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Microsoft und Oracle melden fast denselben Auftragsbestand, und im ersten Jahr werden daraus 205 gegen 77 Milliarden
Stand 19. August 2026. Microsoft weist zum 30. Juni 2026 einen Auftragsbestand von 684 Milliarden Dollar aus, Oracle zum 31. Mai 638 Milliarden. Die beiden Summen liegen sieben Prozent auseinander, und wer nur sie nebeneinander legt, hält die Firmen für ähnlich weit. Im ersten Jahr wird daraus etwas sehr Verschiedenes. Microsoft erwartet rund 30 Prozent davon als Umsatz in den nächsten zwölf Monaten, Oracle rund 12 Prozent. Das sind 205 gegen 77 Milliarden Dollar. Die Summe ist die bekanntere Zahl, die Jahresscheibe ist die, die im laufenden Geschäftsjahr ankommt.
Die Zerlegung in Zahlen
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
Alle relevanten Zahlen des Themas gebündelt. Sämtliche Werte stammen aus den Jahres- und Quartalsberichten der Konzerne bei der US-Börsenaufsicht.
| Zahl | Bedeutung |
|---|---|
| 684 Mrd. USD | Auftragsbestand von Microsoft zum 30. Juni 2026, davon 678 Milliarden im gewerblichen Teil |
| 638 Mrd. USD | Auftragsbestand von Oracle zum 31. Mai 2026, ein Jahr zuvor 138 Milliarden |
| 519,5 Mrd. USD | Auftragsbestand von Alphabet zum 30. Juni 2026, davon 513,9 Milliarden bei Google Cloud |
| 496 Mrd. USD | offene Zusagen bei Amazon zum 30. Juni 2026, nur Verträge mit mehr als einem Jahr Ursprungslaufzeit |
| rund 30 % | Anteil des Microsoft-Bestands, der in den nächsten zwölf Monaten als Umsatz erwartet wird |
| 12 / 34 / 34 % | Oracles erwartete Umwandlung in Monat 1 bis 12, 13 bis 36 und 37 bis 60, Rest danach |
| gut 50 % | Anteil des Alphabet-Bestands, der binnen 24 Monaten als Umsatz erwartet wird |
| 2,3 Jahre | gewichtete durchschnittliche Dauer der Microsoft-Verträge im gewerblichen Bestand |
| 6,4 Jahre | gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der langfristigen Verträge bei Amazon |
| 75,7 Mrd. USD | bereits erhaltene, noch nicht verdiente Zahlungen bei Microsoft zum 30. Juni 2026 |
| 24,9 Mrd. USD | dieselbe Position bei Amazon zum 30. Juni 2026, aus 20,4 kurzfristig und 4,5 langfristig |
| 24,1 Mrd. USD | Umsatz von Microsoft aus Geschäften mit OpenAI im Geschäftsjahr 2026, inklusive Erlösbeteiligungen |
| 11,9 Mrd. USD | von Microsoft bis zum 30. Juni 2026 tatsächlich eingezahlte Mittel in OpenAI, zugesagt sind 13,0 |
| 6,0 Mrd. USD | offene Forderungen von Microsoft gegenüber OpenAI zum 30. Juni 2026 |
| rund 25 % | Anteil von Microsoft an OpenAI auf gewandelter Basis, bilanziert nach der Equity-Methode |
Was die Summe zu sagen scheint
Über den Ausbau der Rechenzentren läuft seit Monaten eine Zahl, die alles zu beantworten scheint. Die großen Cloud-Anbieter hätten zusammen rund zwei Billionen Dollar an Aufträgen in den Büchern, und damit sei die Nachfrage für Jahre gesichert. Die Zahl stimmt sogar, sie ist eher noch zu niedrig gegriffen. Rechnet man die vier Anbieter aus ihren eigenen Berichten zusammen, kommen 2,34 Billionen Dollar heraus.
Der Schluss daraus trägt trotzdem nicht. Eine Auftragssumme sagt für sich genommen nicht, wann daraus Umsatz wird, und genau das ist die Frage, an der eine Gewinn- und Verlustrechnung hängt. Ein Vertrag über zehn Jahre und ein Vertrag über zwei Jahre stehen in derselben Zeile, mit demselben Gewicht, obwohl der eine das laufende Geschäftsjahr fünfmal stärker trifft als der andere.
Der Vergleich, an dem das am schnellsten sichtbar wird, ist Microsoft gegen Oracle. Microsoft weist zum 30. Juni 2026 einen Bestand von 684 Milliarden Dollar aus, Oracle zum 31. Mai 638 Milliarden. Das sind sieben Prozent Unterschied, also praktisch dieselbe Größenordnung. Beide Firmen schreiben in denselben Berichten aber auch dazu, wie schnell sie damit rechnen. Microsoft erwartet rund 30 Prozent binnen zwölf Monaten, Oracle rund 12 Prozent. Aus fast gleichen Summen werden damit 205 gegen 77 Milliarden Dollar im ersten Jahr, also das 2,7-Fache.
Dieselbe Größenordnung, zwei verschiedene Zeiträume
Oracle beziffert den Verlauf so genau, wie es kaum ein zweites Unternehmen tut. Von den 638 Milliarden Dollar sollen rund 12 Prozent in den nächsten zwölf Monaten als Umsatz anfallen, 34 Prozent in den Monaten 13 bis 36, weitere 34 Prozent in den Monaten 37 bis 60 und der Rest danach. Das letzte Fünftel liegt also jenseits von fünf Jahren. Wer diese vier Stufen nebeneinander legt, sieht einen Bestand, dessen Schwerpunkt im dritten bis fünften Jahr liegt.
Microsoft rechnet anders herum. Der gewerbliche Teil des Bestands hat eine gewichtete durchschnittliche Dauer von rund 2,3 Jahren, und rund 30 Prozent sollen im ersten Jahr ankommen. Amazon nennt für seine langfristigen Verträge eine gewichtete Restlaufzeit von 6,4 Jahren, fast das Dreifache von Microsoft, und beziffert die erste Jahresscheibe gar nicht. Alphabet wiederum gibt nur an, dass gut die Hälfte des Bestands binnen 24 Monaten Umsatz werden soll.
Damit hat die Branche vier verschiedene Auskünfte über dieselbe Frage. Das ist kein Vorwurf, denn die Rechnungslegung schreibt hier kein einheitliches Raster vor, sie verlangt nur eine sachgerechte Angabe. Für den Leser folgt daraus trotzdem, dass die Summen zwar untereinander vergleichbar aussehen, die Umwandlungsgeschwindigkeit aber nicht ohne Weiteres. Wer zwei dieser Zahlen nebeneinander stellt, vergleicht zwei Töpfe mit unterschiedlich großem Abfluss.
Rechnet man Oracles vier Stufen einmal in Jahresbeträge um, wird der Unterschied greifbar. Im ersten Jahr sind es rund 77 Milliarden Dollar. Die 34 Prozent für die Monate 13 bis 36 verteilen sich auf zwei Jahre, das sind rund 217 Milliarden oder gut 108 Milliarden pro Jahr. Für die Monate 37 bis 60 gilt dasselbe noch einmal. Oracles Auftragsbuch liefert seinen stärksten Beitrag also nicht jetzt, sondern zwischen dem zweiten und dem fünften Jahr, und rund 128 Milliarden liegen sogar dahinter. Microsofts Buch startet mit 205 Milliarden, ist bei einer gewichteten Dauer von 2,3 Jahren aber weitgehend abgearbeitet, wenn Oracles Kurve ihren Höhepunkt erst erreicht. Dieselbe Kennzahl beschreibt damit zwei Geschäfte, die zeitlich kaum überlappen.

Was in einem Auftragsbestand steckt und was nicht
Die Kennzahl heißt in den Berichten offene Leistungsverpflichtung, international Remaining Performance Obligation (RPO). Alphabet nennt sie im eigenen Bericht schlicht Umsatz-Auftragsbestand und definiert sie in einem Satz, nämlich als Zusagen aus Kundenverträgen, die noch nicht als Umsatz erfasst worden sind. Das ist keine Marketinggröße, sondern eine Pflichtangabe aus dem Rechnungslegungsstandard für Umsatzerlöse, geprüft wie der Rest des Abschlusses.
Genau deshalb lohnt der Blick darauf, was die Zahl ausschließt. Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von höchstens einem Jahr dürfen weggelassen werden, und die meisten Firmen nutzen diese Erleichterung. Amazon schreibt es ausdrücklich hin und bezieht seine 496 Milliarden nur auf Verträge über einem Jahr. Der Bestand ist also nicht das gesamte Auftragsbuch, sondern der langfristige Teil davon. Wer ihn für die vollständige Nachfrage hält, unterschätzt das kurzfristige Geschäft und überschätzt zugleich die Bindung.
Umgekehrt ist die Zahl auch keine Garantie. Sie beruht auf Schätzungen über variable Bestandteile, über die tatsächliche Nutzung und über Vertragsverlängerungen. Amazon formuliert das offen und schreibt, Höhe und Zeitpunkt der Umsatzerfassung würden von der Kundennutzung und der eigenen Leistung getrieben und könnten über die ursprüngliche Vertragsdauer hinausreichen. Eine Zusage über zehn Jahre ist damit eine belastbare Absichtserklärung mit Vertragscharakter, aber kein Zahlungseingang.
Wie schnell diese Zahlen gewachsen sind
Der Bestand ist nicht nur groß, er ist vor allem neu. Oracle wies zum 31. Mai 2025 noch 138 Milliarden Dollar aus und ein Jahr später 638 Milliarden. Das ist mehr als das Viereinhalbfache in zwölf Monaten, und die Firma benennt den Grund selbst, nämlich einzelne große Cloud-Verträge, die in diesem Zeitraum geschlossen wurden. Bei Alphabet lief dieselbe Bewegung von 108,2 Milliarden zum 30. Juni 2025 auf 519,5 Milliarden ein Jahr später.
Microsoft ist der ruhigere Fall und wuchs von 375 auf 684 Milliarden, also um gut 80 Prozent. Auffällig ist dort der Sprung im Quartal bis Ende Dezember 2025, als der Bestand von 398 auf 631 Milliarden ging. In einem einzigen Quartal kam damit mehr hinzu als der gesamte Bestand von Alphabet zu dem Zeitpunkt.
Diese Geschwindigkeit ist der Grund, warum die Dauer plötzlich zählt. Solange ein Auftragsbestand über Jahre stetig wächst und die Verträge ähnlich lang sind, verhält er sich wie ein Vorlaufindikator für den Umsatz. Sobald er sich in wenigen Quartalen vervielfacht und die neuen Verträge deutlich länger laufen als die alten, entkoppeln sich die beiden Größen. Der Bestand steigt dann schneller als der Umsatz, ohne dass etwas schiefgeht, einfach weil mehr davon weiter in der Zukunft liegt.
Bezahltes Geld und zugesagtes Geld
In derselben Bilanz steht eine zweite Zahl, die den Unterschied greifbar macht. Sie heißt erhaltene Anzahlung oder abgegrenzter Umsatz und erfasst Geld, das der Kunde schon überwiesen hat, für das die Leistung aber noch aussteht. Bei Microsoft sind das zum 30. Juni 2026 rund 75,7 Milliarden Dollar. Diese Summe steckt bereits im Auftragsbestand von 684 Milliarden drin, denn Microsoft rechnet sie ausdrücklich hinein. Bezahlt ist damit gut ein Neuntel.
Bei Amazon liegen die beiden Größen getrennt nebeneinander. Die erhaltenen Anzahlungen summieren sich zum 30. Juni 2026 auf rund 24,9 Milliarden Dollar, aufgeteilt in 20,4 kurzfristig und 4,5 langfristig. Die offenen Zusagen von 496 Milliarden kommen laut Bericht zusätzlich dazu. Auf einen Dollar, den ein Kunde schon überwiesen hat, kommen dort also rund zwanzig Dollar, die nur zugesagt sind.
Das ist kein Vorwurf und kein Zeichen von Schwäche. Bei Mietmodellen für Rechenleistung ist es der Normalfall, dass nachschüssig nach Nutzung abgerechnet wird, und ein Kunde, der ein Jahr im Voraus zahlt, wäre die Ausnahme. Der Punkt ist ein anderer. Wer eine Auftragssumme im Kopf wie einen Kontostand behandelt, verwechselt zwei Positionen, die im selben Bericht bewusst getrennt geführt werden, weil sie verschieden sicher sind.
Praktisch heißt das, dass die beiden Positionen verschieden empfindlich sind. Eine erhaltene Anzahlung ist bereits geflossen und wird auch dann zu Umsatz, wenn der Kunde morgen in Schwierigkeiten gerät, denn das Geld liegt schon beim Anbieter. Eine offene Zusage über acht oder zehn Jahre hängt dagegen an der Zahlungsfähigkeit des Kunden über diesen gesamten Zeitraum. Bei einem Verhältnis von rund eins zu zwanzig ist das kein Randdetail. Wer wissen will, wie belastbar ein Auftragsbestand ist, schaut deshalb nicht nur auf seine Höhe und seine Dauer, sondern auch darauf, wer am anderen Ende des Vertrags steht.
Wer am Ende zahlen soll
Ein Anspruch ist so viel wert wie die Zahlungsfähigkeit dessen, der ihn erfüllen soll. Bei den größten dieser Verträge lässt sich das ungewöhnlich genau nachlesen, weil die Vertragspartner untereinander verflochten sind und die Rechnungslegung dann eine Offenlegung verlangt. Microsoft hält rund 25 Prozent an OpenAI auf gewandelter Basis und behandelt das Unternehmen deshalb als nahestehende Person im Sinne des Standards für solche Beziehungen.
Aus dieser Pflicht heraus stehen drei Zahlen in einem einzigen Absatz des Jahresberichts. Microsoft hat im Geschäftsjahr 2026 aus Geschäften mit OpenAI 24,1 Milliarden Dollar Umsatz verbucht, inklusive Erlösbeteiligungen. Zum 30. Juni 2026 standen 6,0 Milliarden Dollar als offene Forderung gegen dasselbe Unternehmen aus. Und Microsoft hat bis dahin 11,9 Milliarden Dollar in OpenAI eingezahlt, von 13,0 Milliarden zugesagter Mittel.
Amazon beschreibt für seine Seite ähnliche Größenordnungen. Die bestehende Vereinbarung mit OpenAI über 38 Milliarden Dollar wurde um 100 Milliarden über acht Jahre erweitert, die Zusammenarbeit mit Anthropic um mehr als 100 Milliarden über zehn Jahre, jeweils samt vertraglicher Pflichten zur Leistung der eigenen Chips. Ein erheblicher Teil der 2,34 Billionen hängt damit an wenigen Kunden, die selbst noch am Anfang ihrer Ertragsgeschichte stehen. Wie eine solche Verflechtung wirkt, wenn der Verkäufer zusätzlich für die Finanzierung des Käufers einsteht, steht in der Analyse zur Bürgschaft über 250 Milliarden Dollar.
Warum diese Zahlen überhaupt öffentlich sind
Bemerkenswert an diesem Fall ist, wie wenig davon verborgen liegt. Der Auftragsbestand ist eine Pflichtangabe, die Aufteilung nach Zeitfenstern ebenfalls, und die Beziehung zwischen Microsoft und OpenAI wird genau deshalb beziffert, weil eine Beteiligung dieser Größe eine Offenlegung auslöst. Die drei Zahlen zu OpenAI hat Microsoft selbst aufgeschrieben, in einem Bericht, der von einem Abschlussprüfer testiert ist.
Der Zweck dieser Vorschriften ist genau der Fall, der hier vorliegt. Eine Umsatzzahl allein sagt nicht, ob sie aus einem breiten Kundenstamm kommt oder aus einer Handvoll Verträge mit verbundenen Parteien. Deshalb verlangt die Rechnungslegung die Aufgliederung nach Zeit und die Nennung nahestehender Beziehungen. Wer die Zahlen nebeneinander legt, tut also nichts Detektivisches, sondern genau das, wofür die Angaben gedacht sind.
Für die Einordnung hat das zwei Folgen. Erstens ist Skepsis gegenüber der Zahl selbst unangebracht, sie ist geprüft und definiert. Zweitens verschiebt sich die eigentliche Frage weg von der Verlässlichkeit der Angabe hin zur Lesart. Nicht ob die 684 Milliarden stimmen ist strittig, sondern was ein Leser daraus über das nächste Geschäftsjahr ableiten darf.
Der faire Gegenpunkt
Gegen die hier vorgetragene Vorsicht spricht ein ernstzunehmendes Argument. Ein langer Auftragsbestand ist für ein Unternehmen wertvoller als ein kurzer, nicht weniger wert. Wer Verträge über sechs Jahre schließt, hat seine Kapazität länger ausgelastet, kann Investitionen in Rechenzentren besser planen und muss dieselben Kunden nicht jedes Jahr neu gewinnen. Genau dafür schätzen viele Anleger diese Kennzahl, und sie haben damit recht.
Zweitens ist die niedrige erste Jahresscheibe bei Oracle kein Mangel, sondern eine Folge davon, dass die Verträge frisch sind. Ein Vertrag, der gestern über fünf Jahre geschlossen wurde, liefert im ersten Jahr naturgemäß ein Fünftel. Dass Oracle bei 12 Prozent liegt und Microsoft bei 30, spiegelt also auch schlicht den Reifegrad der beiden Bücher. In drei Jahren kann sich das Bild umkehren.
Und drittens ist der Vergleich zwischen den vier Firmen genau deshalb schwierig, weil sie unterschiedliche Zuschnitte melden. Microsofts Zahl umfasst den gesamten Konzern inklusive Softwarelizenzen, Alphabets Bestand ist zu 99 Prozent Cloud, Amazons Angabe klammert kurze Verträge aus. Wer daraus eine Rangliste baut, überdehnt die Daten. Die belastbare Aussage ist enger, nämlich dass die Summe allein die Frage nach dem laufenden Jahr nicht beantwortet.
Der stärkste Einwand kommt allerdings aus der Rechnungslegung selbst. In den Auftragsbestand darf nur einfließen, was aus einem durchsetzbaren Vertrag stammt. Kann eine Seite jederzeit und ohne spürbare Folgen kündigen, gilt der Vertrag über diesen Punkt hinaus nicht als bestehend, und der betreffende Teil fällt aus der Zahl heraus. Eine Zusage über 496 Milliarden Dollar ist damit deutlich mehr als eine Absichtserklärung, sie ist der Teil des Auftragsbuchs, der einer rechtlichen Prüfung standgehalten hat. Wer den Auftragsbestand nur als Versprechen abtut, unterschätzt ihn genauso, wie ihn überschätzt, wer ihn für Umsatz hält. Die Zahl ist belastbar, sie beantwortet nur eine andere Frage als die nach dem laufenden Jahr.
Was das für Anleger heißt
Für ein breit gestreutes Indexdepot sind diese vier Firmen keine Randnotiz, sondern gehören zu den schwersten Positionen. Wie stark die Gewichtung inzwischen an einem einzigen Thema hängt, steht in der Analyse zur KI-Konzentration im Welt-ETF. Wer verstehen will, was die kommenden Quartalsberichte dieser Firmen bedeuten, kommt an der Unterscheidung zwischen Bestand und Jahresscheibe nicht vorbei.
Praktisch heißt das dreierlei. Wenn eine Auftragssumme genannt wird, ist die erste Frage nicht wie hoch, sondern über welchen Zeitraum. Wenn eine Firma die Aufteilung nach Zeitfenstern nennt, ist das die informativere Angabe als die Summe, und sie steht in den Quartals- und Jahresberichten. Und wenn zwei Firmen nebeneinander gestellt werden, lohnt der Blick darauf, ob sie dasselbe zusammenfassen, denn das ist hier nicht der Fall.
Was daraus für eine Anlageentscheidung folgt, entscheidet jeder für sich. Ein wachsender Auftragsbestand kann eine belastbare Auslastung anzeigen und ebenso eine Verlagerung von Erträgen in spätere Jahre, und beide Lesarten sind mit denselben Zahlen vereinbar. Die Aufgabe dieser Einordnung ist, die Größe richtig zu benennen, nicht sie zu bewerten. Die nächste Gelegenheit, das nachzuprüfen, liefert der jeweils nächste Quartalsbericht, denn dieselbe Zeile steht dort wieder.
Quellen
- Microsoft Corporation, Form 10-K für das Geschäftsjahr zum 30. Juni 2026
- Oracle Corporation, Form 10-K für das Geschäftsjahr zum 31. Mai 2026
- Alphabet Inc., Form 10-Q für das Quartal zum 30. Juni 2026
- Amazon.com, Inc., Form 10-Q für das Quartal zum 30. Juni 2026
- XBRL-Unternehmensdaten, Kennzahl offene Leistungsverpflichtungen im Zeitverlauf
Stand der Daten. Alle Zahlen dieser Analyse stammen aus den Jahres- und Quartalsberichten der genannten Unternehmen bei der US-Börsenaufsicht, mit den Stichtagen 31. Mai 2026 (Oracle) und 30. Juni 2026 (Microsoft, Alphabet, Amazon). Stand der Auswertung ist der 19. August 2026. Die Angaben zur erwarteten Umwandlung in Umsatz sind Schätzungen der Unternehmen selbst und keine Zusagen. Sie können sich mit späteren Berichten verschieben.
Rechnerische Werte. Die Beträge von 205 und 77 Milliarden Dollar sind nicht direkt veröffentlicht, sondern aus den von Microsoft und Oracle genannten Prozentsätzen (rund 30 und rund 12 Prozent) auf den jeweiligen Auftragsbestand berechnet. Die Summe von 2,34 Billionen Dollar ist die Addition der vier Einzelwerte zu unterschiedlichen Stichtagen.
Hinweis zur Erstellung. Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung eines KI-Systems recherchiert und verfasst. Sämtliche Zahlen wurden gegen die Originaldokumente geprüft, die redaktionelle Verantwortung liegt beim Autor.
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