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Fünf Maschinen gegen 131, und warum der Kursrutsch die Chipwerke härter traf als den Anlagenbauer

Stand 28. Juli 2026. Der koreanische Leitindex KOSPI schloss 10,84 Prozent tiefer bei 6.023,66 Punkten, die Börse setzte den Handel für 20 Minuten aus. Samsung Electronics verlor 13,4 Prozent, SK Hynix 14,7 Prozent. Der Anlass war ein Bericht, wonach ein Unternehmen in Shanghai erstmals Immersions-Belichtungsanlagen in Serie fertigt, etwa fünf Stück in diesem Jahr. Der bisher einzige Anbieter hat 2025 rund 130 davon ausgeliefert. Eine Menge von knapp vier Prozent bewegte also zweistellige Prozentsätze an Börsenwert, und das hat einen nachrechenbaren Grund. Diese Einordnung ist eine Momentaufnahme und verschiebt sich mit neuen Daten.

Vorläufige Daten
Portora Redaktion12 Min Lesezeit

Die Zerlegung in Zahlen

5 zu 131
berichtete neue Anlagen gegen ausgelieferte Immersionssysteme
knapp vier Prozent einer Jahresmenge
10,84 %
Tagesverlust des koreanischen Leitindex am 28. Juli
Schluss bei 6.023,66 Punkten
rund ein Fünftel
Wertverlust einer Rente, wenn die Laufzeit von 15 auf 10 Jahre sinkt
bei unverändertem Gewinn im ersten Jahr
8 %
Schwelle, ab der die Börse in Seoul den Handel aussetzt
20 Minuten, achte Auslösung in diesem Jahr

Quelle: Korea Exchange, ASML Geschäftsbericht 2025, eigene Rechnung

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Stand 28. Juli 2026. Die europäischen Werte sind Vormittagsstände, die Börsen dort hatten noch nicht geschlossen.

ZahlBedeutung
6.023,66Schlussstand des KOSPI am 28. Juli, minus 10,84 Prozent
unter 6.000Tiefstand im Handelsverlauf, erstmals seit dem 14. April
9.385,59bisheriger Höchststand des KOSPI, erreicht am 19. Juni 2026
minus 13,4 %Samsung Electronics am 28. Juli
minus 14,7 %SK Hynix am 28. Juli
minus 3,95 %Nikkei 225 am 28. Juli
131Immersionssysteme, die ASML 2025 ausgeliefert hat
rund 5Anlagen, die der neue Anbieter laut Bericht 2026 liefern soll
rund 20Anlagen, die für 2027 berichtet werden
minus 6,5 %ASML am 27. Juli in Amsterdam
minus 5 %Nvidia am 27. Juli
minus 8 %AMD am 27. Juli
knapp unter plus 0,1 %S&P 500 am 27. Juli
plus 0,5 %Dow Jones Industrial Average am 27. Juli
minus 0,2 %Nasdaq Composite am 27. Juli
plus 0,22 %Euro STOXX 50 am Vormittag des 28. Juli
plus 0,48 %FTSE 100 am Vormittag des 28. Juli
63,63 %Anteil der USA im MSCI ACWI zum 30. Juni 2026
4,53 %Anteil Koreas im MSCI ACWI ohne USA zum 31. März 2026
8 ProzentAbstand zum Vortagesschluss, ab dem in Seoul ausgesetzt wird

Quelle: Korea Exchange, MSCI Index-Factsheets, ASML Geschäftsbericht 2025, LSEG-Marktdaten

Was an diesem Dienstag passiert ist

Der koreanische Leitindex KOSPI schloss am 28. Juli bei 6.023,66 Punkten und damit 10,84 Prozent unter dem Vortag. Im Handelsverlauf rutschte er unter 6.000 Punkte, zum ersten Mal seit dem 14. April. Als der Abstand zum Vortagesschluss acht Prozent überschritt, setzte die Korea Exchange den Handel für 20 Minuten aus. Es war die achte solche Aussetzung in diesem Jahr. Die beiden Schwergewichte des Index verloren noch mehr als der Index selbst, Samsung Electronics 13,4 Prozent und SK Hynix 14,7 Prozent. In Tokio gab der Nikkei 225 um 3,95 Prozent nach.

Der Anlass lag einen Tag zurück und war eine einzelne Meldung. Berichtet wurde am 27. Juli, dass ein staatlich gestütztes Unternehmen in Shanghai begonnen habe, Immersions-Belichtungsanlagen in Serie zu fertigen. Das sind die Maschinen, mit denen die Strukturen auf einem Chip belichtet werden. Genannt wurden etwa fünf Anlagen für dieses Jahr, die an drei chinesische Chiphersteller gehen sollen, und rund zwanzig für 2027. Der niederländische Konzern ASML, bislang der einzige Anbieter dieser Bauart, verlor an dem Tag in Amsterdam 6,5 Prozent.

Setzt man diese Zahlen nebeneinander, entsteht sofort eine Frage. ASML hat 2025 nach eigenem Geschäftsbericht 131 Immersionssysteme ausgeliefert. Fünf Anlagen sind davon knapp vier Prozent. Eine Menge, die den Weltmarkt in diesem Jahr praktisch nicht verändert, hat an zwei Handelstagen zweistellige Prozentsätze an Börsenwert bewegt. Wer das für Übertreibung hält, hat die Rechnung nicht gemacht, die dahintersteckt. Sie ist unspektakulär und lässt sich auf einem Blatt Papier nachvollziehen.

Eine Alleinstellung ist eine Rente mit Laufzeit

Wer einen Markt allein bedient, verdient mehr, als er im Wettbewerb verdienen würde. Dieser Aufschlag hat in der Volkswirtschaftslehre einen Namen, er heißt Rente. Entscheidend für den heutigen Wert dieser Rente ist nicht ihre Höhe im laufenden Jahr, sondern wie lange sie voraussichtlich fließt. Genau das ist der Punkt, an dem die Intuition abbiegt. Man liest eine Meldung über Stückzahlen und denkt an Marktanteil in diesem Jahr. Der Kurs rechnet aber etwas anderes, nämlich die Summe aller künftigen Aufschläge, abgezinst auf heute.

Ein Rechenbeispiel macht das greifbar. Nimm an, ein Unternehmen verdient an seiner Alleinstellung zehn Milliarden im Jahr, und der Markt zinst diese Zahlungen mit acht Prozent ab. Läuft die Alleinstellung noch fünfzehn Jahre, ergibt sich ein Barwert von rund 85,6 Milliarden. Läuft sie noch zehn Jahre, sind es rund 67,1 Milliarden. Der Unterschied beträgt gut 18 Milliarden, also rund ein Fünftel. Und dabei hat sich am Gewinn des nächsten Jahres nichts geändert, keine einzige Maschine weniger wurde verkauft. Verändert hat sich nur die vermutete Dauer.

Damit ist der Kursrutsch keine Übertreibung mehr, sondern eine Neubewertung derselben Größe. Fünf Maschinen sind als Menge unbedeutend. Als Beweis dafür, dass eine technische Hürde überhaupt genommen werden kann, sind sie etwas anderes. Sie verschieben die Antwort auf die Frage, ob die Alleinstellung noch fünfzehn Jahre trägt oder eher zehn. Und weil in dieser Frage der Löwenanteil des Werts steckt, reagiert der Kurs auf eine Meldung über fünf Stück stärker als auf einen guten Quartalsbericht. Das gilt für jede Firma, deren Bewertung an einem Burggraben hängt, ob Patent, Netzwerk oder technischer Vorsprung.

Zwei Balkenpaare nebeneinander. Links die Menge, ein hoher Balken mit 131 ausgelieferten Immersionssystemen im Jahr 2025 und daneben ein fast unsichtbarer Balken mit fünf für 2026 berichteten Anlagen. Rechts der Wert, ein Balken mit 85,6 Milliarden Barwert bei fünfzehn Jahren Restlaufzeit und daneben ein kürzerer mit 67,1 Milliarden bei zehn Jahren, dazwischen minus 22 Prozent. Darunter der Hinweis, dass der Gewinn des ersten Jahres gleich bleibt und nur die erwartete Dauer sinkt.
Die Stückzahl für 2026 ist berichteter Stand vom 27. Juli 2026 und nicht durch eine Unternehmensmitteilung belegt. Die Barwerte sind ein Rechenbeispiel und beziehen sich auf kein konkretes Unternehmen.

Warum es die Chiphersteller härter traf als den Anlagenbauer

Auf den ersten Blick ist die Verteilung der Verluste verkehrt herum. Die schlechte Nachricht betraf einen Anbieter von Belichtungsanlagen, und der verlor 6,5 Prozent. Härter erwischte es Firmen, die diese Anlagen kaufen, mit 13,4 und 14,7 Prozent. Wer das für eine Marktlaune hält, übersieht, dass die Maschine für beide Seiten etwas völlig Verschiedenes ist. Für den Hersteller der Anlage ist sie das Produkt, also die Einnahme. Für Samsung und SK Hynix ist sie die Tür, durch die ein Wettbewerber gehen muss, bevor er mitspielen kann.

Das wiegt so schwer, weil Speicherchips kein Markenartikel sind, sondern eine weitgehend austauschbare Ware. Bei austauschbarer Ware entscheidet die verfügbare Menge über den Preis, und der Preis entscheidet über die Marge. Wer eine Belichtungsanlage bekommt, kann Kapazität aufbauen, und wer Kapazität aufbaut, drückt den künftigen Preis. Deshalb ist die Nachricht über das Werkzeug für die Speicherhersteller keine Nachricht über einen Lieferanten, sondern eine über den Preispfad ihres eigenen Produkts in den kommenden Jahren.

Dazu kommt die Wirkung des Hebels. In einem Geschäft mit hohen Fixkosten und schwankenden Preisen schlägt eine Preisänderung überproportional auf den Gewinn durch. Fällt der Preis um zehn Prozent, während die Kosten je Stück gleich bleiben, sinkt die Marge um deutlich mehr als zehn Prozent. Der Markt rechnet diesen Hebel mit, wenn er eine Kapazitätsmeldung verarbeitet. Deshalb bewegen sich in einem Zyklus die Kurse der Chiphersteller stärker als die des Werkzeuglieferanten, in beide Richtungen. In der Aufwärtsphase dieses Jahres war es genau umgekehrt, da liefen sie voran.

Was diese Anlagen können und was nicht

Hier lohnt sich eine Unterscheidung, die in den Schlagzeilen fast immer untergeht. Belichtungsanlagen gibt es in zwei Klassen. Die eine arbeitet mit tiefem Ultraviolett und wird als DUV bezeichnet, die feinere Klasse arbeitet mit extremem Ultraviolett und heißt EUV. Die Immersionstechnik, um die es hier geht, gehört zur ersten Klasse. Bei ihr liegt zwischen Linse und Wafer eine Flüssigkeitsschicht, die feinere Strukturen erlaubt als Luft. Sie ist das Arbeitspferd der Branche, aber sie ist nicht das Spitzenwerkzeug.

Das ist wichtig, weil es die Reichweite der Meldung begrenzt. Für Speicherchips und für viele reifere Fertigungsstufen reicht diese Klasse aus, und genau dort liegt das Geschäft, das die koreanischen Hersteller groß gemacht hat. Für die feinsten Logikchips, also die Bauteile in den Rechenzentren, reicht sie nicht. Wer aus der Meldung liest, die technologische Lücke sei geschlossen, liest zu viel hinein. Wer daraus liest, sie sei bedeutungslos, liest zu wenig, denn der Speichermarkt ist groß und für die betroffenen Firmen zentral.

Ebenfalls offen bleibt die Frage der Ausbeute. Eine Anlage bauen und eine Anlage bauen, die im Dauerbetrieb wirtschaftlich brauchbare Chips liefert, sind zwei verschiedene Dinge. Wie gut die Maschinen laufen, ob sie die Taktzahlen erreichen und wie hoch der Ausschuss ist, steht in keiner der Meldungen. Auch die Zahlen selbst sind bislang Berichterstattung und keine Unternehmensmitteilung. Wie sich die Werkzeugschicht insgesamt liest, haben wir in einer eigenen Analyse zu den Halbleiter-Ausrüstern auseinandergenommen.

Wie es dazu kam

Der Tag fällt nicht in eine ruhige Kulisse, sondern an das Ende einer außergewöhnlichen Serie. Der koreanische Leitindex war in diesem Jahr das stärkste große Börsenbarometer der Welt, getragen von genau den beiden Speicherherstellern, die jetzt am stärksten verlieren. Am 19. Juni erreichte er mit 9.385,59 Punkten seinen bisherigen Höchststand. Von dort ging es abwärts. Bereits Mitte Juli war der Index in einen Bärenmarkt gefallen, also mehr als zwanzig Prozent unter das Hoch, und die Notenbank hob am 16. Juli erstmals seit Januar 2023 den Leitzins an.

Vom Junihoch aus gerechnet steht der Schlussstand vom 28. Juli rund ein Drittel tiefer. Der Elf-Prozent-Tag ist also nicht der Beginn einer Bewegung, sondern eine besonders scharfe Etappe innerhalb einer, die seit sechs Wochen läuft. Das ändert die Lesart. Ein Markt, der sich zuvor stark verteuert hat, reagiert auf eine Nachricht, die seine Grundannahme berührt, heftiger als ein Markt, in dem wenig eingepreist ist. Je mehr Zukunft im Kurs steckt, desto mehr Zukunft kann eine einzelne Meldung wieder herausnehmen.

Warum Notenbank und Aktienmarkt in derselben Woche in verschiedene Richtungen zeigen konnten, haben wir an genau diesem koreanischen Fall beschrieben. Kurz gesagt beantworten sie zwei verschiedene Fragen. Die eine schaut auf Inflation und Finanzstabilität in der realen Wirtschaft, die andere auf den erwarteten Gewinn börsennotierter Unternehmen und den Zins, mit dem dieser Gewinn abgezinst wird. Beides kann gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen laufen, ohne dass eine der beiden Seiten sich irrt.

Ein Sektor ist nicht der Markt

Die naheliegende Reaktion auf solche Zahlen lautet, die Börsen brächen ein. Der Blick auf die anderen Märkte trägt das an diesem Tag nicht. Am 27. Juli, als die Chipwerte in New York abverkauft wurden, schloss der S&P 500 knapp unter einem Zehntelprozent im Plus und der Dow Jones Industrial Average 0,5 Prozent höher. Nur der technologielastige Nasdaq Composite gab 0,2 Prozent nach. Innerhalb dieses fast unbewegten Index verlor Nvidia fünf Prozent und AMD acht Prozent. Der Index stand also still, während sich darunter zwei Lager kräftig gegeneinander bewegten.

Am 28. Juli setzte sich das fort. Während in Seoul der Handel schon geschlossen war, notierten der Euro STOXX 50 am Vormittag 0,22 Prozent und der FTSE 100 0,48 Prozent im Plus. Die europäischen Börsen hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschlossen, der Tag konnte also noch drehen. Festhalten lässt sich trotzdem, dass ein zweistelliger Verlust in einem Markt und ein Plus in einem anderen am selben Vormittag nebeneinander bestanden. Das ist kein Widerspruch, sondern die normale Folge davon, dass beide Indizes andere Firmen enthalten.

Für ein breit gestreutes Depot ist das die eigentlich relevante Ebene. Im MSCI ACWI, der Grundlage vieler Welt-ETFs, entfielen zum 30. Juni 63,63 Prozent auf die Vereinigten Staaten. Korea gehört zu den Schwellenländern und wog im selben Index ohne die USA zum 31. März 4,53 Prozent, was im Gesamtindex einen Anteil in der Größenordnung von anderthalb Prozent bedeutet. Ein Elf-Prozent-Tag in Seoul schlägt darüber mit einem Bruchteil eines Prozentpunktes durch. Wie stark die Gewichte im Welt-ETF inzwischen auseinanderfallen, steht in einer eigenen Analyse zur Konzentration.

Der faire Gegenpunkt

Gegen die beruhigende Lesart lässt sich einiges sagen, und es lohnt sich, das ernst zu nehmen. Der stärkste Einwand betrifft die Gewichtung. Zwar ist Korea im Welt-Index klein, aber die Halbleiterbranche insgesamt ist es nicht. Rechnet man die amerikanischen Chipentwickler, die taiwanische Auftragsfertigung, die japanischen Zulieferer und die europäische Ausrüstung zusammen, kommt ein Block heraus, der im Welt-ETF weit schwerer wiegt als das eine Land. Wer nur auf den Länderanteil schaut, unterschätzt daher, wie stark der Sektor durchschlägt.

Der zweite Einwand betrifft den Zeithorizont. Fünf Maschinen in diesem Jahr sind wenig, zwanzig im nächsten schon mehr, und eine Fertigung, die einmal läuft, wird üblicherweise ausgeweitet. Wer sagt, der Markt reagiere übertrieben, unterstellt, dass die Ausweitung nicht kommt oder langsamer kommt als befürchtet. Das kann man annehmen, aber es ist eine Annahme und kein Befund. Der Markt trifft mit seiner Neubewertung eine andere Annahme, und welche der beiden richtig war, weiß man erst in einigen Jahren.

Der dritte Einwand ist grundsätzlicher. Die Rechnung mit der Rentenlaufzeit erklärt, warum eine kleine Menge viel Wert bewegen kann. Sie sagt nicht, dass die Bewegung in ihrer Höhe angemessen war. Ein Kurs kann aus einem richtigen Grund zu stark oder zu schwach reagieren, und die Rechnung liefert dafür keinen Maßstab. Sie macht nur verständlich, warum die Reaktion nicht schon deshalb unsinnig ist, weil die Stückzahl klein war. Mehr leistet sie nicht, und mehr sollte man ihr nicht abverlangen.

Was das für Anleger heißt

Deskriptiv festhalten lässt sich Folgendes. Erstens hängt die Bewertung eines Unternehmens ohne Wettbewerber stärker an der erwarteten Dauer seiner Stellung als an der Menge des laufenden Jahres. Wer solche Firmen im Depot hat, meist ohne sie ausgewählt zu haben, hält damit eine Position, deren Wert von einer Einschätzung über viele Jahre getragen wird. Nachrichten, die diese Einschätzung berühren, wirken deshalb stärker als Nachrichten über das laufende Geschäft, auch wenn die Zahlen darin klein aussehen.

Zweitens sagt ein Tagesverlust wenig über die Streuung eines Depots aus, solange man nicht die Gewichte danebenlegt. Ein Markt, der elf Prozent verliert, klingt dramatisch. Trägt er anderthalb Prozent eines Welt-Index, bleibt davon ein Bruchteil eines Prozentpunktes. Umgekehrt gilt dasselbe für die Sektorbetrachtung. Ein Land ist klein, eine Branche quer über mehrere Länder kann groß sein. Wer wissen will, wie breit sein eigener Fonds wirklich streut, findet die Antwort im Factsheet unter den Länder- und Branchengewichten, nicht in der Zahl der enthaltenen Titel. Was dabei regelmäßig überrascht, steht im Erklärstück zum Klumpenrisiko in Welt-ETFs.

Drittens ist die Unterscheidung zwischen Bericht und Mitteilung an dieser Stelle keine Formalie. Die Stückzahlen für 2026 und 2027 stammen aus Berichterstattung, nicht aus einer Unternehmensmitteilung, und weder die betroffenen Hersteller noch der Anlagenbauer haben sie bestätigt. Belastbar sind bislang die Auslieferungszahlen aus dem Geschäftsbericht, die Indexstände der Börsen und die Regeln, nach denen ein Handel ausgesetzt wird. Wer den Vorgang weiterverfolgen will, findet die belastbaren Angaben in den Quartalsberichten der beteiligten Firmen und nicht in der nächsten Schlagzeile. Warum Kurse überhaupt so stark schwanken, ist im Erklärstück zur Volatilität auseinandergelegt.

Was daraus für die eigene Anlage folgt, steht hier bewusst nicht. Diese Analyse beschreibt, wie sich der Wert einer Alleinstellung rechnerisch zusammensetzt, warum eine Kapazitätsmeldung bei austauschbarer Ware anders wirkt als bei einem Markenprodukt und wie sich Länder- und Branchengewichte in einem Welt-Index zueinander verhalten. Sie enthält keine Einschätzung darüber, ob ein Wertpapier, eine Branche oder ein Index angemessen bewertet ist, und sie leitet daraus keine Kauf- oder Verkaufsentscheidung ab. Wer aus der Mechanik etwas für sein eigenes Depot ableitet, tut das nach seiner eigenen Lage, seinem Anlagehorizont und seiner Risikobereitschaft.

Quellen

  1. ASML Holding N.V., Geschäftsbericht 2025 (ausgelieferte Lithografiesysteme nach Bauart) ASML Holding N.V. · dokument ·
  2. Korea Exchange, Marktdaten und Regelwerk zur marktweiten Handelsaussetzung (Circuit Breaker) Korea Exchange (KRX) · behoerde ·
  3. MSCI ACWI Index Factsheet (Länder- und Regionengewichte, Stand 30. Juni 2026) MSCI Inc. · dokument ·
  4. Bank of Korea, geldpolitischer Beschluss vom 16. Juli 2026 (Leitzinsanhebung auf 2,75 Prozent) Bank of Korea · behoerde ·
  5. U.S. Department of the Treasury, tägliche Renditekurven (Marktumfeld am 27. und 28. Juli 2026) U.S. Department of the Treasury · behoerde ·

Stand der Analyse: 28. Juli 2026.

Wichtiger Hinweis zum Kern der Meldung: Die Angaben zur chinesischen Serienfertigung von Immersions-Belichtungsanlagen, also rund fünf Anlagen im Jahr 2026 und rund zwanzig im Jahr 2027, stammen aus Berichterstattung vom 27. Juli 2026 und sind weder durch eine Unternehmensmitteilung noch durch eine Pflichtveröffentlichung belegt. Weder der genannte Hersteller noch die betroffenen Abnehmer haben sich dazu geäußert. Die Angaben können sich als unzutreffend erweisen oder anders ausfallen. Die Mechanik dieser Analyse stützt sich deshalb nicht auf diese Zahlen, sondern auf die allgemeine Barwertrechnung einer befristeten Rente sowie auf belegte Angaben, nämlich die Auslieferungszahlen aus dem Geschäftsbericht des bisherigen Anbieters und die veröffentlichten Handelsdaten der Börsen.

Zur Einordnung der Zahlen: Die Barwerte von 85,6 und 67,1 Milliarden sind ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Annahmen, also zehn Milliarden Jahresgewinn und acht Prozent Diskontsatz. Sie beziehen sich auf kein konkretes Unternehmen und sind keine Bewertung. Der abgeleitete Anteil Koreas am MSCI ACWI in der Größenordnung von anderthalb Prozent ist eine eigene Überschlagsrechnung aus zwei Factsheets mit unterschiedlichen Stichtagen, nämlich 31. März und 30. Juni 2026, und kein von MSCI ausgewiesener Wert. Die europäischen Indexstände vom 28. Juli sind Vormittagsstände und keine Schlusskurse, die Börsen hatten zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht geschlossen.

Zur Arbeitsweise: Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt und dabei KI-gestützt aufbereitet. Alle tragenden Zahlen wurden gegen die jeweils angegebene Quelle geprüft und mit Stand versehen.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.

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