Vorsorge & Absicherung

Pflegelücken-Rechner: Wie groß ist deine Lücke im Pflegefall?

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilabsicherung, sie zahlt einen festen, gedeckelten Betrag je Pflegegrad. Alles darüber hinaus ist dein Eigenanteil. Gib deine erwartete Pflegesituation, dein verfügbares Einkommen und dein Vermögen ein, und der Rechner zeigt dir die monatliche Lücke, den Gesamtbedarf über die erwartete Dauer und wie lange dein Vermögen sie trägt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Funktioniert für vollstationäre Pflege im Heim und für ambulante Pflege zu Hause, jeweils mit dem passenden Leistungsbetrag der Pflegekasse 2026.
  • Zeigt nicht nur die monatliche Lücke, sondern auch den Gesamtbedarf über die erwartete Pflegedauer, der schnell sechsstellig wird.
  • Rechnet aus, wie viele Monate dein vorhandenes Vermögen die Lücke trägt, bevor andere Mittel nötig werden.
  • Arbeitet mit dem durchschnittlichen Heim-Eigenanteil von 3.245 Euro als Startwert, den du auf deine Region und Einrichtung anpassen kannst.
  • Kein Login nötig. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.

Deine Pflegelücke berechnen

Die Pflegekasse zahlt dafür 1.855 € im Monat.
Bundesdurchschnitt 3.245 Euro im ersten Jahr. Je nach Region und Heim zwischen rund 2.500 und über 3.700 Euro.
Was du laufend für die Pflege einsetzen kannst, etwa die Rente.
Ersparnisse, die die Lücke tragen können.
Die tatsächliche Dauer lässt sich nicht vorhersagen. Spiele ruhig mehrere Werte durch.

Dein Ergebnis

Große Lücke im Verhältnis zum Vermögen

Die Lücke ist groß im Verhältnis zu deinem Vermögen. Es lohnt sich, früh über Vorsorge und über das Auffangnetz der Sozialhilfe nachzudenken.

3.245 €Monatliche Lückenach Einsatz deines Einkommens
38.940 €Pro Jahrzwölf Monate
116.820 €Gesamtbedarfüber 3 Jahre
0 MonateVermögen trägtdanach entsteht eine Restlücke

So setzt sich das zusammen

  • Pflegekosten gesamt pro Monat5.100 €
  • davon zahlt die Pflegekasse− 1.855 €
  • dein Eigenanteil3.245 €
  • davon dein Einkommen− 0 €
  • monatliche Lücke3.245 €

Die Lücke ist groß im Verhältnis zum Vermögen

Nach deinen Angaben trägt dein Vermögen die Lücke nur kurz. Informiere dich früh über private Vorsorge und über das Auffangnetz der Sozialhilfe. Die Analyse zu Pflege und Vermögen erklärt, was die laufende Reformdebatte für deine Planung bedeutet.

Zur Pflege-Analyse

Orientierung mit Durchschnittswerten, keine Pflege- oder Versicherungsberatung. Leistungszuschläge nach Verweildauer, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie der Entlastungsbetrag sind nicht eingerechnet.

Worum es geht

Was die Pflegelücke ist und warum es sie gibt

Anders als eine private Versicherung erstattet die gesetzliche Pflegeversicherung nicht die tatsächlichen Pflegekosten, sondern feste, nach oben gedeckelte Beträge je Pflegegrad. Bei vollstationärer Pflege sind das 2026 zwischen 805 Euro (Pflegegrad 2) und 2.096 Euro (Pflegegrad 5). Was darüber hinaus anfällt, plus Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten, trägst du selbst. Diese Differenz ist die Pflegelücke.

Dass die Kasse nur einen Teil übernimmt, ist kein Versehen, sondern war seit der Einführung der Pflegeversicherung 1995 so angelegt. Warum die gesetzlichen Sozialversicherungen grundsätzlich nach anderen Regeln funktionieren als eine private Police, erklärt der Hintergrund zur Sozialversicherung. Welche Rolle die Lücke in der aktuellen Debatte um Vermögenseinsatz spielt, ordnet die Analyse zu Pflege und Vermögen ein.

So rechnet der Rechner

Vom Pflegegrad zur persönlichen Lücke

Zuerst wählst du die Pflegesituation: vollstationär im Heim oder ambulant zu Hause. Dann den Pflegegrad, der den Leistungsbetrag der Kasse bestimmt. Bei stationärer Pflege gibst du deinen monatlichen Eigenanteil ein, vorbelegt mit dem Bundesdurchschnitt von 3.245 Euro, den du auf deine Region anpassen kannst. Bei ambulanter Pflege gibst du die erwarteten monatlichen Pflegekosten ein, etwa für einen Pflegedienst, und entscheidest, ob die Kasse Sachleistung oder Pflegegeld beisteuert.

Aus deinem Eigenanteil zieht der Rechner das monatlich verfügbare Einkommen ab, das du für die Pflege einsetzen kannst, zum Beispiel die Rente. Was übrig bleibt, ist die monatliche Lücke. Diese wird auf das Jahr und auf die erwartete Pflegedauer hochgerechnet, denn erst über mehrere Jahre zeigt sich die volle Größenordnung. Zuletzt prüft der Rechner, wie viele Monate dein vorhandenes Vermögen diese Lücke trägt.

Der pflegebedingte Eigenanteil im Heim ist für alle Pflegegrade einer Einrichtung gleich hoch (einrichtungseinheitlicher Eigenanteil). Der Pflegegrad bestimmt also vor allem, wie viel die Kasse beiträgt, nicht die Höhe deiner Heim-Rechnung.

Was die Zahlen bedeuten

Was du gegen die Lücke tun kannst

Das Ergebnis ordnet deine Lage in vier Stufen ein: Dein Einkommen deckt die Kosten, dein Vermögen trägt die erwartete Dauer, es trägt einen Teil, oder die Lücke ist groß im Verhältnis zum Vermögen. Je nach Stufe sind unterschiedliche Schritte sinnvoll. Wenn das Vermögen die Lücke nicht über die gesamte Dauer trägt, kommen private Vorsorgebausteine ins Spiel: ein Pflegetagegeld, eine Pflegekosten- oder eine Pflegerentenversicherung. Welche davon passt, hängt von Alter, Budget und Risikobereitschaft ab.

Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Reicht das Vermögen nicht, springt die Sozialhilfe als letztes Netz ein (Hilfe zur Pflege), allerdings mit Vermögensprüfung und Verwertung. Eine private Vorsorge lohnt sich nur, wenn du die Beiträge dauerhaft tragen kannst. Wer wenig Spielraum hat, baut zuerst eine solide Grundlage auf, etwa einen Notgroschen, bevor er komplexe Policen abschließt. Worauf es beim Prüfen privater Versicherungen ankommt, zeigt der Ratgeber zum Versicherungen prüfen.

Grenzen

Was der Rechner leistet und was nicht

Der Rechner arbeitet mit Durchschnitts- und Richtwerten. Der tatsächliche Eigenanteil schwankt regional erheblich, je nach Bundesland und Einrichtung zwischen rund 2.500 und über 3.700 Euro im Monat. Auch die Pflegedauer lässt sich nicht vorhersagen, sie kann wenige Monate oder viele Jahre betragen. Deshalb ist das Ergebnis eine Orientierung, kein individuelles Gutachten.

Nicht berücksichtigt sind unter anderem Leistungszuschläge, die den stationären Eigenanteil mit zunehmender Verweildauer senken, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie der Entlastungsbetrag von 131 Euro. Der Rechner ersetzt keine Pflege- oder Versicherungsberatung. Er hilft dir, die Größenordnung deiner Lücke realistisch einzuschätzen, damit du eine fundierte Entscheidung über deine Vorsorge treffen kannst.

Beispiel: Heimplatz bei Pflegegrad 4, Rente 1.500 Euro, 50.000 Euro Vermögen

Angenommen, ein Angehöriger zieht mit Pflegegrad 4 in ein Heim. Der Eigenanteil liegt beim Bundesdurchschnitt von 3.245 Euro im Monat. An verfügbarem Einkommen steht eine Rente von 1.500 Euro bereit, dazu 50.000 Euro Erspartes. Gerechnet wird mit einer erwarteten Pflegedauer von vier Jahren.

  1. Kassenleistung Pflegegrad 4 (vollstationär): 1.855 Euro im Monat, die direkt an das Heim fließen.
  2. Eigenanteil: 3.245 Euro im Monat, der zusätzlich zu zahlen ist.
  3. Monatliche Lücke: 3.245 Euro minus 1.500 Euro Rente = 1.745 Euro, die aus dem Vermögen kommen müssen.
  4. Über vier Jahre summiert sich das auf rund 83.760 Euro Gesamtbedarf.
  5. Das Vermögen von 50.000 Euro trägt die Lücke etwa 28 Monate, also gut zwei Jahre. Danach entsteht eine Restlücke.
  6. Bewertung: teilweise gedeckt. Eine private Vorsorge oder weitere Rücklagen könnten die verbleibenden rund 22 Monate schließen.

Häufige Fragen

Was ist die Pflegelücke?
Die Pflegelücke ist die Differenz zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und dem festen Betrag, den die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt. Da die Kasse nur einen gedeckelten Zuschuss je Pflegegrad leistet, bleibt der Rest als Eigenanteil. Im Heim sind das im Bundesdurchschnitt 3.245 Euro im Monat, abzüglich des Einkommens, das du dafür einsetzen kannst.
Warum ist der Eigenanteil im Heim für alle Pflegegrade gleich?
Seit der Reform 2017 gilt der einrichtungseinheitliche Eigenanteil: Der pflegebedingte Anteil, den Bewohner selbst zahlen, ist in einer Einrichtung für die Pflegegrade 2 bis 5 gleich hoch. Die Pflegekasse gleicht die unterschiedlich teure Pflege über ihre gestaffelten Leistungsbeträge aus. Der Pflegegrad bestimmt also den Kassenanteil, nicht die Höhe deines Eigenanteils.
Welche Werte sind im Rechner hinterlegt?
Die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung 2026: vollstationär 805 bis 2.096 Euro, Pflegesachleistung 796 bis 2.299 Euro und Pflegegeld 347 bis 990 Euro je nach Pflegegrad. Der voreingestellte Heim-Eigenanteil von 3.245 Euro ist der Bundesdurchschnitt für das erste Jahr laut vdek. Die Beträge der Pflegekasse sind 2026 unverändert geblieben, die nächste Anpassung ist frühestens für 2028 vorgesehen.
Wie lange dauert Pflege im Durchschnitt?
Das lässt sich nicht seriös vorhersagen, die Dauer reicht von wenigen Monaten bis zu vielen Jahren. Im Rechner stellst du die erwartete Dauer selbst ein. Sinnvoll ist, das Ergebnis für mehrere Szenarien durchzuspielen, etwa für zwei und für fünf Jahre, weil der Gesamtbedarf direkt mit der Dauer steigt.
Was passiert, wenn mein Vermögen aufgebraucht ist?
Reichen Einkommen und Vermögen nicht aus, übernimmt die Sozialhilfe die Pflegekosten über die Hilfe zur Pflege. Das ist allerdings bedürftigkeitsabhängig: Vorhandenes Vermögen muss bis auf einen Schonbetrag eingesetzt werden, und unter Umständen werden unterhaltspflichtige Kinder herangezogen, sofern sie über der gesetzlichen Einkommensgrenze liegen. Genau deshalb lohnt es sich, die Lücke frühzeitig zu kennen.
Ersetzt der Rechner eine Beratung?
Nein. Der Rechner liefert eine Orientierung mit Durchschnittswerten und gibt weder eine Anlage- noch eine Versicherungsberatung. Der reale Eigenanteil hängt von Region und Einrichtung ab, und die passende Vorsorge richtet sich nach deiner persönlichen Lage. Für eine konkrete Entscheidung wende dich an eine unabhängige Pflege- oder Versicherungsberatung.

Vom Rechner in die Praxis

Den eigenen Spielraum im Blick behalten

Der Rechner zeigt die Größenordnung deiner Pflegelücke. Wie viel du heute schon zur Seite legen kannst, hängt von deinem laufenden Budget ab. Im Portora-Dashboard siehst du deinen Geldfluss und erkennst, welcher Betrag dauerhaft für Vorsorge übrig bleibt.