WirtschaftswochePortora Redaktion

Die Wirtschaftswoche in Zahlen, KW 26

Aus den USA kam die Inflation höher herein als erhofft, und in Deutschland ziehen Immobilienpreise und Staatsausgaben an. Die Daten der vergangenen Woche geben keine fertige Antwort, aber sie erklären, warum die Frage nach der Inflation plötzlich wieder gestellt wird, und warum das für deutsche Sparer und Kreditnehmer wichtiger ist, als es zunächst klingt.

Vorläufige DatenAllgemeinGeldpolitik

Das Wichtigste in Kürze

  • Die große Frage der Woche kam aus den USA. Die Inflation liegt dort mit 4,1 Prozent wieder spürbar über dem Notenbankziel, und eine starke Wirtschaft nimmt der US-Notenbank den Druck, schnell zu senken.
  • Für ein deutsches Depot oder einen Baukredit zählt das mehr als die Schlagzeilen aus Berlin. Hohe US-Zinsen am langen Ende ziehen die deutschen mit, und der Welt-ETF ist zu rund zwei Dritteln amerikanisch.
  • Auch im Inland zieht der Preisdruck an, von der Vermögensseite. Wohnimmobilien werden das vierte Quartal in Folge teurer, und der Staat investiert so viel wie seit 25 Jahren nicht.
  • Ein Monat ist kein Trend. Aber die Häufung verschiebt die Erwartung, dass die Zinsen bald deutlich fallen, und Erwartungen bewegen Kurse und Kredite schon heute.

Die Woche in Zahlen

4,1 %
US-Inflation (PCE), Mai 2026
Kernrate 3,4 %
+2,1 %
US-Wirtschaft, Q1 2026
real, annualisiert
+1,4 %
Wohnimmobilienpreise DE, Q1 2026
+0,3 % zum Vorquartal
+12,3 %
Staatsinvestitionen 2025
147,5 Mrd Euro

Kommt die Inflation zurück

Eine Direktorin der Europäischen Zentralbank hat ihre Rede am Wochenende mit einer Frage betitelt, die vor einem Jahr noch erledigt schien. Kommt die Inflation zurück. Den Anlass lieferten vor allem Zahlen aus den USA. Der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank, lag im Mai 4,1 Prozent über dem Vorjahr, die Kernrate ohne Energie und Nahrung bei 3,4 Prozent (Bureau of Economic Analysis, 25. Juni). Beides liegt deutlich über dem Ziel von 2 Prozent, und beides hat sich zuletzt eher nach oben als nach unten bewegt.

Dazu kommt eine Wirtschaft, die nicht schwächelt. Das US-Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal real mit 2,1 Prozent aufs Jahr gerechnet, das ist die dritte und belastbarste Schätzung (Bureau of Economic Analysis, 25. Juni). Eine Notenbank senkt die Zinsen, wenn die Konjunktur stockt oder die Teuerung nachlässt. Gerade passiert keins von beidem überzeugend. Damit schrumpft der Spielraum für die schnellen Zinssenkungen, die sich der Markt zwischenzeitlich ausgemalt hatte.

Für einen deutschen Sparer klingt das nach fernem Ausland, ist es aber nicht. Die langen US-Zinsen sind der Taktgeber für die langen Zinsen weltweit, und an denen hängt der deutsche Bauzins, nicht am Leitzins der EZB. Bleibt die US-Inflation hartnäckig, fällt das lange Ende langsamer, und eine Anschlussfinanzierung oder ein neuer Immobilienkredit bleibt teurer als noch vor zwei Jahren gedacht. Wer breit in einen Welt-ETF investiert, hält ohnehin zu rund zwei Dritteln amerikanische Werte und damit ein Stück dieser Inflations- und Zinsgeschichte direkt im Depot.

Der Preisdruck kommt auch von zu Hause

Während in den USA die Verbraucherpreise kleben, zieht in Deutschland die Vermögensseite an. Die Preise für Wohnimmobilien stiegen im ersten Quartal um 1,4 Prozent zum Vorjahr und um 0,3 Prozent zum Vorquartal (Statistisches Bundesamt, 25. Juni). Nach dem scharfen Einbruch 2023 ist das nun das vierte Quartal mit steigenden Preisen, eine ruhige Erholung, kein Sprung. Für Mieter, die auf einen günstigen Einstieg gewartet haben, ist das die unbequeme Mischung. Die Preise ziehen wieder an, und die Finanzierung ist über den eben beschriebenen Zinskanal teuer geblieben.

Hinzu kommt ein Nachfrageschub vom Staat. Die staatlichen Bruttoinvestitionen sind 2025 um 12,3 Prozent auf 147,5 Milliarden Euro gestiegen, der stärkste Zuwachs seit dem Jahr 2000 (Statistisches Bundesamt, 29. Juni). Getrieben hat ihn vor allem die Ausrüstung, wozu auch Rüstungsgüter zählen. Ob Verteidigung oder Infrastruktur, zusätzliche staatliche Nachfrage trifft auf eine Wirtschaft, die mit der Teuerung ohnehin ringt. Das ist kein Inflationstreiber von der Wucht der US-Zahlen, aber es zieht in dieselbe Richtung.

Was die Woche zusammenhält

Drei verschiedene Quellen, ein gemeinsamer Nenner. Aus Washington der direkte Inflationswert, aus dem deutschen Immobilienmarkt die Vermögenspreise, aus dem Bundeshaushalt die zusätzliche Nachfrage. Zusammen erklären sie, warum die Annahme gerade wackelt, die Teuerung sei erledigt und die Zinsen fielen bald deutlich. Für die meisten Haushalte läuft das auf zwei Größen zusammen, den langen Zins und den Welt-ETF. An beiden hängt mehr vom Geschehen in den USA ab als von der nächsten Meldung aus Berlin.

Bei aller Häufung gilt der nüchterne Satz weiter. Ein Monat ist kein Trend, und aus einer einzelnen Datenwoche folgt für ein langfristiges Depot in aller Regel nichts. Bemerkenswert ist nicht der einzelne Wert, sondern dass die Erwartung kippt, und Erwartungen bewegen Kurse und Kredite schon heute, bevor irgendeine Notenbank handelt. Die nächste Bestätigung oder Entwarnung liefert der kommende US-Inflationswert. Bis dahin ist das eher eine Sache des Beobachtens als des Handelns.

Quellen

Zur Entstehung dieses Artikels

Dieser Beitrag wurde auf Basis der verlinkten Primärquellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Verwendete Quellen sind oben im Text und im Quellenblock vollständig nachvollziehbar.

Dieser Beitrag ist eine sachliche Einordnung wirtschaftspolitischer Entwicklungen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechtsberatung dar. Für konkrete Entscheidungen in deiner persönlichen Situation wende dich an eine fachlich zuständige Person.

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