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Vier Aktienindizes, vier Rekordtage, keiner davon war der 31. August

Stand 1. September 2026. Am Montag schloss der DAX 1,17 Prozent unter seinem höchsten Schlussstand. Beim S&P 500 waren es 1,45 Prozent, beim Dow Jones 2,14 und beim Nasdaq 100 3,93. Keiner der vier großen Aktienindizes stand an diesem Tag also auf einem Rekord. Die Reihenfolge dieser Abstände ist dabei kein Zufall, sie entspricht genau der Reihenfolge, in der die vier zuletzt oben standen. Der Nasdaq 100 erreichte seinen höchsten Schluss am 2. Juni und liegt am weitesten darunter, der DAX am 28. August und liegt am nächsten dran.

Vorläufige Daten
Portora Redaktion13 Min Lesezeit

Die Zerlegung in Zahlen

0 von 4
Indizes auf Rekord am 31. August 2026
3,93 %
Größter Abstand zum eigenen Hoch
1,17 %
Kleinster Abstand zum eigenen Hoch
87 Tage
Zeitspanne zwischen ältestem und jüngstem Hoch

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

ZahlBedeutung
30.660,60Höchster Schlussstand des Nasdaq 100, erreicht am 2. Juni 2026
54.349,12Höchster Schlussstand des Dow Jones, erreicht am 5. August 2026
7.798,99Höchster Schlussstand des S&P 500, erreicht am 13. August 2026
26.569,99Höchster Schlussstand des DAX, erreicht am 28. August 2026
29.456,97Schlussstand des Nasdaq 100 am 31. August 2026
53.185,90Schlussstand des Dow Jones am 31. August 2026
7.686,14Schlussstand des S&P 500 am 31. August 2026
26.258,11Schlussstand des DAX am 31. August 2026
3,93 %Abstand des Nasdaq 100 zu seinem Hoch, 90 Kalendertage danach
2,14 %Abstand des Dow Jones zu seinem Hoch, 26 Kalendertage danach
1,45 %Abstand des S&P 500 zu seinem Hoch, 18 Kalendertage danach
1,17 %Abstand des DAX zu seinem Hoch, 3 Kalendertage danach
1.203,63Punkte, die dem Nasdaq 100 zu seinem Hoch fehlen
1.163,22Punkte, die dem Dow fehlen, also fast gleich viele bei fast doppeltem Indexstand
26.618,74Höchster Kurs des DAX innerhalb eines Handelstages, ebenfalls am 28. August 2026
0,18 PunkteUm so viel verschiebt sich der gemessene DAX-Abstand je nach Wahl des Hochs
27.192,31Tiefster Schluss des Nasdaq 100 seit seinem Hoch, am 29. Juli 2026
11,31 %Abstand des Nasdaq 100 zu seinem Hoch an diesem 29. Juli

Was ein Rekord zu behaupten scheint

Der Satz, an der Wall Street jage ein Rekord den nächsten und ausgerechnet die Technologiewerte kämen nicht mit, enthält zwei getrennte Behauptungen. Die erste sagt, dass ein Index gerade auf einem Höchststand steht. Die zweite sagt, dass ein anderer das nicht tut. Beide sind angenehm einfach zu prüfen, denn ein Rekord ist keine Stimmung, sondern ein Kursstand. Er ist der höchste, den es je gab, oder er ist es nicht. Dazwischen gibt es nichts. Genau diese Eindeutigkeit macht die Aussage überprüfbar, und sie macht sie auch angreifbar.

Am Montag, dem 31. August 2026, schloss der DAX bei 26.258,11 Punkten. Sein höchster Schlussstand liegt bei 26.569,99 und stammt vom Freitag davor. Der S&P 500 ging mit 7.686,14 aus dem Handel, sein bester Schluss steht bei 7.798,99 vom 13. August. Der Dow Jones schloss bei 53.185,90 gegen 54.349,12 vom 5. August. Und der Nasdaq 100 schloss bei 29.456,97 gegen 30.660,60 vom 2. Juni. Vier Indizes, vier Höchststände, und keiner davon wurde an diesem Montag erreicht.

Richtig an der Behauptung ist die Zeitform. Jeder dieser vier Indizes hat kürzlich einen Rekord aufgestellt, drei davon sogar innerhalb der vorangegangenen vier Wochen. Wer sagt, sie hätten neue Höchststände erreicht, sagt die Wahrheit. Wer daraus einen gegenwärtigen Zustand macht, verschiebt die Aussage um eine Stufe, und an dieser Stelle wird sie falsch. Der Nachzügler-Teil kippt gleich mit, denn wenn alle vier unter ihrem Hoch stehen, ist keiner von ihnen der Ausreißer. Sie unterscheiden sich nur darin, wie weit sie darunter stehen.

Vier Hochs, vier Daten, ein Muster

Rechnet man die vier Abstände aus, ergibt sich eine Reihe. Der Nasdaq 100 lag 3,93 Prozent unter seinem Hoch, der Dow Jones 2,14 Prozent, der S&P 500 1,45 Prozent und der DAX 1,17 Prozent. Zwischen dem größten und dem kleinsten Abstand liegen 2,75 Prozentpunkte. Sortiert man dieselben vier Indizes stattdessen nach dem Datum ihres Hochs, vom ältesten zum jüngsten, kommt exakt dieselbe Reihenfolge heraus. Nasdaq 100 am 2. Juni, Dow Jones am 5. August, S&P 500 am 13. August, DAX am 28. August. Beide Sortierungen sind identisch, über alle vier Positionen.

Ein Teil davon ist fast eine Selbstverständlichkeit, und den sollte man zuerst abziehen. Ein Index, dessen Hoch drei Tage zurückliegt, kann in diesen drei Tagen kaum weit gefallen sein. Ein Index, dessen Hoch neunzig Tage zurückliegt, hatte Zeit dafür. Insofern misst der Abstand zum eigenen Hoch immer auch schlicht die Länge des Zeitraums, in dem etwas passieren konnte. Wer nur diese Zahl vergleicht, vergleicht also teilweise Kalender und nicht Kursentwicklung.

Das ist wie die persönliche Bestzeit beim Laufen. Wer sie vorige Woche gelaufen ist, liegt heute mit ziemlicher Sicherheit nah dran. Wer sie im Juni gelaufen ist, liegt weiter weg, und daraus folgt zunächst gar nichts über die Form. Der Abstand zur Bestzeit ist bei einem frischen Bestwert notwendigerweise klein. Erst wenn man ihn zusammen mit dem Datum liest, wird er zu einer Information, und dann sagt er etwas über die Reihenfolge, in der die vier Märkte ihre jeweils stärkste Phase hatten.

Zwei Punkte in dieser Reihe zeigen außerdem, warum Indexpunkte als Vergleichsgröße nichts taugen. Dem Nasdaq 100 fehlten 1.203,63 Punkte bis zu seinem Hoch, dem Dow Jones 1.163,22. Das sind fast gleich viele Punkte. Weil der Dow aber bei über 54.000 stand und der Nasdaq 100 bei gut 30.000, sind es einmal 2,14 und einmal 3,93 Prozent. Wer die absolute Punktzahl liest, hält beide für gleich weit entfernt, obwohl der eine Abstand fast doppelt so groß ist wie der andere.

Balkendiagramm mit vier waagerechten Balken. Sie zeigen, wie weit vier Aktienindizes am 31. August 2026 unter ihrem jeweils höchsten Schlussstand lagen, sortiert nach dem Datum dieses Hochs. Nasdaq 100 mit dem Hoch vom 2. Juni liegt 3,93 Prozent darunter, Dow Jones mit dem Hoch vom 5. August 2,14 Prozent, S&P 500 mit dem Hoch vom 13. August 1,45 Prozent, DAX mit dem Hoch vom 28. August 1,17 Prozent. Je älter das Hoch, desto länger der Balken.
Die Balken werden von oben nach unten kürzer, und die Hochs werden von oben nach unten jünger. Beide Reihenfolgen sind dieselbe.

Welches Hoch du eigentlich vergleichst

Ein Index hat an einem starken Tag zwei Höchstwerte, und sie sind nicht gleich. Der eine ist der höchste Kurs, der während des Handelstages irgendwann aufgerufen wurde. Der andere ist der Stand, mit dem der Index aus dem Handel gegangen ist. Am 28. August 2026 kam der DAX innerhalb des Tages bis auf 26.618,74 Punkte und schloss dann bei 26.569,99. Zwischen den beiden Zahlen liegen 48,75 Punkte, also 0,18 Prozent.

Diese Lücke entscheidet mit, wie groß ein Abstand ausfällt. Gemessen gegen den Schlussstand lag der DAX am 31. August 1,17 Prozent unter seinem Hoch. Gemessen gegen den Tageshöchstkurs waren es 1,35 Prozent. Dieselbe Woche, derselbe Index, dieselbe Datenquelle, und der Abstand ändert sich um 0,18 Prozentpunkte, nur weil eine andere Zeile aus der Kurstabelle genommen wurde. Bei einem Abstand von gut einem Prozent ist das ein Sechstel des Ergebnisses.

Die Regel dagegen ist unspektakulär und wird trotzdem oft verletzt. Vergleiche einen Schlussstand mit einem Schlussstand und einen Tageskurs mit einem Tageskurs. Der Grund ist nicht Pedanterie, sondern dass beide Werte verschiedene Dinge messen. Ein Tageshoch kann eine einzelne Minute sein, in der wenige Aufträge zusammentrafen. Ein Schlusskurs entsteht in der Schlussauktion und damit unter der höchsten Beteiligung des Tages, weshalb Fonds und Indexanbieter ihre Bewertungen daran hängen. Wer den Schlussstand von heute gegen das Tageshoch von damals rechnet, baut sich einen Abstand aus zwei verschiedenen Messverfahren.

Praktisch ist das relevant, weil die Höchststände, die in Kurskacheln und Depotübersichten stehen, meistens Tageswerte sind. Die üblichen Angaben zur 52-Wochen-Spanne zeigen fast überall den höchsten und tiefsten Kurs innerhalb eines Tages, nicht den höchsten und tiefsten Schluss. Wer den heutigen Schlussstand daran misst, bekommt systematisch einen etwas zu großen Abstand. Alle Werte in diesem Text sind deshalb Schlussstände, auf beiden Seiten der Rechnung.

Warum der DAX in dieser Reihe eine Sonderrolle hat

Die vier Abstände sind untereinander vergleichbar, weil jeder Index an seinem eigenen Hoch gemessen wird. Die vier Indizes selbst sind es nicht, und der DAX fällt dabei am stärksten heraus. Er ist ein Performanceindex, rechnet also die ausgeschütteten Dividenden so weiter, als würde man sie sofort wieder anlegen. S&P 500, Dow Jones und Nasdaq 100 sind in ihrer üblichen Form Kursindizes und lassen die Dividenden draußen. Ein Performanceindex erreicht deshalb häufiger und leichter einen Rekord als ein Kursindex auf dieselben Unternehmen, weil er neben der Kursbewegung noch eine zweite Quelle hat, die ihn nach oben schiebt. Wie groß dieser Unterschied im DAX konkret wird, steht in einer eigenen Analyse zu der Frage, warum ein DAX-Rekord auch an der Rechenregel hängt.

Der Dow Jones hat eine zweite Eigenheit, die ihn von den anderen dreien trennt. Er gewichtet seine Mitglieder nach dem Kurs der einzelnen Aktie und nicht nach dem Wert des Unternehmens. Eine Aktie, die 500 Dollar kostet, zieht in ihm zehnmal so stark wie eine, die 50 Dollar kostet, unabhängig davon, welche der beiden Firmen größer ist. Das ist ein Verfahren aus dem 19. Jahrhundert, und es sorgt dafür, dass der Dow auf dieselben Nachrichten anders reagiert als der S&P 500, obwohl sich ihre Mitgliederlisten stark überschneiden.

Dazu kommt die Währung. Der DAX steht in Euro, die drei US-Indizes in Dollar. Für einen Anleger aus dem Euroraum ist der Abstand eines US-Index zu seinem Hoch deshalb nur die halbe Rechnung, denn zwischen dem Hoch und heute hat sich auch der Wechselkurs bewegt. Wer das mitrechnen will, findet die Mechanik dahinter unter Wechselkurse verstehen.

Was von der Vergleichbarkeit übrig bleibt, ist genau die eine Größe, um die es hier geht. Jeder Index wird an sich selbst gemessen, mit derselben Zählweise, derselben Währung und demselben Berechnungsverfahren auf beiden Seiten der Division. Der Abstand zum eigenen Hoch ist deshalb sauber, auch wenn die Indexstände es nicht sind. Was man mit dieser Zahl nicht darf, ist die Indexstände selbst nebeneinanderzustellen und daraus abzuleiten, welcher Markt der stärkere ist.

Wie die Reihenfolge zustande kam

Die Kette der vier Hochs erstreckt sich über 87 Kalendertage, und sie läuft von der US-Technik über den breiten US-Markt nach Europa. Am 2. Juni 2026 schloss der Nasdaq 100 auf seinem bis heute höchsten Stand. Danach ging es abwärts. Am 5. August, dem Tag, an dem der Dow Jones sein eigenes Hoch erreichte, stand der Nasdaq 100 bei 29.487,79 Punkten und damit 3,83 Prozent unter seinem Juni-Wert.

Der Dow lief im selben Fenster in die andere Richtung. Am 2. Juni schloss er bei 51.307,79 Punkten, am 5. August bei 54.349,12. Das ist ein Plus von 5,93 Prozent in gut neun Wochen, während der Technologie-Index im selben Zeitraum 3,83 Prozent verlor. Zwischen den beiden lagen also fast zehn Prozentpunkte, und zwar nicht in einem einzelnen Handelstag, sondern über ein ganzes Quartal.

Danach folgten die beiden übrigen Hochs in kurzem Abstand. Der S&P 500, der sowohl die großen Technologiewerte als auch die breite US-Wirtschaft enthält, erreichte seinen höchsten Schluss am 13. August, also acht Tage nach dem Dow. Der DAX brauchte weitere zwei Wochen bis zum 28. August. Wer die Kette als Erzählung liest, sieht eine Führung, die von einem Marktsegment ins nächste weiterwandert.

Bei dieser Lesart ist allerdings Vorsicht angebracht, und zwar mehr, als die Sauberkeit der Reihenfolge nahelegt. Vier Datenpunkte aus einem einzigen Quartal sind eine Beobachtung und kein Gesetz. Die Reihenfolge könnte auch daran hängen, dass Europa in diesem Sommer eigenen Nachrichten folgte und mit den USA nur zufällig in dieser Abfolge landete. Belegt ist die Divergenz zwischen dem Nasdaq 100 und dem Dow zwischen Juni und August, denn die steht in den Kursen. Nicht belegt ist, dass dieselbe Staffel im nächsten Quartal wieder in dieser Richtung läuft.

Was der Abstand verschweigt

Der Abstand zum eigenen Hoch ist eine Differenz zwischen zwei Zeitpunkten. Er sagt, wo ein Index am Stichtag stand und wo er an seinem besten Tag stand. Über alles, was zwischen diesen beiden Tagen passiert ist, sagt er nichts. Das klingt harmlos, führt aber zu einem verbreiteten Fehlschluss, sobald jemand aus der Zahl eine Bewegung macht.

Der Nasdaq 100 ist dafür das deutlichste Beispiel in dieser Reihe. Am 31. August lag er 3,93 Prozent unter seinem Hoch vom 2. Juni. Wer daraus liest, der Index sei seit Juni um knapp vier Prozent gefallen, beschreibt einen Weg, den es so nicht gab. Am 29. Juli, mitten in diesem Zeitraum, schloss er bei 27.192,31 Punkten und lag damit 11,31 Prozent unter seinem Hoch. Von dort ist er wieder hochgekommen. Der Rückgang war also fast dreimal so groß wie der Abstand, der am Ende übrig blieb, und dazwischen lag eine Erholung, die in der Differenz der beiden Endpunkte komplett verschwindet.

Daraus folgt eine Unterscheidung, die sich lohnt. Der Satz „der Index steht 3,93 Prozent unter seinem Hoch" ist ein Zustand und stimmt. Der Satz „der Index ist um 3,93 Prozent gefallen" ist eine Bewegung und stimmt nicht. Beide Sätze enthalten dieselbe Zahl, und nur einer von beiden ist durch sie gedeckt. Wer wissen will, was zwischendurch los war, braucht den tiefsten Schluss des Zeitraums dazu, und der steht in keiner Kurskachel.

Ebenso wenig ist der Abstand ein Maß für Risiko. Ein Index, der gestern ein Hoch gesetzt hat, steht heute fast zwangsläufig dicht darunter, und das sagt nichts darüber, wie stark er schwankt oder was in den nächsten Wochen passiert. Wer wissen will, wie stark ein Markt üblicherweise ausschlägt, findet die passende Größe unter Volatilität und warum Kurse schwanken. Der Abstand zum Hoch gehört nicht dazu.

Und schließlich hängt jede Aussage dieser Art am gewählten Anker. Gemessen vom Hoch steht ein Index im Minus, gemessen vom Tief desselben Zeitraums im Plus, und beide Zahlen beschreiben denselben Kurs am selben Tag. Wie weit diese Beliebigkeit reicht, zeigt der Fall eines Index, der am selben Tag im Bullenmarkt und im Bärenmarkt steht.

Der faire Gegenpunkt

Gegen diese ganze Zerlegung lässt sich etwas Ernsthaftes einwenden, und es ist stärker als die Genauigkeitskritik. Ein Markt, der 1,17 Prozent unter seinem Allzeithoch steht, ist in jeder praktischen Hinsicht ein Markt auf Rekordniveau. Der DAX hatte drei Handelstage zuvor den höchsten Schluss seiner Geschichte, der S&P 500 achtzehn Tage zuvor. Wer daraus die Zuspitzung baut, hier stehe kein Rekord, betont eine Genauigkeit, die für den Zustand des Marktes fast bedeutungslos ist. Die Zeitform war ungenau, die Richtung stimmte.

Dazu kommt, dass die Schwelle willkürlich ist. Ein Rekord ist definitionsgemäß ein einziger Tag, und an jedem anderen Tag steht der Index darunter. Über ein ganzes Jahr gerechnet ist ein Index an weit über 99 Prozent aller Handelstage nicht auf Rekord. Wenn also die Aussage „steht nicht auf Rekord" auf fast jeden Tag zutrifft, trägt sie für sich genommen keine Information. Sie wird erst interessant durch die Zahl dahinter, und die lautet hier eben ein bis vier Prozent und nicht zwanzig.

Die Korrektur zielt deshalb nicht auf die Marktlage, sondern auf einen Satzbau. Aus vier Indizes, die alle knapp unter ihrem Hoch stehen, wird in der Zuspitzung ein Nachzügler und ein Feld von Rekordjägern, obwohl der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten der vier 2,75 Prozentpunkte beträgt. Der Nachzügler-Frame beschreibt einen Bruch, wo in den Zahlen eine Abstufung steht. Das ist der eigentliche Fehler, und er ist kleiner als „alles falsch" und größer als „egal".

Was das für Anleger heißt

Für ein breit gestreutes Depot ist die praktische Folge zunächst eine Erwartungskorrektur. Wer die vier Indizes als Bausteine hält, hält keine vier Rekorde und keinen Nachzügler, sondern vier Märkte, die zwischen einem und vier Prozent unter ihren jeweiligen Bestwerten stehen und dies zu vier verschiedenen Zeitpunkten erreicht haben. Ein Welt-ETF bildet diese Blöcke in sehr unterschiedlichen Gewichten ab, weshalb ein Depot fast nie so läuft wie der Index, der gerade in einer Überschrift steht. Wie ungleich diese Gewichte ausfallen, steht unter ETF-Klumpenrisiko.

Aus der Zahl selbst folgt keine Handlung, und zwar in beide Richtungen. Ein kleiner Abstand zum Hoch ist kein Sicherheitsmerkmal, denn er entsteht rechnerisch schon dadurch, dass das Hoch jung ist. Ein großer Abstand ist umgekehrt kein Rabatt, denn er sagt nichts darüber, ob der Kurs davor zu hoch war oder danach weiter fällt. Beides sind Rückschauen, und beide sind mit dem Kalender verwoben, aus dem sie stammen.

Nützlich ist die Größe an genau zwei Stellen. Erstens beim Lesen von Überschriften, denn eine Rekord-Aussage lässt sich in einer Minute an zwei Zahlen prüfen, dem aktuellen Schlussstand und dem höchsten Schlussstand. Zweitens beim Vergleich von Regionen im eigenen Depot, weil der Abstand zum jeweils eigenen Hoch die einzige Größe ist, die zwischen einem Euro-Performanceindex und einem Dollar-Kursindex überhaupt vergleichbar bleibt. Wichtig ist dabei nur, auf beiden Seiten dieselbe Sorte Hoch zu verwenden.

Ob aus alldem etwas für die eigene Aufteilung folgt, hängt am Anlagehorizont, an der Steuerlage und an der Frage, wie viel Schwankung jemand aushält, und diese Entscheidung nimmt dir keine Kennzahl ab. Was die vier Abstände liefern, ist eine sauberere Beschreibung der Ausgangslage. Was daraus folgt, entscheidest du.

Quellen

  1. DAX, historische Kurse und Umsätze, Xetra Deutsche Börse · marktdaten ·
  2. NASDAQ-100 Index, Kursdaten und Historie Nasdaq · marktdaten ·
  3. NASDAQ 100 Index (NASDAQ100), tägliche Schlussstände Federal Reserve Bank of St. Louis · datenbank ·
  4. S&P 500 (SP500), tägliche Schlussstände Federal Reserve Bank of St. Louis · datenbank ·
  5. Dow Jones Industrial Average (DJIA), tägliche Schlussstände Federal Reserve Bank of St. Louis · datenbank ·

Stand der Daten. Alle Indexstände in diesem Beitrag sind Schlussstände. Der Stichtag ist Montag, der 31. August 2026, der letzte Handelstag, für den zum Redaktionsschluss für alle vier Indizes ein Schlusskurs vorlag. Die Höchststände beziehen sich auf den jeweils höchsten Schlussstand des Index. Für DAX, S&P 500, Dow Jones und Nasdaq 100 ist dies zugleich der höchste Schlussstand ihrer Geschichte. Marktdaten ändern sich laufend, spätere Handelstage können die genannten Abstände verschoben oder die Höchststände abgelöst haben.

Quellenlage. Die DAX-Werte stammen von der Deutschen Börse, die Werte zum Nasdaq 100 von Nasdaq sowie aus der Datenbank der Federal Reserve Bank of St. Louis, die Werte zu S&P 500 und Dow Jones aus derselben Datenbank, die diese Reihen von S&P Dow Jones Indices bezieht. Der Nasdaq 100 wurde bewusst aus zwei voneinander unabhängigen Quellen geprüft, beide nennen für den höchsten Schluss denselben Wert und denselben Tag.

KI-Unterstützung. Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung eines KI-Systems erstellt. Recherche, Auswahl der Quellen, Prüfung der Zahlen und die redaktionelle Verantwortung liegen bei der Portora Redaktion.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.

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