Einkommen & Gehalt

Teilzeit-Rechner: Was bleibt netto bei reduzierter Arbeitszeit?

Gib dein aktuelles Vollzeit-Bruttogehalt, deine Vollzeit- und Teilzeitstunden ein. Der Rechner ermittelt das anteilige Brutto und stellt Vollzeit- und Teilzeit-Netto direkt nebeneinander — mit vollständiger Aufschlüsselung der Abzüge, Stundenlohn im Vergleich und einer Quote, die zeigt, wie viel von einer prozentualen Brutto-Reduktion netto übrig bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stellt Vollzeit- und Teilzeit-Gehalt direkt nebeneinander — Brutto, Netto, Stundenlohn und alle Abzüge.
  • Zeigt den <strong>Progressionsvorteil</strong>: bei niedrigerem Brutto fällt der Steuersatz, der Netto-Verlust ist meist kleiner als der Brutto-Verlust.
  • Berechnung nach den Regelwerten für Deutschland 2026 — Lohnsteuer, Soli, Kirchensteuer, Sozialabgaben.
  • Bundesland und Kirchensteuer einstellbar — Werte für die persönliche Situation, nicht nur Bundesschnitt.
  • Ergebnis als PDF exportieren — zum Teilen oder für die eigene Ablage.
  • Kein Login nötig. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.

Vollzeit und Teilzeit nebeneinander stellen

Dein aktuelles Bruttogehalt bei Vollzeit. Ohne Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.
Tarifvertraglich vereinbarte Wochenstunden — typisch 40, in einigen Branchen 38 oder 35.
Die geplante neue Wochenstundenzahl.
Bestimmt Kirchensteuersatz (8 % in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % sonst) und PV-Sachsen-Regel.

Anleitung

Wie funktioniert der Teilzeit-Rechner?

Du gibst drei Werte ein: dein aktuelles Vollzeit-Bruttogehalt, die vertraglich vereinbarten Vollzeitstunden (typisch 40, in einigen Branchen 38 oder 35) und die gewünschten Teilzeitstunden. Optional kannst du Steuerklasse, Bundesland und Kirchensteuer anpassen.

Der Rechner ermittelt daraus den Teilzeitfaktor, berechnet das anteilige Brutto und führt die Brutto-Netto-Berechnung für beide Szenarien parallel durch. Das Ergebnis zeigt Vollzeit und Teilzeit direkt nebeneinander mit allen Abzügen aufgeschlüsselt.

Grundlage

Wie wird das Teilzeitgehalt berechnet?

Das Brutto-Teilzeitgehalt ergibt sich aus dem Vollzeitgehalt multipliziert mit dem Teilzeitfaktor. Beispiel: Wer von 40 auf 30 Stunden reduziert, erhält 75 % des Bruttogehalts (30 ÷ 40 = 0,75).

Das Nettogehalt sinkt jedoch nicht im gleichen Verhältnis. Durch das progressive Steuersystem fällt bei niedrigerem Brutto ein geringerer Steuersatz an. In der Praxis behalten Teilzeitkräfte prozentual mehr vom Brutto als Vollzeitkräfte — dieser Progressionsvorteil macht die Netto-Differenz oft spürbar kleiner als die Brutto-Differenz.

Der Effekt ist im mittleren Einkommensbereich am stärksten — dort verläuft die Steuerprogression besonders steil. Bei sehr niedrigen oder sehr hohen Einkommen ist der Unterschied geringer.

Einordnung

Was solltest du bei einer Teilzeit-Entscheidung bedenken?

Teilzeit ist nicht nur eine Gehaltsfrage. Wer Stunden reduziert, sollte mehrere Bereiche im Blick haben — und vor der Entscheidung das eigene Budget gegen das neue Netto rechnen. Der Rechner zeigt das Netto, der Haushaltsrechner zeigt, ob es bei deinen Fixkosten reicht.

Was sich bei Teilzeit verschiebt

  • Rentenanspruch: Weniger Brutto bedeutet niedrigere Rentenpunkte — über viele Jahre summiert sich das.
  • Krankengeld und ALG I: Die Lohnersatzleistungen orientieren sich am aktuellen Gehalt, nicht am früheren Vollzeit-Wert.
  • Fixkosten bleiben: Miete, Versicherungen, Kreditrate ändern sich nicht — nur das verfügbare Einkommen sinkt.
  • Karriereentwicklung: Beförderungen und Gehaltserhöhungen kommen oft langsamer — pro Stunde ist das aber ein anderes Bild als pro Monat.
  • Steuerklasse bei Paaren: Bei Verheirateten lohnt nach einer Reduktion oft ein Steuerklassen-Wechsel — der Steuerklassen-Vergleich zeigt, ob es etwas bringt.
Der Rechner ersetzt keine individuelle Beratung — er ist ein Werkzeug für eine erste, realistische Einordnung. Für komplexe Fälle (Elternzeit, Pflegezeit, Sabbatical) lohnt zusätzlich ein Gespräch mit der Personalabteilung oder einem Steuerberater.

Anwendung

Wann lohnt sich der Rechner?

Der typische Einsatz ist eine konkrete Veränderungsphase: Du planst Elternteilzeit, Pflegezeit, ein Sabbatical, eine Wochenarbeitszeit-Reduktion aus Gesundheitsgründen oder einen freiwilligen Wechsel zu kürzeren Arbeitstagen. In all diesen Fällen liefert der Rechner zwei Werte, die du sonst beide schätzen müsstest: das anteilige Brutto und das Netto nach allen Abzügen.

Typische Anlässe

  • Elternteilzeit (z. B. Reduktion auf 30 Stunden nach Elternzeit-Ende).
  • Pflegezeit für Angehörige (Pflegeunterstützungsgesetz erlaubt Reduktion).
  • Sabbatical-Vorbereitung (Reduktion vor einer Auszeit oder Schaltjahr-Modell).
  • Brückenteilzeit (gesetzlicher Anspruch ab 6 Monaten Reduktion).
  • Reduktion aus Gesundheitsgründen oder zur Karriere-Verlangsamung.

Beispiel: Reduktion von 40 auf 30 Stunden bei 4.500 € Brutto

Eine Person verdient als Vollzeitkraft 4.500 € brutto und überlegt, auf 30 Wochenstunden zu reduzieren (Steuerklasse IV, NRW, ohne Kirchensteuer).

  1. Vollzeit (40 h): 4.500 € brutto → ca. 2.870 € netto.
  2. Teilzeitfaktor: 30 ÷ 40 = 0,75.
  3. Teilzeit-Brutto: 4.500 € × 0,75 = 3.375 €.
  4. Teilzeit-Netto: ca. 2.260 € (durch Progressionsvorteil weniger als 75 % vom Vollzeit-Netto).
  5. Brutto-Differenz: 1.125 € pro Monat (−25 %).
  6. Netto-Differenz: rund 610 € pro Monat (−21 %) — der Progressionsvorteil dämpft den Verlust um 4 Prozentpunkte.

Häufige Fragen

Wie groß ist der Progressionsvorteil typischerweise?
Im mittleren Einkommensbereich (3.000–6.000 € Brutto) liegt der Vorteil oft bei 3–6 Prozentpunkten — eine Brutto-Reduktion um 25 % schlägt netto häufig nur mit 19–22 % durch. Bei sehr niedrigen oder sehr hohen Einkommen ist der Effekt geringer.
Berücksichtigt der Rechner Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld?
Nein, der Rechner arbeitet mit dem reinen Monatsbrutto. Sonderzahlungen werden bei Teilzeit meist anteilig gekürzt — wer einen Bonus oder ein 13. Gehalt hat, sollte den Effekt separat einrechnen oder die Personalabteilung fragen, wie der Arbeitgeber Sonderzahlungen bei Teilzeit kürzt.
Kann ich den Rechner auch für Elternteilzeit nutzen?
Ja. Der Rechner berechnet das Gehalt bei reduzierter Stundenzahl unabhängig vom Grund der Teilzeit. Für Elterngeld-Berechnungen gelten allerdings separate Regeln — der Rechner ersetzt keine Elterngeldberatung.
Was bedeutet der „Stundenlohn"-Wert im Ergebnis?
Der Stundenlohn ergibt sich aus dem Netto pro Monat geteilt durch die monatlichen Arbeitsstunden (Wochenstunden × 4,33). So siehst du, ob jede Arbeitsstunde in Teilzeit netto mehr oder weniger einbringt — durch den Progressionsvorteil ist der Stundenlohn in Teilzeit oft <em>höher</em> als in Vollzeit.
Wie unterscheidet sich der Rechner vom Brutto-Netto-Rechner?
Der Brutto-Netto-Rechner berechnet ein einzelnes Gehalt mit allen Abzügen und Optionen (PKV, Midijob, Rentner, Sonderzahlungen). Der Teilzeit-Rechner ist auf den Vergleich zwischen Vollzeit und Teilzeit spezialisiert — er nimmt dir die anteilige Brutto-Berechnung ab und stellt beide Szenarien mit Differenz-Werten direkt nebeneinander.
Wirkt sich Teilzeit auf meinen Notgroschen aus?
Ja, doppelt. Der Notgroschen sollte 3–6 monatliche Ausgaben abdecken — wenn die Ausgaben durch reduziertes Einkommen sinken, sinkt auch das Notgroschen-Ziel etwas. Gleichzeitig dauert es mit kleinerer Sparrate länger, ihn aufzubauen. Der <a href="/rechner/notgroschen-rechner">Notgroschen-Rechner</a> ordnet das für deine konkrete Lage ein.
Kann ich das Ergebnis als PDF speichern?
Ja. Nach der Berechnung erscheint unter dem Ergebnis ein Button „Als PDF speichern". Die Datei wird lokal in deinem Browser erstellt und enthält das Vollzeit-Brutto, die Stundenangaben, den Steuer-Kontext, die Netto-Differenz und prozentuale Reduktion, das Vorher/Nachher beider Varianten mit allen Abzügen sowie den Stundenlohn-Vergleich. Es werden keine Daten an Portora oder Dritte übertragen.

Vom Rechner in die Praxis

Budget an die neue Stundenzahl anpassen

Der Rechner zeigt, was kommt — Portora zeigt, was tatsächlich passiert. Sobald die Reduzierung wirksam ist, siehst du Monat für Monat, ob das Budget aufgeht oder ob du nachjustieren musst, bevor das Konto unter Druck gerät.