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Markt & Investieren

36 Prozent für morgen, 85 Prozent bis September, und keine dieser Zahlen ist eine Umfrage

Stand 28. Juli 2026. Die amerikanische Notenbank tagt heute und morgen. In den Meldungen dazu steht, der Markt preise eine Zinserhöhung ein, und dahinter steht eine Prozentzahl. Für die Sitzung am 29. Juli sind es rund 36 Prozent, für den Zeitraum bis Mitte September nach Berechnung der Federal Reserve Bank of Atlanta 84,6 Prozent. Beide Zahlen stammen aus keiner Befragung. Sie werden aus Terminpreisen zurückgerechnet, und was dabei herauskommt, ist etwas anderes als eine Prognose. Diese Einordnung ist eine Momentaufnahme und verschiebt sich mit neuen Daten.

Vorläufige Daten
Portora Redaktion12 Min Lesezeit

Die Zerlegung in Zahlen

3,63 %
tatsächlich gehandelter Tagessatz am amerikanischen Geldmarkt
Zielspanne 3,50 bis 3,75 Prozent
rund 36 %
eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung am 29. Juli
vor einer Woche rund 16 Prozent
84,6 %
Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung bis zum 16. September
am 15. Juli noch 60,6 Prozent
1 %
Wahrscheinlichkeit einer Senkung im selben Zeitraum
praktisch aus dem Markt verschwunden

Quelle: Federal Reserve Bank of New York, Federal Reserve Bank of Atlanta, Stand 24. Juli 2026

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Stand 28. Juli 2026. Die Wahrscheinlichkeiten der Atlanta Fed und die Renditekurven reichen bis zum 24. beziehungsweise 27. Juli, weil die Reihen mit Verzögerung erscheinen.

ZahlBedeutung
3,50 bis 3,75 %aktuelle Zielspanne der Federal Reserve
3,63 %tatsächlich gehandelter Tagessatz, seit Wochen unverändert
3,88 %Tagessatz, der nach einer Erhöhung um einen Viertelpunkt zu erwarten wäre
28. und 29. JuliSitzungstermin, Beschluss am zweiten Tag
15. und 16. Septembernächster Sitzungstermin danach
rund 36 %eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung am 29. Juli
rund 16 %dieselbe Zahl eine Woche zuvor
84,6 %Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung bis zum 16. September, Stand 24. Juli
60,6 %dieselbe Zahl am 15. Juli
rund 1 %Wahrscheinlichkeit einer Senkung bis zum 16. September
4,13 auf 4,33 %zweijährige US-Rendite vom 15. bis 24. Juli, plus 20 Basispunkte
4,55 auf 4,69 %zehnjährige US-Rendite im selben Zeitraum, plus 14 Basispunkte
5,08 auf 5,16 %dreißigjährige US-Rendite im selben Zeitraum, plus 8 Basispunkte
2,32 auf 2,43 %zehnjährige inflationsgeschützte Rendite, plus 11 Basispunkte
2,23 auf 2,26 %eingepreiste Inflation über zehn Jahre, plus 3 Basispunkte
4,65 %zehnjährige US-Rendite am 27. Juli, minus 4 Basispunkte gegenüber dem 24.
2,44 %zehnjährige inflationsgeschützte Rendite am 27. Juli
2,21 %eingepreiste Inflation am 27. Juli, minus 5 Basispunkte gegenüber dem 24.
2,25 %Einlagesatz der EZB, angehoben zum 17. Juni 2026
rund 3 %Rendite zehnjähriger Bundesanleihen im Juli 2026

Quelle: U.S. Department of the Treasury, Federal Reserve Bank of New York, Federal Reserve Bank of Atlanta, Europäische Zentralbank

Was in den Meldungen steht

Die amerikanische Notenbank tagt heute und morgen, und die Meldungen dazu tragen alle denselben Satz. Der Markt preise eine Zinserhöhung ein. Dahinter steht meist eine Prozentzahl, in diesen Tagen rund 36, vor einer Woche noch rund 16. Wer das liest, macht daraus fast automatisch eine Erwartung. Der Markt rechne mit einer Erhöhung, und die Zahl sage, wie fest er damit rechne. Beides trifft nicht ganz.

Zwei Dinge stimmen an dieser Lesart nicht. Erstens beschreibt eine Zahl unter fünfzig Prozent einen Ausgang, den der Markt gerade nicht erwartet. Bei 36 Prozent für eine Erhöhung liegen 64 Prozent darauf, dass die Zielspanne bleibt, wo sie ist. Der wahrscheinlichere Ausgang der morgigen Sitzung ist also, dass nichts passiert. Zweitens ist die Zahl kein Meinungsbild. Niemand hat Händler befragt. Sie wird aus einem Preis zurückgerechnet, und diese Rückrechnung hat Annahmen, die man kennen sollte, bevor man die Zahl als Prognose liest.

Der Ausgangspunkt ist unstrittig und stammt von der Notenbank selbst. Die Zielspanne für den Tagessatz liegt bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Der Satz, zu dem sich amerikanische Banken über Nacht tatsächlich Geld leihen, lag am 24. Juli bei 3,63 Prozent und ist seit Wochen unverändert. Er liegt also ziemlich genau in der Mitte der Spanne. Diese beiden Zahlen sind der Anker für alles Weitere, und sie werden täglich veröffentlicht.

Wie aus einem Preis eine Wahrscheinlichkeit wird

Am Terminmarkt lässt sich handeln, wie hoch der Tagessatz in einem künftigen Monat im Durchschnitt liegen wird. Der Preis dieser Kontrakte ergibt einen Zinssatz, und mehr braucht es für die Rückrechnung nicht. Heute liegt der Tagessatz bei 3,63 Prozent. Erhöht die Notenbank um einen Viertelpunkt, wandert die Zielspanne auf 3,75 bis 4,00 Prozent, und der tatsächliche Satz läge dann bei rund 3,88 Prozent. Zwischen diesen beiden Werten liegen 25 Basispunkte, und genau diese Strecke ist der Maßstab.

Nun schaut man, wo der Terminmarkt liegt. Nennt er für den kommenden Monat einen Satz von 3,72 Prozent, dann liegt er 9 Basispunkte über dem heutigen Wert. Neun geteilt durch fünfundzwanzig sind 36 Prozent. Das ist die ganze Rechnung, und das ist die Zahl aus den Schlagzeilen. Sie sagt, dass der gehandelte Satz gut ein Drittel des Weges zwischen dem heutigen Zustand und dem Zustand nach einer Erhöhung zurückgelegt hat. Ein Meinungsbild ist daraus noch nicht geworden.

In dieser Rechnung stecken drei Annahmen, und jede davon kann wackeln. Die erste ist, dass es nur zwei mögliche Ausgänge gibt, entweder nichts oder ein Viertelpunkt. Käme ein halber Punkt in Betracht, wäre dieselbe Strecke anders zu teilen und dieselben 9 Basispunkte ergäben eine kleinere Wahrscheinlichkeit. Die zweite ist, dass man weiß, wo der Satz nach dem Beschluss liegt. Die dritte betrifft den Kalender. Ein Monatskontrakt mittelt über den ganzen Monat, der Beschluss fällt aber am 29. Juli. Für den Juli wären das nur zwei betroffene Tage, deshalb rechnet man mit dem Kontrakt für den Folgemonat.

Oben ein Zahlenstrahl von 3,63 Prozent heute bis 3,88 Prozent nach einem Viertelpunkt. Ein roter Marker steht bei 3,72 Prozent, gut ein Drittel der Strecke, die davor liegende Teilstrecke ist eingefärbt. Darunter die Rechnung, 3,72 minus 3,63 macht 0,09, geteilt durch 0,25 sind das 36 Prozent. Unten zwei waagerechte Balken, für die Sitzung am 29. Juli rund 36 Prozent und für den Zeitraum bis zum 16. September 84,6 Prozent.
Der Wert von 3,72 Prozent ist ein Rechenbeispiel, das die Rückrechnung zeigt, und kein abgelesener Terminkurs. Die 84,6 Prozent stammen aus dem Market Probability Tracker der Federal Reserve Bank of Atlanta.

Warum ein Preis keine Umfrage ist

Der wichtigste Unterschied liegt aber nicht in den Annahmen, sondern in dem, was einen Terminpreis überhaupt entstehen lässt. An diesem Markt handeln nicht nur Leute, die eine Meinung über die Notenbank haben. Dort handeln auch Banken, Versicherer und Fonds, die sich schlicht gegen ein Zinsrisiko absichern. Wer einen Kredit mit variablem Satz ausgereicht hat, verliert Geld, wenn die Sätze steigen, und kauft sich dagegen Schutz. Er tut das, ob er eine Erhöhung erwartet oder nicht.

Diese Absicherung kostet Geld, und sie hebt den Preis. In dem Satz von 3,72 Prozent steckt deshalb nicht nur, was die Teilnehmer erwarten, sondern auch, was ihnen die Versicherung gegen den unangenehmeren Ausgang wert ist. Eine so zurückgerechnete Wahrscheinlichkeit liegt aus diesem Grund üblicherweise über der reinen Erwartung. Sie ist eher eine Obergrenze als ein Mittelwert. Wer die 36 Prozent liest, liest also eine Zahl, die Erwartung und Versicherungsprämie in einem enthält und beides nicht trennt.

Das ist keine Schwäche des Marktes, sondern seine eigentliche Leistung. Ein Preis bündelt, was Leute bereit sind zu zahlen, und das ist eine härtere Information als das, was sie in einer Umfrage angeben würden. Aber es ist eine andere Information. Eine Umfrage misst Meinungen, ein Preis misst Zahlungsbereitschaft. Beides fällt auseinander, sobald jemand für Sicherheit zahlt statt für eine Überzeugung. Genau deshalb ist die Formulierung, der Markt erwarte etwas, unscharf. Der Markt erwartet nichts, er preist.

Eingepreist ist nicht das Ob, sondern das Wann

Es gibt neben der Schlagzeilen-Zahl eine zweite, die weniger zitiert wird und mehr sagt. Die Federal Reserve Bank of Atlanta schätzt aus den Preisen von Optionen auf einen amerikanischen Referenzzins laufend, wie wahrscheinlich verschiedene Zinsniveaus zu einem künftigen Stichtag sind. Für den 16. September, also für den Zeitraum, der die Sitzung morgen und die Sitzung am 15. und 16. September zusammen umfasst, lag die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung am 24. Juli bei 84,6 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Senkung lag bei rund einem Prozent.

Damit sortiert sich das Bild anders. Rund 36 Prozent für morgen und rund 85 Prozent bis Mitte September widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich. Rechnet man beide gegeneinander, bleibt für den Fall, dass die Notenbank morgen stillhält und im September erhöht, ein knappes Drittel Wahrscheinlichkeit übrig, und bezogen allein auf die Fälle ohne Julischritt sind das rund drei Viertel. Der Markt hält eine Erhöhung also nicht für unwahrscheinlich, er hält sie für morgen bloß für verfrüht.

Die Formulierung, der Markt preise eine Zinserhöhung ein, ist damit richtig und irreführend zugleich. Richtig, weil eine Straffung binnen weniger Wochen tatsächlich weitgehend eingepreist ist. Irreführend, weil sie sich auf die morgige Sitzung zu beziehen scheint, für die sie gerade nicht gilt. Wer die Zahl liest, sollte deshalb immer zwei Fragen stellen. Aus welchem Preis stammt sie, und auf welchen Zeitpunkt bezieht sie sich. Zwei Zahlen zur selben Notenbank können beide stimmen und trotzdem Verschiedenes messen.

Wie es dazu kam

Die Verschiebung ist neu und ging schnell. Am 15. Juli lag die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung bis Mitte September noch bei 60,6 Prozent, am 24. Juli bei 84,6. Das sind vierundzwanzig Punkte in acht Handelstagen. Auffällig ist dabei weniger der Anstieg selbst als das Verschwinden der Gegenseite. Eine Zinssenkung, über Monate der Normalfall in den Erwartungen, wird inzwischen mit rund einem Prozent bewertet. Diese Möglichkeit ist praktisch aus dem Markt verschwunden.

Der Hintergrund liegt teils in den Preisen, teils im Personal. Die Notenbank hat seit dem 22. Mai 2026 mit Kevin Warsh einen neuen Vorsitzenden, der öffentlich klargemacht hat, dass er die Preisentwicklung für zu hoch hält und ein Inflationsziel oberhalb von zwei Prozent nicht akzeptiert. Das Protokoll der Junisitzung zeigt zugleich ein gespaltenes Gremium. Von achtzehn Mitgliedern sprach sich etwa die Hälfte dafür aus, die Sätze unverändert zu lassen oder zu senken, die andere Hälfte für eine Erhöhung noch in diesem Jahr.

Eine so knappe Lage erklärt, warum der Terminmarkt für die einzelne Sitzung nur ein gutes Drittel ansetzt und für den Zeitraum von zwei Sitzungen fast alles. Bei einem gespaltenen Gremium ist der genaue Termin schwer vorherzusagen, die Richtung dagegen weniger. Genau diese Struktur bildet die Zahlenreihe ab. Sie ist niedrig für den nächsten Mittwoch und hoch für die Frage, ob es überhaupt dazu kommt.

Was die Renditen dazu sagen

Wer prüfen will, ob eine Einpreisung mehr ist als eine Zahl in einer Meldung, schaut auf die Renditen von Staatsanleihen. Dort ist die Bewegung sichtbar und sie fiel unterschiedlich aus. Vom 15. bis zum 24. Juli stieg die zweijährige Rendite von 4,13 auf 4,33 Prozent, also um 20 Basispunkte. Die zehnjährige stieg im selben Zeitraum von 4,55 auf 4,69 Prozent, um 14 Basispunkte, die dreißigjährige von 5,08 auf 5,16 Prozent, um 8. Je länger die Laufzeit, desto weniger bewegte sich der Satz. Warum das lange Ende der Notenbank ohnehin nur teilweise folgt, ist an der Baufinanzierung ausführlich erklärt.

Interessanter ist, woraus die Bewegung am langen Ende bestand. Eine Nominalrendite lässt sich in zwei Teile zerlegen, weil es die zehnjährige Anleihe auch als inflationsgeschützte Variante gibt. Deren Rendite stieg vom 15. bis zum 24. Juli von 2,32 auf 2,43 Prozent, also um 11 Basispunkte. Die Differenz zwischen beiden, also die vom Markt eingepreiste Inflation, stieg von 2,23 auf 2,26 Prozent, um 3 Basispunkte. Von den 14 Basispunkten am langen Ende entfielen damit 11 auf den realen Teil und nur 3 auf die Inflationserwartung.

Zwischen dem 24. und dem 27. Juli drehte die Nominalrendite sogar, von 4,69 auf 4,65 Prozent. Die inflationsgeschützte Rendite stieg dabei weiter, auf 2,44 Prozent, während die eingepreiste Inflation von 2,26 auf 2,21 Prozent fiel. Der ganze Rückgang kam also aus dem Inflationsteil. Das ist die nüchterne Lesart einer erwarteten Straffung. Sie hebt den realen Zins und drückt die erwartete Teuerung, und deshalb kann die Nominalrendite gleichzeitig langsamer steigen oder fallen, während der erwartete Leitzins steigt. Wie unterschiedlich dieselbe Zahl je nach Zusammensetzung aussehen kann, zeigt der Vergleich der dreißigjährigen Rendite mit 2007.

Der faire Gegenpunkt

Gegen die Warnung, eine eingepreiste Wahrscheinlichkeit nicht als Prognose zu lesen, lässt sich Erhebliches sagen. Der stärkste Einwand lautet, dass diese Zahlen empirisch ziemlich gut sind. Über viele Sitzungen hinweg trifft der Terminmarkt die Entscheidungen der Notenbank besser als die meisten Einzelprognosen, und unmittelbar vor einer Sitzung ist er selten weit daneben. Wer die Zahl als beste verfügbare Schätzung liest, liegt praktisch meistens richtig, auch wenn er die Herkunft nicht kennt.

Der zweite Einwand betrifft die Größenordnung der Verzerrung. Die Prämie für Absicherung ist real, aber sie ist meist klein, oft im Bereich weniger Basispunkte. Bei einer Zahl von 36 Prozent ändert das die Aussage nicht grundsätzlich. Wer daraus schließt, die Zahl sei unbrauchbar, überdehnt den Punkt. Sie ist nicht unbrauchbar, sie ist nur etwas anderes, als das Wort Wahrscheinlichkeit vermuten lässt, und die Differenz wird dann wichtig, wenn eine Entscheidung knapp ist.

Der dritte Einwand ist praktischer Natur. Für die meisten Anleger ändert die Unterscheidung nichts an dem, was sie tun. Wer breit gestreut und langfristig anlegt, trifft keine Entscheidung, die von 36 gegen 45 Prozent abhängt. Das stimmt. Der Nutzen liegt woanders, nämlich im Lesen. Wer weiß, dass die Zahl aus einem Preis kommt und auf einen bestimmten Zeitpunkt zeigt, wird von einer Schlagzeile weniger überrascht, wenn die Notenbank am Ende etwas anderes tut, als die Zahl nahegelegt hat.

Was das für Anleger heißt

Für einen Anleger im Euroraum ist das kein rein amerikanisches Thema, und zwar aus zwei Gründen. Der erste ist der Anteil amerikanischer Werte in einem breiten Welt-Index, der bei knapp zwei Dritteln liegt. Der zweite ist der Zins selbst. Die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagesatz zum 17. Juni 2026 auf 2,25 Prozent angehoben, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt im Juli bei rund drei Prozent. Beide Zahlen bewegen sich nicht unabhängig von dem, was am größeren Anleihemarkt der Welt passiert.

Deskriptiv festhalten lässt sich Folgendes. Erstens ist eine eingepreiste Wahrscheinlichkeit eine Rückrechnung aus einem Preis und keine Erhebung. Sie enthält neben der Erwartung auch die Zahlungsbereitschaft für Absicherung und liegt deshalb tendenziell über der reinen Erwartung. Zweitens gehört zu jeder solchen Zahl ein Zeitpunkt. Ohne ihn ist sie nicht interpretierbar, wie der Abstand zwischen 36 Prozent für eine einzelne Sitzung und 84,6 Prozent für zwei zeigt. Drittens sagt die Bewegung der Renditen mehr über die Wirkung als die Wahrscheinlichkeit selbst, weil sie sich in einen realen Teil und eine Inflationserwartung zerlegen lässt.

Praktisch nachlesbar ist all das ohne Kosten und ohne Zugangsdaten. Der tatsächliche Tagessatz steht bei der Federal Reserve Bank of New York, die Renditekurven nominal und inflationsgeschützt beim amerikanischen Finanzministerium, die geschätzten Wahrscheinlichkeiten bei der Federal Reserve Bank of Atlanta, und die Beschlüsse samt Protokoll bei der Notenbank selbst. Wer eine Schlagzeile prüfen will, braucht dafür weder ein Terminal noch ein Abonnement. Wie Zins und Anleihekurs überhaupt zusammenhängen, ist im Erklärstück zu Anleihen und Zinsen auseinandergelegt.

Was daraus für die eigene Anlage folgt, steht hier bewusst nicht. Diese Analyse beschreibt, wie eine eingepreiste Wahrscheinlichkeit entsteht, welche Annahmen in ihr stecken und wie sich eine Rendite in ihre Bestandteile zerlegen lässt. Sie enthält keine Zinsprognose, keine Einschätzung darüber, ob eine Anleihe, eine Laufzeit oder ein Index angemessen bewertet ist, und sie leitet daraus keine Kauf- oder Verkaufsentscheidung ab. Wer aus der Mechanik etwas für sein eigenes Depot ableitet, tut das nach seiner eigenen Lage, seinem Anlagehorizont und seiner Risikobereitschaft.

Quellen

  1. Federal Reserve Bank of Atlanta, Market Probability Tracker (aus Optionspreisen geschätzte Wahrscheinlichkeiten künftiger Zinsniveaus) Federal Reserve Bank of Atlanta · behoerde ·
  2. Federal Reserve Bank of New York, Effective Federal Funds Rate (tatsächlich gehandelter Tagessatz) Federal Reserve Bank of New York · behoerde ·
  3. Board of Governors of the Federal Reserve System, Zinsstatistik H.15 und Sitzungskalender des Offenmarktausschusses 2026 Board of Governors of the Federal Reserve System · behoerde ·
  4. U.S. Department of the Treasury, tägliche Renditekurven für nominale und inflationsgeschützte Staatsanleihen U.S. Department of the Treasury · behoerde ·
  5. Europäische Zentralbank, Leitzinsen des Eurosystems Europäische Zentralbank · behoerde ·

Stand der Analyse: 28. Juli 2026, vor dem Beschluss der Federal Reserve am 29. Juli.

Wichtiger Hinweis zum Zeitbezug: Dieser Beitrag beschreibt die Lage vor der Entscheidung. Der Beschluss am 29. Juli macht die Zahl für die Julisitzung zur Vergangenheit. Die beschriebene Mechanik, also wie eine eingepreiste Wahrscheinlichkeit aus einem Terminpreis zurückgerechnet wird und was dabei mitgemessen wird, ist davon unberührt.

Zur Herkunft der beiden Prozentzahlen: Die 84,6 Prozent für den Zeitraum bis zum 16. September stammen aus dem Market Probability Tracker der Federal Reserve Bank of Atlanta (Stand 24. Juli 2026), der Wahrscheinlichkeiten aus Preisen von Optionen auf den dreimonatigen Durchschnitt eines besicherten Referenzzinses schätzt. Der Stichtag 16. September ist der Beginn der dortigen Kontraktperiode und fällt mit dem zweiten Tag der September-Sitzung zusammen. Die rund 36 Prozent für die Julisitzung stammen dagegen nicht aus dieser Quelle, sondern aus Berichterstattung, die ein Werkzeug der Terminbörse CME zitiert. Dieses Werkzeug ist nur nach Registrierung zugänglich und konnte nicht direkt gegengelesen werden. Beide Zahlen beruhen damit auf unterschiedlichen Instrumenten und unterschiedlichen Methoden, was im Text ausdrücklich benannt ist.

Zur Einordnung der Rechnung: Der Terminsatz von 3,72 Prozent im Rechenbeispiel und in der Grafik ist ein Rechenbeispiel, das die Rückrechnung nachvollziehbar macht, und kein abgelesener Kurs. Er ergibt sich rückwärts aus den berichteten 36 Prozent. Ebenso ist der Wert von 3,88 Prozent für den Tagessatz nach einer Erhöhung eine Ableitung aus dem heutigen Abstand zur Untergrenze der Zielspanne und keine veröffentlichte Größe. Die daraus abgeleitete Aufteilung zwischen Juli- und Septemberschritt im Abschnitt zum Ob und Wann ist eine eigene Überschlagsrechnung aus zwei Zahlen mit unterschiedlichen Stichtagen, dem 24. und dem 27. Juli.

Zur Arbeitsweise: Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt und dabei KI-gestützt aufbereitet. Alle tragenden Zahlen wurden gegen die jeweils angegebene Quelle geprüft und mit Stand versehen.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.

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