Einkommen & Gehalt

Rechner

Steuerklassen-Vergleich für Ehepaare: III/V, IV/IV oder IV + Faktor?

Gib die Bruttogehälter beider Partner ein, wähle Bundesland und Kinderzahl. Der Rechner berechnet alle drei Steuerklassen-Kombinationen gleichzeitig und zeigt pro Variante das Netto je Partner, das Gesamt-Netto und eine Schätzung von Erstattung oder Nachzahlung am Jahresende. Die Empfehlung berücksichtigt auch die Planbarkeit, nicht nur die höchste monatliche Auszahlung.

Schnellstart

Steuerklassen vergleichen

Partner A
Dein monatliches Bruttogehalt.
€
Jahre
Partner B
Monatliches Bruttogehalt des Partners.
€
Jahre
Beide Partner leben im selben Bundesland (relevant für Kirchensteuer und Sachsen-Sonderregel).
Relevant für Pflegeversicherungs-Abschlag und Kinderfreibeträge (Soli/KiSt).

Alle Berechnungen laufen direkt in deinem Browser. Deine Eingaben werden nicht an uns übertragen oder gespeichert.

Anleitung

Wie funktioniert der Vergleich?

Du gibst die Bruttogehälter beider Partner ein und wählst Bundesland und gemeinsame Kinderzahl. Im erweiterten Block kannst du pro Partner zusätzlich Kirchensteuerpflicht, KV-Zusatzbeitrag, jährliche Sonderzahlungen und private Krankenversicherung einstellen. Auch ein Konfessionsmix oder ein PKV-/GKV-Mix lässt sich so abbilden. Der Rechner berechnet für jede der drei möglichen Kombinationen die monatliche Lohnsteuer, die Sozialabgaben und das daraus resultierende Netto, einzeln pro Partner und als Gesamt-Netto für das Paar. Die Anzeige lässt sich zwischen Monats- und Jahreswerten umschalten.

Die empfohlene Variante wird farblich hervorgehoben. Liegt das höchste monatliche Netto in einer anderen Variante, bekommt diese eine zusätzliche Markierung, denn maximale Liquidität und planbare Liquidität sind nicht immer dieselbe Wahl. Die Empfehlung selbst basiert auf dem Einkommensverhältnis und dem geschätzten Steuerausgleich am Jahresende. Bei gemeinsamer Veranlagung ist die tatsächliche Jahressteuer in allen drei Varianten identisch. Die Wahl verteilt nur, wie viel davon monatlich einbehalten wird.

Grundlage

Die drei Kombinationen in Kürze

Ehepaare und eingetragene Lebenspartner, die beide Arbeitslohn beziehen, können zwischen drei Kombinationen wählen. Am Jahresende zahlen sie in allen drei Fällen dieselbe Steuer nach dem Splittingtarif, die Wahl verteilt nur den monatlichen Abzug. Warum das so ist und wie der Wechsel beim Finanzamt abläuft, erklärt der Ratgeber Welche Steuerklasse als Ehepaar?.

Die drei Varianten auf einen Blick

  • III / V: Der Partner mit dem höheren Einkommen wird mild besteuert, der andere deutlich stärker. Die Kombination ist auf eine Einkommensverteilung von etwa 60 zu 40 ausgelegt. Die Steuererklärung ist Pflicht.
  • IV / IV: Beide werden wie Ledige besteuert. Bei gleichem Einkommen passt das genau, bei unterschiedlichem behalten die Arbeitgeber zu viel ein, und das Geld kommt erst mit der Erstattung zurück.
  • IV / IV mit Faktor: Beide bleiben in IV, die Lohnsteuer wird aber mit einem Faktor unter 1 gekürzt, der den Splittingvorteil vorwegnimmt. Monatlicher Abzug und Jahressteuer liegen nah beieinander, die Steuererklärung ist auch hier Pflicht.
Ein eingetragener Faktor gilt bis zu zwei Kalenderjahre (§ 39f EStG). Die Steuerklassen lassen sich mehrmals im Jahr wechseln, der Antrag für das laufende Jahr muss bis zum 30. November beim Finanzamt sein.

Einordnung

Wann III/V zu viel und wann zu wenig einbehält

Viele halten III/V für die Kombination mit dem meisten Netto. Das stimmt nur, wenn die Einkommen weit genug auseinanderliegen. Bei ähnlichen Gehältern behält III/V sogar mehr ein als IV/IV, weil die Steuerklasse V den zweiten Partner stark belastet.

Die folgenden Werte hat der Rechner für ein Paar in Nordrhein-Westfalen mit zusammen 7.500 € brutto im Monat gerechnet, beide gesetzlich versichert mit 2,9 % Zusatzbeitrag, ohne Kinder und ohne Kirchensteuer. Der Ausgleich zeigt, was nach der Steuererklärung zurückkommt oder nachzuzahlen ist.

Monatliches Netto des Paares und Ausgleich am Jahresende

  • 3.750 € und 3.750 €: III/V 4.811 € mit 1.559 € Erstattung, IV/IV 4.940 € ohne Ausgleich. Der Faktor liegt bei 1, IV mit Faktor ist hier dasselbe wie IV/IV.
  • 4.500 € und 3.000 €: III/V 4.905 € mit 428 € Erstattung, IV/IV 4.926 € mit 179 € Erstattung, IV mit Faktor 4.940 € ohne nennenswerten Ausgleich.
  • 5.000 € und 2.500 €: III/V 4.958 € mit 213 € Nachzahlung, IV/IV 4.899 € mit 497 € Erstattung, IV mit Faktor 4.940 € ohne nennenswerten Ausgleich.
  • 6.000 € und 1.500 €: III/V 5.096 € mit 1.684 € Nachzahlung, IV/IV 4.806 € mit 1.791 € Erstattung, IV mit Faktor 4.955 € ohne nennenswerten Ausgleich.
Die Werte sind Schätzungen nach dem Programmablaufplan 2026 und ersetzen keine Steuererklärung. Sonderausgaben, Freibeträge oder Kapitalerträge verschieben den Ausgleich, das Muster bleibt dasselbe. Das höhere Netto bei III/V im letzten Fall ist kein Steuervorteil, sondern ein Vorschuss auf die Nachzahlung.

Hintergrund

Wann die Steuerklasse echtes Geld kostet

Bei der Jahressteuer ist die Wahl neutral, bei Lohnersatzleistungen nicht. Elterngeld und Arbeitslosengeld richten sich nach einem Netto, in das die Steuerklasse eingeht, beim Krankengeld begrenzt das Netto die Höhe. Was hier durch eine ungünstige Klasse verloren geht, gleicht keine Steuererklärung aus.

Im Beispiel mit 5.000 € und 2.500 € brutto schätzt der Rechner das Basiselterngeld des Partners mit dem geringeren Einkommen in Steuerklasse V auf rund 941 € im Monat, mit IV und Faktor auf rund 1.155 €. Über zwölf Monate sind das gut 2.500 € Unterschied. Der Partner mit 5.000 € erreicht dagegen in jeder Variante den Höchstbetrag von 1.800 €.

Beim Elterngeld zählt die Steuerklasse, die im Bemessungszeitraum in der Mehrzahl der Monate gegolten hat. Das sind meist die zwölf Monate vor dem Geburtsmonat oder vor Beginn des Mutterschutzes. Ein Wechsel muss deshalb mindestens sieben Monate vor dem Ende dieses Zeitraums wirksam sein. Der Elterngeld-Schätzer im Rechner zeigt die Wirkung für jede Variante.

Der Schätzer rechnet vereinfacht mit 65 % des Nettos und der Obergrenze von 1.800 €. Die Elterngeldstelle berücksichtigt weitere Details, und für das Arbeitslosengeld gelten eigene Regeln, wann ein Klassenwechsel zählt.

Entscheidungshilfe

Wann lohnt sich welche Variante?

Wer einen gleichmäßigen Abzug ohne Überraschung im Folgejahr will, fährt mit IV/IV und Faktor meist am besten. Das Faktorverfahren bildet die tatsächliche Jahressteuer am genauesten ab und verteilt sie fair auf beide Partner. Der Faktor muss allerdings beim Finanzamt beantragt werden, gilt höchstens zwei Kalenderjahre und verpflichtet zur Steuererklärung. Bei annähernd gleichem Einkommen ist IV/IV ohne Faktor genauso gut und am einfachsten.

III/V passt, wenn die Einkommen etwa im Verhältnis 60 zu 40 oder weiter auseinanderliegen und der Hauptverdiener monatlich mehr Liquidität braucht, oder wenn für ihn eine Lohnersatzleistung absehbar ist. Eine mögliche Nachzahlung solltet ihr dann von Anfang an einplanen. Ihre geschätzte Höhe zeigt der Rechner für jede Variante.

Beispiel: Partner A verdient 5.000 €, Partner B 2.500 €

Ehepaar, beide gesetzlich versichert, keine Kinder, Bundesland NRW, keine Kirchensteuer. KV-Zusatzbeitrag 2,9 %.

  1. Partner A: 5.000 € brutto monatlich.
  2. Partner B: 2.500 € brutto monatlich.
  3. III/V: Gesamt-Netto ≈ 4.958 € pro Monat, am Jahresende rund 213 € Nachzahlung.
  4. IV/IV: Gesamt-Netto ≈ 4.899 € pro Monat, am Jahresende rund 497 € Erstattung.
  5. IV/IV + Faktor: Gesamt-Netto ≈ 4.940 € pro Monat, Steuerausgleich nahe null.
  6. Empfehlung: IV/IV + Faktor, zwar nicht die monatlich höchste Auszahlung, aber die einzige Variante ohne nennenswerte Nachzahlung und ohne dem Staat einen zinslosen Kredit zu geben. III/V brächte nur rund 18 € mehr Liquidität pro Monat und dafür eine Nachzahlung von gut 200 € am Jahresende.

Häufige Fragen

Warum verändert sich meine Jahressteuer gar nicht durch die Wahl der Steuerklasse?
Weil das Finanzamt bei der gemeinsamen Veranlagung immer den Splittingtarif anwendet, unabhängig davon, in welchen Steuerklassen ihr während des Jahres wart. Die Klasse bestimmt nur, wie viel monatlich als Vorauszahlung einbehalten wird. Am Jahresende wird die Differenz zwischen Einbehalt und tatsächlicher Splittingsteuer über Nachzahlung oder Erstattung ausgeglichen.
Wann lohnt sich die Kombination III/V?
Wenn der Hauptverdiener deutlich mehr verdient als der Zweitverdiener (als Faustregel etwa 60/40 oder mehr), bringt III/V monatlich mehr Netto beim Hauptverdiener. Das ist dann sinnvoll, wenn dieser Hauptverdiener die monatliche Liquidität braucht (z.B. für Familienplanung, um Elterngeld auf höheres Netto aufzubauen). Bei III/V besteht eine Pflicht zur Steuererklärung.
Wie funktioniert das Faktorverfahren (§39f EStG)?
Beim Faktorverfahren sind beide Partner in Steuerklasse IV. Das Finanzamt berechnet einen Faktor zwischen 0 und 1, der die voraussichtliche Jahressteuer nach Splittingtarif durch die Summe der Einzel-IV-Steuern teilt. Die tatsächliche Lohnsteuer pro Partner ist dann IV-Steuer × Faktor. Vorteil: Beide Partner behalten monatlich annähernd den Betrag, der ihrer tatsächlichen Jahressteuerlast entspricht (keine Nachzahlung, keine große Erstattung). Der Faktor gilt bis zu zwei Kalenderjahre, und wer ihn nutzt, muss eine Steuererklärung abgeben.
Wie oft kann ich die Steuerklasse wechseln?
Seit 2020 ist ein Wechsel mehrmals pro Jahr möglich, nicht mehr nur einmal jährlich. Für das laufende Jahr kann der Antrag bis spätestens 30. November beim Finanzamt gestellt werden. Für das Elterngeld zählt die Steuerklasse, die im Bemessungszeitraum in der Mehrzahl der Monate galt, für das Arbeitslosengeld gelten eigene Regeln. Einen Wechsel vor einer absehbaren Lohnersatzleistung solltest du deshalb früh planen.
Warum sollte mich das monatliche Netto interessieren, wenn die Jahressteuer gleich ist?
Drei Gründe: Erstens verändert die Klasse eure Liquidität im Monat. Das wirkt sich auf Kreditraten, laufende Ausgaben und Sparverhalten aus. Zweitens ist das Netto des leistungsberechtigten Partners die Bemessungsgrundlage für Lohnersatzleistungen. Drittens bedeutet eine große Erstattung am Jahresende, dass ihr dem Staat einen zinslosen Kredit gegeben habt. Das Geld hätte besser auf einem Tagesgeldkonto liegen sollen.
Was passiert, wenn beide gleich verdienen?
Dann ist IV/IV die natürliche Wahl. Der Faktor im Faktorverfahren beträgt dann 1,0, das heißt IV/IV und IV/IV+F sind identisch. III/V bringt bei gleichem Einkommen keinen Vorteil und führt beim V-Partner zu überhöhtem Steuerabzug. Bei zweimal 3.750 € brutto behält III/V im Jahr rund 1.560 € zu viel ein, die erst mit der Steuererklärung zurückkommen.
Wie genau ist die Schätzung der Erstattung bzw. Nachzahlung?
Der Rechner stellt die einbehaltene Jahressteuer der tatsächlichen Splitting-Jahressteuer gegenüber. Soli und Kirchensteuer werden im Splittingtarif proportional zur Lohnsteuer hochgerechnet. Das ist eine Näherung, die in der Realität um wenige Euro pro Jahr abweichen kann. Größenordnung und Vorzeichen (Erstattung vs. Nachzahlung) sind verlässlich. Für die exakte Steuerschuld zählt die Steuererklärung mit allen Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und individuellen Freibeträgen.
Wie funktioniert der Elterngeld-Schätzer im Rechner?
Der Schätzer wendet die Faustformel nach §2 BEEG an: 65 % des durchschnittlichen Nettos vor der Geburt, gedeckelt zwischen 300 und 1.800 € pro Monat. Damit siehst du, wie viel Elterngeld der gewählte Partner in jeder der drei Steuerklassen-Varianten bekäme. Die exakte Berechnung der Elterngeldstelle berücksichtigt zusätzlich Sozialabgabenpauschale (21 %), Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag. Der Schätzer dient nur dem Vergleich der Größenordnungen zwischen den Varianten.
Kann ich das Ergebnis als PDF speichern?
Ja. Nach der Berechnung erscheint unter dem Ergebnis ein Button „Als PDF speichern". Die Datei wird lokal in deinem Browser erstellt und enthält die Brutto-Werte beider Partner, den Steuerklassen-Kontext, die empfohlene Variante mit Begründung, eine Vergleichstabelle aller drei Varianten (III/V, IV/IV, IV+Faktor) sowie die geschätzten Erstattungen oder Nachzahlungen am Jahresende. Es werden keine Daten an Portora oder Dritte übertragen.

Vom Rechner in die Praxis

Euer Familien-Einkommen strukturieren

Ihr wisst jetzt, welche Steuerklassen-Kombination zu eurer Einkommenssituation passt, und ob am Jahresende eine Erstattung oder eine Nachzahlung auf euch zukommt. In Portora könnt ihr eure Konten miteinander teilen, mit Lese- oder Bearbeitungsrecht je Konto. Für eine erwartete Nachzahlung hinterlegt ihr in der Planung eine monatliche Umbuchung auf ein Rücklagenkonto, dann trifft sie euch im Folgejahr nicht unvorbereitet.