Geldpolitik
Die EZB lässt den Einlagesatz bei 2,50 Prozent, und das Tagesgeld steht im Schnitt bei 0,51 Prozent
Die Europäische Zentralbank hat am 29. Oktober 2026 ihre drei Leitzinsen unverändert gelassen, der Einlagesatz bleibt bei 2,50 Prozent. Das ist der Zins, den Banken für Geld bekommen, das sie über Nacht bei der Notenbank parken. Als Grund nennt der EZB-Rat einen Energieschock, der größer ausfällt und länger dauert. Auf dem Tagesgeld kam schon von der Erhöhung im Juni im Schnitt nur wenig an, beim Festgeld mehr.
- Vorschlag
- Im Verfahren
- Verabschiedet
Was die EZB am 29. Oktober beschlossen hat
Der Rat der Europäischen Zentralbank hat am 29. Oktober 2026 beschlossen, die drei Leitzinsen nicht zu verändern. Banken bekommen für Geld, das sie über Nacht bei der Notenbank parken, weiter 2,50 Prozent, das ist der Einlagesatz, über den die EZB ihren Kurs steuert. Der Satz für die wöchentlichen Hauptrefinanzierungsgeschäfte bleibt bei 2,65 Prozent, der für die Spitzenrefinanzierung bei 2,90 Prozent. Im Juni und im September hatte die Notenbank alle drei Sätze um je einen Viertelpunkt angehoben, den Einlagesatz von 2,00 auf 2,50 Prozent, zuletzt mit dem Beschluss vom 10. September.
Der Rat begründet die Pause mit den Energiepreisen, die weiter gestiegen sind. Der Energieschock falle größer aus und dauere länger, er dürfte die Inflation heben und das Wachstum drücken. Die zugrunde liegende Inflation sei bisher weitgehend stabil geblieben, und die Löhne zeigten noch keine wesentliche Reaktion. Seit der letzten Sitzung hätten sich außerdem die Finanzierungsbedingungen verschärft, was Inflation und Wachstum ebenfalls bremsen dürfte.
Was die Pause für Tagesgeld und Festgeld heißt
Auf dem Sparkonto kommt der Einlagesatz nur zum Teil an. Nach der Zinsstatistik der EZB zahlten deutsche Banken privaten Haushalten im August 2026 auf täglich verfügbares Geld im Schnitt 0,51 Prozent, im Januar waren es 0,43 Prozent. Festgeld mit bis zu einem Jahr Bindung stieg im selben Zeitraum von 1,84 auf 2,28 Prozent. Der Einlagesatz lag dazwischen einen Viertelpunkt höher, nach der Erhöhung im Juni. Der Festgeldzins ist also mitgegangen, der Tagesgeldzins kaum. Warum Spitzenangebote beim Tagesgeld im September trotzdem bei 4 Prozent und mehr lagen und nach wenigen Monaten enden, steht im Vergleich von Aktionszins und Festgeld.
Auf 10.000 Euro Erspartes sind das rund 51 Euro Zinsen im Jahr beim Tagesgeld-Durchschnitt und 228 Euro beim einjährigen Festgeld, jeweils vor Steuer. Ein weiterer Viertelpunkt hätte beim Festgeld bei voller Weitergabe 25 Euro im Jahr mehr gebracht, beim Tagesgeld nach dem bisherigen Muster deutlich weniger. Gegen die vorläufige Inflationsrate von 2,8 Prozent im Oktober liegt auch das Festgeld darunter. Die Durchschnitte sagen nichts über die eigene Bank, deren Sätze können ein gutes Stück darüber oder darunter liegen. Für den Baukredit zählt der Leitzins ohnehin wenig, sein Zins hängt am langen Ende des Kapitalmarkts.
Was offen bleibt
Wie es weitergeht, legt der Rat ausdrücklich nicht fest. Er entscheidet nach eigenen Worten von Sitzung zu Sitzung und nach den Daten, die bis dahin vorliegen. Die nächste geldpolitische Sitzung ist am 16. und 17. Dezember 2026, die Entscheidung fällt am zweiten Tag.
Bis dahin kommen zwei Zahlen, die für Sparer zählen. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht am 11. November die endgültige Inflationsrate für Oktober. Die Zinsstatistik der Banken reicht bisher nur bis August, ob die Erhöhung vom September beim Tagesgeld angekommen ist, zeigt erst der nächste Monatswert.
Quellen
- Monetary policy decisions, 29 October 2026
- Geldpolitische Beschlüsse vom 29. Oktober 2026
- Key ECB interest rates, Zinstabelle mit Wirksamkeitsdaten
- MFI-Zinsstatistik, Zinssätze für Einlagen privater Haushalte in Deutschland, Neugeschäft
- Meetings of the Governing Council and General Council of the ECB
- Inflationsrate im Oktober 2026 voraussichtlich +2,8 %, Pressemitteilung Nr. 382
Zur Entstehung dieses Artikels
Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Primärquellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Grundlage sind die Pressemitteilung der EZB vom 29. Oktober 2026, die Zinstabelle und der Sitzungskalender der EZB, die MFI-Zinsstatistik für Einlagen privater Haushalte in Deutschland (Neugeschäft, Stand August 2026) und die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes zur vorläufigen Inflationsrate im Oktober. Die Euro-Beträge auf 10.000 Euro sind eigene Rechenbeispiele aus diesen Durchschnitten.
Letzte Aktualisierung: 2. November 2026
Versionshistorie: Erste Veröffentlichung am 2. November 2026.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine sachliche Einordnung eines geldpolitischen Beschlusses und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechtsberatung dar. Für konkrete Entscheidungen in deiner persönlichen Situation wende dich an eine fachlich zuständige Person.
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