Lohn und Abgaben
Ab 2027 zählt ein Kantinenessen mit 4,70 Euro als Lohn
Ab dem 1. Januar 2027 zählt freie Verpflegung vom Arbeitgeber mit 355 Euro im Monat als Lohn, eine Unterkunft mit 289 Euro. Für ein Mittagessen in der Kantine sind es 4,70 Euro, und was du darunter zahlst, ist Lohn, auf den Steuer und Beiträge fallen können.
- Vorschlag
- Im Verfahren
- Verabschiedet
Was die Verordnung festlegt
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 26. Oktober 2026 die Siebzehnte Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung erlassen, der Bundesrat hat zugestimmt. Sie steht seit dem 29. Oktober im Bundesgesetzblatt (2026 I Nr. 324) und gilt ab dem 1. Januar 2027.
Was der Arbeitgeber statt Geld gibt, ein Essen oder ein Zimmer, zählt als Lohn, und zwar mit einem festen Betrag, dem Sachbezugswert. Volle Verpflegung steigt von 345 auf 355 Euro im Monat, davon Frühstück 73 Euro (bisher 71) und Mittag- und Abendessen je 141 Euro (bisher 137). Eine Unterkunft steigt von 285 auf 289 Euro. Für eine ganze Wohnung zählt die ortsübliche Miete, nur wenn die sich kaum ermitteln lässt, gelten 5,08 Euro je Quadratmeter, bei einfacher Ausstattung 4,15 Euro.
Die Werte gelten für die Sozialbeiträge und über das Einkommensteuergesetz auch für die Lohnsteuer. Das Ministerium setzt sie jedes Jahr im Voraus fest, damit nicht jeder Arbeitgeber jedes Essen einzeln bewerten muss und Sachlohn trotzdem wie Geldlohn zählt. Für Auszubildende, Jugendliche unter 18 und Zimmer, die sich mehrere teilen, sieht die Verordnung Abschläge auf den Unterkunftswert vor.
Mit wie viel Euro ein Kantinenessen 2027 als Lohn zählt
Für einzelne Tage rechnet die Verordnung mit einem Dreißigstel des Monatswerts. Ein Mittagessen zählt 2027 also mit 4,70 Euro, 2026 sind es 4,57 Euro, ein Frühstück mit 2,43 statt 2,37 Euro. Zahlst du in der Kantine weniger, ist der Unterschied Lohn.
Kostet das Essen dich 2,50 Euro, zählen 2027 je Mahlzeit 2,20 Euro als Lohn. Bei 220 Essen im Jahr sind das 484 Euro, 28,60 Euro mehr als 2026. Darauf fallen Lohnsteuer und Sozialbeiträge, außer der Arbeitgeber versteuert den Vorteil pauschal mit 25 Prozent. Dann zahlt er die Steuer, und Beiträge fallen keine an.
Verlangt eine Kantine heute genau 4,57 Euro, damit kein Vorteil entsteht, braucht sie ab Januar 4,70 Euro, sonst werden 13 Cent je Essen zu Lohn.
Was offen bleibt
Rechtlich ist nichts mehr offen, die Verordnung ist verkündet. Sichtbar wird der neue Wert mit der ersten Lohnabrechnung 2027. Ob dein Arbeitgeber pauschal versteuert, zeigt sie auch, denn ein pauschal versteuertes Essen fehlt im steuerpflichtigen Brutto.
Die Werte für 2028 setzt das Ministerium wieder mit einer eigenen Verordnung fest, im Voraus für das ganze Jahr.
Quellen
- Siebzehnte Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung, BGBl. 2026 I Nr. 324
- Sozialversicherungsentgeltverordnung, § 2 Verpflegung, Unterkunft und Wohnung als Sachbezug
- Sozialversicherungsentgeltverordnung, § 1 Dem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt nicht zuzurechnende Zuwendungen
- Viertes Buch Sozialgesetzbuch, § 17 Verordnungsermächtigung
- Einkommensteuergesetz, § 8 Einnahmen
- Einkommensteuergesetz, § 40 Pauschalierung der Lohnsteuer in besonderen Fällen
Zur Entstehung dieses Artikels
Dieser Beitrag wurde auf Basis der oben verlinkten Primärquellen mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Grundlage ist der Regelungstext der Siebzehnten Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung (BGBl. 2026 I Nr. 324) mit § 2 der Sozialversicherungsentgeltverordnung, dazu § 17 SGB IV und die §§ 8 und 40 des Einkommensteuergesetzes. Die Werte je Mahlzeit und das Beispiel mit 220 Essen im Jahr sind eigene Rechnungen aus diesen Vorschriften.
Letzte Aktualisierung: 2. November 2026
Versionshistorie: Erste Veröffentlichung am 2. November 2026.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine sachliche Einordnung einer Verordnung und stellt weder eine Steuerberatung noch eine Rechtsberatung dar. Für konkrete Entscheidungen in deiner persönlichen Situation wende dich an eine fachlich zuständige Person.
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