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Rechner

Depot oder Versicherungsmantel: Ab welchen Kosten lohnt sich die Police?

Verkaufsrechnungen zu fondsgebundenen Policen zeigen fast immer nur den Steuervorteil und lassen die Kosten weg. Dieser Rechner setzt beide Hüllen mit derselben Bruttorendite an und vergleicht ausschließlich das, was sie unterscheidet, nämlich Kosten und Besteuerung. Am Ende steht eine einzige Zahl, die Kostengrenze, unter der die Police bei deinen Annahmen mithalten könnte.

Depot und Versicherungsmantel vergleichen

Der Betrag, den du jeden Monat einzahlst.
Bereits vorhandenes Kapital (optional).
Dein Alter bei Vertragsbeginn.
Jahre
Ab 62 greift bei der Police das Halbeinkünfteverfahren.
Jahre
Gilt für beide Hüllen gleich, verglichen werden nur Kosten und Steuern.
%
Steht im Produktinformationsblatt und fasst alle Kostenebenen zusammen.
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Gilt für die Auszahlung der Police, wenn die 12/62-Regel erfüllt ist. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kommen hinzu.
%
Kosten der Police im Einzelnenoptional · nur wenn du die Posten kennst
In Prozent der Beitragssumme, aufsichtsrechtlich sind höchstens 2,5 % zulässig.
%
Kosten des Versicherers auf das Guthaben.
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Die TER der Fonds innerhalb der Police.
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Bei einem Sparplan werden die Abschlusskosten über die ersten fünf Vertragsjahre verrechnet. Dieses Verfahren heißt Zillmerung und lässt die Police in den ersten Jahren spürbar zurückfallen. Bei einer Einmalanlage werden sie sofort aus dem Anlagebetrag entnommen.

Depot-Details und Steuersatzoptional · Genauigkeit bei der Auszahlung
Breit gestreute ETFs liegen bei etwa 0,2 %.
%
Wenn du das angibst, wird der Steuersatz auf die Auszahlung aus dem Tarif berechnet statt geschätzt.
Entnahmephase ab Auszahlungoptional · wie lange trägt das Kapital?
0 lässt die Entnahmephase weg.
Standardmäßig gleich der Rendite in der Ansparphase.
%

Alle Berechnungen laufen direkt in deinem Browser. Deine Eingaben werden nicht an uns übertragen oder gespeichert.

Grundlage

Was der Rechner vergleicht und was nicht

Ein Versicherungsmantel ist keine eigene Anlage. Innerhalb der Police liegt derselbe ETF, den du auch im Depot kaufen könntest. Deshalb setzt der Rechner für beide Seiten dieselbe Bruttorendite an. Alles, was am Ende unterschiedlich herauskommt, stammt aus zwei Quellen, nämlich den Kosten der Hülle und ihrer Besteuerung.

Genau diese Trennung fehlt in den meisten Verkaufsrechnungen. Sie zeigen den Steuervorteil der Police und lassen ihre Kosten weg. Umgekehrt wäre es genauso falsch, zwei Sparplan-Rechnungen mit unterschiedlichen Kosten nebeneinanderzustellen, weil dann der Steuervorteil der Police unter den Tisch fällt.

Der Rechner beantwortet drei von vier Fragen, die bei dieser Entscheidung zählen, also Rendite, Kosten und Steuern. Die vierte, die Flexibilität, kann er nicht beziffern und versucht es auch nicht. Kündbarkeit, Verhalten bei Jobverlust, Insolvenzschutz und Vererbung bleiben deine Abwägung.

Einordnung

Warum der Steuervorteil hier nie allein steht

Der Steuervorteil einer Police klingt beeindruckend, solange man ihn isoliert liest. In der Beispielrechnung unten sind es rund 26.000 Euro. Im selben Szenario stehen dem aber rund 116.000 Euro höhere Kosten gegenüber. Wer nur die erste Zahl nennt, hat nicht gerechnet, sondern verkauft.

Deshalb misst der Rechner beide Effekte gegen denselben Zwischenschritt, nämlich die Police gerechnet mit den Kosten des Depots. Der Steuervorteil ist dann der reine Effekt des anderen Steuerregimes, der Kostennachteil der reine Effekt der höheren Kosten. Beide addieren sich exakt zur Gesamtdifferenz, weshalb sie im Ergebnis auch nur zusammen erscheinen können.

Ein häufiges Missverständnis lautet, die Steuerstundung im Mantel gleiche höhere Kosten mit der Zeit aus. Das Gegenteil ist der Fall. Kosten wirken jedes Jahr auf den vollen Bestand, der Steuervorteil dagegen nur einmal bei der Auszahlung. Je länger die Laufzeit, desto stärker gewinnt die Kostenseite an Gewicht.

Hintergrund

Vorabpauschale, Zillmerung und die 12/62-Regel

Drei Mechanismen entscheiden das Ergebnis, und keiner davon ist in einer einfachen Zinsformel enthalten.

Die Vorabpauschale belastet das Depot jedes Jahr ein Stück weit. Sie ist eine Vorauszahlung auf die spätere Steuer und wird beim Verkauf wieder angerechnet, kostet aber Rendite, weil das Geld früher abfließt. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr fängt bei kleineren Depots einen großen Teil davon auf.

Die Zillmerung betrifft die Police. Bei einem Sparplan werden die Abschlusskosten nicht gleichmäßig über die Laufzeit verteilt, sondern über die ersten Vertragsjahre verrechnet. In den ersten Jahren fließt deshalb nur ein Teil deines Beitrags in den Sparanteil. Eine konstante Kostenquote bildet das nicht ab und schmeichelt der Police.

Die 12/62-Regel entscheidet über die Besteuerung der Auszahlung. Nur wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre gelaufen ist und du bei Auszahlung mindestens 62 Jahre alt bist, ist die Hälfte des Ertrags mit deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Beide Bedingungen müssen erfüllt sein.

Was der Rechner an Steuerregeln ansetzt

  • Abgeltungsteuer 26,375 Prozent (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag), auf Wunsch mit Kirchensteuer.
  • Auf die Auszahlung der Police kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer hinzu, damit sie dieselben Zuschläge trägt wie das Depot.
  • Teilfreistellung 30 Prozent für Aktienfonds im Depot, 15 Prozent für die fondsgebundene Police.
  • Sparerpauschbetrag 1.000 Euro pro Jahr, 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung.
  • Basiszins der Vorabpauschale 3,20 Prozent für 2026 (BMF-Schreiben vom 13. Januar 2026), davon gehen 70 Prozent in den Basisertrag ein.
  • Höchstzillmersatz 2,5 Prozent der Beitragssumme nach § 4 Abs. 1 DeckRV, als Plausibilitätsgrenze für deine Eingabe.
Alle Werte gelten für 2026. Steuerrecht ist keine Naturkonstante, die 12/62-Regel gibt es erst seit 2005. Wer sich 30 Jahre bindet, wettet auch darauf, dass sie bleibt.

Sonderfall

Wenn die 12/62-Regel nicht greift

Wer mit 55 einen Vertrag abschließt und mit 65 auszahlen lässt, erfüllt zwar die Altersbedingung, aber nicht die Mindestlaufzeit von zwölf Jahren. Dann wird der volle Ertrag mit Abgeltungsteuer belastet statt nur die Hälfte mit dem persönlichen Satz.

In diesem Fall dreht sich das Bild vollständig. Die Police hat nur 15 Prozent Teilfreistellung, ein Aktien-ETF im Depot dagegen 30 Prozent. Ohne das Halbeinkünfteverfahren ist das Steuerregime der Police damit das ungünstigere, und der Rechner weist einen negativen Steuervorteil aus.

Praktisch heißt das, dass es dann keine Kostengrenze mehr gibt. Die Police könnte selbst ohne jede Kosten nicht gleichziehen. Der Rechner sagt das offen, statt eine Grenze auszurechnen, die es nicht gibt.

Abgrenzung

Was die Zahlen bewusst offenlassen

Der Rechner vergleicht Kapital gegen Kapital. Eine lebenslange Rente bleibt außen vor, und das ist keine Lücke, sondern eine andere Frage. Eine lebenslange Rente ist keine Rendite-, sondern eine Versicherungsfrage. Wer lange lebt, gewinnt sie, wer früh stirbt, verliert. Das lässt sich nicht gegen ein Endkapital aufrechnen.

Ebenso wenig bildet der Rechner Teilentnahmen aus dem Mantel ab. In der Entnahmephase wird die Police vollständig ausgezahlt, versteuert, und das Nettokapital wandert in ein Depot. Beide Seiten werden ab Rentenbeginn nach denselben Regeln entnommen, sonst würde man Zustände statt Ergebnisse vergleichen.

Und der Rechner gibt keine Empfehlung ab. Er kennt weder deine Lebenslage noch deine Bindungsbereitschaft. Was er liefert, ist ein Kostenbefund, also der Satz „unter dieser Quote könnte die Police mithalten, deine liegt darüber oder darunter". Die Entscheidung bleibt bei dir.

Beispiel: 100.000 Euro einmalig über 30 Jahre

Martin ist 37 und legt 100.000 Euro an, entweder in einem ETF-Depot oder in denselben ETF innerhalb einer fondsgebundenen Rentenversicherung. Er rechnet mit 6 Prozent Rendite vor Kosten und will mit 67 auszahlen. Das Depot kostet 0,2 Prozent TER, die Police laut Produktinformationsblatt 1,2 Prozent effektiv. Seinen Steuersatz im Alter schätzt er auf 30 Prozent.

  1. Laufzeit 30 Jahre, Auszahlung mit 67. Die 12/62-Regel ist erfüllt, die Police wird also hälftig mit dem persönlichen Satz besteuert.
  2. Depot nach Verkauf und Steuer rund 457.000 Euro. Darin enthalten sind die jährliche Vorabpauschale und die Abgeltungsteuer beim Verkauf.
  3. Police nach Kapitalauszahlung und Steuer rund 367.000 Euro.
  4. Steuervorteil der Police rund 26.000 Euro, Kostennachteil rund 116.000 Euro. Unterm Strich bleiben rund 90.000 Euro weniger.
  5. Die Police müsste unter 0,4 Prozent pro Jahr kosten, um gleichzuziehen. Ihre 1,2 Prozent liegen deutlich darüber.
  6. Für Martin ist damit die Kostenfrage entschieden. Ob ihm Bindung, Insolvenzschutz oder eine spätere lebenslange Rente den Unterschied wert sind, beantwortet die Rechnung nicht.

Häufige Fragen

Was ist die Effektivkostenquote und wo finde ich sie?
Die Effektivkostenquote steht im Produktinformationsblatt jeder fondsgebundenen Renten- oder Lebensversicherung und gibt an, um wie viele Prozentpunkte die Kosten deine jährliche Rendite mindern. Sie fasst alle Kostenebenen zusammen, also Abschlusskosten, Verwaltungskosten und Fondskosten, und ist damit die einzige Zahl, die direkt mit der TER eines ETF vergleichbar ist. Wenn du die Einzelposten kennst, kannst du sie im Rechner stattdessen einzeln eintragen.
Warum weichen die Zahlen vom Wissensartikel ab?
Dieser Rechner ist an zwei Stellen genauer als das vereinfachte Modell im Artikel. Er bildet die Vorabpauschale ab, die das Depot jedes Jahr ein Stück belastet und sein Endkapital im Beispielszenario um rund 3.600 Euro senkt. Und er rechnet auf die Auszahlung der Police den Solidaritätszuschlag, weil das Depot ihn über die Abgeltungsteuer ebenfalls trägt. Beide Effekte wirken gegenläufig und heben sich weitgehend auf, die Kostengrenze liegt deshalb wie im Artikel bei rund 0,4 Prozent. Die Endkapitalien fallen auf beiden Seiten etwas niedriger aus als dort.
Was passiert, wenn ich die 12/62-Regel nicht erfülle?
Dann wird der volle Ertrag der Police mit Abgeltungsteuer belastet statt nur die Hälfte mit deinem persönlichen Steuersatz. Da eine fondsgebundene Police nur 15 Prozent Teilfreistellung hat und ein Aktien-ETF im Depot 30 Prozent, ist das Steuerregime der Police in diesem Fall sogar das ungünstigere. Der Rechner weist dann einen negativen Steuervorteil aus und meldet, dass es keine Kostengrenze gibt, unter der die Police gleichziehen könnte.
Was bedeutet Zillmerung und warum ist sie beim Sparplan wichtig?
Zillmerung bedeutet, dass die Abschlusskosten einer Versicherung nicht gleichmäßig über die Laufzeit verteilt, sondern vorab mit den ersten Beiträgen verrechnet werden. In den ersten Vertragsjahren fließt deshalb nur ein Teil deines Beitrags in den Sparanteil, und die Police liegt spürbar hinter einem Depot zurück. Genau deshalb ist die Sparvariante eines Tarifs oft doppelt so teuer wie dessen Einmalanlage, obwohl es derselbe Tarif ist. Aufsichtsrechtlich sind höchstens 2,5 Prozent der Beitragssumme zulässig (§ 4 Abs. 1 DeckRV).
Warum soll ich mein sonstiges Einkommen angeben?
Die Police zahlt alles auf einen Schlag aus, der steuerpflichtige Anteil landet also in einem einzigen Jahr in deinem zu versteuernden Einkommen. Bei großen Verträgen schiebt das den tatsächlichen Steuersatz deutlich über den geschätzten Wert, denn der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift 2026 ab 69.879 Euro. Gibst du dein sonstiges Einkommen an, berechnet der Rechner den effektiven Satz direkt aus dem Einkommensteuertarif nach § 32a EStG statt aus deiner Schätzung. Eine Verteilung auf mehrere Jahre ist übrigens nicht möglich, die Fünftelregelung gilt für Kapitalerträge nicht.
Warum vergleicht der Rechner keine lebenslange Rente?
Weil eine lebenslange Rente keine Rendite-, sondern eine Versicherungsfrage ist. Sie schützt gegen das Risiko, länger zu leben als das eigene Kapital reicht, und wer lange lebt, gewinnt sie. Das lässt sich nicht sinnvoll gegen ein Endkapital aufrechnen. Wenn dieser Schutz für dich der eigentliche Grund für eine Police ist, beantwortet dieser Rechner nicht deine Frage, sondern nur die nach Kosten und Steuern.
Ist das Ergebnis eine Empfehlung?
Nein. Der Rechner liefert einen Kostenbefund, also die Aussage, unter welcher Kostenquote eine Police bei deinen Annahmen mithalten könnte und wo deine tatsächlich liegt. Ob ein Versicherungsmantel für dich sinnvoll ist, hängt zusätzlich an Fragen, die keine Rechnung beantwortet, etwa Bindungsdauer, Kündbarkeit, Insolvenzschutz und Vererbung. Alle Zahlen gelten unter heutigem Recht und bei den eingegebenen Annahmen und ersetzen keine Steuer- oder Anlageberatung.

Vom Rechner in die Praxis

Sparraten und Kosten im Blick behalten

Ob Depot oder Police, entscheidend ist am Ende, was regelmäßig zur Seite geht. Portora zeigt dir Monat für Monat, wie viel du tatsächlich sparst und welche laufenden Verträge dein Budget belasten.