Einkommen & Gehalt

Gehaltserhöhung berechnen: Was kommt netto wirklich an?

Gib dein aktuelles und dein neues Bruttogehalt ein — oder eine Erhöhung in Prozent. Der Rechner vergleicht beide Netto-Ergebnisse, zeigt die tatsächliche Netto-Erhöhung und den Netto-Anteil. Optional rechnet er Inflation ein, weist den Grenzsteuersatz und die Arbeitgeberkosten aus und zeigt, was eine Einmalzahlung bzw. eine bAV-Umwandlung daraus machen würden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeigt den Netto-Effekt einer Gehaltserhöhung — mit vollständigem Vorher-Nachher-Vergleich.
  • Eingabe wahlweise als Monats- oder Jahresgehalt, als neues Brutto oder als Erhöhung in Prozent.
  • Rechnet auf Wunsch Inflation ein und zeigt die Break-even-Erhöhung für den Kaufkrafterhalt.
  • Weist Grenzsteuersatz und Arbeitgeberkosten aus — relevant für die nächste Verhandlung.
  • Übersetzt das Jahres-Netto-Plus in einen äquivalenten Brutto-Bonus (§39b Abs. 3 EStG).
  • Optional: Teil der Erhöhung in bAV umwandeln und den Steuer-/SV-Hebel sichtbar machen.
  • Öffnet das monatliche Netto-Plus direkt im Sparplan-Rechner für die Langfrist-Projektion.
  • Ergebnis als PDF exportieren — zum Teilen oder für die eigene Ablage.
  • Berechnung nach den Regelwerten für Deutschland 2026. Keine Speicherung, kein Login.

Gehaltserhöhung berechnen

Gehaltsangabe als
Dein derzeitiges monatliches Bruttogehalt.
Erhöhung eingeben als
Dein zukünftiges monatliches Bruttogehalt.

Anleitung

Wie funktioniert der Gehaltserhöhungs-Rechner?

Du gibst dein aktuelles Bruttogehalt ein — wahlweise als Monats- oder Jahreswert — und wählst, ob du das neue Gehalt direkt oder die Erhöhung in Prozent angeben möchtest. Dazu kommen Steuerklasse, Bundesland und optionale Parameter wie Kirchensteuer und Krankenkassen-Zusatzbeitrag.

Zusätzlich kannst du eine Inflationsannahme aktivieren, um den realen Kaufkraft-Effekt zu sehen, und einen Teil der Erhöhung in die betriebliche Altersvorsorge umwandeln, um den Steuer- und SV-Hebel sichtbar zu machen.

Der Rechner berechnet für beide Gehälter die vollständigen Abzüge und stellt sie in einer Vergleichstabelle gegenüber. So siehst du nicht nur die Netto-Differenz, sondern auch, wie sich Steuern und Sozialabgaben in Summe verändern.

Ergebnis

Was sagen dir die Ergebniswerte?

Nach der Berechnung zeigt der Rechner vier Grund-Kennzahlen und — abhängig von deinen Eingaben — mehrere Zusatz-Perspektiven.

Die vier Grund-Kennzahlen

  • Brutto-Erhöhung: Die absolute Differenz zwischen altem und neuem Bruttogehalt — pro Monat und pro Jahr.
  • Netto-Erhöhung: Was von der Brutto-Erhöhung nach Steuern und Sozialabgaben tatsächlich auf deinem Konto landet.
  • Netto-Anteil: Wie viel Prozent der Brutto-Erhöhung netto ankommen. Ein Netto-Anteil von 55 % bedeutet: Von 100 € brutto kommen 55 € netto an.
  • Grenzsteuersatz: Wie viel Steuer auf den nächsten verdienten Euro abfällt. Der Wert erklärt, warum zusätzliche Erhöhungen oft einen niedrigeren Netto-Anteil haben.
Darunter erscheinen situativ weitere Blöcke: reales Netto nach Inflation, Arbeitgeberkosten-Perspektive, BBG-Hinweis beim Überschreiten einer Beitragsbemessungsgrenze, Einmalzahlungs-Äquivalent und — wenn aktiviert — ein bAV-Szenario. Die Vergleichstabelle zeigt Brutto, Steuern, Sozialversicherung und Netto jeweils vorher/nachher in Summe. Für eine detaillierte Einzel-Aufschlüsselung jedes Abzugs (Lohnsteuer, Soli, Kirchensteuer und jede Sozialversicherung) ist der Brutto-Netto-Rechner das passende Werkzeug.

Einordnung

Typische Netto-Anteile bei Gehaltserhöhungen

Bei einem Einkommen unter dem Grundfreibetrag (12.348 € jährlich in 2026) wird eine Erhöhung zunächst gar nicht besteuert — der Netto-Anteil liegt bei fast 80 %. Im mittleren Einkommensbereich (30.000–60.000 € brutto) sinkt der Netto-Anteil typischerweise auf 50–55 %.

Bei hohen Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen steigen die SV-Beiträge nicht weiter, aber der Grenzsteuersatz erreicht 42 % oder 45 %. Der Netto-Anteil liegt dann bei etwa 55–58 %, weil die SV-Entlastung die höhere Steuer teilweise kompensiert.

Inflation

Wann ist eine Erhöhung real keine Erhöhung?

Eine Gehaltserhöhung ist immer eine Erhöhung des nominalen Gehalts. Ob sie auch eine Erhöhung der Kaufkraft ist, hängt von zwei Effekten ab: der Steuer- und Abgabenlast auf den Mehrbetrag und der laufenden Inflation.

Der Rechner zeigt auf Wunsch beide Werte nebeneinander. Bei 2 % Inflation und einem Netto-Anteil von rund 55 % brauchst du typischerweise eine Brutto-Erhöhung von 3,5–4 %, damit dein reales Netto nicht sinkt. Bei höheren Inflationsraten verschiebt sich diese Break-even-Schwelle proportional nach oben.

Verhandlung

Arbeitgeberkosten als Referenzwert

Was dich der Arbeitgeber kostet, ist nicht dein Brutto. Durch die paritätisch getragenen Sozialversicherungsbeiträge liegen die Gesamtkosten etwa 20 % über dem Bruttogehalt — plus Umlagen und Unfallversicherung.

Für die Einordnung einer Erhöhung ist das hilfreich: Der Rechner weist sowohl die Mehrkosten des Arbeitgebers als auch dein Netto-Plus aus. So siehst du, welchen Anteil der zusätzlichen Gesamtkosten am Ende tatsächlich bei dir ankommt — und welchen Spielraum eine Verhandlung realistisch hat.

Falls dein Arbeitgeber alternativ einen Firmenwagen statt einer reinen Gehaltserhöhung anbietet, ändert sich die Rechnung grundsätzlich — der Sachbezug nach 1-Prozent-Regelung erhöht das zu versteuernde Einkommen, statt zusätzliches Netto zu bringen. Die volle Brutto-Netto-Rechnung für diesen Vergleich steht im Artikel Firmenwagen oder Gehaltserhöhung, die Mechanik dahinter (Antriebsart, Pendler-Aufschlag, Methodenwahl) ist im Pillar zur 1-Prozent-Regelung Schritt für Schritt erklärt.

Beispiel: Erhöhung von 3.500 € auf 4.000 € brutto

Eine ledige Person in Nordrhein-Westfalen erhält eine Gehaltserhöhung von 3.500 auf 4.000 € brutto. Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, Zusatzbeitrag 2,9 %.

  1. Altes Bruttogehalt: 3.500 € monatlich → Netto: 2.333,25 €.
  2. Neues Bruttogehalt: 4.000 € monatlich → Netto: 2.605,50 €.
  3. Brutto-Erhöhung: +500 € pro Monat (+6.000 € pro Jahr).
  4. Netto-Erhöhung: +272,25 € pro Monat (+3.267,00 € pro Jahr).
  5. Netto-Anteil der Erhöhung: 54,5 % — von 500 € brutto kommen 272,25 € netto an.
  6. Grenzsteuersatz auf das neue Gehalt: 24,6 % — so viel Steuer fällt auf den nächsten verdienten Euro an.
  7. Arbeitgeberkosten-Differenz: +605,75 € pro Monat — rund 45 % davon kommen netto bei der Angestellten an.
  8. Einmalzahlungs-Äquivalent: Ein jährlicher Brutto-Bonus von ca. 6.000 € würde das gleiche Netto-Plus bringen — wirkt aber nur einmal, nicht in jedem Folgejahr.

Häufige Fragen

Warum kommt nicht die ganze Erhöhung netto an?
Weil Steuern und Sozialabgaben progressiv oder proportional steigen. Die Lohnsteuer steigt überproportional, weil jeder zusätzliche Euro am höchsten Grenzsteuersatz besteuert wird. Sozialversicherungsbeiträge steigen proportional bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Wie stark beeinflusst die Steuerklasse den Netto-Anteil?
Erheblich. In Steuerklasse III (Splitting-Tarif) liegt der Netto-Anteil oft 10–15 Prozentpunkte höher als in Steuerklasse I, weil das Ehegattensplitting den Grenzsteuersatz senkt. In Steuerklasse V ist der Netto-Anteil besonders niedrig.
Was ist der Netto-Anteil einer Gehaltserhöhung?
Der Netto-Anteil zeigt, wie viel Prozent der Bruttoerhöhung tatsächlich auf deinem Konto ankommen. Ein Netto-Anteil von 55 % bedeutet: Von 100 € Gehaltserhöhung brutto kommen 55 € netto bei dir an. Je höher dein Einkommen, desto niedriger ist in der Regel der Netto-Anteil.
Wie unterscheidet sich dieser Rechner vom Gehaltsvergleich-Rechner?
Der Gehaltserhöhungs-Rechner fokussiert auf die Erhöhung innerhalb desselben Jobs und zeigt den Netto-Anteil der Mehrzahlung. Der Gehaltsvergleich-Rechner stellt zwei beliebige Gehälter nebeneinander — auch mit unterschiedlichen Steuerklassen oder Arbeitgebern.
Wie viel muss ich brutto mehr verdienen, damit meine Erhöhung die Inflation ausgleicht?
Das hängt von deinem Grenzsteuersatz und dem SV-Anteil auf den Mehrbetrag ab. Faustregel: Wenn dein Netto-Anteil bei rund 55 % liegt, brauchst du bei 2 % Inflation ca. 3,6 % Brutto-Erhöhung, um dein reales Netto zu halten. Der Rechner gibt dir diese Break-even-Erhöhung exakt aus, sobald du die Inflations-Option aktivierst.
Warum wird mir auch angezeigt, was meine Erhöhung den Arbeitgeber kostet?
Weil dein Brutto nicht das ist, was der Arbeitgeber insgesamt ausgibt. Zusätzlich fallen die Arbeitgeber-Anteile zur Sozialversicherung an. Für die Verhandlung ist es hilfreich, die Gesamtkosten zu kennen — auch, um einordnen zu können, welchen Anteil von den Mehrkosten tatsächlich bei dir ankommt. In der Regel liegt dieser Anteil bei 40–50 %.
Ist eine einmalige Zahlung oder eine Gehaltserhöhung besser?
Eine Einmalzahlung wirkt nur einmal, eine Erhöhung wirkt in jedem Folgejahr — inklusive späterer Erhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Rentenbasis. Einmalzahlungen werden nach §39b Abs. 3 EStG gesondert besteuert und fallen oft schlechter aus als eine nominal gleich hohe Summe aus regelmäßigen Erhöhungen. Der Rechner zeigt dir zum Vergleich, welcher jährliche Brutto-Bonus deinem Netto-Plus entsprechen würde.
Lohnt es sich, einen Teil der Erhöhung in bAV umzuwandeln?
Das hängt vor allem von deinem Grenzsteuersatz und dem Arbeitgeberzuschuss ab. Der Teil, den du in die bAV umwandelst, ist bis 676 € /Monat steuerfrei und bis 338 € /Monat sv-frei. Je höher dein Grenzsteuersatz, desto größer der Hebel. Der Rechner zeigt dir für einen gewählten Betrag, wie viel Netto du tatsächlich verzichtest und wie viel Steuer- und SV-Ersparnis die Umwandlung bringt.
Kann ich das Ergebnis als PDF speichern?
Ja. Nach der Berechnung erscheint unter dem Ergebnis ein Button „Als PDF speichern". Die Datei wird lokal in deinem Browser erstellt und enthält dein altes und neues Brutto, deinen Steuerklassen- und Bundesland-Kontext, die Netto-Mehrung mit Netto-Anteil und Grenzsteuersatz, den Vorher-Nachher-Vergleich aller Abzüge sowie — falls aktiviert — die Inflations-Sicht und das Bonus-Äquivalent. Es werden keine Daten an Portora oder Dritte übertragen.

Vom Rechner in die Praxis

Dein Netto-Plus sinnvoll einordnen

Du weißt jetzt, was von deiner Gehaltserhöhung netto übrig bleibt. Wie sich dieser Mehrbetrag über 10 oder 20 Jahre entwickelt, zeigt dir der Sparplan-Rechner. Im Portora-Cockpit ordnest du den Mehrbetrag anschließend denselben Konten und Kategorien zu, über die du deine Finanzen ohnehin führst.