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Von hundert Dollar, die Amerika erwirtschaftet, gehen 17,92 an die Gewinne

Stand 1. September 2026. Die Gewinne der US-Unternehmen lagen im zweiten Quartal um 22,8 Prozent über dem Vorjahresquartal. Das Volkseinkommen, also die Summe aus Löhnen, Gewinnen, Mieten und Zinsen, wuchs im selben Zeitraum um 6,8 Prozent. Von den 898 Milliarden Dollar mehr Gewinn stammen 266 Milliarden daher, dass mehr erwirtschaftet wurde, und 631 Milliarden daher, dass davon mehr bei den Unternehmen blieb. Von hundert Dollar Volkseinkommen gingen 17,92 Dollar an die Unternehmensgewinne. Höher lag dieser Anteil in keinem der 318 Quartale seit 1947.

Vorläufige Daten
Portora Redaktion12 Min Lesezeit

Die Zerlegung in Zahlen

17,92 %
Gewinnanteil am Volkseinkommen
+22,8 %
Zuwachs der Unternehmensgewinne
+6,8 %
Zuwachs des Volkseinkommens
70,3 %
Anteil des Zuwachses aus der Anteilsverschiebung

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Größe2. Quartal 20252. Quartal 2026
Volkseinkommen25,23 Billionen Dollar26,94 Billionen Dollar
Unternehmensgewinne3,93 Billionen Dollar4,83 Billionen Dollar
Gewinnanteil am Volkseinkommen15,57 %17,92 %
Gewinne nach Steuern, Anteil12,92 %14,55 %
Arbeitnehmerentgelt, Anteil61,87 %60,22 %
Körperschaftsteuer670 Milliarden Dollar906 Milliarden Dollar
Gewinnanteil im Unternehmenssektor allein23,09 %26,22 %
Rang des Gewinnanteils seit 1947Platz 27 von 318Platz 1 von 318
Alle Werte als saisonbereinigte Jahresrate, in jeweiligen Preisen. Unternehmensgewinne mit Lagerbestands- und Abschreibungskorrektur.

Was die Rekordgewinne zu belegen scheinen

Die Argumentation läuft in drei Schritten und klingt in jedem einzelnen plausibel. Die amerikanischen Unternehmen haben im zweiten Quartal so viel verdient wie nie. Aktienkurse sind der Barwert künftiger Gewinne. Also sind die hohen Bewertungen an den amerikanischen Börsen durch echte Erträge gedeckt und nicht durch Hoffnung. Wer die Zahl aus der Volkseinkommensrechnung dazulegt, findet sie bestätigt, denn 4,83 Billionen Dollar Unternehmensgewinne im Jahrestempo sind tatsächlich der höchste Betrag, den diese Statistik je ausgewiesen hat.

Der Schritt, der dabei übersprungen wird, sitzt zwischen dem ersten und dem zweiten Satz. Ein Gewinn ist kein freistehender Betrag, sondern ein Teil von etwas. Er ist der Rest, der von der gesamten Wirtschaftsleistung übrig bleibt, nachdem Löhne, Mieten, Zinsen und Steuern abgegangen sind. Ob dieser Rest wächst, weil das Ganze wächst, oder weil der Rest einen größeren Teil des Ganzen ausmacht, sind zwei sehr verschiedene Vorgänge. Sie sehen in der Gewinnzahl gleich aus und verhalten sich in der Zukunft völlig unterschiedlich.

Die amtliche Statistik, die das trennt, heißt Volkseinkommen. Sie zählt alles zusammen, was in einem Land in einem Zeitraum an Einkommen entsteht, und teilt es nach Empfängern auf. Die US-Wirtschaftsanalysebehörde führt sie seit 1947 als Quartalsreihe, die letzte Aktualisierung stammt vom 26. August 2026 und reicht bis zum zweiten Quartal desselben Jahres. Damit lässt sich die Frage beantworten, die eine reine Gewinnzahl offen lässt.

Zwei Faktoren, und nur einer davon ist Wachstum

Im zweiten Quartal 2025 lag das Volkseinkommen der USA bei 25,23 Billionen Dollar, die Unternehmensgewinne bei 3,93 Billionen. Das sind 15,57 Prozent, oder anschaulicher, von hundert Dollar Volkseinkommen gingen 15,57 an die Unternehmensgewinne. Ein Jahr später steht das Volkseinkommen bei 26,94 Billionen und die Gewinne bei 4,83 Billionen. Das sind 17,92 von hundert Dollar. Die Gewinne sind also um 22,8 Prozent gestiegen, das Volkseinkommen um 6,8.

Diese beiden Prozentzahlen enthalten die ganze Geschichte, man muss sie nur auseinandernehmen. Hätte sich der Anteil nicht verändert, wären die Gewinne genau so schnell gewachsen wie das Volkseinkommen, also um 6,8 Prozent auf 4,20 Billionen Dollar. Tatsächlich sind es 4,83 Billionen. Von den 898 Milliarden Dollar Zuwachs entfallen damit 266 Milliarden auf das Wachstum der Wirtschaftsleistung und 631 Milliarden darauf, dass der Anteil von 15,57 auf 17,92 gestiegen ist. Gut sieben Zehntel des Zuwachses stammen nicht aus mehr Wirtschaftsleistung.

Die Rechnung geht exakt auf, und das ist kein Zufall, sondern eine Identität. Ein Gewinn ist per Definition das Produkt aus der Bezugsgröße und dem Anteil daran. Wächst die Bezugsgröße um 6,8 Prozent und der Anteil um 15,1 Prozent, wächst das Produkt um 22,8 Prozent, denn 1,068 mal 1,151 ergibt 1,228. Wer eine Gewinnzahl vor sich hat und wissen will, was sie über die kommenden Jahre sagt, muss diese beiden Faktoren trennen. Sie verhalten sich nämlich unterschiedlich, und der Unterschied ist der Kern dieses Textes.

Zweiteilige Grafik. Oben ein waagerechter Balken, der den Gewinnzuwachs von 898 Milliarden Dollar teilt. Der kleinere Abschnitt steht für 266 Milliarden aus dem Wachstum der Wirtschaftsleistung, also 29,7 Prozent, der größere für 631 Milliarden aus dem gestiegenen Gewinnanteil, also 70,3 Prozent. Unten eine Linie mit dem Gewinnanteil am Volkseinkommen je Quartal von Anfang 2024 bis Mitte 2026. Sie läuft bis Mitte 2025 seitwärts und steigt danach in vier Schritten auf 17,92 Prozent.
Der größere Abschnitt des Balkens misst keine zusätzliche Wirtschaftsleistung, sondern eine Umverteilung der vorhandenen. Die Linie darunter zeigt, dass der Anstieg über vier Quartale lief und kein einzelner Ausreißer ist.

Warum ein Anteil kein Wachstum ist

Eine Wachstumsrate hat keine natürliche Obergrenze. Eine Wirtschaft kann in zehn aufeinanderfolgenden Jahren um je sieben Prozent wachsen, und am Ende ist sie doppelt so groß wie am Anfang. Nichts an der Größe selbst verbietet das. Ein Anteil dagegen ist ein Verhältnis zweier Größen, von denen die eine in der anderen steckt, und deshalb ist er nach oben begrenzt. Von hundert Dollar lassen sich keine hundertzwanzig verteilen. Zwei Jahre mit je 15 Prozent Anteilszuwachs sind rechnerisch möglich, zwanzig sind es nicht.

Die praktische Grenze liegt weit unter hundert, denn die anderen Empfänger verschwinden nicht. Von den hundert Dollar Volkseinkommen des zweiten Quartals gingen 60,22 an das Arbeitnehmerentgelt, 8,81 an Produktions- und Einfuhrsteuern, 8,01 an Selbstständige, 4,26 an Mieteinkommen und 0,51 an Nettozinsen. Zusammen mit den 17,92 der Unternehmen sind das die vollen hundert Dollar. Damit der Gewinnanteil weiter so steigt wie im vergangenen Jahr, müsste einer dieser Posten weiter nachgeben, und der größte davon sind die Löhne.

Genau das ist im vergangenen Jahr passiert. Der Anteil des Arbeitnehmerentgelts fiel von 61,87 auf 60,22, also um 1,65 Punkte. Das ist rund siebzig Prozent der Verschiebung, die der Gewinnanteil eingesammelt hat. Der Rest kam aus kleineren Verschiebungen bei Selbstständigen, Mieten und Zinsen. Wichtig ist dabei, was diese Zahl nicht sagt. Die Löhne sind nicht gefallen, das Arbeitnehmerentgelt stieg um 3,93 Prozent auf 16,22 Billionen Dollar. Es ist nur langsamer gestiegen als das Volkseinkommen insgesamt, und ein Anteil misst genau diese Differenz und sonst nichts.

Dieselbe Rechnung im Unternehmenssektor allein

Gegen die Zerlegung lässt sich ein ernster Einwand erheben, und er verdient eine eigene Rechnung. Das Volkseinkommen enthält Posten, die mit Unternehmen wenig zu tun haben, etwa das Einkommen von Selbstständigen und die Mieteinkommen privater Haushalte. Verschieben sich diese Posten aus eigenen Gründen, verschiebt sich der Gewinnanteil, ohne dass sich im Unternehmenssektor irgendetwas geändert hätte. Ein solcher Mischungseffekt wäre eine langweilige Erklärung für eine spektakuläre Zahl, und man muss ihn ausschließen, bevor man weitergeht.

Die US-Wirtschaftsanalysebehörde führt dafür eine zweite Tabelle, die ausschließlich den heimischen Unternehmenssektor betrachtet. Dort steht auf der einen Seite, was die Unternehmen an Wert geschaffen haben, und auf der anderen, wie sich dieser Wert auf Löhne, Steuern, Zinsen und Gewinne verteilt. Der Vorteil ist, dass Selbstständige und private Vermieter darin gar nicht vorkommen. Zwei Unterschiede handelt man sich dafür ein, denn diese Tabelle zählt nur die im Inland erwirtschafteten Gewinne und misst sie an der Wertschöpfung des Sektors statt am Volkseinkommen. Die Höhe der beiden Anteile ist deshalb nicht vergleichbar, ihre Bewegung schon. In dieser engeren Rechnung stieg der Gewinnanteil an der Nettowertschöpfung von 23,09 auf 26,22 Prozent, während der Anteil des Arbeitnehmerentgelts von 65,49 auf 63,12 Prozent fiel.

Damit ist der Einwand beantwortet. Beide Rechnungen zeigen dieselbe Bewegung in derselben Größenordnung, und in beiden ist das zweite Quartal 2026 der höchste Wert der gesamten Reihe seit 1947. Im engeren Maß liegt der bisherige Rekord bei 24,81 Prozent aus dem vierten Quartal 1950, der aktuelle Wert übertrifft ihn deutlich. Wer die Verschiebung erklären will, muss sie also im Unternehmenssektor selbst suchen und nicht in der Zusammensetzung der Statistik.

Vier Quartale, kein einzelner Sprung

Ein Rekordwert in einer Quartalsreihe ist immer zuerst verdächtig, denn Quartalszahlen springen. Eine einmalige Steuererstattung, eine große Abschreibung, eine Sondereinnahme, und schon steht ein Ausreißer in der Tabelle, der ein Jahr später wieder verschwunden ist. Hier ist das nicht der Fall, und der Verlauf zeigt es. Der Gewinnanteil lag im zweiten Quartal 2025 bei 15,57 Prozent, danach bei 15,97, dann 16,66, dann 16,79 und zuletzt 17,92. Vier Quartale in Folge nach oben, insgesamt 2,35 Punkte.

Zum Vergleich lohnt der Blick auf die Zeit vor der Pandemie. Im vierten Quartal 2019 lag der Gewinnanteil bei 13,56 Prozent, das Arbeitnehmerentgelt bei 62,69. Seither hat sich der Gewinnanteil um mehr als vier Punkte nach oben verschoben, das entspricht bei einem Volkseinkommen der heutigen Größe rund 1,2 Billionen Dollar im Jahr. Die Verschiebung ist also weder neu noch auf ein Quartal beschränkt, sie hat sich im vergangenen Jahr nur deutlich beschleunigt.

Einordnen lässt sich das Tempo an der eigenen Geschichte der Reihe. Ein Zuwachs von 2,35 Punkten binnen vier Quartalen ist groß, aber nicht beispiellos, er liegt auf Platz elf von 314 vergleichbaren Zeiträumen. Der größte Sprung überhaupt fällt auf das vierte Quartal 2009 mit 4,07 Punkten, der drittgrößte auf das zweite Quartal 2021. Beide fallen in eine Erholung nach einem Einbruch, und das ist typisch. In einer Rezession fallen die Gewinne stärker als die Löhne, in der Erholung steigen sie stärker. Was den aktuellen Fall davon unterscheidet, ist das Fehlen eines vorangegangenen Einbruchs, von dem sich der Anteil erholen müsste.

Ein Empfänger hat übrigens mitverdient, und zwar überproportional. Die Steuern auf Unternehmensgewinne stiegen von 670 auf 906 Milliarden Dollar, also um 35,2 Prozent und damit schneller als die Gewinne vor Steuern. Nach Steuern bleibt deshalb ein Zuwachs von 20,3 statt 22,8 Prozent. Der Anteil der Gewinne nach Steuern am Volkseinkommen liegt bei 14,55 Prozent und ist damit ebenfalls der höchste Wert der Reihe.

Was diese Zahl nicht misst

Der Weg von dieser Statistik zu den Gewinnen im eigenen Depot ist kürzer, als er sein dürfte, und an drei Stellen führt er in die Irre. Die erste betrifft die Grundgesamtheit. Die Volkseinkommensrechnung zählt jede amerikanische Kapitalgesellschaft, vom börsennotierten Konzern bis zur nicht notierten Familienholding. Ein Aktienindex zählt einige Hundert davon, ausgewählt nach Börsenwert. Beide Gruppen können sich unterschiedlich entwickeln, und in Jahren, in denen wenige sehr große Unternehmen den Index tragen, tun sie es regelmäßig.

Die zweite Stelle ist die Rechnungslegung. Die amtliche Statistik bewertet Abschreibungen zu Wiederbeschaffungspreisen und korrigiert Lagerbestände um reine Preiseffekte. Ein Quartalsbericht folgt dagegen den Bilanzierungsregeln und enthält Posten, die die Statistik ausdrücklich herausrechnet, etwa Bewertungsgewinne auf Beteiligungen. Für einen einzelnen Konzern kann der Unterschied groß sein. Wie groß, zeigt sich immer dann, wenn ein Rekordgewinn und ein negativer Mittelzufluss im selben Quartalsbericht stehen.

Die dritte Stelle ist die räumliche Abgrenzung, und sie wird oft falsch herum verstanden. Die Statistik erfasst die Gewinne amerikanischer Kapitalgesellschaften einschließlich dessen, was diese im Ausland verdienen. Was sie nicht erfasst, ist eine einzige ausländische Firma, und ein Welt-Index besteht zu einem erheblichen Teil aus solchen. Was die Zahl also liefert, ist ein Umfeldsignal für die amerikanische Unternehmenslandschaft insgesamt. Eine Gewinnreihe für einen bestimmten Index ist sie ausdrücklich nicht, und wer sie dafür hält, vergleicht zwei verschiedene Grundgesamtheiten miteinander.

Zwei weitere Vorbehalte gehören dazu, auch wenn sie kleiner sind. Die genannten Wachstumsraten sind nominal gerechnet, das Volkseinkommen wächst also auch, wenn nur die Preise steigen. Für die Anteile spielt das keine Rolle, weil Zähler und Nenner in denselben Preisen gerechnet sind, für den Satz vom Wachstum der Wirtschaft aber schon. Und der Wert für das zweite Quartal 2026 ist eine vorläufige Schätzung, die mit der nächsten Veröffentlichung am 30. September revidiert werden kann.

Der faire Gegenpunkt

Das stärkste Gegenargument bestreitet die Zerlegung nicht, sondern ihre Bedeutung. Es lautet, dass ein Gewinnanteil kein physikalisches Gesetz kennt, das ihn auf ein bestimmtes Niveau zurückzieht. Die Vorstellung, er müsse zu einem historischen Mittelwert zurückkehren, ist eine Annahme und keine Beobachtung. Wenn die amerikanische Unternehmenslandschaft heute dauerhaft anders aussieht als 1985, etwa weil ein größerer Teil der Wertschöpfung auf Software und Marken entfällt, deren Vervielfältigung fast nichts kostet, dann kann ein höherer Gewinnanteil ein neuer Normalzustand sein und kein Ausschlag.

Dieses Argument hat empirisches Gewicht. Der Gewinnanteil lag über Jahrzehnte niedriger als heute, und die Rückkehr zu diesen älteren Werten ist schon mehrfach vorhergesagt worden, ohne einzutreten. Auch die zweite Rechnung stützt es teilweise, denn die Verschiebung findet innerhalb des Unternehmenssektors statt und nicht durch einen statistischen Mischungseffekt, den man wegdiskutieren könnte. Wer daraus schließt, dass die aktuelle Höhe tragfähig ist, argumentiert nicht unsauber.

Was das Argument allerdings nicht leistet, ist eine Fortschreibung. Selbst wenn der Anteil dauerhaft bei 17,92 Prozent bleibt, liefert er ab dann keinen Beitrag mehr zum Gewinnwachstum. Ein konstanter Anteil bedeutet, dass die Gewinne genau so schnell wachsen wie das Volkseinkommen, im vergangenen Jahr also mit 6,8 statt mit 22,8 Prozent. Der Streit darüber, ob der Anteil zurückgeht, betrifft die Frage, ob es sogar weniger wird. Für die Fortschreibung der 22,8 Prozent müsste er nicht bleiben, sondern weiter steigen, und dafür spricht in keinem der beiden Lager etwas.

Was das für Anleger heißt

Die Zahl beantwortet eine Frage, die in der Bewertungsdebatte oft vermischt wird. Ob Rekordgewinne hohe Bewertungen rechtfertigen, hängt nicht daran, ob die Gewinne hoch sind, sondern daran, ob sie so weiterwachsen können. Die Zerlegung zeigt, dass gut sieben Zehntel des letzten Zuwachses aus einer Anteilsverschiebung kamen. Dieser Beitrag ist nach oben begrenzt, während der andere Beitrag, das Wachstum der Wirtschaftsleistung, es nicht ist. Wer eine Gewinnerwartung fortschreibt, sollte deshalb wissen, welchen der beiden Beiträge er fortschreibt.

Für ein breit gestreutes Depot ist das ein Umfeldsignal und keine Aussage über einen Kurs. Die USA stellen in den gängigen Welt-Indizes den größten Block, und in welchem Verhältnis die amerikanische Wirtschaftsleistung auf Löhne und Gewinne verteilt wird, ist Teil des Umfelds, in dem dieser Block seine Erträge erwirtschaftet. Es sagt nichts darüber, was ein einzelnes Papier wert ist, und auch nichts darüber, was in den Kursen bereits eingepreist ist. Diese Statistik ist rückblickend und wird mit Verzögerung veröffentlicht, während Kurse in die andere Richtung schauen.

Zwei Risiken laufen dabei in entgegengesetzte Richtungen, und beide sind real. Fällt der Gewinnanteil zurück, wachsen die Gewinne für eine Weile langsamer als die Wirtschaft, selbst wenn diese ordentlich läuft. Bleibt er dagegen auf dem heutigen Niveau, tritt keine Katastrophe ein, aber der Rückenwind der vergangenen vier Quartale hört auf. Beide Fälle sind mit hohen Gewinnen heute vereinbar, und aus keinem der beiden folgt ein Kauf oder ein Verkauf.

Was daraus folgt, entscheidest du. Für eine eigene Einordnung reicht eine einzige Frage. Wenn eine Gewinnerwartung für die kommenden Jahre in einer Zahl steckt, die du liest oder rechnest, unterstellt sie dann, dass die Wirtschaft entsprechend wächst, oder unterstellt sie, dass der Anteil weiter steigt? Diese Frage ist in einem Satz beantwortet, sobald man die beiden Faktoren getrennt hat, und sie ist unbeantwortbar, solange man nur die Gewinnzahl vor sich hat.

Quellen

  1. Tabelle 1.12, Volkseinkommen nach Einkommensart, Quartalsdaten 1947 bis 2026 U.S. Bureau of Economic Analysis · statistik ·
  2. GDP (Second Estimate) and Corporate Profits, 2nd Quarter 2026 U.S. Bureau of Economic Analysis · pressemitteilung ·
  3. Corporate Profits, Übersicht und Veröffentlichungskalender U.S. Bureau of Economic Analysis · statistik ·

Stand der Daten. Alle Werte zum Volkseinkommen und zu den Unternehmensgewinnen stammen aus der Volkseinkommens- und Produktrechnung der US-Wirtschaftsanalysebehörde, Stand der Veröffentlichung 26. August 2026. Die Angaben sind saisonbereinigte Jahresraten in jeweiligen Preisen. Die Unternehmensgewinne sind, wo nicht anders angegeben, Gewinne aus laufender Produktion mit Lagerbestands- und Abschreibungskorrektur. Der Wert für das zweite Quartal 2026 ist eine vorläufige Schätzung und kann mit der Veröffentlichung am 30. September 2026 revidiert werden.

Was gerechnet wurde. Die Anteilswerte, die Zerlegung des Zuwachses und die Ränge innerhalb der Reihe sind aus den Rohwerten der Tabellen 1.12 und 1.14 neu berechnet und nicht aus einer Zusammenfassung übernommen. Die Rangangaben beziehen sich auf 318 Quartale von 1947 bis zum zweiten Quartal 2026. Der Quartalszuwachs der Unternehmensgewinne von 400,9 Milliarden Dollar wurde gegen die Angabe in der Pressemitteilung der Behörde gegengeprüft.

Grenzen der Aussage. Die Volkseinkommensrechnung erfasst eine andere Grundgesamtheit als ein Aktienindex und folgt anderen Bewertungsregeln als ein Quartalsbericht. Sie eignet sich als Umfeldsignal, nicht als Gewinnreihe für einen bestimmten Index. Die genannten Wachstumsraten sind nominal.

Einsatz von KI. Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung durch ein KI-System recherchiert und geschrieben. Zahlen, Quellen und Einordnung wurden redaktionell geprüft.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und Einordnung zu allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung im Sinne der Marktmissbrauchsverordnung (EU) 596/2014 dar, ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Wertpapiere, Indizes oder Anlageklassen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Jede Anlageentscheidung liegt in eigener Verantwortung.

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