Mehrkontenmodell-Rechner: Wie viel landet auf welchem Konto?
Wähle das 3-Konten- oder 4-Konten-Modell und gib dein Nettoeinkommen ein. Der Rechner zeigt dir, wie viel monatlich auf jedes Konto fließen sollte — mit verstellbaren Anteilen, einer Übersicht für die Daueraufträge am Monatsanfang und einem Hinweis, wann sich das Modell wirklich lohnt und wann es überzogen wäre.
Das Wichtigste in Kürze
- Verteilt dein Nettoeinkommen auf 3 oder 4 Konten — Giro, Notgroschen, Sparen, Spaßgeld.
- Anteile sind verstellbar — Default-Werte angelehnt an die 50-30-20-Regel und das klassische Bodo-Schäfer-Modell.
- Liefert konkrete Euro-Beträge je Konto plus eine fertige Dauerauftrags-Vorlage für den Monatsanfang.
- Funktioniert mit jedem Bank-Setup — Hauptkonto plus Tagesgeldkonten oder Unterkonten reichen aus.
- Kein Login nötig. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
Nettoeinkommen auf Konten verteilen
Anleitung
Wie funktioniert der Mehrkontenmodell-Rechner?
Du gibst dein monatliches Nettoeinkommen ein und wählst das 3-Konten- oder 4-Konten-Modell. Die Anteile pro Konto kannst du an deine Lebenssituation anpassen — die Summe muss immer 100 % ergeben.
Das Ergebnis zeigt dir die konkreten Euro-Beträge, die monatlich auf jedes Konto fließen sollten. Zusätzlich liefert der Rechner eine Dauerauftrags-Vorlage: Beträge, Kontozwecke und das passende Datum (typisch der erste Werktag im Monat). Wer das einmal eingerichtet hat, muss sich nicht mehr aktiv um die Aufteilung kümmern.
Grundlage
Was ist das Mehrkontenmodell — und warum funktioniert es?
Das Mehrkontenmodell trennt verschiedene Geldzwecke auf eigene Konten. Statt alles auf einem Girokonto zu vermischen — Miete, Notreserve, Sparen, Freizeit — bekommt jeder Zweck sein eigenes Konto. Der Vorteil: Dein verfügbares Geld ist auf einen Blick sichtbar, ohne dass du im Kopf rechnen musst, was schon „verplant" ist.
Die Mechanik ist simpel: Am Monatsanfang läuft ein Dauerauftrag, der das Netto auf die Konten verteilt. Was auf dem Girokonto bleibt, ist das Geld für laufende Ausgaben. Was auf den anderen Konten landet, ist für seinen Zweck reserviert — Notgroschen wird nicht angetastet, Sparen wandert weiter ins Wertpapierdepot, Spaßgeld darf ohne schlechtes Gewissen ausgegeben werden.
Einordnung
3-Konten oder 4-Konten — was passt für wen?
Beide Modelle funktionieren — die Wahl hängt vor allem davon ab, ob du einen Notgroschen schon aufgebaut hast und wie viele Konten du in deinem Bank-Alltag akzeptierst.
Die Modelle im Vergleich
- 3-Konten-Modell: Giro (laufende Ausgaben) + Sparen (alle Rücklagen und Investment) + Spaßgeld. Schlank, gut für Einsteiger und für Phasen, in denen der Notgroschen schon steht.
- 4-Konten-Modell (klassisch nach Bodo Schäfer): Giro + Notgroschen (separat) + Sparen/Investment + Spaßgeld. Präziser, weil Notgroschen nicht mit langfristigem Sparen vermischt wird.
- 5-Konten-Modell: Zusätzlich ein Konto für mittelfristige Ziele (Urlaub, Möbel, Auto). Sinnvoll bei vielen parallelen Sparzielen, sonst Overkill.
- Mehr Konten als nötig: Fünf bis sechs Konten verlieren oft an Wirkung — sie schaffen Verwaltungsaufwand statt Klarheit.
Anwendung
Wann lohnt sich das Mehrkontenmodell?
Das Modell wirkt am stärksten in zwei Lagen: Wenn das Konto am Monatsende überraschend leer ist (auch bei stabilem Einkommen) und wenn parallele Ziele konkurrieren — z. B. Notgroschen aufbauen und für eine Anschaffung sparen und nicht jeden Monat im Dispo landen. Wer in einer dieser Lagen ist, profitiert deutlich.
Typische Auslöser
- Du gibst spontan zu viel aus, weil das Girokonto „voll" aussieht.
- Notgroschen und langfristiges Sparen vermischen sich, du verlierst den Überblick.
- Sparen passiert „wenn etwas übrig bleibt" — und das passiert selten.
- Du willst mehrere Sparziele parallel verfolgen.
- Bei Selbstständigen: getrennte Konten für Steuer-Rückstellungen und Privates.
Beispiel: 4-Konten-Modell bei 3.000 € Netto
Eine Person verdient 3.000 € netto und nutzt das 4-Konten-Modell mit Default-Verteilung.
- Nettoeinkommen: 3.000 € pro Monat.
- Giro (laufende Ausgaben, 60 %): 1.800 € — Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität.
- Notgroschen (10 %): 300 € — bis 3–6 Monatsausgaben aufgebaut sind, danach umlenken.
- Sparen / Investment (20 %): 600 € — ETF-Sparplan, längerfristige Rücklagen.
- Spaßgeld (10 %): 300 € — bewusst zur freien Verwendung ohne schlechtes Gewissen.
- Daueraufträge: Am 1. des Monats fließen automatisch 300 €, 600 € und 300 € auf die jeweiligen Konten — der Rest auf dem Giro ist der echte Spielraum.
Häufige Fragen
- Brauche ich für jedes Konto ein eigenes Bank-Konto?
- Nicht zwingend. Viele Banken bieten Unterkonten (z. B. N26, DKB, ING) — die funktionieren genauso. Wichtig ist die <em>Trennung</em>, nicht die Bank. Klassisch sind Tagesgeldkonten für Notgroschen und Sparen sinnvoll, weil sie zusätzlich verzinst werden.
- Was mache ich, wenn der Notgroschen voll ist?
- Den Anteil umlenken. Sobald 3–6 Monatsausgaben auf dem Notgroschen-Konto liegen, fließt der bisherige Notgroschen-Anteil ins Sparen / Investment. Manche behalten einen kleinen monatlichen Refresh-Betrag (z. B. 50 €), um den Notgroschen mit der Inflation mitwachsen zu lassen.
- Was zählt zum Spaßgeld?
- Alles, was du ohne schlechtes Gewissen ausgeben darfst — Restaurant, Hobby, Streaming, kleine Anschaffungen, Urlaubs-Sonderausgaben. Der Sinn ist nicht Sparen, sondern bewusste Trennung von Pflicht-Ausgaben (Giro) und Freude-Ausgaben (Spaßkonto). Wer das nicht hat, fühlt sich oft schlecht beim spontanen Eis-Kauf — was sinnlos ist, wenn das Budget aufgeht.
- Wie unterscheidet sich das vom 50-30-20-Modell?
- Die 50-30-20-Regel teilt Brutto-Anteile auf <em>Kategorien</em> auf: Bedürfnisse, Wünsche, Sparen. Das Mehrkontenmodell ist die <em>technische Umsetzung</em> — es legt fest, auf welches Konto das Geld jeder Kategorie fließt. Wer beides kombiniert, hat Methode (50-30-20) und Mechanik (Konten-Trennung) abgedeckt.
- Lohnt sich das Modell auch bei kleinem Einkommen?
- Ja, oft sogar besonders. Bei knappem Budget zählt jeder Euro — und genau dort wirkt die Konten-Trennung am stärksten, weil sie verhindert, dass „kleine" Ausgaben den geplanten Spar-Anteil aufzehren. Wichtig: Die Anteile anpassen. 5 % Sparen ist mehr wert als 20 %, die nicht durchhaltbar sind.
- Was ist mit unregelmäßigem Einkommen (Selbstständige, Boni)?
- Das Modell funktioniert auch dort — aber mit zwei Anpassungen: Die prozentualen Anteile beziehen sich auf den durchschnittlichen Monat. Boni oder Auftragseingänge werden zuerst auf ein Steuer-Rückstellungs-Konto verteilt, der Rest dann nach den Standard-Anteilen. Selbstständige nutzen oft ein 5-Konten-Modell mit separatem Steuer-Konto.
Vom Rechner in die Praxis
Konten gemeinsam im Blick — auch bei mehreren Banken
Das Mehrkontenmodell wirkt am besten, wenn du alle Konten in einer Übersicht siehst. Portora bringt Giro, Tagesgeld, Notgroschen und Sparkonten zusammen — auch wenn sie bei verschiedenen Banken liegen. Du behältst die Verteilung im Blick, ohne ständig zwischen Apps wechseln zu müssen.