Sparen & Wachstum

Altersvorsorgedepot-Rechner: Was bringt die Förderung ab 2027?

Das Altersvorsorgereformgesetz ist seit dem 29. Mai 2026 verkündet. Ab dem Beitragsjahr 2027 gibt es ein gefördertes Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie, in das auch breit gestreute ETFs passen. Dieser Rechner zeigt dir zwei Dinge: die staatliche Zulage, die fest im Gesetz steht, und eine Modellrechnung des Depotwerts bis zum Renteneintritt, bei der du Rendite und Kosten selbst einstellst. Lege mehrere Szenarien an und vergleiche sie, zum Beispiel einen günstigen ETF gegen den gesetzlichen Kostendeckel von 1,5 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeigt die jährliche Zulage nach der verkündeten Fassung: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, 25 Prozent auf den Teil bis 1.800 Euro, plus 100 Prozent Kinderzulage bis 300 Euro je Kind.
  • Berechnet die Förderquote auf deinen Eigenbeitrag — bei kleinen Beiträgen besonders hoch.
  • Modelliert den voraussichtlichen Depotwert bis zum Renteneintritt mit frei wählbarer Rendite und Kosten.
  • Vergleicht bis zu drei Szenarien nebeneinander, inklusive Diagramm der Wertentwicklung.
  • Macht den Kostenhebel sichtbar: günstiger ETF (rund 0,2 Prozent) gegen den gesetzlichen Standardprodukt-Deckel von 1,5 Prozent.
  • Trennt sauber: Die Zulage steht fest, der Depotwert ist eine Modellrechnung ohne Renditeversprechen.
  • Kein Login nötig. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.

Was bringt das geförderte Altersvorsorgedepot ab 2027?

Deine Eckdaten (für alle Szenarien gleich)
35 Jahre
Unter 25 gibt es einmalig 200 Euro extra zur Grundzulage.
mit Kindergeldanspruch
100 €
67 Jahren
6,0 %
0,2 %
100 €
67 Jahren
6,0 %
1,5 %

Anleitung

So nutzt du den Rechner

Stelle pro Szenario deinen monatlichen Eigenbeitrag, die Anzahl der Kinder, dein heutiges Alter und den geplanten Renteneintritt ein. Mit den beiden Reglern wählst du die angenommene jährliche Rendite und die jährlichen Kosten. Der Rechner zeigt dir dann die staatliche Zulage, die Förderquote und den voraussichtlichen Depotwert am Ende der Laufzeit.

Über den Knopf „Szenario hinzufügen" legst du bis zu drei Varianten an. Das Diagramm zeichnet die Wertentwicklung jeder Variante als eigene Linie, sodass du direkt siehst, welcher Hebel wie viel ausmacht. Ein naheliegender erster Vergleich ist im Rechner schon voreingestellt: derselbe Sparplan einmal mit günstigem ETF und einmal mit dem gesetzlichen Kostendeckel.

Methodik

Wie die Zulage berechnet wird

Die Förderbeträge folgen der verkündeten Fassung des Altersvorsorgereformgesetzes (Beschlussempfehlung des Finanzausschusses, Bundestags-Drucksache 21/4996, §§ 84 bis 86 Einkommensteuergesetz). Die Grundzulage beträgt 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr und 25 Prozent auf den Teil von 360 bis 1.800 Euro. Wer die geförderten 1.800 Euro im Jahr voll einzahlt, erreicht damit eine Grundzulage von 540 Euro.

Die Kinderzulage beträgt 100 Prozent der Eigenbeiträge, höchstens 300 Euro je Kind. Für unter 25-Jährige kommt einmalig ein Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro hinzu. Voraussetzung für jede Zulage ist ein Mindesteigenbeitrag von 120 Euro im Jahr. Diese Werte sind im Gesetz festgelegt und im Rechner fest hinterlegt, du kannst sie nicht verändern.

Einordnung

Warum die Kosten der größte Hebel sind

Das neue Altersvorsorgedepot verzichtet auf die alte Beitragsgarantie und lässt dafür eine breitere, renditeorientierte Anlage zu, etwa über einen Welt-Aktien-ETF. Für das gesetzliche Standardprodukt sind die Effektivkosten auf höchstens 1,5 Prozent pro Jahr gedeckelt. Ein breit gestreuter ETF kostet oft nur rund 0,2 Prozent. Dieser Unterschied klingt klein, wirkt aber über Jahrzehnte stark, weil er jedes Jahr von der Rendite abgeht.

Genau dafür ist der Szenario-Vergleich gedacht: Stelle zwei Szenarien mit identischem Eigenbeitrag und identischer Rendite ein und ändere nur die Kosten. Der Abstand zwischen den beiden Endwerten ist der Betrag, den die Kosten dich über die Laufzeit kosten. Es ist der eine Hebel, den du anders als die Marktrendite tatsächlich selbst in der Hand hast.

Grenzen

Was der Rechner kann und was nicht

Die Zulagen-Beträge und die Förderquote stehen fest, sie folgen direkt dem Gesetz. Der Depotwert und der Wertzuwachs sind dagegen eine Modellrechnung mit deiner angenommenen Rendite. Aktienmärkte schwanken, niemand garantiert eine feste Rendite, und das neue Depot trägt dieses Risiko bewusst. Nimm die Werte als Größenordnung, nicht als Versprechen.

Nicht abgebildet sind die nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlungsphase, eine mögliche jährliche Steigerung des Eigenbeitrags und die konkrete Auszahlungsform. Der Rechner verzinst die eingezahlten Beiträge und die Zulagen monatlich mit der Netto-Rendite nach Kosten und schreibt die Jahres-Zulage zum Jahresende gut. Er ersetzt keine individuelle Beratung.

Auszahlung

Wie kommt das Geld in der Rente wieder raus?

Die Auszahlungsphase beginnt frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres und spätestens, wenn du 70 wirst. Drei Formen sind möglich: eine lebenslange Rente aus dem gesamten Kapital, eine Mischung aus 80 Prozent lebenslanger Rente und einem flexibel angelegten Rest, oder ein Auszahlungsplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft und danach in eine lebenslange Restrente übergeht. Bis zu 30 Prozent des Kapitals kannst du dir zu Beginn der Auszahlungsphase als Einmalbetrag auszahlen lassen.

Eine vollständige Auflösung auf einen Schlag ist dagegen nicht förderunschädlich vorgesehen. Wer das gesamte Kapital vorzeitig oder komplett außerhalb dieser Regeln herauszieht, nutzt den Vertrag förderschädlich und muss die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Das geförderte Depot ist also auf eine lebenslange oder sehr lange Versorgung ausgelegt, nicht auf eine freie Entnahme wie bei einem normalen Wertpapierdepot.

Besteuert wird nachgelagert: In der Ansparphase bleiben die geförderten Beiträge steuerlich begünstigt und die Erträge wachsen steuerfrei. Dafür zählt die spätere Auszahlung in der Rente zu deinen Einkünften und wird mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, nicht mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Weil der Steuersatz in der Rente meist niedriger ist als im Berufsleben und die Zulagen echtes Zusatzgeld sind, bleibt unterm Strich in der Regel ein Vorteil. Dieser Rechner zeigt Zulage und Depotwert vor dieser späteren Besteuerung.

Status

Ab wann es das gibt

Das Gesetz ist verkündet, die geförderte Anlage gilt ab dem Beitragsjahr 2027. Die konkreten Produkte, also das Altersvorsorgedepot und das kostengedeckelte Standardprodukt, müssen die Anbieter aber erst auf den Markt bringen und zertifizieren lassen. Im Jahr 2026 steht damit der gesetzliche Rahmen, die konkrete Auswahl an Depots entsteht erst.

Ob am Ende ein Anbieter ein Depot mit freier ETF-Auswahl anbietet oder eher kuratierte Fondskörbe, ist noch offen. Welche Anlagen das Gesetz zulässt und wie das Depot funktioniert, steht in der verlinkten Tiefenanalyse zum Altersvorsorgereformgesetz.

Beispiel: 100 Euro im Monat, günstiger ETF gegen Kostendeckel

Eine 35-jährige Person spart 100 Euro im Monat bis zum Renteneintritt mit 67, ohne Kinder, bei 6 Prozent angenommener Rendite. Verglichen werden 0,2 Prozent Kosten (ETF) und 1,5 Prozent (Standardprodukt-Deckel).

  1. Eigenbeitrag: 100 Euro im Monat, also 1.200 Euro im Jahr.
  2. Staatliche Zulage: 390 Euro im Jahr (180 Euro auf die ersten 360 Euro plus 210 Euro auf den Teil bis 1.200 Euro), Förderquote rund 33 Prozent.
  3. Laufzeit: 32 Jahre, angenommene Rendite 6 Prozent.
  4. Szenario A mit 0,2 Prozent Kosten: Netto-Rendite 5,8 Prozent.
  5. Szenario B mit 1,5 Prozent Kosten: Netto-Rendite 4,5 Prozent.
  6. Der Abstand zwischen den beiden Endwerten zeigt, was die höheren Kosten über 32 Jahre kosten — bei gleicher Einzahlung und gleicher Marktrendite.

Häufige Fragen

Kann ich mit dem geförderten Depot einen MSCI-World-ETF besparen?
Das Gesetz lässt für das Altersvorsorgedepot Anteile an OGAW-Sondervermögen zu, und ein breit gestreuter Welt-Aktien-ETF gehört dazu, solange er im Basisinformationsblatt höchstens in Risikoklasse 5 von 7 eingestuft ist. Das ist die Voraussetzung. Ob du gezielt einen bestimmten ETF wählen kannst, hängt davon ab, welche Anbieter Depots mit Selbstauswahl anbieten. Standardmäßig wählt der Anbieter die Anlagen aus, eine Selbstauswahl ist eine vertragliche Option. Konkrete Produkte gibt es noch nicht.
Wie hoch ist die Zulage genau?
Die Grundzulage beträgt 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr und 25 Prozent auf den Teil von 360 bis 1.800 Euro, in der Spitze also 540 Euro. Die Kinderzulage beträgt 100 Prozent der Eigenbeiträge bis maximal 300 Euro je Kind. Für unter 25-Jährige kommt einmalig ein Bonus von 200 Euro hinzu. Voraussetzung ist ein Mindesteigenbeitrag von 120 Euro im Jahr.
Warum ist der Depotwert keine Garantie?
Das neue Altersvorsorgedepot verzichtet bewusst auf die frühere Beitragsgarantie. Es kann breiter und renditeorientierter anlegen, trägt dafür aber das Marktrisiko. Die im Rechner gezeigte Wertentwicklung beruht auf deiner angenommenen Rendite und ist eine Modellrechnung, keine Zusage. Die Zulagen-Beträge dagegen stehen fest, sie folgen direkt dem Gesetz.
Was bedeutet der Kostendeckel von 1,5 Prozent?
Für das gesetzliche Standardprodukt sind die Effektivkosten auf höchstens 1,5 Prozent pro Jahr begrenzt. Das ist die Obergrenze, nicht der Normalfall. Ein günstiger ETF kostet oft nur rund 0,2 Prozent. Im Rechner kannst du beide Werte einstellen und siehst über die Laufzeit, welchen Unterschied die Kosten machen.
Gilt das auch für Selbstständige?
Ja. Mit der verkündeten Fassung werden erstmals auch erwerbstätige Selbstständige in den förderberechtigten Kreis aufgenommen, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Bisher war das nur für pflichtversicherte Selbstständige möglich. Die Förderbeträge im Rechner gelten für sie genauso.
Ab wann kann ich das nutzen?
Die geförderte Anlage gilt ab dem Beitragsjahr 2027. Die konkreten Produkte müssen die Anbieter erst auf den Markt bringen und zertifizieren lassen. 2026 steht der gesetzliche Rahmen, die Auswahl konkreter Depots entsteht erst. Bestehende Riester-Verträge können mit der bisherigen Förderung weiterlaufen, ein Wechsel ist möglich, aber freiwillig.
Kann ich mehr als 150 Euro im Monat einzahlen?
Ja, aber nur die ersten 1.800 Euro im Jahr (150 Euro im Monat) werden gefördert, sowohl bei der Zulage als auch beim steuerlichen Sonderausgabenabzug. In den Vertrag einzahlen darfst du nach dem Gesetz bis zu 6.840 Euro im Jahr. Der Teil über 1.800 Euro bringt aber keine zusätzliche Zulage und keinen weiteren Steuerabzug, er wächst nur steuerfrei im Depot mit. Für den reinen Vermögensaufbau über diesen Betrag hinaus ist ein normaler ETF-Sparplan ohne Förderung oft die flexiblere Wahl.
Kann ich mir das Depot in der Rente komplett auszahlen lassen?
Nicht ohne Förder-Verlust. Vorgesehen sind eine lebenslange Rente oder ein Auszahlungsplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft. Bis zu 30 Prozent des Kapitals kannst du dir zu Beginn der Auszahlungsphase als Einmalbetrag auszahlen lassen, die Auszahlung beginnt frühestens mit 65. Wer das gesamte Kapital auf einen Schlag herausziehen will, nutzt den Vertrag förderschädlich und muss die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.
Welche Steuer fällt bei der Auszahlung an?
Die Auszahlungen werden nachgelagert besteuert. Sie zählen in der Rente zu deinen Einkünften und werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, nicht mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Dafür bleiben die geförderten Beiträge in der Ansparphase steuerlich begünstigt und die Erträge wachsen bis zur Auszahlung steuerfrei. Weil der Steuersatz in der Rente meist niedriger ist als im Berufsleben, bleibt unterm Strich in der Regel ein Vorteil. Dieser Rechner zeigt Zulage und Depotwert vor dieser späteren Besteuerung.
Was passiert mit dem Depot, wenn ich sterbe?
Das hängt von deiner Situation ab. Bist du verheiratet und habt ihr nicht dauernd getrennt gelebt, kann dein Ehepartner das Guthaben förderunschädlich auf einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen, dann bleibt die Förderung erhalten. Andernfalls liegt eine schädliche Verwendung vor: Die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile werden zurückgefordert, das verbleibende Kapital fällt in den Nachlass und geht an die Erben. Beziehst du bereits eine lebenslange Rente, hängt es von einer vereinbarten Rentengarantiezeit ab. Innerhalb dieser zehn oder zwanzig Jahre laufen die Zahlungen an Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder weiter, danach endet die Rente mit dem Tod. Bei einem Auszahlungsplan ist das Restkapital vorhanden und wird nach denselben Regeln behandelt.

Vom Rechner in die Analyse

Was hinter dem Altersvorsorgereformgesetz steht

Wie das Altersvorsorgedepot funktioniert, warum die Garantie wegfällt, welche Fonds und ETFs zugelassen sind und was für Bestandsverträge gilt, steht in der Tiefenanalyse zum Altersvorsorgereformgesetz.