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Der Nasdaq 100 zählt bei SpaceX das Dreifache der frei gehandelten Aktien

Stand 12. September 2026. Nach vorläufigen Daten des Indexanbieters Nasdaq, über die Bloomberg berichtet, wiegt SpaceX im Nasdaq 100 ab dem 21. September rund 2,8 Prozent, bisher sind es rund 1,3 Prozent. Ausgelöst hat das eine Regel und keine Kursbewegung. Der Index zählt eine Aktie, von der weniger als ein Drittel frei gehandelt wird, höchstens mit dem Dreifachen dieses Teils, und seit August dürfen Altaktionäre von SpaceX einen Teil ihrer Aktien verkaufen.

Vorläufige Daten
Portora Redaktion13 Min Lesezeit

Die Regel und der Fall

3-fach
Obergrenze im Nasdaq 100
33,3 Prozent
Schwelle für den vollen Wert
2,82 Prozent
Gewicht von SpaceX nach der Umstellung
1,23 Mrd.
Aktien mit abgelaufener Sperrfrist vor dem Stichtag

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

ZahlBedeutung
3-fachObergrenze im Nasdaq 100 seit 1. Mai 2026, gezählt wird höchstens das Dreifache der frei gehandelten Aktien
33,3 ProzentAnteil frei gehandelter Aktien, ab dem der volle notierte Börsenwert zählt
5-fachObergrenze, die Nasdaq in der Konsultation zuerst vorgeschlagen hatte
10 ProzentMindestanteil frei gehandelter Aktien für die Aufnahme, gültig vom 24. Juni 2024 bis 30. April 2026
638,9 Mio.Aktien der Klasse A aus dem Börsengang von SpaceX zu je 135 Dollar, einschließlich der Mehrzuteilung
7,70 Mrd.notierte Aktien der Klasse A am 28. Juli 2026, nur sie zählen für das Indexgewicht
5,49 Mrd.nicht notierte Aktien der Klasse B mit zehn Stimmen je Aktie am 28. Juli 2026
911,5 Mio.Aktien, deren Sperrfrist am 6. August 2026 endete, höchstens, ohne verbundene Personen
319 Mio.Aktien, deren Sperrfrist am 20. August 2026 endete, höchstens, ohne verbundene Personen
1,87 Mrd.Obergrenze der zum Stichtag handelbaren Aktien, rund 24 Prozent der notierten, eigene Rechnung
7. Juli 2026Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq 100, knapp vier Wochen nach dem ersten Handelstag
31. August 2026Stichtag der Umstellung im September
21. September 2026Wirksamkeit der Umstellung zur Börseneröffnung
1,28 und 2,82 ProzentGewicht von SpaceX im Nasdaq 100 vor und nach der Umstellung, vorläufig
154 EuroUmschichtung in SpaceX bei 10.000 Euro in einem Nasdaq-100-ETF, eigene Rechnung aus den vorläufigen Gewichten
über 800 Mrd. DollarVermögen in mehr als 200 Anlageprodukten auf den Nasdaq 100, Stand Juni 2026
1,4 Bio. DollarPositionen, die dem Index folgen, einschließlich Terminkontrakten und Optionen, Durchschnitt 2025
587 Mrd. Dollardavon in ETFs, Durchschnitt 2025
rund 9 bis 12 Mrd. DollarKaufvolumen aus der vorläufigen Gewichtsänderung, gerechnet auf ETFs oder auf alle Anlageprodukte, eigene Rechnung
ein ZehntelAnteil der frei gehandelten Aktien, den Indexfonds im Rechenbeispiel von Nasdaq kaufen
12 MonateWartezeit nach dem Börsengang, bevor eine Aktie in den S&P 500 aufgenommen werden kann
30. November 2026Stichtag der nächsten Umstellung, wirksam ab 21. Dezember 2026

Was die Milliarden zu sagen scheinen

Wenn ein Index eine Aktie schwerer gewichtet, müssen die Fonds, die ihn nachbilden, diese Aktie kaufen. Bei SpaceX geht es um Milliarden Dollar, und der Termin steht fest. Nach dem Kalender des Nasdaq 100 gilt die Septemberumstellung ab Montag, dem 21. September, und Indexfonds bilden sie in der Regel zum Schlusskurs am Freitag davor ab. Nach vorläufigen Daten des Indexanbieters, über die Bloomberg am 12. September berichtet hat, wiegt SpaceX danach etwa 2,82 Prozent im Index, bisher sind es rund 1,28 Prozent.

Die Milliarden stimmen in der Richtung, erklären aber wenig. Aus der Summe allein geht nicht hervor, warum ausgerechnet im September gekauft wird und woher das Geld im Fonds kommt. Dazu hängt schon die Größenordnung davon ab, welches Vermögen man dem Index zurechnet, und je nach Zählweise fällt sie mehr als doppelt so hoch aus. Die Antwort auf die erste Frage ist eine Indexregel, die seit dem 1. Mai 2026 gilt, zusammen mit den Aktien, die Altaktionäre von SpaceX seit August verkaufen dürfen.

Wie der Nasdaq 100 eine Aktie mit wenig Streubesitz zählt

Die meisten großen Aktienindizes rechnen mit dem Streubesitz (Free Float), also mit dem Teil der Aktien, der tatsächlich an der Börse gehandelt werden kann. Pakete von Gründern und Großaktionären oder gesperrte Aktien von Mitarbeitern bleiben draußen. So arbeitet MSCI, und so steht es in unserem Beitrag, wie ein Index das Gewicht einer Aktie berechnet. Der Nasdaq 100 ist die Ausnahme. Er gewichtet grundsätzlich mit dem Börsenwert aller notierten Aktien und nicht mit dem frei gehandelten Teil. Spürbar wird der Unterschied erst bei einer Aktie, von der nur wenig frei gehandelt wird.

Für genau diesen Fall gilt seit dem 1. Mai 2026 eine Obergrenze. Liegt der Streubesitz unter einem Drittel, zählt der Index höchstens das Dreifache des frei gehandelten Teils. Nasdaq rechnet in seinem Fragenkatalog Beispiele vor. Bei 5 Prozent Streubesitz zählen 15 Prozent des notierten Börsenwerts. Bei 21 Prozent Streubesitz sind es 63 Prozent. Ab einem Drittel ergibt das Dreifache den ganzen Börsenwert, und von dort an zählt die Aktie voll. Die Kurve im Diagramm steigt deshalb bis zu einem Drittel dreimal so steil wie beim reinen Streubesitz und läuft danach waagerecht.

Bei SpaceX ist nur die Aktie der Klasse A mit einer Stimme je Aktie notiert, am 28. Juli waren es 7,70 Milliarden Stück. Die 5,49 Milliarden Aktien der Klasse B mit zehn Stimmen sind nicht notiert. Für das Gewicht zählen sie nicht, für die Frage, ob SpaceX groß genug für den Index ist, dagegen schon. Im Börsengang verkaufte SpaceX 638,9 Millionen Aktien der Klasse A zu je 135 Dollar, einschließlich der Mehrzuteilung, also einer Zusatzmenge für die begleitenden Banken. Alle Aktien aus der Zeit davor sind nach dem Börsenprospekt gesperrt und werden in Stufen frei. Am 6. August endete die Sperre für bis zu 911,5 Millionen davon. Am 20. August kamen bis zu 319 Millionen hinzu, und beide Termine lagen vor dem Stichtag am 31. August.

Grob gerechnet waren damit zum Stichtag höchstens 1,87 Milliarden Aktien handelbar, rund 24 Prozent der notierten Aktien. Mal drei ergibt knapp drei Viertel des notierten Börsenwerts. Das ist eine Obergrenze und nicht der Wert, mit dem Nasdaq rechnet, denn der Indexanbieter kann Pakete von beherrschenden Aktionären, Insidern und strategischen Anlegern vom Streubesitz abziehen. Selbst die Obergrenze liegt aber unter einem Drittel, und deshalb wächst die Zahl der Aktien, die der Index bei SpaceX zählt, im Takt der Sperrfristen. Eine höhere gezählte Aktienzahl verlangt vom Fonds einen Kauf. Bewegt sich dagegen nur der Kurs, bewegt sich das Gewicht mit, ohne dass ein Fonds handeln muss.

Liniendiagramm. Der Nasdaq 100 zählt bei weniger als einem Drittel frei gehandelter Aktien das Dreifache davon, ab einem Drittel den vollen Börsenwert. Ein Index nach reinem Streubesitz zählt nur den frei gehandelten Anteil. Bei 21 Prozent frei gehandelter Aktien sind das 63 gegen 21 Prozent.
Beispielpunkte bei 21 Prozent frei gehandelter Aktien aus dem Fragenkatalog von Nasdaq. Quelle Nasdaq-100-Regelwerk und Fragenkatalog zu den Änderungen, Fassung vom 4. August 2026.

Warum Nasdaq höchstens das Dreifache zählt

Die Obergrenze ist die dritte Antwort auf die Frage, wie der Index mit wenig Streubesitz umgeht. Bis Juni 2024 kam jede Aktie mit ihrem vollen notierten Börsenwert in den Nasdaq 100. Vom 24. Juni 2024 bis zum 30. April 2026 galt dann eine Mindestgrenze von 10 Prozent Streubesitz. Eine Aktie darunter blieb draußen, eine knapp darüber zählte sofort voll, also mit rund dem Zehnfachen ihres frei gehandelten Teils. Nasdaq nennt das im Gespräch zur Regeländerung selbst eine scharfe Bruchstelle. Für die neue Regel lief eine öffentliche Konsultation, vorgeschlagen war zunächst das Fünffache, und nach den Rückmeldungen wurde es das Dreifache.

Der Zweck ist, dass Indexfonds nicht mehr Aktien kaufen müssen, als am Markt verfügbar sind. Nasdaq rechnet dazu ein Beispiel vor. Ein Unternehmen ist eine Billion Dollar wert, und 6 Prozent seiner Aktien sind im Handel, das sind 60 Milliarden Dollar. Gezählt wird das Dreifache, also 180 Milliarden, und das entsprach im März 2026 rund 1 Prozent des Index. Folgen dem Index Produkte mit 600 Milliarden Dollar Vermögen, kaufen sie für rund 6 Milliarden. Das ist ein Zehntel der frei gehandelten Aktien und nicht, wie der Faktor drei vermuten lässt, das Dreifache davon.

Nasdaq aktualisiert den Streubesitz nur zu den Umstellungen im März, Juni, September und Dezember, dazwischen bleibt die gezählte Aktienzahl stehen, auch wenn weitere Sperrfristen enden. Außerdem geht die neue Zahl nicht eins zu eins ins Gewicht ein. Nasdaq ordnet eine Aktie mit wenig Streubesitz nach ihrem gezählten Börsenwert zwischen der nächstgrößeren und der nächstkleineren im Index ein und leitet ihr Gewicht aus deren Gewichten ab. Dazu kommen Obergrenzen für die größten Werte im Index.

Was am 18. September in einem ETF passiert

Nach seinem Kalender kündigt Nasdaq eine Umstellung am sechsten Handelstag vor ihrer Wirksamkeit nach Börsenschluss an, in diesem Jahr also am 11. September, und wirksam wird sie zur Eröffnung am 21. September. Sperrfristen, die nach dem Stichtag enden, zählen erst bei der nächsten Umstellung. Bei SpaceX betrifft das schon die Freigabe vom 9. September über bis zu 319 Millionen Aktien. Nasdaq schreibt ausdrücklich, dass künftige Freigaben nicht vorweggenommen werden.

Für einen Fonds, der den Nasdaq 100 nachbildet, ist die Umstellung eine Umschichtung. Der Zukauf bei SpaceX macht mit den vorläufigen Gewichten gerechnet 1,54 Prozent des Fondsvermögens aus, und bezahlt wird er, indem der Fonds von den übrigen Werten etwas verkauft. Wer 10.000 Euro in einem solchen ETF hält, hat danach rund 154 Euro mehr in SpaceX und entsprechend weniger in allen anderen Werten. Neues Geld kommt dabei so wenig hinzu wie bei einem großen Börsengang, der vorhandenes Geld nur umschichtet. Jede Sparrate, die danach eingeht, wird bereits nach den neuen Gewichten verteilt.

Nicht jeder Nasdaq-100-ETF hält die Aktien selbst. Bildet ein Fonds den Index über ein Tauschgeschäft mit einer Bank nach (Swap), übernimmt die Bank die Umschichtung in ihrer Absicherung, und am Ergebnis im Depot ändert das nichts. Außerdem kostet jede Umschichtung etwas, nämlich Handelskosten und den Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Diese Kosten stehen nicht in der laufenden Gebühr, sie zeigen sich in der Abweichung des Fonds vom Index, und wie man diese Abweichung liest, haben wir an einem Welt-ETF mit 0,14 Prozent laufenden Kosten durchgerechnet.

Die Milliardensumme hängt am Nenner

Wie viel Geld zur Umstellung in SpaceX fließt, ist eine einfache Multiplikation, der Unterschied im Gewicht mal das Vermögen, das dem Index folgt. Schwierig ist der zweite Faktor, denn Nasdaq selbst nennt dafür zwei sehr verschiedene Zahlen. In der Mitteilung zur Aufnahme von SpaceX vom 26. Juni stehen über 800 Milliarden Dollar in mehr als 200 Anlageprodukten. In einer Auswertung vom Mai stehen 1,4 Billionen Dollar, gerechnet als Durchschnitt des Jahres 2025, und davon entfällt ungefähr die Hälfte auf Derivate, vor allem Terminkontrakte und Optionen.

Hinter Terminkontrakten und Optionen steht kein Aktienkauf. Sie beziehen sich auf den Stand des Index, und wer die Gegenseite absichert, entscheidet selbst, womit er das tut. Nasdaq ordnet sogar knapp drei Fünftel der Positionen, die dem Index folgen, Produkten zu, die eher Risiken steuern, als den Index eins zu eins abzubilden. Dazu zählen neben Terminkontrakten und Optionen auch Tauschgeschäfte sowie gehebelte, inverse und optionsbasierte ETFs. Selbst die ETFs mit zusammen 587 Milliarden Dollar sind also nicht alle Käufer im engeren Sinn, und einen spürbaren Teil davon beschreibt Nasdaq selbst als aktiv gesteuert.

Legt man die vorläufige Gewichtsänderung von 1,54 Prozentpunkten auf die 587 Milliarden Dollar in ETFs, ergibt das rund 9 Milliarden Dollar. Auf die 800 Milliarden in allen Anlageprodukten gelegt, sind es rund 12 Milliarden. Wer mit 1,4 Billionen rechnet, kommt auf über 21 Milliarden und zählt Positionen mit, hinter denen kein direkter Aktienkauf steht. Alle drei Beträge sind Größenordnungen und keine Vorhersage, weil die endgültigen Gewichte erst zur Umstellung feststehen und die Vermögen aus verschiedenen Zeiträumen stammen.

Freigegeben heißt noch nicht frei gehandelt

Eine abgelaufene Sperrfrist heißt nur, dass Aktien verkauft werden dürfen. Ob sie als Streubesitz zählen, entscheidet der Indexanbieter, und Nasdaq zählt nur, was zum Stichtag in den verfügbaren Daten als frei handelbar erscheint. Der Börsenprospekt von SpaceX nimmt bei den ersten Freigaben die Aktien verbundener Personen ausdrücklich aus, also von Personen, die das Unternehmen beherrschen oder maßgeblich mitbestimmen.

Hier liegt der Grund, warum sich das vorläufige Gewicht nicht aus den Mengen im Prospekt nachrechnen lässt. Zählte Nasdaq jede freigegebene Aktie als Streubesitz, hätte sich die gezählte Aktienzahl seit dem Börsengang ungefähr verdreifacht. Das vorläufige Gewicht wächst aber nur auf etwas mehr als das Doppelte. Dazwischen liegen die Abzüge für Großaktionäre und Insider und die Einordnung zwischen die Nachbarn im Index, und keiner dieser Schritte lässt sich mit öffentlichen Zahlen vollständig nachvollziehen.

Die weiteren Stufen legt der Prospekt fest. Am 24. September, am 9. Oktober und am 24. Oktober enden Sperrfristen für je bis zu 328,4 Millionen Aktien. Nach den Zahlen für das dritte Quartal folgen bis zu 1,3 Milliarden. Die Aktien von Elon Musk bleiben bis zum 12. Juni 2027 gesperrt, dann werden bis zu 6,4 Milliarden frei, einschließlich umgewandelter Aktien der Klasse B. Liegt der Streubesitz irgendwann über einem Drittel der notierten Aktien, zählt der Index den vollen Börsenwert, und weitere Freigaben lösen dann keine Käufe mehr aus, solange die Zahl der notierten Aktien gleich bleibt. Ob und wann das geschieht, zeigt sich frühestens bei der Umstellung im Dezember mit dem Stichtag 30. November.

Drei Indizes, drei Regeln für dieselbe Aktie

Für einen breiten Welt-ETF gilt eine andere Regel. MSCI, der Anbieter des MSCI World, hatte vor dem Börsengang mitgeteilt, bei SpaceX seine Regel für große Börsengänge anzuwenden, nach der eine Aufnahme schon zum Schluss des zehnten Handelstags wirksam wird. MSCI gewichtet grundsätzlich nach dem Anteil der Aktien, der frei gekauft werden kann, und einen Faktor drei gibt es dort nicht. Eine Aktie mit wenig Streubesitz wiegt dort im Verhältnis zu ihrem Börsenwert also deutlich weniger, und ihr Gewicht wächst mit jeder Freigabe weiter, auch jenseits eines Drittels.

Im S&P 500 fehlt SpaceX ganz. S&P Dow Jones Indices hat am 4. Juni entschieden, für sehr große Unternehmen keine Ausnahme von den Aufnahmeregeln zu machen, weder bei der Gewinnvorgabe noch bei der Wartezeit noch beim Mindest-Streubesitz. Allein die Wartezeit verlangt zwölf Monate an der Börse und schließt SpaceX damit bis mindestens Juni 2027 aus. Welche Gewinnvorgabe außerdem gilt und warum sie an der Konzernsumme hängt, steht in unserer Zerlegung des ersten Quartalsberichts.

Beim Nasdaq 100 kommt eine Aktie mit wenig Streubesitz früher mit spürbarem Gewicht in die Fonds, und ab einem Drittel lösen neue Freigaben dort keine Käufe mehr aus. In einem Index nach Streubesitz beginnt sie kleiner, und die Fonds kaufen mit jeder Freigabe weiter nach. Wer die Überschneidung zweier Fonds abschätzt, rechnet deshalb für dieselbe Aktie mit zwei verschiedenen Gewichten, und wie sich solche Überschneidungen summieren, steht im Beitrag zum Klumpenrisiko im Welt-ETF.

Der faire Gegenpunkt

Die Sorge vor den Milliarden hat einen wahren Kern, und er steckt im Faktor selbst. Die Nachfrage der Indexfonds ist echt, sie fällt auf einen bekannten Termin, und für eine Aktie mit wenig Streubesitz ist sie dreimal so groß, wie sie bei einem Index nach reinem Streubesitz wäre. Nasdaqs eigenes Beispiel zeigt das. Die Indexfonds kaufen dort ein Zehntel der frei gehandelten Aktien, bei einem Index nach reinem Streubesitz wäre es rechnerisch ein Dreißigstel gewesen. Der Faktor verdreifacht also den Teil des Angebots, den passive Fonds zu einem einzigen Termin übernehmen.

Nasdaq hält dagegen, dass gerade die Bindung an den Streubesitz der Schutz ist. Die Nachfrage wächst nur mit der Menge, die tatsächlich frei wird, und der Index nimmt eine solche Aktie nach Nasdaqs eigener Beschreibung in mehreren Schritten auf statt an einem einzigen Tag. Nach der alten Regel hätte eine Aktie knapp über 10 Prozent Streubesitz sofort voll gezählt, also mit rund dem Zehnfachen. Gemessen daran wirkt der Faktor drei als Bremse. Wie stark der frühere Aufschlag bei Indexaufnahmen über die Jahrzehnte geschrumpft ist, steht in unserer Auswertung zum Index-Effekt.

Ein zweiter Einwand ist grundsätzlicher, und Nasdaq greift ihn im Gespräch zur Regeländerung selbst auf. Passive Anleger bekämen so ein übergroßes Risiko aus Aktien mit wenig Streubesitz ins Depot. Die Antwort des Indexanbieters ist die Obergrenze selbst, und rechnerisch hält sie, denn eine solche Aktie kommt mit einem kleineren Gewicht herein, als sie nach ihrem vollen Börsenwert hätte. Ob man eine solche Aktie überhaupt in einem Index haben möchte, bleibt trotzdem eine eigene Frage, und die beantwortet keine Formel.

Was das für Anleger heißt

Die Umstellung verlangt vom Anleger keinen eigenen Handgriff. Sie passiert im Fonds, an einem festen Tag und nach einer veröffentlichten Regel, und abgesehen von den Handelskosten bleibt der Wert deines Anteils dabei gleich, nur seine Zusammensetzung ändert sich. Nach dem Zeitplan im Prospekt kann sich das Gewicht einer einzelnen Aktie in deinem Depot noch mehrmals verschieben. Wie viel SpaceX du über deine Fonds hältst, steht in den Positionslisten der Anbieter, für jeden Index getrennt.

Für die Einordnung helfen drei Fragen, die für jeden Index gelten. Zählt er den ganzen Börsenwert oder nur den frei gehandelten Teil? Aktualisiert er die Aktienzahlen laufend oder zu festen Terminen? Und ab wann zählt eine Aktie voll? Die Antworten stehen im Regelwerk, das jeder Indexanbieter öffentlich stellt, und sie erklären die Zusammensetzung deines ETFs genauer als jede Milliardensumme.

Beide Bauarten haben ihren Preis. Eine Regel, die eine junge Aktie mit wenig Streubesitz früh und mit spürbarem Gewicht aufnimmt, bildet große Unternehmen schneller ab und holt damit auch die Schwankungen einer frisch notierten Aktie früher ins Depot. Eine Regel, die abwartet, bildet den Markt träger ab und lässt diese Phase aus. Welche Bauart zu deinem Anlagehorizont, deiner Streuung und deiner Risikotragfähigkeit passt, entscheidest du. Dieser Text sagt nichts darüber, ob SpaceX oder ein bestimmter Fonds teuer oder günstig ist.

Quellen

  1. Nasdaq-100 Index Methodology Nasdaq Global Indexes · primaerquelle ·
  2. Nasdaq-100 Index Methodology Changes, Frequently Asked Questions Nasdaq Global Indexes · primaerquelle ·
  3. Nasdaq-100 Index Methodology Update: Why Now, and What It Means Nasdaq · boerse ·
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  6. Prospectus, Class A Common Stock (Form 424B4) Space Exploration Technologies Corp., SEC EDGAR · unternehmen ·
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  10. S&P Dow Jones Indices Consultation on Treatment of MegaCap Companies, Results S&P Dow Jones Indices · pressemitteilung ·
  11. SpaceX to Get Weighting Boost in Nasdaq 100 After Rebalance Bloomberg · bericht ·

Zur Entstehung dieses Artikels

Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Quellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Stand der Daten. Die Regel, ihre Vorgeschichte und der Kalender der Umstellungen stammen aus dem Regelwerk des Nasdaq 100 (Stand 30. April 2026), dem Fragenkatalog von Nasdaq zu den Änderungen (Fassung vom 4. August 2026) und dem Gespräch im Nasdaq-Newsroom vom 8. Mai 2026. Aktienzahlen, Mehrzuteilung und Sperrfristen stammen aus dem Börsenprospekt von SpaceX vom 12. Juni 2026 und dem Quartalsbericht vom 4. August 2026. Belastbarkeit einzelner Werte. Die Gewichte von 1,28 und 2,82 Prozent sind vorläufige Werte des Indexanbieters, über die Bloomberg am 12. September 2026 berichtet hat, die endgültigen Gewichte stehen erst zur Umstellung fest. Den Termin der ersten Freigabe am 6. August 2026 haben wir aus der Regel im Prospekt und dem Datum der Quartalszahlen abgeleitet. Die Umschichtung von 154 Euro je 10.000 Euro, die Kaufvolumen von rund 9, 12 und 21 Milliarden Dollar, die Obergrenze von 1,87 Milliarden handelbaren Aktien und das Dreißigstel im Vergleich zum Beispiel von Nasdaq sind eigene Rechnungen aus den genannten Zahlen. Wie viele Aktien Nasdaq tatsächlich als Streubesitz zählt, ist nicht öffentlich. Stand der Einordnung. 12. September 2026, gültig bis zur nächsten Umstellung mit Stichtag 30. November 2026.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.

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