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Industrieaufträge minus 10,6 Prozent, und ohne Großaufträge ist es der fünfte Rückgang in Folge

Stand 6. Oktober 2026. Der Auftragseingang der deutschen Industrie lag im August nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts 10,6 Prozent unter dem Juli. Ohne Großaufträge über 50 Millionen Euro waren es nur 0,1 Prozent. Fast der ganze Rückgang kommt aus dem Bau von Schiffen, Zügen, Flugzeugen und Militärfahrzeugen, wo einzelne Riesenbestellungen den Juli mehr als verdoppelt hatten. Über drei Monate gerechnet kippt das Bild, mit Großaufträgen liegen die Bestellungen 1,3 Prozent über dem Frühjahr, ohne sie 2,6 Prozent darunter.

Vorläufige Daten
Portora Redaktion12 Min Lesezeit

Der August in vier Zahlen

−10,6 %
Auftragseingang August 2026 zum Juli, real, saison- und kalenderbereinigt, vorläufig
Kopfzahl mit Großaufträgen
−0,1 %
derselbe Vergleich ohne Großaufträge über 50 Millionen Euro
Grundgeschäft fast unverändert
+1,3 % / −2,6 %
Juni bis August gegen März bis Mai, mit und ohne Großaufträge
Vorzeichen gedreht
−61,5 %
Sonstiger Fahrzeugbau (Schiffe, Züge, Flugzeuge, Militärfahrzeuge) im August zum Juli
nach +129,4 % im Juli

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

ZahlBedeutung
86,0 PunkteIndex Auftragseingang August 2026 mit Großaufträgen, 2021 = 100 (Juli 96,2)
85,5 Punktederselbe Index ohne Großaufträge (Juli 85,6, März 90,3)
−10,6 % / −0,1 %August zum Juli, mit und ohne Großaufträge
+3,2 %Juli zum Juni nach Revision, vorläufig waren es +2,5 %
rund −1,0 %Juli zum Juni ohne Großaufträge nach heutigem Datenstand, vorläufig waren es −1,4 %
+1,3 % / −2,6 %Juni bis August gegen März bis Mai, mit und ohne Großaufträge
−5,3 %Reihe ohne Großaufträge von März bis August, fünf Rückgänge in Folge
−61,5 % / +129,4 %Sonstiger Fahrzeugbau im August und im Juli (revidiert)
−15,3 % / −2,6 % / −7,3 %Investitionsgüter, Vorleistungsgüter und Konsumgüter im August zum Juli
−17,3 % / −5,4 %Inlands- und Auslandsaufträge im August zum Juli
+2,7 %August 2026 zum August 2025, nur kalenderbereinigt
0,0 %realer Umsatz der Industrie im August zum Juli
9,0 MonateReichweite des Auftragsbestands im Juli 2026, ohne neue Bestellungen gerechnet
50 Millionen EuroSchwelle, ab der ein einzelner Auftrag als Großauftrag zählt
rund 3 %Anteil der Großaufträge am gesamten Auftragswert im langjährigen Schnitt

Was die minus 10,6 Prozent zu sagen scheinen

Minus 10,6 Prozent in einem Monat ist für den Auftragseingang der deutschen Industrie eine sehr große Zahl. Das Statistische Bundesamt hat sie am 6. Oktober für den August veröffentlicht, preisbereinigt, um Saison und Kalender bereinigt und im Vergleich zum Juli. Gelesen wird so eine Zahl als Einbruch, und der Gedanke dahinter ist naheliegend. Wer heute weniger Bestellungen bekommt, produziert in einigen Monaten weniger, braucht weniger Leute und verdient weniger. Der Auftragseingang gilt deshalb als Vorlauf der Produktion. Eine Industrie, der ein Zehntel ihrer Bestellungen wegbricht, hätte demnach schwache Monate vor sich.

Neben die große Zahl stellt das Amt allerdings gleich eine zweite. Ohne Großaufträge lag der Auftragseingang im August nur 0,1 Prozent unter dem Juli. Zwischen minus 10,6 und minus 0,1 liegt die ganze Geschichte dieses Monats, und sie handelt von wenigen sehr großen Bestellungen. Woher sie kamen, schreibt das Amt ebenfalls. Der Rückgang geht fast vollständig auf den Sonstigen Fahrzeugbau zurück, unter diesem Namen fasst die Statistik Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge zusammen. Dort sanken die Bestellungen um 61,5 Prozent, nachdem sie sich im Juli wegen außergewöhnlich vieler Großaufträge im Schiff-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau mehr als verdoppelt hatten.

Nimmt man die beiden Zahlen auseinander, zeigt sich zweierlei. Die große überzeichnet den August, und sie schönt zugleich den Trend. Über drei Monate gerechnet drehen beide Reihen nämlich ihr Vorzeichen, und die Reihe ohne Großaufträge sinkt seit März jeden Monat ein Stück. Ein Einbruch ist das nicht, eine Entwarnung aber auch nicht.

Ein Monat, zwei Reihen

Der Auftragseingang ist ein Index. Das Amt erhebt jeden Monat in ausgewählten Branchen der Industrie, welchen Wert an Bestellungen die Betriebe bekommen haben, rechnet die Preisänderungen heraus und setzt den Durchschnitt des Jahres 2021 auf 100. Im Juli stand dieser Index bei 96,2 Punkten, im August bei 86,0 Punkten. Die Reihe ohne Großaufträge stand im Juli bei 85,6 und im August bei 85,5 Punkten. Die eine Linie macht also erst einen Sprung nach oben und dann einen tiefen Fall, die andere bleibt fast liegen. Genau diesen Unterschied zeigt die Grafik für die vergangenen zwölf Monate.

Wie stark eine einzige Branche die Kopfzahl bewegt, lässt sich mit den Raten des Amtes nachrechnen. Im Sonstigen Fahrzeugbau stiegen die Bestellungen im Juli um 129,4 Prozent und fielen im August um 61,5 Prozent. Wer mit 100 im Juni beginnt, landet im Juli bei rund 229 und im August bei rund 88. Der Bereich liegt im August also gut ein Zehntel unter dem Juni, nach einem Monat, in dem er mehr als das Doppelte bestellt bekam. Für die gesamte Industrie sieht der Juli deshalb wie ein guter Monat aus und der August wie ein schlechter, obwohl sich die Bestellungen ohne Großaufträge in beiden Monaten kaum bewegten. Die Rechnung zeigt auch, warum die Kopfzahl nach einem Ausreißer zweimal in die Irre führt. Der Rückfall ist nur der Sprung mit umgekehrtem Vorzeichen.

Die Grafik zeigt dasselbe Muster ein zweites Mal. Im Dezember 2025 stand die Linie mit Großaufträgen bei 98,6 Punkten, die ohne bei 85,4, und im Januar fiel die Kopfzahl auf 87,2. Großaufträge häufen sich laut Statistischem Bundesamt im Juni und im Dezember, und jeder solche Monat zieht einen Rückfall nach sich, der für sich gelesen nach Krise aussieht. Wer den Januar und den August nebeneinanderlegt, sieht zweimal denselben Vorgang, einmal nach dem Winter und einmal nach dem Sommer.

Liniendiagramm des realen Auftragseingangs im Verarbeitenden Gewerbe von September 2025 bis August 2026, Index 2021 gleich 100. Die Linie mit Großaufträgen springt im Dezember 2025 auf 98,6 und im Juli 2026 auf 96,2 und fällt im August auf 86,0. Die Linie ohne Großaufträge steigt bis März 2026 auf 90,3 und sinkt danach fünfmal in Folge bis 85,5 im August. Juni bis August gegen März bis Mai liegt die Reihe mit Großaufträgen 1,3 Prozent höher, die ohne 2,6 Prozent niedriger.
Volumenindex des Auftragseingangs im Verarbeitenden Gewerbe, 2021 = 100, real, saison- und kalenderbereinigt, mit und ohne Großaufträge über 50 Millionen Euro. Beide Reihen setzen ihren eigenen Durchschnitt von 2021 auf 100, der Abstand der Linien ist deshalb kein Betrag. Werte vorläufig, Stand 6. Oktober 2026. Daten Statistisches Bundesamt.

Was als Großauftrag zählt, und was die Reihe ohne ihn nicht kann

Als Großauftrag gilt beim Statistischen Bundesamt jeder einzelne Auftrag über 50 Millionen Euro. Im langjährigen Schnitt entfallen nach Angaben des Amtes rund 3 Prozent des gesamten Auftragswertes auf solche Bestellungen, und rund zwei Drittel aller Großaufträge auf den Sonstigen Fahrzeugbau. Der Luft- und Raumfahrzeugbau allein verbuchte seit 2009 fast 40 Prozent aller bekannt gewordenen Großaufträge. Der Zweck der zweiten Reihe ist damit umrissen. Sie soll zeigen, wie viel die Industrie in der Breite bestellt bekommt, ohne dass ein einzelnes Schiff oder eine Flottenbestellung das Monatsbild bestimmt. Das Amt veröffentlicht sie seit dem Berichtsmonat April 2014, zurückgerechnet bis Januar 2010.

Drei Einschränkungen gehören zu dieser Reihe, und sie bestimmen, wie genau man sie lesen darf. Erstens gibt es keine Meldepflicht für Großaufträge. Die Statistischen Landesämter fragen bei Betrieben mit auffälligen Zahlen nach, und die Betriebe antworten freiwillig. Die Reihe ohne Großaufträge ist genau genommen also eine Reihe ohne die gemeldeten Großaufträge. Zweitens setzt sie ihren eigenen Durchschnitt von 2021 auf 100 und nicht den der Gesamtreihe. Der Abstand der beiden Linien in der Grafik ist deshalb kein Euro-Betrag, den man als Wert der Großaufträge ablesen könnte. Drittens bereinigt das Amt die Investitionsgüter ohne Großaufträge mit einer eigenen Saisonbereinigung, weil sich große Bestellungen dort im Juni und im Dezember häufen. Vergleichen lassen sich beide Reihen gut, voneinander abziehen lassen sie sich nicht.

Und die minus 0,1 Prozent sind ein Saldo, kein Stillstand. Bei den Vorleistungsgütern, also Vorprodukten wie Stahl, Chemikalien und Bauteilen, lagen die Bestellungen im August 2,6 Prozent unter dem Juli, bei den Konsumgütern 7,3 Prozent. In beiden Bereichen spielen Großaufträge nach Angaben des Amtes kaum eine Rolle, bei den Konsumgütern gab es im Basisjahr überhaupt keine. Damit die Reihe ohne Großaufträge insgesamt fast unverändert bleibt, muss ein anderer Teil des Grundgeschäfts zugelegt haben, nach der Rechnung am ehesten das Geschäft mit Investitionsgütern ohne die großen Einzelbestellungen. Welche Branche das war, lässt die Veröffentlichung vom 6. Oktober offen.

Wohin die Juli-Aufträge gehen

Ein Auftrag für einen Zug oder ein Schiff ist am Tag der Bestellung noch keine Arbeit. Er wandert zuerst in den Auftragsbestand, also in die Liste der Bestellungen, die noch abzuarbeiten sind, und wird über Monate oder Jahre zu Umsatz. Das Statistische Bundesamt meldete für den Juli 2026 einen realen Auftragsbestand auf einem neuen Höchststand, 1,5 Prozent über dem Juni und 10,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Getragen wird er vor allem vom Sonstigen Fahrzeugbau, in dem zuletzt viele neue Aufträge eingingen und die Fertigung vergleichsweise lange dauert. Ohne diesen Bereich lag der Bestand nach Angaben des Amtes deutlich unter seinem Höchststand. Rechnerisch würde der gesamte Bestand die Betriebe 9,0 Monate beschäftigen, wenn keine neuen Bestellungen hinzukämen.

Der Umsatz zeigt die andere Seite. Er misst, was die Industrie tatsächlich ausliefert und abrechnet, und er lag im August real genau auf dem Stand des Juli, nach einem Rückgang um 1,4 Prozent im Juli. Die Riesenbestellungen vom Juli haben die Produktion also noch nicht bewegt, und das ist bei Schiffen und Zügen auch nicht zu erwarten. Bestellung und Lieferung liegen hier weit auseinander, ähnlich wie bei den Auftragsbeständen großer Cloud-Anbieter, von denen im ersten Jahr nur eine Scheibe zu Umsatz wird. Für die Frage, wie viel die Industrie in den kommenden Monaten produziert, ist der Juli-Sprung deshalb kleiner, als er aussieht, und der August-Fall ebenso.

Volle Auftragsbücher im Sonstigen Fahrzeugbau sind dabei ein echter Befund, denn diese Branche ist für Jahre ausgelastet. Sie sagen aber wenig darüber, ob ein Maschinenbauer, ein Chemiewerk oder ein Autozulieferer in diesem Herbst genug Bestellungen hat. Im Juli fielen die Bestellungen in der Autoindustrie um 12,5 Prozent, während der Fahrzeugbau für Schiffe, Züge und Flugzeuge seine Aufträge mehr als verdoppelte. Zwei Branchen bewegten sich im selben Monat in entgegengesetzte Richtungen, und die Kopfzahl hat nur die größere der beiden Bewegungen gezeigt.

Über drei Monate drehen beide Zahlen das Vorzeichen

Weil einzelne Monate so stark springen, rechnet das Amt selbst einen Vergleich über drei Monate und nennt ihn weniger schwankungsanfällig. Juni bis August liegen danach mit Großaufträgen 1,3 Prozent über den drei Monaten von März bis Mai. Ohne Großaufträge liegen sie 2,6 Prozent darunter. Der Juli hat den August also nicht nur schlecht aussehen lassen, er hat auch den Trend geschönt. Aus einem Dreimonatsdurchschnitt fällt ein einzelner Rekordmonat nicht heraus, er hebt den Schnitt für das ganze Quartal. Wer nur die Kopfzahl betrachtet, sieht ein leichtes Plus, wer die Großaufträge herausnimmt, sieht ein Minus.

Die Monatswerte der Reihe ohne Großaufträge zeigen, woher das Minus kommt. Im März stand sie bei 90,3 Punkten, so hoch wie seit Februar 2023 nicht mehr. Danach sank sie fünfmal hintereinander, im April auf 87,3 und im Mai auf 86,9 Punkte. Im Juni folgten 86,5, im Juli 85,6 und im August 85,5 Punkte. Zusammen sind das 5,3 Prozent seit März. Kein einzelner Monat sieht dramatisch aus, der größte Schritt war der im April mit 3,3 Prozent, die übrigen liegen zwischen 0,1 und 1,0 Prozent. In der Kopfzahl fällt die Bewegung deshalb nicht auf, dort überdecken die Großaufträge sie.

Einordnen muss man das in beide Richtungen. Der März war selbst ein Ausreißer nach oben, im Januar stand die Reihe noch bei 83,7 Punkten. Im August liegt sie fast genau dort, wo sie von September bis Dezember 2025 lag, zwischen 85,4 und 86,1 Punkten. Das Grundgeschäft ist also nicht eingebrochen, es hat den Anstieg des Frühjahrs wieder abgegeben. Dazu kommt, dass die Zahlen vorläufig sind. Der Juli wurde für die Gesamtreihe von plus 2,5 auf plus 3,2 Prozent korrigiert, für die Reihe ohne Großaufträge von minus 1,4 auf rund minus 1,0 Prozent. Dass sich amtliche Zahlen nach der ersten Veröffentlichung bewegen, ist der Normalfall und kein Fehler, für einen Trend aus Schritten von wenigen Zehntelprozent aber wichtig.

Und wenn die Großaufträge das eigentliche Geschäft sind

Der stärkste Einwand gegen diese Lesart lautet, dass sie das Wichtigste herausrechnet. Ein Großauftrag ist kein statistisches Rauschen, er ist eine echte Bestellung, die über Jahre Arbeit und Umsatz bringt. Wenn Staaten mehr Züge, Schiffe und Militärfahrzeuge kaufen und Fluggesellschaften ihre Flotten erneuern, ist das kein Zufall eines Monats, es ist eine Verschiebung der Nachfrage. Der Auftragsbestand auf neuem Höchststand belegt, dass sich diese Bestellungen nicht in Luft auflösen. Wer sie herausnimmt, betrachtet eine Industrie ohne ihren derzeit stärksten Teil.

Für den Sonstigen Fahrzeugbau trifft der Einwand. Dort sind die Großaufträge das Geschäft, und die Reihe ohne sie beschreibt diese Branche schlecht. Der Einwand begrenzt die These also, er hebt sie nicht auf. Die Frage, die eine Monatszahl beantworten soll, lautet, ob die Industrie in der Breite mehr oder weniger bestellt bekommt, und diese Breite besteht aus Maschinenbau, Chemie, Metall, Elektrotechnik und Autoindustrie. Für diese Frage ist ein Monat, in dem sich eine Branche verdoppelt und im nächsten wieder mehr als halbiert, ein Messproblem. Die Großaufträge gehören in die Zeitreihe über Jahre und in den Auftragsbestand, und dort zählt das Amt sie auch. Für mich ist die Reihe ohne Großaufträge in diesem Monat die aussagekräftigere der beiden Zahlen, gerade weil sie unspektakulär aussieht.

Dieselbe Trennung in anderen Statistiken

Die Lesehilfe gilt weit über den deutschen Auftragseingang hinaus. Das US-Statistikamt (Census Bureau) veröffentlicht bei den Bestellungen langlebiger Güter (Durable Goods Orders) jeden Monat zusätzlich eine Zahl ohne den Bereich Transport, in dem Flugzeuge, Schiffe und Fahrzeuge stecken, und eine ohne Rüstung. Der Grund ist derselbe. Eine große Flugzeugbestellung kann die Kopfzahl in einem Monat kräftig heben, ohne dass sich an der übrigen Industrie etwas ändert. Wer die amerikanische Zahl im Wirtschaftskalender liest, findet deshalb meist eine zweite daneben, in der diese Posten fehlen.

Dieselbe Frage stellt sich bei jeder Kopfzahl, die aus Teilen ganz unterschiedlicher Größe besteht. Bei der Einkaufsmanager-Umfrage für die deutsche Industrie mischt die Kopfzahl fünf Teilfragen, und eine davon geht umgekehrt ein. Bei der Inflationsrate trennt die Kernrate die schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel heraus. Das Muster ist jedes Mal gleich. Die Kopfzahl ist richtig gerechnet, sie beantwortet aber eine andere Frage als die, die der Leser stellt, und die Antwort auf seine Frage steht in derselben Veröffentlichung eine Zeile tiefer.

Was das für Anleger heißt

Der Auftragseingang ist eine Zahl über deutsche Industriebetriebe, also über den Teil eines DAX- oder Europa-ETF, der vom Bestellzyklus lebt. In einem weltweit gestreuten Aktien-ETF ist Deutschland nur ein kleiner Teil, dort wiegt die Zahl entsprechend wenig. Für beide gilt, dass die Kopfzahl allein ein schwacher Anhaltspunkt für die Lage der Industrie ist, wenn eine einzige Branche sie trägt. Das gilt in beide Richtungen, für den Sprung im Juli genauso wie für den Fall im August.

Die Zahlen vom 6. Oktober zeigen ein Grundgeschäft, das seit dem Frühjahr nachgibt, ohne einzubrechen, und eine Branche mit vollen Auftragsbüchern, die den Monatswert kräftig verschiebt. Wer Industriewerte über einen Fonds hält, hat in der Regel beides im Depot, Unternehmen aus der Breite und Unternehmen aus dem Bau von Flugzeugen, Schiffen, Zügen und Militärfahrzeugen, und die beiden Reihen beschreiben verschiedene Teile davon. Die Risiken liegen auf beiden Seiten. Setzt sich der Rückgang ohne Großaufträge fort, trifft das die Breite der Industrie, auch wenn die Kopfzahl im nächsten Monat mit vielen Großaufträgen wieder steigt. Dreht die Reihe dagegen, wie schon nach dem Tief im Januar, war der Sommer eine Delle.

Woran man es als Nächstes sieht, steht in denselben Tabellen. Die Reihe ohne Großaufträge zeigt mit den Zahlen für September, ob die Folge von Rückgängen reißt. Der Umsatz zeigt, ob die vollen Auftragsbücher im Fahrzeugbau in Produktion übergehen. Und der Dreimonatsvergleich mit und ohne Großaufträge zeigt, ob die beiden Linien wieder in dieselbe Richtung laufen. Was jemand daraus für das eigene Depot ableitet, hängt an dessen Zusammensetzung und Anlagehorizont und bleibt seine Entscheidung.

Quellen

  1. Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im August 2026: -10,6 % zum Vormonat Statistisches Bundesamt (Destatis) · Amtliche Statistik ·
  2. Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe, insgesamt, Inland, Ausland und ohne Großaufträge (Datenreihe zur Pressemitteilung Nr. 354) Statistisches Bundesamt (Destatis) · Amtliche Statistik ·
  3. Auftragseingangsindex ohne Großaufträge Statistisches Bundesamt (Destatis) · Methodenbeschreibung
  4. Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2026: +2,5 % zum Vormonat Statistisches Bundesamt (Destatis) · Amtliche Statistik ·
  5. Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2026: +1,5 % zum Vormonat Statistisches Bundesamt (Destatis) · Amtliche Statistik ·
  6. Monthly Advance Report on Durable Goods Manufacturers’ Shipments, Inventories and Orders U.S. Census Bureau · Amtliche Statistik ·

Zur Entstehung dieses Artikels

Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Quellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Stand der Daten ist der 6. Oktober 2026. Alle Werte zum Auftragseingang sind vorläufig und preisbereinigt, die Monatsvergleiche saison- und kalenderbereinigt, der Vorjahresvergleich nur kalenderbereinigt. Die Indexwerte stammen aus der Datenreihe, die das Statistische Bundesamt mit der Pressemitteilung vom 6. Oktober veröffentlicht hat. Die Veränderung der Reihe ohne Großaufträge im Juli nach heutigem Datenstand, der Rückgang seit März und die Rechnung zum Sonstigen Fahrzeugbau sind eigene Rechnungen, die letzte verknüpft gerundete Monatsraten und ist eine Größenordnung. Die Reihe ohne Großaufträge beruht auf freiwilligen Angaben der Betriebe und hat einen eigenen Basiswert, ihr Abstand zur Gesamtreihe ist kein Betrag. Die Einordnung ist eine Momentaufnahme zum Stand-Datum.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.

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