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Dax-Aktien rund um die Uhr handelbar, nachts nennt ein Händler den Preis auf Anfrage

Die Deutsche Börse lässt seit dem 27. Oktober 2026 alle 40 Dax-Aktien rund um die Uhr handeln, nachts und am Wochenende über ihren Handelsplatz 360X, auf dem ein Händler den Preis erst auf Anfrage nennt. Ein Orderbuch, in dem sich die Aufträge vieler Anleger treffen, gibt es dort nicht, und die Kurse von 360X fließen ausdrücklich nicht in die Eröffnung auf Xetra ein. Von den 168 Stunden einer Woche wird der Dax damit weiter nur an 42,5 Stunden berechnet, und für Privatanleger hängt der Zugang zum Rest an ihrem Broker.

Vorläufige Daten
Portora Redaktion13 Min Lesezeit

Die Woche einer Dax-Aktie in vier Zahlen

40
Dax-Aktien, die seit dem 27.10.2026 rund um die Uhr handelbar sind, nachts und am Wochenende über 360X
42,5 Std.
Xetra-Kernzeit je Woche, werktags von 9 bis 17:30 Uhr, nur in dieser Zeit wird der Dax berechnet
98 Std.
Stunden je Woche außerhalb von 8 bis 22 Uhr an Werktagen, Handel nur auf Anfrage über 360X, eigene Rechnung
63,8 Std.
davon ohne laufenden Dax-Future an der Eurex, von 22 bis 1:10 Uhr und am Wochenende, eigene Rechnung

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

ZahlBedeutung
27.10.2026Start des Handels rund um die Uhr für alle 40 Dax-Aktien über 360X, Mitteilung der Deutschen Börse vom selben Tag
9 bis 17:30 UhrXetra-Kernzeit montags bis freitags, Eröffnungsauktion ab 8:55 Uhr, Schlussauktion ab 17:30 Uhr, nur in dieser Zeit wird der Dax berechnet
8 bis 22 Uhrerweiterter Handel für Privatkunden auf T7, dem Handelssystem der Deutschen Börse, montags bis freitags
nachts und am WochenendeHandel über das multilaterale Handelssystem von 360X, nur auf Anfrage (Request for Quote), abgewickelt über bestehende Konten bei Clearstream
1:10 bis 22 Uhrfortlaufender Handel im Dax-Future an der Eurex, montags bis freitags, am Wochenende kein Handel
168 Stundeneine Woche, ohne Feiertage
42,5 StundenXetra-Kernzeit je Woche, rund 25 Prozent der Woche
27,5 StundenFrüh- und Späthandel von 8 bis 9 und 17:30 bis 22 Uhr je Woche
98 Stundenübrige Zeit, Handel nur über 360X, rund 58 Prozent der Woche, eigene Rechnung
34,2 Stundendavon mit laufendem Dax-Future, werktags von 1:10 bis 8 Uhr, eigene Rechnung
63,8 Stundendavon ohne Dax-Future, von 22 bis 1:10 Uhr und von Freitag 22 Uhr bis Montag 1:10 Uhr, rund 38 Prozent der Woche, eigene Rechnung
50 und 99 EuroAufschlag auf 10.000 Euro Kaufsumme bei einem angenommenen Kurs von 100,50 oder 101 Euro gegen einen Schlusskurs von 100 Euro, eigene Rechnung
7:30 bis 23 UhrHandelszeit bei Comdirect und Trade Republic montags bis freitags, laut Handelsblatt vom 27.10.2026

Was der Handel rund um die Uhr zu versprechen scheint

Seit dem 27. Oktober 2026 lassen sich alle 40 Aktien aus dem Dax an jedem Tag der Woche und zu jeder Stunde handeln. Die Deutsche Börse will damit die erste europäische Marktinfrastruktur sein, die klassische Standardwerte rund um die Uhr anbietet. Der Satz klingt, als stünde der Markt um drei Uhr nachts genauso offen wie um elf Uhr vormittags. Wer am Sonntagabend eine Nachricht über ein Dax-Unternehmen liest, könnte demnach sofort zum Preis des Marktes kaufen oder verkaufen, statt bis Montag zu warten.

Gehandelt wird nachts und am Wochenende allerdings nicht auf Xetra, sondern über 360X, einen Handelsplatz der Gruppe mit eigener Zulassung als multilaterales Handelssystem. Dort läuft der Handel in einer anderen Form. Es gibt kein Orderbuch, in dem die Kauf- und Verkaufsaufträge aller Teilnehmer stehen und der Kurs dort entsteht, wo sie sich treffen. Es gibt eine Anfrage und eine Antwort. Wer eine Dax-Aktie kaufen will, fragt bei angebundenen Händlern einen Preis an, und ein Händler nennt einen verbindlichen Kurs für genau dieses Geschäft. Fachlich heißt das Verfahren Request for Quote (RfQ).

Ein Kurs im Orderbuch ist das Ergebnis vieler Aufträge, die gegeneinander stehen. Ein Kurs auf Anfrage ist das Angebot eines Händlers, der danach das Risiko der Gegenposition trägt. Beide heißen Kurs, und sie sagen nicht dasselbe. Ob man nachts handeln kann, ist damit beantwortet. Offen ist, wer dann den Preis stellt, was er dafür verlangt und was dieser Preis über den Wert der Aktie aussagt.

Wo in einer Woche welcher Preis entsteht

Am greifbarsten wird der Unterschied an den 168 Stunden einer Woche. Die Mitteilung der Deutschen Börse teilt sie in drei Zeiten. Montags bis freitags von 9 bis 17:30 Uhr läuft Xetra in der Kernzeit, mit einer Eröffnungsauktion ab 8:55 Uhr und einer Schlussauktion ab 17:30 Uhr. Das sind 8,5 Stunden am Tag und 42,5 Stunden in der Woche. Nur in dieser Zeit wird der Dax selbst berechnet, und hier liegt laut Mitteilung die Liquidität, an der sich große Anleger als Maßstab ausrichten.

Davor und danach, von 8 bis 9 Uhr und von 17:30 bis 22 Uhr, läuft werktags ein erweiterter Handel für Privatkunden auf T7, dem Handelssystem der Deutschen Börse. Das sind weitere 27,5 Stunden, und auch dort handeln Privatanleger gegen eigens zugelassene Liquiditätsgeber, wie der Artikel zu Handelszeiten und Nachbörse beschreibt. Alle übrigen Stunden, also die Nächte ab 22 Uhr und das ganze Wochenende, deckt seit dem 27. Oktober 360X ab. Das sind 98 Stunden oder 58 Prozent der Woche. Die Mitteilung nennt keine Uhrzeit, ab der 360X übernimmt, gerechnet ist deshalb mit allen Stunden außerhalb der beiden anderen Zeiten.

In diesen 98 Stunden liegt eine zweite Grenze, und an ihr hängt der Preis. Ein Händler, der nachts eine Dax-Aktie verkauft, hat danach eine offene Position. Absichern kann er sie am einfachsten über den Terminkontrakt auf den Dax an der Terminbörse Eurex, den Dax-Future (FDAX). Der wird montags bis freitags von 1:10 bis 22 Uhr gehandelt, am Wochenende gar nicht. Von den 98 Stunden auf Anfrage laufen damit gut 34 mit Dax-Future, an den Werktagen von 1:10 bis 8 Uhr. Rund 64 Stunden laufen ohne ihn, die Stunden von 22 bis 1:10 Uhr und das Wochenende von Freitag 22 Uhr bis Montag 1:10 Uhr. Das sind 38 Prozent der Woche.

Was das für einen einzelnen Auftrag heißt, zeigt ein Rechenbeispiel. Angenommen, eine Dax-Aktie schloss am Freitag auf Xetra bei 100 Euro, und am Samstag fragt ein Kunde über 360X einen Kaufpreis an. Der Händler muss die Aktie liefern und kann sich erst in der Nacht auf Montag absichern. Nennt er 100,50 Euro, zahlt der Kunde bei 10.000 Euro Kaufsumme rund 50 Euro mehr, als die Aktie zum Schlusskurs gekostet hätte. Nennt er 101 Euro, sind es rund 99 Euro. Welche Spanne die Händler auf 360X tatsächlich stellen, veröffentlichen weder die Deutsche Börse noch 360X, die Beträge sind deshalb eine Annahme und keine Messung. Sie zeigen nur, in welcher Einheit der Nachthandel abgerechnet wird, in Euro je Auftrag.

Balkendiagramm, wie sich die 168 Stunden einer Woche für eine Dax-Aktie aufteilen. Xetra-Kernzeit werktags 9 bis 17:30 Uhr, 42,5 Stunden, nur dann wird der Dax berechnet. Früh- und Späthandel werktags 8 bis 9 und 17:30 bis 22 Uhr, 27,5 Stunden. Handel auf Anfrage über 360X werktags von 1:10 bis 8 Uhr, wenn der Dax-Future läuft, 34,2 Stunden. Handel auf Anfrage über 360X ab 22 Uhr und am Wochenende ohne Dax-Future, 63,8 Stunden.
Quellen Deutsche Börse (Mitteilung vom 27.10.2026, Xetra-Kernzeit und erweiterter Handel auf T7), Eurex (Handelszeiten des Dax-Future), 360X (Handelszeiten). Gerechnet für eine Woche ohne Feiertage. Für 360X sind alle Stunden außerhalb von 8 bis 22 Uhr an Werktagen gezählt, weil die Mitteilung keine Uhrzeit nennt, eigene Rechnung.

Wie ein Preis auf Anfrage entsteht

Auf Xetra sieht jeder Teilnehmer in der Kernzeit, zu welchen Preisen andere kaufen und verkaufen wollen. Die Aufträge stehen im Orderbuch, und ein neuer Auftrag wird gegen den besten Gegenauftrag ausgeführt. Zu Beginn und am Ende des Tages sammelt eine Auktion alle Aufträge und ermittelt einen einzigen Preis, zu dem die größte Menge den Besitzer wechselt. Der Kurs ist dort das Ergebnis vieler Entscheidungen, und kein einzelner Teilnehmer bestimmt ihn allein.

Auf 360X fehlt dieser gemeinsame Ort. Der Handelsplatz beschreibt sein Verfahren als Anfrage nach ausführbaren, individuellen Kursen bei bestimmten Gegenparteien oder Liquiditätsgebern. Diese Liquiditätsgeber sind Händler, die als Market Maker angebunden sind und auf Anfrage einen Preis stellen. Der Anfragende sieht ihre Antworten, nimmt eine an oder lässt es. Andere Teilnehmer sehen davon nichts, und ein Geschäft, das um drei Uhr nachts zustande kommt, wird gegen keinen anderen Auftrag geprüft, weil keiner da ist. Abgewickelt wird es über die bestehenden Konten bei Clearstream, der Abwicklungsstelle der Gruppe.

Der Preis eines Händlers hat zwei Teile. Der erste ist seine Schätzung, wo die Aktie stehen würde, wenn jetzt ein Markt offen wäre. Der zweite ist sein Aufschlag für das Risiko, dass er sich irrt und die Gegenposition eine Weile halten muss. Wie lange, hängt an der Uhr. Zwischen 1:10 und 8 Uhr kann er einen Verkauf über den Dax-Future absichern, wenn auch nur gegen den ganzen Index und nicht gegen die einzelne Aktie. Am Samstag kann er das nicht, bis Montag früh trägt er die Position offen. Eine Nachricht am Wochenende trifft dann seinen Bestand, ohne dass er gegensteuern kann, und genau das preist er in die Spanne ein.

Die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis, der Spread, ist damit der Preis der Bequemlichkeit. Wer nachts handelt, kauft die Möglichkeit, sofort zu handeln, und bezahlt sie dem Händler, der das Risiko bis zur nächsten Börsenöffnung übernimmt. Das ist kein Fehler des Verfahrens, es ist seine Logik. Mehrere Händler, die auf dieselbe Anfrage antworten, können die Spanne drücken, weil jeder den anderen unterbieten will. Wie viele es auf 360X für Dax-Aktien sind, nennt der Handelsplatz nicht, und davon hängt ab, wie teuer die Nacht am Ende wird.

Kann man Aktien am Wochenende handeln?

Dax-Aktien lassen sich seit dem 27. Oktober 2026 auch am Samstag und Sonntag handeln, nur nicht von jedem. Zugelassen sind über 360X zunächst die bestehenden Handelskunden der Deutschen Börse, also Banken, Broker und andere Institute, die 360X über einen vereinfachten Antrag freischalten können. Ein Privatanleger kommt nur heran, wenn sein Broker diesen Zugang anbindet und an ihn weiterreicht.

Bei vielen Banken und Brokern ist das bisher nicht der Fall. Das Handelsblatt nennt für Comdirect und Trade Republic weiter Handelszeiten montags bis freitags von 7:30 bis 23 Uhr. Wer dort am Abend eine Dax-Aktie kauft, handelt an einem der Handelsplätze, die schon länger bis in den späten Abend offen sind. Wie dort außerhalb der Xetra-Zeit ein Kurs zustande kommt und warum er vom Xetra-Kurs abweichen kann, steht im Artikel zu Handelszeiten und Nachbörse, welche Plätze es gibt und wie sie sich unterscheiden, im Vergleich der deutschen Handelsplätze.

Die Regelung gilt nur für die 40 Werte des Dax. Für Aktien aus dem MDax, für ETFs oder für ausländische Aktien gibt es den Handel über 360X bisher nicht. Laut Handelsblatt hält die Deutsche Börse eine Ausweitung offen, wenn die Nachfrage reicht. Wer am Wochenende einen Kurs für eine andere Aktie sieht, sieht also keinen Preis aus diesem Angebot.

Wie es zum Handel rund um die Uhr kam

Die Handelszeit für deutsche Standardwerte ist in Stufen gewachsen, und jede Stufe hat ihren eigenen Weg, einen Preis zu finden. Die Kernzeit von 9 bis 17:30 Uhr trägt das Orderbuch und die Auktionen, aus ihr kommt der Dax. Die Randzeiten bis 22 Uhr bedienen Privatkunden, die nach Feierabend ordern, gegen zugelassene Liquiditätsgeber. Der Dax-Future an der Eurex beginnt den Handel schon um 1:10 Uhr, zur Tageszeit der Börsen in Asien. Lücken gab es damit schon vor dem 27. Oktober kaum noch unter der Woche.

Offen blieb das Wochenende. Von Freitagabend bis Montagmorgen gab es für Dax-Aktien bei der Deutschen Börse keinen Handel, und eine Nachricht vom Samstag kam erst in der Eröffnungsauktion am Montag in den Preis. Das Handelsblatt beschreibt den Start ausdrücklich als Antwort auf die Entwicklung in den USA, wo der Handel außerhalb der Börsenzeiten wächst. Die Deutsche Börse selbst spricht von einem Schritt hin zu einer europäischen Marktinfrastruktur, die immer verfügbar ist.

360X selbst ist kein neuer Handelsplatz. Er ist von der Finanzaufsicht BaFin zugelassen und führt drei Bereiche, einen außerbörslichen, ein multilaterales Handelssystem und eines für Wertpapiere, die auf einer verteilten Datenbank geführt werden. Alle drei sind laut Handelsplatz montags bis sonntags rund um die Uhr geöffnet. Neu ist, dass dort jetzt die Aktien gehandelt werden, die sonst auf Xetra ihren Preis bekommen, und dass die Deutsche Börse die beiden Welten an einer Stelle bewusst trennt.

Und wenn der Kurs am Samstag doch der bessere ist

Das stärkste Argument für den Handel rund um die Uhr ist der Vergleich mit der Alternative. Wer am Samstag von einer schlechten Nachricht über ein Dax-Unternehmen erfährt, hatte bisher keinen Preis, sondern nur das Warten auf Montag. Ein Händler, der am Samstag einen verbindlichen Kurs nennt, bietet mehr als nichts. Für einen Fonds mit Kunden in Asien oder Amerika, der auf eine Nachricht reagieren muss, ist die Möglichkeit, sofort zu handeln, Geld wert, auch wenn sie Geld kostet.

Dazu kommt ein zweites Argument. Auch die Eröffnungsauktion am Montag ist kein Ort ohne Risiko. Nach einer Nachricht am Wochenende kann sie weit vom Freitagsschluss entfernt eröffnen, und wer dann verkaufen muss, bekommt diesen Preis. Ein Händler, der am Samstag einen Kurs stellt, schätzt genau diese Eröffnung. Liegt er richtig, hat sein Kunde wenig verloren, er hat nur früher gehandelt.

Der Einwand trifft, aber er begrenzt die These nur. Ein Nachtkurs ist ein brauchbares Angebot, und für einen Anleger, der wirklich nicht warten kann, ist er besser als gar kein Preis. Er bleibt aber das Angebot eines Händlers, der mit seinem Aufschlag dafür sorgt, dass er im Mittel nicht verliert. Wer nicht unter Zeitdruck steht, bekommt am Montag einen Preis aus vielen Aufträgen und zahlt keinen Aufschlag für ein Risiko, das er gar nicht abgeben musste. Der Wert des Nachthandels liegt deshalb in der Möglichkeit zu handeln und nicht in einem besseren Preis.

Warum der Nachtkurs die Eröffnung nicht setzt

Die Deutsche Börse hat für diese Grenze eine eigene Regel geschrieben. Schlusskurse auf 360X außerhalb der Handelszeiten haben laut Mitteilung weder Einfluss auf die Eröffnungskurse noch auf die Eröffnungsauktionen auf Xetra. Die Abläufe von Xetra bleiben unverändert, die üblichen Auktionen ebenso. Wer am Sonntagabend um 23 Uhr eine Dax-Aktie über 360X kauft, verschiebt damit nicht den Preis, mit dem die Aktie am Montag in den Tag startet.

Damit sagt der Betreiber beider Handelsplätze selbst, dass der Kurs von 360X nicht als Marktpreis zählt. Am Montag beginnt die Preisbildung von vorn, mit allen Aufträgen, die über das Wochenende eingegangen sind. Der Dax wird erst ab 9 Uhr wieder berechnet, aus den Xetra-Kursen dieses Morgens und nicht aus den Geschäften der Nacht. Wer einen Dax-Stand für Samstag sucht, findet deshalb keinen amtlichen.

Ich halte diese Trennung für die richtige Konstruktion. Ein Börsenkurs ist eine Information, weil viele Käufer und Verkäufer ihre Aufträge an einem Ort gegeneinander stellen, und genau diese Information fehlt einem Kurs, den ein einzelner Händler am Samstag auf Anfrage nennt. Ließe man ihn in die Eröffnung einfließen, bekäme ein einzelnes Geschäft das Gewicht des ganzen Marktes, und wer am Sonntag mit einem kleinen Auftrag einen hohen Kurs bezahlt, hätte den Montagmorgen für alle anderen verschoben. Messen lässt sich ein Nachtkurs deshalb nur am nächsten Eröffnungspreis auf Xetra, und dieser Abstand ist die Zahl, an der sich der Handel rund um die Uhr in den kommenden Monaten beweisen muss.

Was das für Anleger heißt

Für einen Anleger, der Dax-Aktien oder einen Dax-ETF über einen Sparplan oder einzelne Käufe hält, ändert sich zunächst nichts. Sein Broker führt Aufträge weiter zu den Zeiten aus, die er bisher angeboten hat. Der Dax, dem ein solcher ETF folgt, entsteht weiter allein aus den Kursen der Kernzeit.

Wer über seinen Broker Zugang zum Nachthandel bekommt, kauft dort etwas anderes als um elf Uhr vormittags. Der Kurs um drei Uhr nachts oder am Samstag ist das Angebot eines Händlers, das einen Aufschlag für sein Risiko enthält, und er sagt wenig darüber, wo die Aktie am Montag eröffnet. Eine Limit-Order begrenzt den Preis, den man zu zahlen bereit ist, eine Order ohne Limit nimmt den Kurs, der gerade geboten wird. In den Ausführungsgrundsätzen des eigenen Brokers steht, an welchen Platz ein Auftrag zu welcher Uhrzeit geht.

Die Risiken liegen auf beiden Seiten. Wer nachts verkauft, um einer schlechten Nachricht zuvorzukommen, zahlt die Spanne und kann trotzdem unter dem Preis landen, zu dem die Aktie am Montag eröffnet. Wer bis Montag wartet, trägt das Risiko, dass die Eröffnung noch weiter entfernt liegt. Welche der beiden Seiten im Einzelfall schwerer wiegt, hängt an der eigenen Lage, und diese Abwägung trifft jeder Anleger selbst. Ob sich der Handel rund um die Uhr für Dax-Aktien durchsetzt, zeigt sich daran, ob die Deutsche Börse ihn auf weitere Werte ausdehnt.

Quellen

  1. Deutsche Börse Group führt 24/7-Handel für DAX 40-Aktien auf 360X ein Deutsche Börse Group · pressemitteilung ·
  2. Deutsche Börse Group launches 24/7 trading for DAX 40 equities on 360X Deutsche Börse Group · pressemitteilung ·
  3. 360X, Venue mit Request for Quote und Handelssegmenten 360X · boerse ·
  4. 360X, Trading Hours der Segmente OTC, MTF und DLT-MTF 360X · boerse ·
  5. 360X, Market Makers 360X · boerse ·
  6. DAX-Futures, Kontraktspezifikation und Handelszeiten Eurex Frankfurt AG · boerse ·
  7. Handelszeiten und Kalender, Xetra und Börse Frankfurt Deutsche Börse AG · boerse ·
  8. Vorbild USA: Deutsche Börse startet Handel mit Dax-Aktien rund um die Uhr Handelsblatt · bericht ·

Zur Entstehung dieses Artikels

Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Quellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Stand der Daten ist der 27. Oktober 2026, der Tag der Mitteilung der Deutschen Börse. Die Stundenzahlen sind eigene Rechnung für eine Woche ohne Feiertage. Für 360X sind alle Stunden außerhalb von 8 bis 22 Uhr an Werktagen gezählt, weil die Mitteilung keine Uhrzeit nennt, ab der 360X übernimmt. Die Spannen im Rechenbeispiel sind angenommen, 360X veröffentlicht keine. Die Handelszeiten bei Comdirect und Trade Republic stammen aus dem Bericht des Handelsblatts vom 27. Oktober 2026 und können sich ändern, sobald ein Broker 360X anbindet. Das Urteil zur Trennung von Nachtkurs und Xetra-Eröffnung ist eine Einschätzung der Redaktion.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.

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