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Chinas Fabriken verlangen 5 Prozent mehr, und im Laden kommen 0,9 Prozent an

Chinas Erzeugerpreise stiegen im September 2026 um 5,0 Prozent zum Vorjahr, so stark wie seit Juni 2022 nicht mehr, die Verbraucherpreise nur um 0,9 Prozent. Das Statistikamt in Peking hat beide Zahlen am 14. Oktober veröffentlicht. Daraus wird schnell die These, China liefere jetzt Inflation statt billiger Ware. Die Zerlegung in derselben Mitteilung zeigt etwas anderes. Die ganze Rate stammt aus Gütern für die nächste Fabrik, also aus Kohle, Öl, Metall und Chemie, während Konsumgüter ab Fabrik um 0,1 Prozent billiger wurden. Voll im Laden kommt der Aufschlag nur beim Kraftstoff an. Den Rest bezahlen bisher die Hersteller dazwischen aus ihrem Gewinn.

Vorläufige Daten
Portora Redaktion13 Min Lesezeit

Chinas Preise im September 2026

+5,0 %
Erzeugerpreise insgesamt, September 2026 zum Vorjahresmonat
höchster Wert seit Juni 2022
+25,4 %
Erzeugerpreise im Bergbau, also Kohle, Öl und Erz ab Grube
August plus 17,8 Prozent
−0,1 %
Erzeugerpreise für Konsumgüter, die Ware für den Endkunden ab Fabrik
Beitrag zur Gesamtrate minus 0,03 Punkte
+0,9 %
Verbraucherpreise, die Inflationsrate in China
Kraftstoff an der Zapfsäule plus 14,9 Prozent

Quelle: Statistikamt der Volksrepublik China, Mitteilungen zu Erzeuger- und Verbraucherpreisen vom 14.10.2026

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

ZahlBedeutung
14. Oktober 2026Veröffentlichung der Erzeuger- und Verbraucherpreise für September durch das Statistikamt in Peking
+5,0 % / +1,2 %Erzeugerpreise gegenüber September 2025 und gegenüber August 2026
+3,8 %Erzeugerpreise im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat
+6,1 %Erzeugerpreise im Juni 2022, der letzte höhere Wert
+6,5 % / 5,07 PunkteGüter für Fabriken, Anstieg und Beitrag zur Gesamtrate
−0,1 % / −0,03 PunkteKonsumgüter ab Fabrik, Anstieg und Beitrag zur Gesamtrate
+25,4 % / +9,4 % / +3,4 %Bergbau, Rohstoffe der ersten Verarbeitung, Weiterverarbeitung
+35,3 % / +24,5 %Kohleförderung und Öl- und Gasförderung ab Grube
−1,8 % / −1,2 % / −2,0 %Lebensmittel, Kleidung und Autos ab Fabrik
+6,9 %Einkaufspreise der Industrie für Material und Energie
+13,6 % / +20,0 %Einkaufspreise für Brennstoffe und Energie, für Nichteisenmetalle
+0,9 % / +1,0 %Verbraucherpreise insgesamt und ohne Lebensmittel und Energie
+1,0 % / +0,8 %Waren im Laden und Dienstleistungen
+14,9 %Kraftstoff für das eigene Fahrzeug an der Zapfsäule
−1,7 % / −10,0 %Lebensmittel und Schweinefleisch im Laden
+15,7 % / +35,1 %Gewinne der größeren Industriebetriebe insgesamt und im Bergbau, Januar bis August 2026
−16,0 % / −17,4 %Gewinne der Autobauer und der Verarbeiter von Agrarprodukten im selben Zeitraum
21,06 / 4,91 YuanGewinn je 100 Yuan Umsatz im Bergbau und im verarbeitenden Gewerbe
19,8 %Gewicht Chinas im MSCI Emerging Markets, 30. September 2026
+8,7 % / +3,3 %Deutschland im September, Großhandelspreise und Inflationsrate

Die These, China liefere jetzt Inflation

Das Statistikamt in Peking hat am 14. Oktober 2026 die Preise für September veröffentlicht. Die Erzeugerpreise, also die Preise, die eine Fabrik beim ersten Verkauf ihrer Ware bekommt, lagen 5,0 Prozent über dem Vorjahr. International heißt diese Reihe Producer Price Index, kurz PPI. Im August waren es 3,8 Prozent, und einen höheren Wert gab es zuletzt im Juni 2022 mit 6,1 Prozent. Die Verbraucherpreise, international Consumer Price Index oder CPI, stiegen im selben Monat um 0,9 Prozent. Ohne Lebensmittel und Energie waren es 1,0 Prozent.

Aus dem Abstand der beiden Zahlen wird schnell eine These mit großer Reichweite. Jahrelang habe China der Welt billige Ware geliefert und mit ihr niedrige Preise, jetzt drehe sich das, und die Inflation komme künftig aus chinesischen Fabriken. Die These hat einen wahren Kern. China stellt einen großen Teil der Waren her, die in Europa und den USA im Regal stehen, und wenn dort die Fabrikpreise steigen, kommt das irgendwann in den Einfuhrpreisen der Abnehmerländer an. Ob das gerade passiert, lässt sich an der Gesamtzahl aber nicht ablesen.

Die Gesamtzahl mischt Güter, die nie ein Regal sehen, mit Gütern, die dort landen. Das Statistikamt weist beides getrennt aus, in derselben Mitteilung, und rechnet sogar vor, wie viel jede Hälfte zur Gesamtrate beiträgt. Wer der These nachgehen will, muss genau dort nachsehen. Der Rest dieses Textes tut das, Stufe für Stufe, von der Kohlegrube bis zur Ladenkasse.

Wo die 5 Prozent entstehen

Der Erzeugerpreisindex besteht aus zwei Teilen. Der erste sind Güter, die eine Fabrik an eine andere verkauft, also Kohle, Rohöl, Erz, Stahl, Chemikalien, Bauteile und Maschinen. Der zweite sind Konsumgüter, die als fertiges Produkt beim Endkunden landen, also Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren und langlebige Geräte. Im September stiegen die Güter für Fabriken um 6,5 Prozent. Die Konsumgüter wurden um 0,1 Prozent billiger.

Wie viel jeder Teil zur Gesamtrate beiträgt, hängt an seinem Anstieg und an seinem Gewicht, und das Statistikamt rechnet es selbst aus. Die Güter für Fabriken steuerten rund 5,07 Prozentpunkte bei, die Konsumgüter minus 0,03 Punkte. Zusammen ergibt das die gemeldeten 5,0 Prozent, die Abweichung an der zweiten Stelle ist Rundung. Die ganze Rate stammt also aus Gütern für die nächste Fabrik, und die Konsumgüter ziehen sie sogar ein wenig nach unten. Wie dieses Produkt aus Gewicht und Anstieg funktioniert, haben wir an den deutschen Verbraucherpreisen durchgerechnet.

Eine Ebene tiefer zeigt sich, wie der Aufschlag auf dem Weg durch die Kette kleiner wird. Im Bergbau, also bei Kohle, Öl und Erz direkt aus dem Boden, lagen die Preise 25,4 Prozent über dem Vorjahr. Bei den Rohstoffen der ersten Verarbeitung, etwa Stahl, Chemie und raffiniertem Kraftstoff, waren es 9,4 Prozent. In der Weiterverarbeitung blieben 3,4 Prozent übrig. Allein die Kohleförderung verlangte 35,3 Prozent mehr als vor einem Jahr, die Öl- und Gasförderung 24,5 Prozent mehr. Am anderen Ende stehen Lebensmittel ab Fabrik bei minus 1,8 Prozent, Kleidung bei minus 1,2 Prozent und Autos bei minus 2,0 Prozent.

Das Gefälle zwischen Grube und Laden ist nicht neu, im August lief es schon genauso, nur flacher. Damals lagen der Bergbau bei 17,8 Prozent und die Konsumgüter bei minus 0,5 Prozent, wie wir beim Vergleich von Einkaufs- und Verkaufspreisen der chinesischen Industrie gezeigt haben. In einem einzigen Monat ist der Anstieg in der Grube um 7,6 Punkte gewachsen, bei den Konsumgütern ab Werk um 0,4 Punkte. Der Druck am Anfang der Kette hat sich also verschärft, und am Ende ist davon fast nichts zu sehen.

Waagerechte Balken zu Chinas Preisen im September 2026 gegenüber dem Vorjahr. Ab Fabrik stiegen die Preise im Bergbau um 25,4 Prozent, bei Rohstoffen der ersten Verarbeitung um 9,4 Prozent und in der Weiterverarbeitung um 3,4 Prozent, Konsumgüter ab Fabrik wurden um 0,1 Prozent billiger. Im Laden stieg Kraftstoff um 14,9 Prozent, Waren insgesamt um 1,0 Prozent und alle Verbraucherpreise um 0,9 Prozent.
Erzeugerpreise nach Gütergruppen und Verbraucherpreise nach Posten, jeweils September 2026 gegenüber September 2025. Die Beiträge in Prozentpunkten rechnet das Statistikamt selbst aus.

Was im Laden ankommt, und wo doch

Auf der anderen Seite stehen die Verbraucherpreise, und auch hier lohnt die Zerlegung. Waren im Laden kosteten im September 1,0 Prozent mehr als vor einem Jahr, Dienstleistungen 0,8 Prozent mehr. Lebensmittel wurden um 1,7 Prozent billiger, vor allem wegen Schweinefleisch, das 10,0 Prozent weniger kostete als im September 2025. Ohne Lebensmittel stiegen die Preise um 1,5 Prozent. Neue Autos kosteten 1,7 Prozent weniger, Haushaltsgeräte 1,8 Prozent weniger.

Eine Stelle fällt aus diesem Bild heraus, und sie ist die wichtigste des ganzen Warenkorbs. Kraftstoff für das eigene Fahrzeug kostete an der Zapfsäule 14,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Hier kommt der Ölpreis fast ohne Umweg an, denn zwischen Raffinerie und Tank liegt keine weitere Verarbeitung. Benzin ist an der Zapfsäule dieselbe Ware wie am Tor der Raffinerie, ein Aufschlag beim Rohöl findet auf dem Weg keinen Ort, an dem er sich verdünnen könnte. Das ist die Grenze der Regel, die dieser Text beschreibt. Der Aufschlag verliert sich auf dem Weg nach vorn nur dort, wo es einen Weg gibt.

Bei einer Packung Nudeln oder einem Paar Schuhe ist das anders. Der Rohstoff ist dort nur ein Teil des Preises, daneben stehen Lohn, Verpackung, Transport, die Miete für den Laden und der Gewinn jeder Stufe. Steigt der Preis für Öl um ein Viertel, wird die Ware am Ende um den Anteil des Öls an ihrem Preis teurer, und auch das nur, wenn jede Stufe den Aufschlag weitergeben kann. Ob der Erzeugerpreis dem Verbraucherpreis überhaupt vorausläuft, ist eine eigene Frage, die wir an den deutschen Strompreisen auseinandergenommen haben. Die beiden Reihen messen verschiedene Warenkörbe, und die eine taugt nicht als Frühwarnung für die andere.

Wie hoch ist die Inflation in China?

Die Inflation in China liegt bei 0,9 Prozent, gemessen an den Verbraucherpreisen im September 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat. Von Januar bis September lag sie im Schnitt ebenfalls bei 0,9 Prozent. In Deutschland lag die Inflationsrate im September bei 3,3 Prozent. Wer nach der Inflation in China fragt, meint meist diese Zahl, und sie lässt sich mit der deutschen Inflationsrate vergleichen, weil beide den Warenkorb eines Haushalts messen.

Die Erzeugerpreise mit ihren 5,0 Prozent sind keine Inflationsrate in diesem Sinn. Sie messen die Preise zwischen Betrieben, und in ihrem Korb wiegen Kohle, Stahl und Chemie schwer, die kein Haushalt kauft. Erhoben werden sie bei mehr als 40.000 Industriebetrieben, die Verbraucherpreise an knapp 120.000 Stellen vom Supermarkt bis zum Onlinehändler. Seit Januar 2026 rechnet das Statistikamt beide Reihen mit 2025 als Basisjahr und neuen Gewichten. Nach seiner eigenen Rechnung verschiebt das die Vorjahresraten im Schnitt um 0,08 Prozentpunkte bei den Erzeugerpreisen und um 0,06 Punkte bei den Verbraucherpreisen, an der Größenordnung ändert das nichts.

Wer die Differenz bezahlt

Wenn der Aufschlag am Anfang der Kette entsteht und am Ende nicht ankommt, bleibt er irgendwo dazwischen hängen. Wo, zeigt die Gewinnstatistik der größeren Industriebetriebe, die das Statistikamt am 28. September für Januar bis August veröffentlicht hat. Insgesamt stiegen die Gewinne um 15,7 Prozent. Im Bergbau waren es 35,1 Prozent, in der Kohleförderung 51,6 Prozent. Wer den Rohstoff aus dem Boden holt, verkauft ihn zum höheren Preis und behält den Aufschlag.

Bei den Herstellern, die an Konsumenten verkaufen, sieht es anders aus. Die Autobauer verdienten 16,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, die Verarbeiter von Agrarprodukten 17,4 Prozent weniger. Bei den Getränkeherstellern waren es minus 34,7 Prozent, in der Bekleidungsindustrie minus 14,4 Prozent und bei den Möbelherstellern minus 51,8 Prozent. Das sind genau die Branchen, deren Preise ab Fabrik im September unter dem Vorjahr lagen. Sie zahlen mehr für Material und Energie und bekommen für ihre Ware weniger.

Am deutlichsten wird der Unterschied am Gewinn je 100 Yuan Umsatz, der Umsatzrendite. Im Bergbau blieben von 100 Yuan Umsatz 21,06 Yuan Gewinn, im verarbeitenden Gewerbe 4,91 Yuan. Dort gingen von 100 Yuan Umsatz 85,48 Yuan für Material, Energie und die übrigen Herstellkosten weg. Steigen diese Kosten um nur 3 Prozent, sind das gut 2,5 Yuan, also mehr als die Hälfte des Gewinns. Dass die Gewinne im verarbeitenden Gewerbe insgesamt trotzdem um 17,4 Prozent stiegen, liegt an zwei Branchen mit wenig Bezug zum Konsum. Die Elektronikhersteller verdienten mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, ein Plus von 109,9 Prozent, und die Hütten für Kupfer, Aluminium und andere Nichteisenmetalle 82,9 Prozent mehr.

Vor einem Jahr lautete die Frage andersherum

Bis vor Kurzem stand die Debatte auf dem Kopf. Von Oktober 2022 bis Februar 2026 lagen Chinas Erzeugerpreise in jedem Monat unter dem Vorjahr, im Juni 2023 sogar um 5,4 Prozent. Die These lautete damals, China exportiere Deflation, weil zu viele Fabriken für zu wenige Abnehmer produzierten und die Ware billig in die Welt ging. Im März 2026 drehte die Rate mit plus 0,5 Prozent ins Positive. Im Juni lag sie bei 4,1 Prozent, im August bei 3,8 Prozent und jetzt bei 5,0 Prozent.

Der Antrieb des letzten Sprungs ist Energie. Die Einkaufspreise der Industrie für Brennstoffe und Energie lagen im September 13,6 Prozent über dem Vorjahr, allein gegenüber August stiegen sie um 3,7 Prozent. Nichteisenmetalle kosteten die Betriebe 20,0 Prozent mehr, chemische Rohstoffe 12,6 Prozent mehr. Hinter dem Ölpreis stehen die Kämpfe im Iran und im Nahen Osten, die das Statistische Bundesamt am selben Tag als Hauptgrund für die steigenden Großhandelspreise in Deutschland nennt.

Auffällig ist, was dabei innerhalb der Industrie passiert. Ihre Einkaufspreise stiegen insgesamt um 6,9 Prozent, ihre Erzeugerpreise um 5,0 Prozent. Die Betriebe zahlen also für Material mehr, als sie für ihre Ware zusätzlich bekommen, der Abstand liegt bei 1,9 Prozentpunkten nach 2,0 Punkten im August. Auch hier zeigt sich derselbe Vorgang wie in der Kette insgesamt, nur in einer einzigen Zeile der Statistik.

Und wenn die Weitergabe nur länger dauert

Das beste Argument gegen diesen Text ist die Zeit. Ein Aufschlag beim Rohstoff braucht Monate, bis er durch Lieferverträge, Lager und Preislisten nach vorn gewandert ist. Dass die Konsumgüter ab Fabrik im September noch bei minus 0,1 Prozent stehen, zeigt dann nur, dass die Welle noch nicht angekommen ist. Und es gibt Hinweise in diese Richtung. Im August lag dieselbe Zahl bei minus 0,5 Prozent. Langlebige Konsumgüter ab Fabrik kosteten im September 1,6 Prozent mehr als vor einem Jahr, Elektronik ab Werk 5,8 Prozent mehr.

Der Einwand begrenzt die These, er hebt sie nicht auf. Gegen eine schnelle Weitergabe spricht der Monat selbst. Im Bergbau stiegen die Preise von August auf September um 7,7 Prozent, bei den Konsumgütern ab Fabrik um 0,1 Prozent. Und die Hersteller, die weitergeben müssten, verdienen schon jetzt deutlich weniger. Das passt eher zu einem Markt, in dem sie den höheren Preis nicht durchsetzen können, als zu einem, in dem sie es nur noch nicht versucht haben.

Wer den Einwand prüfen will, hat einen klaren Messpunkt. Es ist die Zeile für Konsumgüter in der Tabelle der Erzeugerpreise, die das Statistikamt jeden Monat um den zehnten Tag veröffentlicht. Dreht sie deutlich ins Plus, läuft die Weitergabe an, und dann gilt dieser Text nur für den Herbst 2026.

Warum der Aufschlag in der Mitte hängen bleibt

Ein Hersteller kann einen höheren Preis nur verlangen, wenn seine Kunden ihn zahlen, und das hängt an der Nachfrage und an der Konkurrenz. Beides spricht in China gerade gegen ihn. Die Preise für Waren im Laden stiegen um 1,0 Prozent, also kaum, und in vielen Branchen gibt es mehr Fabriken als Abnehmer, besonders bei Autos, wie die Zahlen zu Absatz und Ausfuhr der chinesischen Autobauer zeigen. Wer unter solchen Bedingungen die Preise erhöht, verliert Kunden an den Nachbarn, der es nicht tut. Ein Kostenschub von unten wirkt deshalb anders als eine Inflation, die aus der Nachfrage kommt, ein Unterschied, den wir an Japans Inflation auseinandergenommen haben.

Was die Gesamtzahl nicht zeigt, ist der Hersteller zwischen Grube und Laden, der den Aufschlag gerade aus seinem Gewinn bezahlt. Ich lese die These, China liefere jetzt Inflation in die Welt, deshalb als Verwechslung zweier Preise. Sie nimmt eine Rate, die vollständig aus Gütern für die nächste Fabrik stammt, und macht daraus einen Preis für Ware im Regal, obwohl die Konsumgüter ab Fabrik billiger geworden sind. Daraus folgt, dass man einen Ölschock in China an den Gewinnen der Verarbeiter misst und nicht an der Fabrikrate, und dort zahlen die Autobauer und die Lebensmittelhersteller schon jetzt mit zweistelligen Gewinnrückgängen.

Dieselbe Kette in Deutschland

Die Kette ist keine chinesische Eigenheit, die deutschen Zahlen vom selben Tag zeigen dieselbe Form. Das Statistische Bundesamt meldet für September Großhandelspreise, die 8,7 Prozent über dem Vorjahr lagen, der stärkste Anstieg seit Februar 2023. Getrieben wurden sie von Mineralölerzeugnissen mit plus 48,8 Prozent und Nichteisenmetallen mit plus 24,9 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen um 3,3 Prozent.

Der Unterschied liegt in der Höhe am Ende der Kette. In Deutschland kostete Kraftstoff an der Tankstelle 37,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, leichtes Heizöl 74,9 Prozent mehr, und nach Angabe des Statistischen Bundesamts war die Energie für den Anstieg der Inflationsrate verantwortlich. Der Vorgang ist derselbe wie in China. Wo der Rohstoff fast unverarbeitet beim Verbraucher ankommt, an der Zapfsäule und im Heizöltank, kommt der Aufschlag voll an, und je mehr Verarbeitung dazwischen liegt, desto kleiner wird er. Wie das im deutschen Warenkorb nach Gewicht aussieht, steht in der Analyse zu den Großhandelspreisen im August.

Was das für Anleger heißt

Für ein global gestreutes Depot ist China vor allem über den Schwellenländer-Index da. Im MSCI Emerging Markets lag das Gewicht chinesischer Aktien Ende September bei 19,8 Prozent, hinter Taiwan mit 28,94 Prozent und Südkorea mit 21,4 Prozent. In einem Welt-ETF, der Industrie- und Schwellenländer zusammen abbildet, ist der Anteil entsprechend kleiner. Die Kette aus diesem Text betrifft innerhalb dieses Fünftels verschiedene Branchen verschieden, die Rohstoffförderer auf der einen Seite und die Hersteller für Konsumenten auf der anderen.

Der übertragbare Teil ist eine Frage, die man an jede Meldung über steigende Erzeugerpreise stellen kann, in China, in Deutschland oder in den USA. Woher kommt der Anstieg, aus den Gütern für die nächste Fabrik oder aus den Gütern für den Endkunden? Das Statistikamt beantwortet sie meist selbst, in einer Zeile mit dem Beitrag jeder Gütergruppe. Steigt vor allem der Anfang der Kette, ist das zuerst eine Frage des Gewinns in der Mitte und erst später, wenn überhaupt, eine Frage der Inflation.

Eine Handlung folgt daraus nicht. Ob die Konsumgüter ab Fabrik in den nächsten Monaten nachziehen, ob der Ölpreis wieder fällt und welche Hersteller den Druck abfedern können, beantwortet keine einzelne Monatszahl. Die Zahl sagt, wo der Preisdruck gerade sitzt und wer ihn bisher bezahlt. Was du daraus für dein Depot ableitest, bleibt deine Entscheidung.

Quellen

  1. 2026年9月份工业生产者出厂价格同比上涨5.0% 环比上涨1.2% Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  2. 2026年9月份居民消费价格同比上涨0.9% Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  3. Gewinne der Industriebetriebe über der Meldeschwelle, Januar bis August 2026 (全国规模以上工业企业利润增长15.7%) Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  4. Industrial Producer Price Indexes in August 2026 Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  5. Industrial Producer Price Indexes in March 2026 Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  6. Industrial Producer Price Indexes in June 2026 Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  7. 2022年6月份工业生产者出厂价格同比上涨6.1% 环比持平 Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  8. 2022年10月份工业生产者出厂价格同比下降1.3% 环比上涨0.2% Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  9. 2023年6月份工业生产者出厂价格同比下降5.4% 环比下降0.8% Statistikamt der Volksrepublik China (National Bureau of Statistics) · statistik ·
  10. Großhandelspreise im September 2026: +8,7 % gegenüber September 2025 Statistisches Bundesamt (Destatis) · pressemitteilung ·
  11. Inflationsrate im September 2026 bei +3,3 % Statistisches Bundesamt (Destatis) · pressemitteilung ·
  12. MSCI Emerging Markets Index (USD), Index Factsheet, 30. September 2026 MSCI · bericht ·

Zur Entstehung dieses Artikels

Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Quellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Stand der Daten ist der 14. Oktober 2026, die Preise beziehen sich auf September 2026, die Gewinne der Industriebetriebe auf Januar bis August 2026. Alle chinesischen Werte stammen aus den Mitteilungen des Statistikamts der Volksrepublik China, die deutschen aus den Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamts, das Ländergewicht aus dem Factsheet von MSCI zum 30. September 2026. Die Rechnung mit 3 Prozent höheren Herstellkosten ist ein Beispiel der Redaktion auf Basis der amtlichen Kosten je 100 Yuan Umsatz. Die Einordnung im Abschnitt zu den Gründen ist eine Einschätzung der Redaktion.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.

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