, Kosteninformation)
  2. BaFin, Wertpapiergeschäfte für Verbraucher
  3. Verbraucherzentrale, Neobroker, Kosten und Risiken des schnellen Wertpapierhandels per App (Stand 03.03.2026)
  4. ESMA, Liste der Mitgliedstaaten mit befristeter Ausnahme vom PFOF-Verbot (27.03.2024)
  5. Landesbank Hessen-Thüringen, Standardisierte Informationen zu Kosten nach MiFID II (Stand 25.01.2024)

Nächster Schritt

Was der Handel dich im Jahr gekostet hat

Die Ordergebühren stehen als einzelne Buchungen auf deinem Konto, jede für sich klein und über zwölf Monate verteilt. Portora legt deine Konten und Buchungen an einer Stelle zusammen und lässt dich eigene Kategorien vergeben, sodass die Summe eines Jahres sichtbar wird, ohne dass du Abrechnungen einzeln durchgehst. Den zweiten Block, der in keiner Buchung auftaucht, rechnest du weiterhin selbst.

Funktionen ansehen

Vom Wissen in die Anwendung

Wenn du die Einordnung auf deine eigene Lage anwenden willst, findest du in Portora den direkten Einstieg.

Wissen schafft Orientierung. Der nächste Schritt bleibt die Registrierung oder der Blick in die passende Produktseite.