Markt & Investieren
Der VIX steht so tief wie zuletzt im Dezember, und was er misst, ist der Preis einer Absicherung
Stand 17. August 2026. Der Cboe Volatility Index, kurz VIX, schloss am 14. August bei 14,25 Punkten und damit so tief wie an keinem anderen der 160 Handelstage dieses Jahres. Tiefer stand er zuletzt kurz vor Weihnachten 2025. Gelesen wird ein solcher Stand als Entwarnung, weil der Index den Spitznamen Angstbarometer trägt. Sein Eigner definiert ihn anders. Er misst, welche Schwankungsbreite die Optionen auf den S&P 500 für die kommenden 30 Tage einpreisen. Das ist der Preis einer Absicherung, und ein tiefer Stand heißt, dass diese Absicherung gerade billig ist.
Die Zerlegung in Zahlen
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
Alle relevanten Zahlen des Themas gebündelt, für den schnellen Überblick. Die Details stehen im Text darunter. Alle Indexstände stammen aus den Tagesreihen von Cboe Global Indices.
| Zahl | Bedeutung |
|---|---|
| 14,25 | Schlusskurs des VIX am 14. August 2026, tiefster Schlusskurs der 160 Handelstage des Jahres |
| 14,49 | zweittiefster Schlusskurs des Jahres, 9. Januar 2026 |
| 13,47 | tiefster Schlusskurs der zurückliegenden zwölf Monate, 24. Dezember 2025 |
| 5 | Handelstage in den zurückliegenden zwölf Monaten mit einem Schlusskurs unter 14,25, alle zwischen dem 22. und dem 29. Dezember 2025 |
| 31,05 | höchster Schlusskurs des Jahres, 27. März 2026 |
| 18,78 | Mittelwert aller VIX-Schlusskurse des Jahres 2026 |
| 14,97 | Stand am 17. August 2026 um 15:04 Uhr, plus 5,05 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss |
| 14,08 | Schlusskurs am 22. Dezember 2025, jüngstes echtes Zwölf-Monats-Tief der Reihe |
| 29,49 | Schlusskurs am 6. März 2026, rund elf Wochen nach jenem Tief, also Faktor 2,09 |
| rund 4,1 % | erwartete Bewegung des S&P 500 über 30 Tage bei einem Stand von 14,25 |
| rund 8,9 % | dieselbe Rechnung bei einem Stand von 31,05 |
| 18,87 | Cboe VIX 3-Month Index am 17. August 2026, also dieselbe Messung über drei Monate statt über 30 Tage |
| 30 Tage | Zielhorizont des Index laut Methodik, dort als Constant Maturity geführt |
| 1993 und 2003 | Einführung auf Optionen des S&P 100, Umstellung auf den Optionsstreifen des S&P 500 |
| 44 | Zahl der Jahrestiefs seit 1990 nach der im Text genannten Definition |
| 82,69 | höchster Schlusskurs der Indexgeschichte, 16. März 2020 |
Was der tiefe Stand zu sagen scheint
Der Schluss, der aus einem tiefen Stand gezogen wird, läuft in drei Schritten und keiner davon wird ausgesprochen. Das Angstbarometer steht tief, also ist die Angst klein. Ist die Angst klein, ist die Lage ruhig. Ist die Lage ruhig, kann man investiert bleiben oder nachlegen. Der Spitzname trägt diese ganze Kette, und er stammt nicht aus der Berechnungsvorschrift, sondern aus dem Sprachgebrauch.
Das lässt sich belegen, und zwar an einer überraschenden Stelle. Das Methodik-Dokument von Cboe erwähnt den Spitznamen selbst, aber ausdrücklich als Fremdzuschreibung. Dort steht, der Index werde in Wirtschaftszeitungen und Fernsehsendungen oft als fear gauge bezeichnet. Zwei Absätze weiter, unter der Überschrift Index Objective, steht die eigene Definition, und die lautet vollkommen anders. Der Index sei darauf ausgelegt, die Markterwartung der auf 30 Tage vorausschauenden Schwankungsbreite des amerikanischen Aktienmarkts zu messen, wie sie sich in den Preisen der Optionen auf den S&P 500 ausdrückt.
Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der ganze Artikel. Die eine Formulierung beschreibt einen Gefühlszustand, die andere einen Preis. Wer die erste liest und die zweite meint, zieht aus einer Zahl eine Auskunft, die sie nicht enthält.
Was der Index tatsächlich misst
Die Berechnung nimmt nicht eine einzelne Option, sondern einen ganzen Streifen davon. Cboe sammelt die Preise der Puts und Calls auf den S&P 500 über eine breite Spanne von Ausübungspreisen, gewichtet sie und rechnet daraus eine Varianz für zwei Verfallstermine, einen näheren und einen ferneren. Aus diesen beiden wird auf einen festen Horizont von genau 30 Tagen interpoliert. Dieser feste Horizont heißt in der Methodik Constant Maturity und ist der Grund, warum der Wert von gestern und der von heute überhaupt vergleichbar sind.
Am Ende wird das Ergebnis auf ein Jahr hochgerechnet. Genau dieser letzte Schritt macht die Zahl im Alltag so leicht misszuverstehen, denn 14,25 sieht nach 14,25 Prozent für den nächsten Monat aus und ist es nicht. Die Umrechnung läuft über die Wurzel des Zeitanteils. 14,25 Prozent auf ein Jahr sind über 30 Tage rund 4,1 Prozent. Das ist die Bewegung, die der Optionsmarkt für den kommenden Monat als typisch einpreist, gemessen als eine Standardabweichung. In etwa zwei von drei Monaten sollte der Index also innerhalb von rund vier Prozent nach oben oder unten bleiben, wenn die Einpreisung zutrifft und die Renditen sich glockenförmig verteilen. Letzteres gilt nur näherungsweise, denn große Ausschläge kommen an der Börse häufiger vor, als eine Glockenkurve erwarten lässt. Die Zwei-von-drei-Regel ist deshalb eine Faustzahl und keine Rechnung.
Der Jahreshöchststand vom 27. März wird in derselben Rechnung greifbar. 31,05 Punkte sind rund 8,9 Prozent erwartete Bewegung über 30 Tage, also gut das Doppelte. Der Chart zeigt beide Skalen nebeneinander, links den Indexstand und rechts das, was er über den kommenden Monat aussagt.

Eine Zahl, die keine Richtung kennt
In die Rechnung gehen Puts und Calls ein, also Optionen auf fallende und auf steigende Kurse. Das Ergebnis ist deshalb symmetrisch. Es sagt, wie weit sich der Markt voraussichtlich bewegt, und schweigt vollständig darüber, wohin. Ein Markt, der schnell steigt, kann den Wert genauso heben wie einer, der fällt, denn beides ist Bewegung.
Dass Kursrückgänge und steigende Werte des Index in der Praxis zusammenfallen, ist eine empirische Beobachtung und keine Eigenschaft der Formel. Cboe schreibt selbst, die negative Korrelation zwischen Schwankungsbreite und Aktienmarktrendite sei gut dokumentiert. Gut dokumentiert heißt beobachtet, nicht eingebaut. Der Zusammenhang entsteht daraus, dass Anleger in fallenden Märkten stärker nach Absicherung greifen und die Preise der Puts damit anziehen.
Für die Lesart im Alltag folgt daraus eine Einschränkung, die selten mitgedacht wird. Ein tiefer Stand ist keine Aussage über die Richtung der nächsten Bewegung, sondern über deren erwartete Weite. Er schließt einen kräftigen Anstieg des Aktienmarkts genauso wenig aus wie einen kräftigen Rückgang.
Wie aus einem Fühler von 1993 ein Optionspreis wurde
Der Index ist nicht als das gebaut worden, was er heute ist. Cboe führte ihn 1993 ein, und damals maß er die erwartete Schwankungsbreite aus den Preisen der am Geld liegenden Optionen auf den S&P 100, einen schmaleren Index. Zehn Jahre später, 2003, stellte Cboe die Berechnung gemeinsam mit Goldman Sachs um. Seither liegt der S&P 500 zugrunde, und statt einzelner Optionen am Geld geht der ganze Streifen über die Ausübungspreise ein.
Der Zweck dieser Umstellung ist der Teil, der die Deutung entscheidet, und er steht ausdrücklich in der Methodik. Das neue Verfahren liefert eine Bauanleitung dafür, wie sich eine Position auf die Schwankungsbreite mit einem Portfolio aus Optionen nachbilden lässt. Cboe schreibt, die Umstellung habe den Index von einem abstrakten Konzept in einen praktischen Standard zum Handeln und Absichern von Volatilität verwandelt. 2004 kam der Terminkontrakt darauf, 2006 die Option.
Damit ist die Frage beantwortet, was für ein Ding diese Zahl eigentlich ist. Sie wurde umgebaut, damit man sie handeln und gegen sie absichern kann, nicht damit sie Stimmungen besser abbildet. Ein Stand von 14,25 ist deshalb in erster Linie eine Preisangabe. Er sagt, was der Markt gerade dafür verlangt, sich gegen Bewegung zu versichern.
Was auf Tiefstände bisher folgte
Vorher gehört eine Genauigkeit geklärt, die in der Alltagsrede regelmäßig verrutscht. Der Schlusskurs vom 14. August ist der tiefste des Kalenderjahres 2026, und er ist nicht der tiefste der zurückliegenden zwölf Monate. Fünf Handelstage zwischen dem 22. und dem 29. Dezember 2025 lagen darunter, der tiefste davon bei 13,47 am 24. Dezember. Der Unterschied klingt nach Erbsenzählerei und ist keine, denn er entscheidet, ob die folgende Auswertung überhaupt auf die heutige Lage passt.
Cboe stellt die Tagesschlusskurse seit 1990 offen zum Herunterladen bereit, damit lässt sich die Frage nachrechnen statt behaupten. Für diese Auswertung gilt als Tiefstand ein Schlusskurs, der zugleich das Minimum der vorangegangenen 250 Handelstage ist, also der tiefste Stand seit rund einem Jahr. Betrachtet wurde danach der höchste Schlusskurs der folgenden 60 Handelstage, also der nächsten rund drei Monate. Aufeinanderfolgende Tiefstände innerhalb desselben Fensters zählen nur einmal.
Seit 1990 gibt es 44 solcher Fälle. Der mittlere Anstieg bis zum Höchststand der folgenden drei Monate liegt beim Faktor 1,42. In 16 der 44 Fälle, also 36 Prozent, stand der Index mindestens 50 Prozent höher. In 6 Fällen, also 14 Prozent, mindestens doppelt so hoch. Der stärkste Ausschlag war der Faktor 3,22 nach dem Tief vom 17. Mai 2024, als aus 11,99 bis zum 5. August 38,57 wurden.
Der jüngste dieser 44 Fälle liegt keine acht Monate zurück und ist deshalb der aussagekräftigste. Am 22. Dezember 2025 schloss der Index bei 14,08, also praktisch auf dem Stand von heute. Bis zum 6. März 2026 stand er bei 29,49, das ist der Faktor 2,09. Wer die Mechanik nicht an dreißig Jahre alten Fällen prüfen will, kann sie an diesem einen prüfen, und der liegt in der eigenen Erinnerung.
Der schnellste Fall liegt weiter zurück und ist bis heute der Lehrbuchfall. Am 3. Januar 2018 schloss der Index bei 9,15 und damit nahe seinem historisch tiefsten Stand überhaupt. Am 5. Februar, 23 Handelstage später, schloss er bei 37,32, am Tag darauf lag er zwischenzeitlich bei 50,30. Der Faktor zwischen Anfang Januar und dem 5. Februar beträgt 4,08. Wer aus dem Januarwert auf ruhige Monate geschlossen hatte, lag nicht knapp daneben, sondern um das Vierfache.
Der Optionsmarkt selbst erwartet keine anhaltende Ruhe
Es braucht für diesen Punkt keine Geschichte und keine Statistik, denn die Antwort steht am selben Tag auf derselben Kurstafel. Cboe berechnet den Index nicht nur auf 30 Tage, sondern nach demselben Verfahren auch auf drei Monate. Am 17. August 2026 stand die Fassung über 30 Tage bei 14,97 und die über drei Monate bei 18,87. Dieselbe Börse, dieselbe Methode, dasselbe Basisinstrument, nur ein längeres Fenster, und ein rund ein Viertel höherer Wert.
Diese ansteigende Struktur ist der Normalzustand in ruhigen Phasen und dreht sich in Krisen um. Sie sagt hier trotzdem etwas Konkretes. Der Optionsmarkt preist für die kommenden drei Monate spürbar mehr Bewegung ein als für die kommenden 30 Tage. Ein tiefer Stand auf dem kurzen Horizont ist also nicht einmal innerhalb der Kurstafel eine Aussage über Ruhe auf Sicht eines Quartals.
Dazu kommt eine Beobachtung aus dem laufenden Tag. Der Schlusskurs von 14,25 stammt vom Freitag. Am Montagnachmittag stand der Index bereits bei 14,97 und damit gut 5 Prozent höher. Der Tiefststand, der die Entwarnung tragen soll, war zum Zeitpunkt dieser Einordnung schon nicht mehr der aktuelle Wert.
Warum das ein Depot in Deutschland betrifft
Der Index misst den amerikanischen Aktienmarkt, und trotzdem läuft der Kanal direkt in ein deutsches Depot. Am 17. August 2026, also am selben Tag, an dem der tiefe Stand als Entwarnung gelesen wurde, hat die Europäische Zentralbank einen Blogbeitrag von fünf ihrer Fachleute veröffentlicht, der die Bewertungen am amerikanischen Aktienmarkt untersucht. Darin steht, das zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE) liege dort nahe seinem historischen Höchststand, im Euroraum seien die Bewertungen ebenfalls gestiegen, wenn auch weniger stark.
Für den Euroraum benennt der Beitrag zwei Übertragungswege. Der erste sind rund 440 Milliarden Euro, mit denen Haushalte im Euroraum über Fonds und börsengehandelte Indexfonds in amerikanischen Technologiewerten stecken, dazu die Bestände von Versicherern und Pensionseinrichtungen. Der zweite ist der historisch enge Gleichlauf zwischen amerikanischen und europäischen Aktienmärkten. Die Verfasser halten fest, ein amerikanischer Rückschlag im Umfeld künstlicher Intelligenz bliebe kein amerikanisches Problem.
Damit stehen an einem einzigen Tag zwei Dinge nebeneinander, die sich nur scheinbar widersprechen. Eine Notenbank hält einen Rückschlag für wahrscheinlich, und der Optionsmarkt verlangt für die Absicherung gegen Bewegung so wenig wie an keinem anderen Tag des Jahres. Beides kann zugleich zutreffen, weil die beiden Aussagen nicht dieselbe Frage beantworten. Die eine betrifft Bewertungen über Jahre, die andere den Preis für die kommenden 30 Tage.
Der faire Gegenpunkt
Die Statistik oben ist schwächer, als sie beim ersten Lesen wirkt, und das gehört dazu. Eine Reihe, die auf ihrem Jahrestief steht, liegt danach fast zwangsläufig irgendwann höher, denn tiefer geht es innerhalb des Betrachtungsfensters definitionsgemäß kaum. Der mittlere Faktor von 1,42 ist deshalb kein Alarmsignal, sondern zu einem guten Teil Mechanik. Aussagekräftig ist an der Verteilung allein der lange rechte Rand, also die 6 von 44 Fällen mit einer Verdopplung. Der tiefe Stand selbst verrät nicht, in welchem dieser Fälle man sich gerade befindet.
Zur Datengrundlage gehört eine zweite Einschränkung, und sie steht in den Unterlagen von Cboe selbst. Die Reihe beginnt im Januar 1990, die heutige Berechnungsvorschrift gilt aber erst seit 2003. Cboe hält dazu fest, dass Indexwerte für Zeiträume vor dem Start rückgerechnet werden, indem die Methodik nachträglich auf historische Daten angewendet wird, und dass es sich dabei nicht um tatsächlich veröffentlichte Werte handelt. 13 der 44 Fälle liegen in dieser rückgerechneten Zeit. Trennt man beide Abschnitte, ändert sich das Bild allerdings nicht. In den 31 Fällen seit 2003 liegt der mittlere Faktor bei 1,42 statt bei 1,42 für die gesamte Reihe, der Anteil der Verdopplungen liegt mit 16 Prozent sogar etwas höher als über alles gerechnet. Die Aussage hängt also nicht an den rückgerechneten Jahren.
Zweitens ist der Index auf seinem eigenen Horizont ein brauchbares Maß. Über 30 Tage bildet er die tatsächlich folgende Schwankungsbreite ordentlich ab, und ruhige Phasen dauern häufig monatelang an. Die Kritik richtet sich gegen eine Überdehnung der Aussage, nicht gegen das Instrument. Wer den Wert als das liest, was er ist, bekommt eine nützliche Information.
Drittens, und das wiegt am schwersten gegen eine allzu einfache Umkehrung, liegt der eingepreiste Wert im langjährigen Mittel über der Schwankungsbreite, die anschließend tatsächlich eintritt. In diesem Abstand steckt eine Prämie, die Verkäufer von Absicherung dafür verlangen, das Risiko zu tragen. Der Index überzeichnet die kommende Bewegung also eher, als dass er sie unterschätzt. Aus einem tiefen Stand folgt deshalb gerade keine Regel, dass es nun gefährlich sei.
Und ein Befund, der beim Schreiben verworfen wurde, weil die Zahlen ihn nicht tragen. Naheliegend wäre gewesen, den tiefen Stand gegen den Schiefe-Index von Cboe zu stellen, der die relative Teuerung weit aus dem Geld liegender Verkaufsoptionen erfasst. Er schloss am 14. August bei 138,36. Gegen die gesamte Reihe seit 1990 liegen damit 87,5 Prozent aller Beobachtungen darunter, gegen das laufende Jahr 2026 dagegen nur 14 Prozent, denn der Jahresmittelwert liegt bei 143,46. Derselbe Wert ist also hoch oder niedrig, je nachdem welches Fenster man wählt. Eine These, die an dieser Wahl hängt, gehört nicht in einen Artikel.
Was das für Anleger heißt
Die praktische Konsequenz ist eine Übersetzung, und sie kostet nichts. Wenn du das nächste Mal liest, das Angstbarometer stehe tief, ersetze den Satz durch die Definition seines Eigners. Dann steht dort, dass die Absicherung gegen Bewegung im amerikanischen Aktienmarkt für die kommenden 30 Tage gerade wenig kostet. Das ist eine Aussage über einen Preis, nicht über deine Sicherheit, und die beiden werden im Alltag ständig verwechselt.
Aus einem Preis folgt keine Handlung, und zwar in beide Richtungen. Billige Absicherung kann monatelang billig bleiben, und wer sie in dieser Zeit durchgehend kauft, zahlt Monat für Monat eine Prämie, die verfällt. Umgekehrt ist ein tiefer Stand auch kein Signal, alles laufen zu lassen, denn er enthält, wie oben gezeigt, keine Information über die kommenden drei Monate. Beide Fehler haben dieselbe Wurzel, nämlich aus einer Momentaufnahme eines Preises eine Prognose zu machen.
Für die Einordnung des eigenen Depots ist der Wert trotzdem nützlich, wenn man ihn eng führt. Er sagt, welche Bewegung im Markt aktuell als normal gilt, und er macht damit vergleichbar, ob ein Tagesausschlag groß war oder gewöhnlich. Bei einem Stand von 14,25 sind rund vier Prozent Schwankung im Monat der eingepreiste Normalfall, bei einem Stand über 30 gut das Doppelte. Ob und wie jemand daraus etwas für die eigene Aufteilung zwischen Aktien, Anleihen und Liquidität ableitet, hängt vom Anlagehorizont und von der eigenen Belastbarkeit ab und bleibt eine persönliche Entscheidung. Diese Einordnung nimmt sie niemandem ab.
Quellen
- Cboe Volatility Index, Methodology
- Cboe Volatility Index, historische Tagesschlusskurse seit 1990 (VIX_History.csv)
- Cboe SKEW Index, historische Tageswerte (SKEW_History.csv)
- Cboe Volatility Index und Cboe VIX 3-Month Index, verzögerter Kursabruf
- The AI boom, rational enthusiasm or the next dot-com bubble?
Zur Entstehung dieses Artikels
Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Quellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Sämtliche Indexstände stammen aus den offen zugänglichen Tagesreihen und dem verzögerten Kursabruf von Cboe Global Indices und wurden nicht aus Berichterstattung übernommen. Die Auswertung der 44 Tiefstände seit 1990 sowie der Mittelwert und die Perzentile wurden für diesen Artikel selbst aus diesen Tagesreihen berechnet, die Definition steht im Text. Die Beschreibung der Berechnungsmethode und die Angaben zur Geschichte des Index stammen aus dem Methodik-Dokument von Cboe Global Indices. Die Angaben zum Euroraum stammen aus dem Blogbeitrag der Europäischen Zentralbank vom 17. August 2026. Der Tagesstand vom 17. August 2026 ist ein verzögerter Kurs und mindestens 15 Minuten alt.
Stand der Einordnung: 17. August 2026. Indexstände verändern sich fortlaufend, der genannte Schlusskurs vom 14. August 2026 ist ein historischer Wert und wird nicht revidiert.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.
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