ETF, ETC, ETN, und nur das erste davon ist ein Fonds
Wer in Europa Gold ins Depot legen will, findet keinen Gold-ETF. Nicht, weil kein Anbieter Lust dazu hätte, sondern weil das europäische Fondsrecht einen Fonds auf ein einziges Edelmetall ausdrücklich verbietet. Was stattdessen angeboten wird, heißt ETC, trägt dieselbe Kursanzeige und dieselbe Ordermaske und ist rechtlich etwas völlig anderes. Dasselbe gilt für Hebelprodukte und für Krypto-Papiere.
Der Auftakt
Drei Kürzel, eine einzige Ordermaske
Wer bei seinem Broker nach Gold sucht, bekommt eine Liste mit Papieren, die alle gleich aussehen. Jedes hat eine Kennnummer, einen Kurs, eine Spanne zwischen Geld und Brief und einen Knopf zum Kaufen. In den Namen stehen drei verschiedene Kürzel, ETF, ETC und ETN, und der Unterschied zwischen ihnen ist größer als alles, was die Kursanzeige zeigt.
Der Handel selbst macht keinen Unterschied. Alle drei laufen über dieselben Handelsplätze, alle drei haben Kurssteller, und bei allen dreien entstehen neue Stücke am Primärmarkt, wenn ein zugelassener Teilnehmer sie erzeugt, ganz ähnlich wie es beim Fonds an einem Paket durchgerechnet ist. Verschieden ist, was du besitzt, wenn du eines davon gekauft hast.
Dieser Teil erklärt die Kürzel und den Grund, warum es sie gibt. Was im Insolvenzfall des Anbieters mit deinem Papier passiert, steht ausführlich bei Sondervermögen und Schuldverschreibung und wird hier nur so weit wiederholt, wie es die Einordnung braucht.
Die Kürzel
Was die Buchstaben bedeuten und was sie nicht bedeuten
ETP steht für Exchange Traded Product und ist der Oberbegriff für alles, was als Wertpapier an der Börse einen Index oder einen Basiswert abbildet. Darunter liegen die drei bekannten Formen. ETF heißt Exchange Traded Fund und ist ein Fonds nach europäischem Fondsrecht. ETC heißt Exchange Traded Commodity, ETN heißt Exchange Traded Note, und beide sind Schuldverschreibungen des Anbieters.
Zwischen ETC und ETN besteht rechtlich kein Unterschied. Beides sind Inhaberschuldverschreibungen, beide werden nach demselben Regelwerk gebilligt und beide tragen ein Ausfallrisiko des Anbieters. Die Deutsche Börse führt sie in ihrer Anlageklassen-Definition deshalb als dieselbe Bauform und trennt sie allein nach dem, was abgebildet wird. Steht ein Rohstoff dahinter, heißt es üblicherweise ETC, steht etwas anderes dahinter, üblicherweise ETN.
Das ist eine Branchengewohnheit und kein Rechtsbegriff. Wer sich darauf verlässt, dass ein ETN gefährlicher sei als ein ETC, verlässt sich auf einen Namen statt auf die Bedingungen des Papiers. Der Unterschied, der wirklich zählt, ist ein anderer und steht weiter unten in der Besicherungsleiter.
Der Grund
Warum Gold in Europa kein Fonds sein darf
Die Antwort steht in zwei Sätzen der europäischen Fondsrichtlinie, und beide sind kurz. Artikel 50 zählt abschließend auf, worin ein Fonds überhaupt anlegen darf, nämlich in Wertpapiere, Geldmarktinstrumente, Anteile anderer Fonds, Bankguthaben und Derivate. Rohstoffe stehen nicht auf dieser Liste. Und damit gar kein Zweifel bleibt, schiebt derselbe Artikel hinterher, dass ein Fonds weder Edelmetalle noch Zertifikate darauf erwerben darf.
Dazu kommt die Streuungsregel aus Artikel 52. Ein Fonds darf grundsätzlich höchstens 5 Prozent seines Vermögens in Wertpapiere eines einzelnen Herausgebers stecken, unter Bedingungen 10 Prozent, und alle Positionen über 5 Prozent dürfen zusammen 40 Prozent nicht überschreiten. Für Indexfonds lockert Artikel 53 das auf 20 Prozent und in außergewöhnlichen Marktlagen auf 35 Prozent bei einem einzelnen Herausgeber. Ein Produkt, das zu 100 Prozent aus einer einzigen Sache besteht, ist auch damit von vornherein ausgeschlossen.
Ein ETF, der ausschließlich in Silber anlegt, wie es ihn in der Schweiz gibt, ist nach EU-Recht deshalb nicht zulässig. Genau diesen Satz schreibt die Deutsche Börse in ihre eigene Erklärung der Anlageklassen. Der Anbieter hat also keine Wahl. Will er Gold als börsengehandeltes Papier anbieten, muss er die Fondshülle verlassen und eine Schuldverschreibung begeben.
Das ist kein Trick und keine Umgehung. Es ist die einzige Bauform, die das Recht für diesen Zweck übrig lässt, und der Preis dafür ist genau das Ausfallrisiko des Anbieters, das der Fonds nicht hat.
Die genaue Linie
Ein Rohstoffkorb darf ein Fonds sein, ein Rohstoff nicht
Die Grenze läuft nicht zwischen Aktien und Rohstoffen, sie läuft zwischen einer Sache und vielen. Ein Fonds darf einen breiten Rohstoffindex über Derivate abbilden, solange dieser Index sich wirklich aus verschiedenen Rohstoffen zusammensetzt. Das steht ausdrücklich in den ESMA-Leitlinien zu börsengehandelten Indexfonds.
Dieselben Leitlinien ziehen die Linie dann sehr genau. Unterkategorien desselben Rohstoffs gelten für die Streuungsrechnung als derselbe Rohstoff, und das Beispiel, das die Aufsicht selbst nennt, sind Rohöl der Sorten West Texas Intermediate und Brent sowie Benzin und Heizöl. Alle vier sind für diese Rechnung schlicht Öl. Ein Index aus fünf Ölsorten ist also kein gestreuter Rohstoffindex, sondern eine einzige Wette.
Daraus folgt eine Faustregel, die im Produktnamen sichtbar ist. Ein breiter Rohstoffkorb kann als Fonds auftreten, ein einzelner Rohstoff praktisch nie. Wer im Namen eines Papiers genau einen Rohstoff liest und trotzdem ETF dahinter erwartet, sucht etwas, das es nach diesem Regelwerk nicht geben kann.
Der zweite Grund
Der Hebel, den ein Fonds nicht tragen darf
Rohstoffe sind nicht der einzige Bereich, den das Fondsrecht aus der Fondshülle drängt. Artikel 51 verlangt, dass das Gesamtrisiko eines Fonds aus Derivaten den Nettoinventarwert nicht übersteigt. In der Wirkung heißt das, dass ein Fonds insgesamt auf höchstens das Doppelte seines Vermögens kommen darf.
Produkte mit dem dreifachen Hebel auf einen Index oder auf eine einzelne Aktie liegen darüber. Sie kommen in Europa deshalb als Schuldverschreibung, nicht als Fonds, und das gilt auch für die Verstärker auf einzelne Aktien, die aus den USA herüberschwappen. Zweifach gehebelte Fonds gibt es in Europa deshalb, dreifach gehebelte nicht. Das Kürzel im Namen ist also kein Marketing, es ist die Spur einer rechtlichen Grenze.
Dasselbe Muster gilt für Krypto-Papiere. Eine einzelne Kryptowährung steht nicht auf der Liste aus Artikel 50 und wäre zudem eine Position von 100 Prozent. Was hier als börsengehandeltes Papier existiert, ist deshalb durchweg eine Schuldverschreibung, ganz gleich, welche Buchstaben davorstehen.
Im Vergleich
Die drei Bauformen nebeneinander
Die Tabelle sortiert nach dem, was sich rechtlich unterscheidet, nicht nach dem, was im Kursfenster steht.
Dieselbe Ordermaske, drei Rechtsformen
| ETF | ETC | ETN | |
|---|---|---|---|
| Rechtsform | Investmentfonds nach EU-Fondsrecht | Inhaberschuldverschreibung | Inhaberschuldverschreibung |
| Was du besitzt | einen Anteil am Fondsvermögen | eine Forderung gegen den Anbieter | eine Forderung gegen den Anbieter |
| Ausfall des Anbieters | berührt das Fondsvermögen nicht | je nach Besicherung | je nach Besicherung |
| Mindeststreuung vorgeschrieben | ja, 5 / 10 / 40 Prozent | nein | nein |
| Ein einziger Rohstoff möglich | nein | ja, der Regelfall | möglich |
| Hebel über das Doppelte | nein | unüblich | ja, der Regelfall |
| Übliches Einsatzgebiet | Aktien, Anleihen, breite Körbe | Gold, Silber, einzelne Rohstoffe | Krypto, Volatilität, Hebel |
Quelle: Richtlinie 2009/65/EG, Artikel 50 bis 52; Deutsche Börse, Definition der Anlageklassen und Emittentenrisiko bei ETCs
Die Besicherung
Vier Stufen, und der Name verrät sie nicht
Wenn ETC und ETN dieselbe Rechtsform haben, dann entscheidet nicht das Kürzel über das Risiko, sondern die Frage, was hinter dem Versprechen liegt. Die Deutsche Börse unterscheidet in ihrer Darstellung zum Emittentenrisiko drei besicherte Bauformen, und darunter liegt eine vierte, die gar keine ist.
Physisch hinterlegt heißt, dass für jedes ausgegebene Stück Metall bei einer Verwahrstelle liegt, getrennt und nicht verleihbar. Vollbesichert heißt, dass der Anbieter die Abbildung über einen Tauschvertrag herstellt und dafür Sicherheiten hinterlegt, typischerweise Bankguthaben, Geldmarktfonds oder Staatsanleihen. Drittbesichert heißt, dass ein anderes Unternehmen einsteht, und dann hängt das Papier an dessen Zahlungsfähigkeit. Unbesichert heißt, dass allein das Versprechen des Anbieters trägt.
Diese vier Stufen stehen im Verkaufsprospekt und im Basisinformationsblatt, nicht im Produktnamen. Zwei Papiere auf denselben Rohstoff, vom selben Anbieter, können auf verschiedenen Stufen stehen. Das ist die einzige Unterscheidung in diesem Artikel, die du beim Kauf wirklich selbst nachsehen musst.
Auch die oberste Stufe ist übrigens keine Eigentumslage. Selbst bei physischer Hinterlegung bleibt der Anspruch eine Forderung, und ob im Insolvenzfall wirklich das Metall zugeordnet wird oder nur ein gleichrangiger Anspruch neben anderen Gläubigern steht, hängt an den Bedingungen des einzelnen Papiers.
Die deutsche Seite
Was die Rechtsform steuerlich auslöst
Die Rechtsform wirkt bis in die Steuererklärung, und zwar an zwei Stellen. Ein ETC oder ETN ist kein Investmentfonds im Sinne des Investmentsteuergesetzes, sondern eine Schuldverschreibung. Die Teilfreistellung, die einen Aktienfonds im Privatvermögen um 30 Prozent der Erträge entlastet, greift deshalb nicht.
Die zweite Stelle betrifft Gold, und dort läuft die Trennlinie nicht zwischen Fonds und Schuldverschreibung, sondern an der Frage, ob du Lieferung des Metalls verlangen kannst. Der Bundesfinanzhof hat das in zwei Entscheidungen gegensätzlich beurteilt, und der Abstand zwischen beiden Ergebnissen ist über eine lange Haltedauer erheblich. Die Fälle, die Rechenbeispiele und die Grenzen dieser Einordnung sind getrennt aufgeschrieben.
Für alles außerhalb von Gold gilt die einfachere Regel. Erträge und Veräußerungsgewinne aus einer Schuldverschreibung sind Kapitalerträge, der Sparerpauschbetrag gilt, eine Teilfreistellung gibt es nicht. Ob die Einordnung im Einzelfall trägt, hängt an den Bedingungen des jeweiligen Papiers und gehört mit dem Steuerberater geprüft, denn dieser Text ersetzt keine Beratung.
Praxisbeispiel
Nora sucht Gold und findet drei Wege
Nora, 38, will 5.000 Euro in Gold anlegen und sucht bei ihrem Broker nach einem ETF darauf. Sie findet keinen, dafür zwei ETC und einen breiten Rohstoff-ETF, der Gold nur mit einem Anteil von gut einem Zehntel enthält. Ihr erster Gedanke ist, dass ihr Broker eine schlechte Auswahl hat.
Der zweite Blick zeigt, dass die Auswahl vollständig ist. Der Rohstoff-ETF darf ein Fonds sein, weil er viele verschiedene Rohstoffe hält. Die beiden Gold-Papiere dürfen es nicht sein, weil sie genau einen halten, und weil das Fondsrecht den Erwerb von Edelmetallen ohnehin ausschließt.
Bleibt die Frage, welches der beiden ETC. Nora sieht in die Basisinformationsblätter und findet beim ersten die physische Hinterlegung mit Verwahrstelle und Lieferanspruch, beim zweiten eine Besicherung über hinterlegte Staatsanleihen. Beide Angaben stehen auf Seite eins, keine davon im Namen. Sie entscheidet sich für das Papier mit Lieferanspruch, und zwar wegen der Besicherung, nicht wegen der Steuer.
Hätte sie nur die Kürzel verglichen, wäre sie bei diesem Punkt nie angekommen.
Häufige Fehler
Was bei den drei Kürzeln schiefgeht
Fast alle Irrtümer entstehen daraus, dass die Kürzel für ein Risikourteil gehalten werden, obwohl sie eine Rechtsform und eine Gewohnheit beschreiben.
Fünf Sätze, die nicht stimmen
- Ein ETC ist sicherer als ein ETN. Beide sind dieselbe Rechtsform, das Risiko steht in der Besicherung des einzelnen Papiers.
- Es gibt einfach keinen guten Gold-ETF am Markt. Es darf ihn im europäischen Fondsrecht nicht geben, der Anbieter hat keine Wahl.
- Physisch hinterlegt heißt, das Gold gehört mir. Es heißt, dass Metall hinterlegt ist, dein Anspruch bleibt eine Forderung.
- Rohstoffe gehen als Fonds grundsätzlich nicht. Ein breiter Rohstoffkorb darf ein Fonds sein, ein einzelner Rohstoff nicht.
- Ein ETP ist eine eigene Produktart. ETP ist der Oberbegriff über alle drei, kein vierter Typ daneben.
Entscheidungshilfe
Vier Blicke, bevor du ein Papier außerhalb der Fondsschiene kaufst
Bei einem breiten Aktien-ETF erübrigt sich diese Prüfung, dort ist die Rechtsform immer dieselbe. Nötig wird sie beim ersten Papier auf Gold, auf einen einzelnen Rohstoff, auf Krypto oder mit Hebel.
In dieser Reihenfolge
- Steht im Basisinformationsblatt das Wort Fonds oder das Wort Schuldverschreibung? Das ist die einzige Frage, die alles Weitere sortiert.
- Wenn Schuldverschreibung, auf welcher der vier Stufen steht die Besicherung, und wer ist der Anbieter?
- Gibt es einen durchsetzbaren Lieferanspruch, und in welcher Stückelung?
- Wie groß ist dieser Posten gemessen an deinem gesamten angelegten Geld, denn bei einer Schuldverschreibung hängt er an einem einzigen Unternehmen?
Tiefer
Warum die Schuldverschreibung nicht einfach die schlechtere Hülle ist
Ein ETC ist nicht einfach die schwächere Hülle, und der Grund liegt in der Konstruktion des Herausgebers. Ein ETC wird in aller Regel nicht von der Bank selbst begeben, sondern von einer eigens dafür gegründeten Gesellschaft mit genau einem Zweck, die außer diesem Programm kein Geschäft betreibt und deren Vermögenswerte an einen Treuhänder zugunsten der Inhaber verpfändet sind. Ausnahmen gibt es, und die bekannteste ist ausgerechnet das größte deutsche Goldpapier, das von einer Tochter der Börse selbst begeben wird.
Damit verschiebt sich das Risiko. Es ist nicht mehr das allgemeine Geschäftsrisiko eines Konzerns, sondern das Risiko, dass die hinterlegten Sicherheiten im Ernstfall nicht ausreichen oder rechtlich nicht sauber zugeordnet werden können. Das ist ein kleineres und ein anderes Risiko als das, was der Satz Ausfall des Anbieters im ersten Moment nahelegt.
Bleibt die aufsichtsrechtliche Asymmetrie, und die ist echt. Ein Fonds wird nach einem eigenen Regelwerk zugelassen und laufend beaufsichtigt, ein ETC wird als Wertpapier über einen gebilligten Prospekt begeben. Die Billigung prüft, ob der Prospekt vollständig, verständlich und widerspruchsfrei ist. Sie prüft nicht, ob das Papier ein gutes Investment ist, und genau dieser Unterschied ist es, der die Bauform am Ende ausmacht.
Einordnung
Ein Kürzel, das eine Rechtsgrenze markiert
Die drei Kürzel wirken wie Produktkategorien eines Anbieters, und genau das sind sie nicht. Sie markieren, an welcher Stelle ein Gesetz aufhört, etwas zu erlauben. Überall dort, wo das Fondsrecht die Hülle hergibt, steht ETF. Überall dort, wo es sie verweigert, steht etwas anderes.
Der Blick auf das Kürzel ist deshalb keine Feinheit für Fortgeschrittene. Er sagt dir in einem einzigen Zeichen, ob du einen Anteil an einem Vermögen kaufst oder ein Versprechen. Alles Weitere, Besicherung, Verwahrstelle, Lieferanspruch, Steuer, hängt an dieser einen Weiche.
Und wenn ein Papier eine Hülle trägt, die das Fondsrecht nicht zulässt, dann ist das kein Mangel des Anbieters. Es ist der Hinweis, dass du gerade etwas kaufst, für das die Fondsform nicht vorgesehen war.
Häufige Fragen
- Warum gibt es in Europa keinen Gold-ETF?
- Weil die europäische Fondsrichtlinie zweimal im Weg steht. Artikel 50 zählt abschließend auf, worin ein Fonds anlegen darf, Rohstoffe stehen nicht darauf, und derselbe Artikel verbietet zusätzlich den Erwerb von Edelmetallen und von Zertifikaten darauf. Dazu kommt die Streuungsregel aus Artikel 52, die ein Produkt aus einer einzigen Sache ohnehin ausschließt. In der Schweiz gelten andere Regeln, dort gibt es solche Fonds.
- Ist ein ETN riskanter als ein ETC?
- Nicht wegen des Kürzels. Beide sind Inhaberschuldverschreibungen desselben rechtlichen Typs, und der Unterschied im Namen folgt einer Branchengewohnheit, nach der Rohstoffe ETC heißen und alles andere ETN. Worauf es ankommt, ist die Besicherung des einzelnen Papiers, also ob Metall hinterlegt ist, Sicherheiten verpfändet sind, ein Dritter einsteht oder nichts davon.
- Was bedeutet ETP?
- ETP steht für Exchange Traded Product und ist der Oberbegriff über alle börsengehandelten Papiere, die einen Index oder einen Basiswert abbilden. ETF, ETC und ETN liegen darunter. Ein ETP ist also keine vierte Produktart neben den dreien, sondern der Sammelbegriff, unter dem sie alle stehen.
- Gibt es Rohstoffe überhaupt als Fonds?
- Als breiten Korb ja, als einzelnen Rohstoff nein. Ein Fonds darf einen gestreuten Rohstoffindex über Derivate abbilden, solange dieser Index sich aus verschiedenen Rohstoffen zusammensetzt. Die ESMA-Leitlinien rechnen dabei Unterkategorien desselben Rohstoffs zusammen, also zählen die Ölsorten West Texas Intermediate und Brent sowie Benzin und Heizöl gemeinsam als ein Rohstoff.
- Woran erkenne ich die Rechtsform eines Papiers?
- Am Basisinformationsblatt, gleich auf der ersten Seite. Dort steht entweder, dass es sich um einen Fonds oder Teilfonds handelt, oder es steht Schuldverschreibung beziehungsweise der Name eines Emissionsprogramms. Das Kürzel im Produktnamen ist ein guter erster Hinweis, aber das Dokument ist die verbindliche Auskunft, und es nennt im selben Zug die Besicherung.
Quellen & weiterführende Links
- Richtlinie 2009/65/EG (OGAW-Richtlinie), Artikel 50 zu zulässigen Vermögensgegenständen und zum Verbot des Erwerbs von Edelmetallen, Artikel 51 zum Gesamtrisiko und Artikel 52 zur Streuung
- ESMA, Leitlinien zu börsengehandelten Indexfonds (ETF) und anderen OGAW-Themen (ESMA/2014/937DE), Randnummer 51 zu Rohstoffindizes
- Deutsche Börse, Definition der Anlageklassen ETF, ETP, ETC und ETN
- Deutsche Börse, Emittentenrisiko bei ETCs und die Formen der Besicherung
- Verordnung (EU) 2017/1129 (Prospektverordnung), Artikel 20 zur Billigung des Prospekts
- § 1 Investmentsteuergesetz, Anwendungsbereich und Begriff des Investmentfonds
- § 20 Investmentsteuergesetz, Teilfreistellung
Zur Entstehung dieses Artikels
Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Quellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft.
Nächster Schritt
Eine Regel, die auch die alten Buchungen noch einsortiert
Die Rechtsform eines Papiers steht in keiner Kontobuchung, auf dem Verrechnungskonto steht nur ein Betrag mit dem Namen des Papiers daneben. Unter Kategorien und Regeln legst du in Portora eine sichtbare Regel an, die Käufe mit diesem Namen einer eigenen Kategorie zuordnet, und lässt sie einmal rückwirkend über die vorhandenen Buchungen laufen. Danach zeigt das Dashboard für den gewählten Zeitraum, wie viel Geld in diese Ecke geflossen ist.
Funktionen ansehenVom Wissen in die Anwendung
Wenn du die Einordnung auf deine eigene Lage anwenden willst, findest du in Portora den direkten Einstieg.
Wissen schafft Orientierung. Der nächste Schritt bleibt die Registrierung oder der Blick in die passende Produktseite.